2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Kindernothilfe sieht Kinder als Partner im Prozess der Armutsbekämpfung, sie verhilft ihnen, ihre Potenziale zu entdecken und weiter zu entfalten. Hierbei fühlt sich die Kindernothilfe verpflichtet, vor allem den Schutz vor Missbrauch und Misshandlung von Kindern im Rahmen der eigenen Organisation sowie der Partnerstrukturen im Ausland zu gewährleisten.Deshalb führt die Kindernothilfe eine Kindesschutz- Policy ein, mit der sowohl organisationsintern als auch in den geförderten Projekten Maßnahmen zum Schutz von Kindern standardisiert werden, die das Risiko von Gewalt und Missbrauch minimieren.

Die Kindernothilfe arbeitet in vielen Ländern mit schwachen Governancestrukturen, in denen das Korruptionsrisiko relativ hoch ist. Korruption hat eine massive negative Auswirkung auf die Wirksamkeit der Programme der Kindernothilfe und stellt gleichzeitig ein erhebliches Reputationsrisiko dar. Die Integritäts- und Antikorruptions-Policy der Kindernothilfe soll im Sinn der Nachhaltigkeit wesentlich zur Verhinderung von Korruption innerhalb der Kindernothilfe und bei den Partnerorganisationen beitragen. Im Jahr 2019 wird das ursprünglich 2008 aufgesetzte Dokument vollständig überarbeitet und ergänzt. Dieses neue Dokument entspricht in wesentlichen Teilen den Anforderungen von Transparency International Deutschland an Antikorruptionssysteme von nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen und beinhaltet den Dreiklang von Vorbeugen, Erkennen und Reagieren.

Wesentliche Aspekte der Arbeit der Kindernothilfe sind:
1. Allgemeingültige Themen: Glaubwürdigkeit, Transparenz in der Mittelbeschaffung, Compliance und Datenschutz von Kindern und Unterstützern. Weitere wesentliche ökologische, sozioökologische und politische Besonderheiten sieht die Kindernothilfe gegenwärtig nicht.
 
2. Programmatische Themen: Kinder- und Menschenrechte, Wirkungsorientierung, ethische Standards in Unternehmenskooperationen und Sponsoring. In Programmen mit wesentlichen Umwelt- und Klimakomponenten ergeben sich Chancen für eine erhöhte Sensibilisierung für ökologische Themen sowohl bei den Partnerorganisationen als auch bei den Kindern und ihren Familien, die sich in letzter Konsequenz positiv auf das Kindeswohl auswirken.

3. Betriebliche Themen: Nachhaltigkeit in Beschaffung und bei Dienstleistern, ethische Geldanlage.   Verstöße in diesen Bereichen haben zum einen negative Auswirkungen auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen und auf die Glaubwürdigkeit der Kindernothilfe als Menschenrechtsorganisation im Allgemeinen. Im Gegenzug macht das Engagement in der Kinderrechtsarbeit und im Umweltbereich die Kindernothilfe attraktiver für neue Spendergruppen und Unterstützer.