2. Handlungsfelder

Die Hochschule legt dar, welche Aspekte der Nachhaltigkeit für folgende Handlungsfelder wesentlich sind und wie sie diese in ihrer Strategie berücksichtigt und systematisch adressiert:

a) Forschung
b) Lehre
c) Betrieb
d) Transfer
e) Governance

Die Hochschule legt dar, wie sie nachhaltigkeitsbezogene Aktivitäten in den Handlungsfeldern fördert und wie künftig Themen der nachhaltigen Entwicklung in diese implementiert werden. Zudem soll aufgezeigt werden, wie Nachhaltigkeit in den fünf Bereichen miteinander vernetzt ist.

Wesentliche Aufgabe der Hochschule ist es, durch anwendungsnahe und praxisgerechte Studiengänge hochqualifizierte, verantwortungsbewusste Nachwuchskräfte für die Wirtschaft auszubilden. Von zentraler Bedeutung für die Entwicklung der Studienangebote ist daher das Erreichen einer möglichst weitgehenden Berufsbefähigung. Dementsprechend stellen insbesondere:
- eine enge Verbindung von Theorie und Praxis,
- eine breit angelegte fachliche Qualifizierung mit Wahlmöglichkeiten,
- Angebote zur Persönlichkeitsbildung sowie
- die Förderung der Internationalität
elementare Zielsetzungen dar. Vor diesem strategischen Hintergrund hat die NORDAKADEMIE ihr besonderes Profil entwickelt, indem sie Ausbildung, Forschung und Weiterbildung in enger Abstimmung und Kooperation mit den Partnerunternehmen durchführt. Das Studium an der NORDAKADEMIE geht über die Vermittlung des Fachwissens gezielt hinaus und dient insbesondere der Persönlichkeitsentwicklung zur Verantwortungsübernahme. In den Leitlinien zur mittel- und langfristigen strategischen Ausrichtung der Hochschule sind weitere übergeordnete Bologna-Bildungsziele wie „Wissenschaftliche Befähigung“, „Zivilgesellschaftliches Engagement“ sowie das Qualitätsmanagement verankert. Auch dem Umweltschutz wird an der NORDAKADEMIE beim Ressourcenverbrauch seit ihrer Gründung ein hoher Stellenwert beigemessen. Basierend auf ihrem Leitbild verfolgt die NORDAKADEMIE gemäß dem aktuellen Hochschulentwicklungsplan folgende strategische Ziele mit Nachhaltigkeitsbezug

a) Forschung
Die NORDAKADEMIE ist bestrebt, ihre anwendungsorientierten Forschungsaktivtäten systematisch und kontinuierlich auszubauen. Zu diesem Zweck wurde eine Anlaufstelle geschaffen, die dem wissenschaftlichen Personal bei der Drittmittelsuche und -beantragung beratend zur Seite steht. Flankierend hierzu bietet die NORDAKADEMIE-Stiftung zur Vernetzung der Forschungsaktivitäten Drittmittel für Forschungsvorhaben, die zumeist in Kooperation mit anderen Hochschulen beantragt werden. Die NORDAKADEMIE forciert die Gründung eigener Forschungsinstitute und bietet mit dem „NORDBLICK“ eine hochschuleigene Publikationsreihe mit Review zur Veröffentlichung von Arbeitspapieren an. In diesem Forschungskontext wurde 2017 eine neue Professur für Nachhaltigkeitsmanagement geschaffen, welche die angebotenen Möglichkeiten zusammen mit anderen Professoren u.a. in einem von der NORDADEMIE-Stiftung finanzierten Kooperationsprojekt mit der Leuphana Universität Lüneburg nutzt. Die Professur wird von der Anlaufstelle gezielt in der Suche nach Drittmitteln zur Nachhaltigkeitsforschung unterstützt, um an der NORDAKADEMIE mittelfristig einen weiteren Forschungsschwerpunkt zum Nachhaltigkeits­management zu etablieren.

b) Lehre
Als Hochschule der Wirtschaft verfolgt die NORDAKADEMIE das Ziel, die betriebswirtschaftliche Relevanz des Nachhaltigkeitsmanagements in Unternehmen zu verdeutlichen. Nachhaltigkeitsmanagement wird deshalb an der NORDAKADEMIE sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium regelmäßig als Wahlpflichtfach angeboten. Auch das Compliance Management zur Wahrung normativer Regeln im Unternehmen bildet einen thematischen Schwerpunkt in den betriebswirtschaftlichen Studiengängen. Insbesondere in den technisch orientierten Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik werden zudem technologische Möglichkeiten zur Verbesserung der betrieblichen Nachhaltigkeitsleistung in Wahlpflichtmodulen aufgezeigt, zum Beispiel in der Energiewirtschaft, in der Werkstofftechnik oder in der Fertigungstechnik. Darüber hinaus begreift die NORDAKADEMIE ihren Ansatz zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Studierenden auch als einen ethisch-normativen Auftrag. Dementsprechend besteht im Bachelorstudium ein breites Seminarangebot des Studium Generale zur Kultivierung humaner Werte, Soft Skills und der Allgemeinbildung mit „Blick über den Tellerrand“. Enthalten sind darin regelmäßig Themen mit Bezügen zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit. In allen konsekutiven Masterstudiengängen findet die Nachhaltigkeitsthematik im Pflichtmodul „Wirtschaft & Ethik“ Eingang. Halbjährlich erhalten Masterstudierende zudem die Möglichkeit, ein Praxisprojekt mit Nachhaltigkeitsbezug zu belegen.

c) Betrieb
Die Wesentlichkeitsanalyse der NORDAKADEMIE bestimmt die Energieeffizienz der Wärme- und Stromversorgung insb. in der baulichen Gestaltung der Hochschule als wichtigsten Ansatzpunkt für den betrieblichen Umweltschutz. Dies entspricht der bisherigen Schwerpunktsetzung zur Reduktion versorgungsbedingter CO2-Emissionen. Gefördert wird diese durch Einkauf von zertifiziertem Ökostrom, das Gebäudemanagement und die eigene Stromproduktion mittels Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerk (BHKW), womit ca. 30 % des Strombedarfs abgedeckt werden. Weitere Schwerpunkt liegen im Materialeinkauf und in der Abfallvermeidung, u.a. durch den Verzicht auf Ausdrucke und durch ausschließliche Ausgabe von Mehrweg-To-go-Bechern auf dem Campus. Auch der Artenschutz durch naturnahe Campusgestaltung nimmt aufgrund der Campus-Lage in unmittelbarer Nähe zu einer ökologisch wertvollen Flussniederung eine wichtige Rolle ein. Betriebliche Schwerpunkt im sozialen Bereich liegen in der Arbeitssicherheit, der Gesundheitsförderung und Weiterbildung sowie im Gewährleisten der Chancengleichheit unter Studierenden und Mitarbeitenden.

d) Transfer
Die NORDAKADEMIE leistet mit ihren Kompetenzen und Räumlichkeiten Beiträge zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Gesellschaft. Der Schwerpunkt liegt dabei in jährlich über 50 öffentlichen Veranstaltungen, viele davon zu Gesellschafts- und Bildungsthemen, mehrere explizit mit Nachhaltigkeitsbezug. So werden seit 2017 zwei- bis dreimal jährlich öffentliche, kostenfreie Abendveranstaltungen zu Nachhaltigkeitsthemen in Kooperation mit dem „Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V.“ durchgeführt. Seit 2017 finden öffentliche Veranstaltungen zum Diversity Tag statt. Regelmäßig werden soziale und ökologische Themen im „Forum Politik und Wirtschaft“ sowie in der „Kinderuni“ aufgegriffen. Ein weiteres Transfer-Standbein ist das studentische Engagement. Es wird u.a. durch die Unternehmensberatung SUN NON-PROFIT CONSULTING e.V. sowie durch soziales Engagement des Referats „Studenten pro Vita“ getragen. SUN berät unentgeltlich ausschließlich gemeinnützige Einrichtungen wie zum Beispiel Pflegeheime in bisher über 70 Projekten seit 2001. Das Referat Studenten pro Vita hat sich z.B. in der Flüchtlingshilfe und in der Müllvermeidung eingesetzt.

e) Governance 
Da die Trägergesellschaft der NORDAKADEMIE ausschließlich gemeinnützig tätig ist, verfolgt sie, anstelle der Gewinnmaximierung, den Gesellschaftszweck unter der Prämisse der Kostendeckung. Den Gesellschaftszweck definiert die Satzung der NORDAKADEMIE als Förderung von Wissenschaft, Forschung und Bildung sowie Kunst, Kultur und Wohlfahrtwesen, wozu neben dem Betrieb einer staatlich anerkannten Hochschule auch der Betrieb von Studentenwohnheimen, die Stipendienvergabe sowie die Gründung einer Stiftung gehören. Konkretisiert wird der Gesellschaftszweck des Hochschulbetriebs in der Hochschulverfassung, welche die verfassungsrechtlich gebotene Chancengleichheit von Männern und Frauen sowie die Freiheit von Forschung und Lehre sichert, wozu insb. die Organe der Hochschule, das Präsidium und der Senat, beauftragt sind. Qualitätsmanagementbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte unterstützen das Präsidium gemäß Hochschulverfassung bei dieser Aufgabe.