2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als einzigartige Public-private-Partnership bewegt sich Berlin Partner gleichermaßen im öffentlichen wie im privatwirtschaftlichen Umfeld. Hierhingehend sind gleichermaßen Nachhaltigkeitsanforderungen des öffentlichen und des privaten Sektors für uns als Unternehmen bedeutsam. Relevante Vorgaben durch das Land Berlin sowie die Bundes- und EU-Ebene werden umgesetzt.  

Um die wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit für die Geschäftstätigkeit von Berlin Partner und die Bereiche, in denen Berlin Partner wirkungsvoll handeln kann, zu ermitteln, wurden im Rahmen des Nachhaltigkeitsprozesses unsere internen und externen Stakeholder aktiv in die Priorisierung der Themenschwerpunkte miteinbezogen. Die Ergebnisse mündeten in einer Wesentlichkeitsmatrix für Berlin Partner. Hierfür priorisierten zum einen Mitarbeiter*innen in einer umfangreichen Analyse nach KIM sowie einem Workshop die aus ihrer Sicht für unser Unternehmen relevanten Nachhaltigkeitsthemen. Des Weiteren wurden in einem Stakeholder-Salon die relevanten externen Stakeholder aktiv in die Erfassung, Bewertung und Gewichtung der wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte einbezogen. Eine abschließende Einordnung erfolgte seitens Berlin Partner in einem Workshop der Geschäftsleitung, in dem die Gewichtungen auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens angepasst und Nachhaltigkeitsmaßnahmen zur Umsetzung verabschiedet wurden. Folgende Wesentlichkeitsmatrix ergab sich im Rahmen des dreistufigen Verfahrens:



Es ist für Berlin Partner wichtig, alle Bereiche der Nachhaltigkeit gleichermaßen voranzutreiben. Sowohl Berlin Partner als auch die externen Stakeholder sehen die größte Relevanz bei den ausgewählten sehr hoch eingestuften Themenschwerpunkten aus allen vier Dimensionen der Nachhaltigkeit; eine solche Fokussierung wird als Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung gesehen. Diese ausgewählten Schwerpunkte sind:  

In der Dimension Ökologie erfolgt nun eine Schwerpunktsetzung innerhalb unseres Managements auch auf ökologische sowie ganzheitlich nachhaltige Themen und dabei insbesondere auf Energie- und Klimaschutz mit Erreichung der Klimaneutralität. Berlin Partner erfüllt so auch Anforderungen, die an uns als halböffentliches Unternehmen gestellt werden. Wir stärken so die nachhaltige Ausrichtung nach innen und können nach außen im Sinne einer Vorbildfunktion auch andere Unternehmen positiv beeinflussen.

Hinsichtlich ökonomischer Themen wurde die nachhaltige Innovationsfähigkeit unseres Unternehmens sowie eine noch intensivere Orientierung an den Bedarfen unseren Kunden als Schwerpunkt festgelegt. Berlin Partner ist maßgeblicher Akteur für das Wachstum von Wirtschaft und Innovation in Berlin und wirkt so bei der Erfüllung nachhaltiger nationaler wie auch landesspezifischer Ziele wie Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit mit. Hierfür ist es unerlässlich, dass wir die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden kennen und auch bedienen. Wir wollen im Rahmen unserer Zielgruppen auch besonders nachhaltige Unternehmen verstärkt unterstützen und ein eigenes, auf Nachhaltigkeit orientiertes Beratungsangebot schaffen.  

Vielfalt & Chancengerechtigkeit sowie die noch stärkere Einbindung von Mitarbeiter*inneninteressen wurden als Kern der sozialen Dimension herausgearbeitet, die nicht nur auf den internen Rahmen zu beziehen sind, sondern gleichermaßen nach außen für die Geschäftstätigkeit als Berliner Wirtschaftsfördergesellschaft eine Rolle spielen.  

Im Bereich Governance wurde die verbindliche Integration & Steuerung eines Nachhaltigkeitsmanagements (u.a. durch die Ernennung von Nachhaltigkeitsbeauftragten) als wesentlich identifiziert. Auch diese Selbstverpflichtung wirkt nach innen wie außen und belegt die neue Aufstellung von Berlin Partner als nachhaltiges Unternehmen. Berlin Partner möchte zukünftig mit den neuen Strukturen und Maßnahmen Vorbild für Unternehmen in Berlin und weitere Wirtschaftsakteure sein.

Eine detaillierte und systematische Analyse unserer Inside-out- und Outside-in-Perspektiven erfolgte über die im Bericht dargelegten (wechselseitigen) Auswirkungen hinaus noch nicht. Unser Ziel ist, diese Betrachtung im Rahmen des Berichts zu 2021 durchzuführen. Aus aktueller Sicht und global betrachtet  
Chancen, welche sich aus relevanten Nachhaltigkeitsaspekten ergeben

Große, durch Nachhaltigkeitsfragen getriebene Wirtschaftssektoren wie E-Mobilität, Energiespeichertechnik, Industrie 4.0, Kreislaufwirtschaft u.v.m. bergen ein großes Potenzial für Innovation und qualifizierte Arbeitsplätze in Berlin.


Zusätzlich erwarten wir seitens unserer Berliner Zielgruppen branchenübergreifend eine steigende Nachfrage nach breiten Unterstützungsleistungen zu Nachhaltigkeitsfragen.

 
Risiken, welche sich aus relevanten Nachhaltigkeitsaspekten ergeben

Es ist davon auszugehen, dass im Laufe dieses Jahrzehnts seitens des Landes Berlin eine zunehmend verstärkte Verpflichtung zu den regionalen, nationalen, wie supranationalen Nachhaltigkeitszielen nicht nur von den Berliner landeseigenen Betrieben, sondern auch von Berlin Partner als halböffentlicher Einrichtung verlangt wird.  
Die Präsentation des Wirtschaftsstandortes Berlin auf Messen weltweit gehört zu den Kernaktivitäten unseres Handelns, insbesondere zum Zwecke der Unternehmensneuansiedlung. Der Klimawandel sowie unsere Verantwortung zur CO2-Vermeidung stellen ein Risiko für die zukünftige Wahrnehmung dieser Kerntätigkeit vor Ort dar.  
Ein weiteres Risiko besteht in der Unterschätzung des Energie- und Ressourcenverbrauchs unserer Geschäftstätigkeit, da dieser aufgrund der Auslagerung von Tätigkeiten vom Büro ins Home Office teilweise externalisiert wird. Da dieser Verbrauch weder in Qualität (wird Zuhause Ökostrom verwendet?) noch in Quantität zentral für uns messbar ist, müsste er grob überschlagen werden.