2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als Unternehmen der Chemiebranche haben Nachhaltigkeitsaspekte eine besondere Geschäftsrelevanz für die Werner & Mertz Gruppe. Auf der einen Seite nimmt der Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte aufgrund des demografischen Wandels stetig zu. Auf der anderen Seite spielen sowohl für Kunden als auch Geschäftspartner Nachhaltigkeitsthemen eine immer größere Rolle.  

Vor diesem Hintergrund wurde im Berichtsjahr eine Wesentlichkeitsanalyse in Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern und mit Blick auf die Erwartungen der für uns relevantesten Stakeholder-Gruppen eine indirekte Befragung der Schnittstellen im Unternehmen durchgeführt. Im Zuge dessen wurden die wichtigsten Chancen und Risiken in den vorher identifizierten fünf Handlungsfeldern festgehalten und darüber hinaus die wichtigsten Unterthemen identifiziert.  

Für die Chancen- und Risikoanalyse wurde ein iteratives Vorgehen gewählt. Zuerst wurde ein Vorschlag für eine Themenliste auf Grundlage einer Vorrecherche in den fünf Handlungsfeldern erstellt. Diese wurde anhand verschiedener Kriterien auf einer dreistufigen Skala von den verschiedenen Fachabteilungen in einem ganztägigen Workshop bewertet. In diesem Zuge wurden auch die Auswirkungen von Werner & Mertz sowie deren Schwere durch unternehmensinterne Experten bewertet. In einem letzten Schritt wurde die Themenliste durch unsere Nachhaltigkeitsbeauftragte verifiziert.  

Folgende Chancen und Risiken sowie wesentliche Unterthemen spielen eine zentrale Rolle bei der Verfolgung der gruppenweiten, strategischen Unternehmensziele:

Handlungsfeld Mögliche Chancen,
Risiken und Auswirkungen
Wesentliche Unterthemen
von Werner & Mertz
Integrität und Verantwortung
  • Basis eines nachhaltigen Unternehmens ist verantwortungsbewusstes Handeln und die Bewahrung von Integrität in allen Wertschöpfungsstufen.
  • Einhaltung von Gesetzen und Vereinbarungen als oberstes Gebot
  • Integrität und Verantwortung gelten sowohl für unsere Mitarbeiter, aber genauso auch für Lieferanten, Partner und Dienstleister
  • Abhängigkeit von Gewährleistung von Standards bei unseren Partnern, Lieferanten und Dienstleistern
  • Lieferantenverträge mit Umwelt- und Sozialkriterien / Lieferantenkodex
  • Integritätsmanagement mit Verhaltenskodizes
Produkte und Kunden
  • Einsatz von Palmkern- und Kokosöl bei der Herstellung von Tensiden (deswegen Mitgliedschaft in Initiativen zum nachhaltigen Abbau und Forschung an heimischen Rohstoffen zur Tenside-Herstellung)
  • Herausforderung für Endverbraucher: Balance zwischen Qualität und nachhaltiger Lebensführung bzw. beides zusammenzubringen.
  • Aufgabe von Werner & Mertz, diesen vermeintlichen Widerspruch immer wieder zu überwinden, Produkte weiter zu überarbeiten, Nachhaltigkeitsleistung ständig zu steigern und Verbrauchern mit den Produkten echte Alternative zu bieten
  • Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse
  • Einsatz nachwachsender Rohstoffe / Alternative: Einsatz heimischer Pflanzen
Produktion und Umwelt
  • Produktion von Produkten verbraucht Ressourcen und setzt umweltschädliche Stoffe frei (Wasser, Strom, CO2, Abwasser usw.)
  • Kurz: Anspruch an geringe Belastung und Innovation, um Belastung der Umwelt so gering wie irgendwie möglich zu halten. -> ständiger Treiber bei W&M
  • Neben Tensiden auch intensive Befassung mit Verpackungsproblematik
  • Recyclat-Einsatz bei Verpackungen
Kultur und Mitarbeiter
  • Problematik Fachkräftemangel und Möglichkeiten
  • Fehlende Qualifikationen und Herausforderung der Entwicklung von passenden Kompetenzen, auch durch Wechsel und Fluktuation (Tarifverträge, Sicherstellen hoher Arbeitgeberattraktivität, Schulungen zum Kompetenzaufbau usw.)
  • Ausfall von Mitarbeitern, v.a. durch Unfall- und Gesundheitsrisiken
  • Mitarbeiter als „Botschafter der Nachhaltigkeit“ muss gelebt werden, deswegen Maßnahmen zur Stärkung der Kultur
  • Unternehmenskultur
  • Ausbildung und Personalentwicklung
Engagement und Gesellschaft
  • Engagement gegen den Verlust von Biodiversität in den vergangenen Jahrzehnten durch steigende Industrialisierung
  • Steigerung des Bewusstseins in der Gesellschaft zu Nachhaltigkeitsthemen
  • Einsatz für Förderung von Innovationen und Verbreitung von innovativen Ideen, insbesondere zu Nachhaltigkeitsthemen
  • Biodiversität und Artenschutz
  • Brancheninitiative (Recyclat)