2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Unsere wesentliche und grundlegende Aufgabe ergibt sich aus der mit dem Land Berlin geschlossenen Kooperationsvereinbarung: „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ (siehe Nachhaltigkeitsbericht 2017). Hierin haben wir uns verpflichtet, unseren Bestand mit Stichtag zum 31. Dezember 2016 (42.720 Wohnungen) um ca. 7.480 Wohnungen auf rund 50.200 Wohnungen im Jahr 2021 zu erhöhen. Bis 2026 wollen wir ebenfalls zum Stichtag 31.12.2016 sogar insgesamt ca. 12.850 zusätzliche Wohnungen in den Bestand bringen. Durch diese Bestandsaufstockung soll sichergestellt werden, dass die für Berlin tyische soziale Durchmischung erhalten bleibt, zuziehende Menschen bezahlbaren Wohnraum finden und sozial schwache Menschen in ihren Quartieren bleiben können.

Die Situation am Berliner Wohnungsmarkt, die Kooperationsvereinbarung und die Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin veranlassten uns zu einer Anpassung unserer Modernisierungs-, Instandsetzungs- und Sanierungsstrategie. Unsere neue Strategie zielt darauf ab, trotz verringerter Erträge wirtschaftlich und energieeffizient modernisieren zu können und dabei innovative Konzepte zur Energieversorgung und umweltschonende Baustoffe zu nutzen. Als Bestandshalter wollen wir den Anforderungen eines sachgerechten Umgangs sowohl mit Mietern als auch mit der Bausubstanz und den Marktanforderungen genügen.   

Wie alle anderen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften werden auch wir mit Risiken konfrontiert: Auf der einen Seite erhöhen ökologische und soziale Forderungen die Baukosten. Auf der anderen Seite sind die Entwicklungserwartungen für die Bestandsmieten und für Mieten im Rahmen von Neubauprojekten begrenzt. Auch Modernisierungsvorhaben sollen wir weitestgehend warmmietenneutral umsetzen. 

Kosten- und Terminrisiken sehen wir aufgrund der aktuellen Baukostenent­wicklung, die gegebenenfalls nicht vollständig durch Kompensationsmaßnahmen aufgefangen werden können, sowie durch den Ausfall von Auftragnehmern oder Probleme im technischen Ablauf. Durch ein effizientes Projektcontrolling sowie frühzeitige Berücksichtigung der Rahmenbedingungen in der Planung soll den genannten Risiken entgegengewirkt werden. 

Große Chancen sehen wir in unserem aktiven Engagement in den Kiezen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und der Zuwanderung, insbesondere durch geflüchtete Menschen, zu begegnen. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht, dem starken Wachstum der STADT UND LAND in den nächsten 10 Jahren hinsichtlich der Arbeitsprozesse, Hierarchien und Kommunikationsstrukturen gerecht zu werden. Die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens erfordert eine strukturelle und organisatorische Anpassung in vielen internen wie externen Prozessen. Dieser werden wir z. B. mit unserer Digitalisierungsstrategie gerecht.   

Im Mai 2017 haben wir im Rahmen der Vorbereitungen zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts und als Reaktion auf die Kooperationsvereinbarung in einem internen Workshop eine Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die daraus resultierende Wesentlichkeitsmatrix und die 4 Nachhaltigkeitsdimensionen der STADT UND LAND entnehmen Sie bitte dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.