2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Der FSB-Verbund handelt im Auftrag der Stadt und versteht sich als strategischer Partner dieser zur Umsetzung städtebaulicher, ökologischer und sozialraumbezogener Ziele. Der Verbund stellt daher soziale und ökologische Themen in den Vordergrund. Da diese nachhaltige Ausrichtung jedoch ebenfalls mit Herausforderungen verbunden ist, können diese Themenfelder nicht losgelöst von einer positiven Wirtschaftsperspektive betrachtet werden. Die positiven und negativen Wirkungen werden bisher noch keiner eigenen Analyse durch den FSB-Verbund unterzogen.

Besonders hervorzuheben sind die Tätigkeitsbereiche des Mutterunternehmens. Kernaufgabe der FSB ist die langfristige und nachhaltige Bereitstellung von Wohnraum für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen. Hierbei wirkt sich die Geschäftstätigkeit des FSB Verbunds in vielfältiger Weise auf Stadtteile, Quartiere und die Lebenssituationen der Freiburger Bürger_innen aus und bringt daher eine umfassende soziale und ökologische Verantwortung mit sich. Auch in Zukunft wird der FSB Verbund daher preisgünstigen und geförderten Mietwohnraum am Freiburger Wohnungsmarkt anbieten und das Angebot weiter ausbauen. Dabei möchte der FSB Verbund allen Generationen attraktiven und bezahlbaren Wohnraum bieten. Aus diesem Grund sind rund 26 Prozent der FSB-Wohnungen barrierefrei erreichbar. Davon profitieren nicht nur ältere Generationen, sondern auch Familien mit Kleinkindern.

Die nachhaltige Bereitstellung von kostengünstigem Wohnraum, gerade in Bezug auf die steigenden Mieten auf dem Freiburger Wohnungsmarkt, kann daher als einer der relevantesten Nachhaltigkeitsaspekte des Unternehmens angesehen werden. Generell spielen die sozialen Aspekte in der Betreuung der Mieterschaft eine große Rolle für den FSB Verbund. Durch eine Vielzahl von Konzepten, wie bspw. einem Pilotprojekt zur individuellen Wohnraumversorgung von unterschiedlichen Haushaltsgrößen, mit dem die Mieter_innen kleinere gegen größere Wohnungen eintauschen können, sollen Synergieeffekte für Familien, Paare und Alleinstehende entstehen. Mit dem Handlungsprogramm Wohnen hat sich der FSB Verbund freiwillig dazu verpflichtet bei der Belegung von freiwerdenden Wohnungen benachteiligte Personengruppen besonders zu berücksichtigen.

Das Mietniveau der FSB-Wohnungen (sowohl freifinanziert als auch gefördert) liegt mit durchschnittlich 6,38 Euro/m² rund 25 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete des Freiburger Mietspiegels (8,56 Euro/m²). Bei der Betrachtung der öffentlich geförderten Wohnungen reicht das Mietniveau analog der geltenden Förderprogramme bis zu 40 Prozent unter die ortsübliche Vergleichsmiete. Um ihren sozialen Aufgaben gerecht werden zu können, werden die Jahresüberschüsse der Freiburger Stadtbau nicht an die Stadt als Gesellschafterin abgeführt, sondern verbleiben zur Stärkung des Eigenkapitals im Unternehmen, auch als Grundlage für wichtige Investitionen, wie den fortlaufenden Mietwohnungsbau und die Instandhaltung / Modernisierung des Bestandes.

Aufgrund der immer stärker werdenden Differenz zwischen Herstellungskosten und Mietzins sind u.a. auch die Erlöse aus den Eigentumsmaßnahmen eine wichtige Grundlage zur Kompensierung des defizitär geförderten Wohnungsbaus.

Diese Mietenpolitik schließt ein nachhaltiges Engagement in der Quartiers- und Stadtentwicklung mit ein. Davon zeugen u. a. die Auszeichnungen und Preise in dem Bereich Baukultur (bspw. Projekt „Johann-Sebastian-Bach-Straße“ und „Binzengrün 9“ Preis: Beispielhaftes Bauen – Architektenkammer Baden-Württemberg 2015), die auch auf der Homepage der FSB eingesehen werden können. Durch diesen Anspruch und die Attraktivität der Quartiere profitiert die Stadtentwicklung der gesamten Stadt Freiburg nachhaltig. Der FSB Verbund setzt auf generationsübergreifendes Wohnen und die Durchmischung der Quartiere. Hierin sieht die FSB eine zusätzliche Chance Segregations- und Gentrifizierungstendenzen entgegenzuwirken.

Durch den Bau neuer Gebäude und den damit verbundenen Eingriff in die Umwelt müssen Wohnungsunternehmen ebenfalls die damit verbundenen negativen ökologischen Auswirkungen berücksichtigen. Ein wesentliches Themengebiet des FSB Verbunds betrifft daher die ökologische Modernisierung/Sanierung des Bestandes und die nachhaltige Neubaustrategie. Mit ihren jährlichen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe saniert und baut der FSB Verbund im gesamten Stadtgebiet. Durch ihre Stadterneuerungs- und Innenentwicklungsmaßnahmen leistet der FSB Verbund einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung und geht dabei ressourcenschonend hinsichtlich des Flächenverbrauchs und der Flächenversiegelung sowie des Materialverbrauchs um. Dazu nutzt die FSB auch die Möglichkeit der nachträglichen Gebäudeaufstockung mit innovativen Baustoffen, wie Holz-Konstruktionen und ressourcenschonende, modulare Bauweisen. Um den für den FSB Verbund wichtigen Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz gerecht zu werden, hat der Verbund im Berichtsjahr an 158 Wohneinheiten Modernisierungsmaßnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes vorgenommen und führt weitere Modernisierungsmaßnahmen für das Jahr 2019 und darüber hinaus aus. Generell werden alle Neubauten im Freiburger Energieeffizienzhaus Standard 55 gefertigt. Es werden alternative Mobilitätskonzepte für Neubaugebiete und bestehende Wohnquartiere, Mieterstrommodelle sowie weitere Pilotprojekte im Bereich Fassadenbegrünung und Gärtnern umgesetzt, um dem Risiko einer negativen Umweltauswirkung der Geschäftstätigkeit des FSB Verbunds entgegen zu wirken.