2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die im Rahmen unserer ersten Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2017 ermittelten Themen und Handlungsfelder unterziehen wir jährlich einer erneuten Analyse und Prüfung auf Aktualität. Dabei berücksichtigen wir auch Rückmeldungen aus dem Dialog mit unseren Stakeholdern. Für das Jahr 2019 haben wir die folgenden Handlungsfelder als wesentliche Aspekte der Geschäftstätigkeit mit Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft identifiziert:  
2.1.        Gesellschaftliches Umfeld und drängendste Herausforderungen
Die Makrotrends, die die gesellschaftliche Entwicklung prägen, wirken sich auch auf die Geschäftstätigkeit der INTER aus: Speziell die Digitalisierung, der demografische Wandel und damit verbunden die Fachkräftegewinnung sowie das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die fortschreitende Regulierung des Versicherungsmarktes sind wesentliche Themen, die uns auch in 2019 beschäftigt haben.

Die fortschreitende Digitalisierung erfordert besonders von Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten, wie die INTER, besondere Sorgfalt in Sachen IT-Sicherheit – schließlich geht es um den Schutz unserer Kundendaten und die Integrität unserer IT-Systeme. Betriebsintern nutzen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Prozesse zu automatisieren und zu vereinfachen und so auch Papier zu sparen. Für unsere Kunden haben wir 2019 unser Angebot an digitalen Services weiter ausgebaut, beispielsweise sind nun weitere Abschlüsse online möglich.

Auch dem demografischen Wandel trägt die INTER mit ihrem Produktportfolio Rechnung. Intern stellt der demografische Wandel und damit verbunden der Fachkräftemangel eine Herausforderung für unser Personalmanagement dar, wenn es darum geht, qualifizierte Fachkräfte für den Innen- und Außendienst zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund haben wir 2019 unsere Arbeitgeberattraktivität weiter gestärkt und sind weiterhin als Ausbildungsbetrieb sehr aktiv. Die anhaltend niedrige Mitarbeiterfluktuation, unsere hohe Azubiübernahmequote sowie gute Bewertungen der INTER durch die Mitarbeiter bestärken uns darin, dass der eingeschlagene Weg erfolgversprechend ist. Angesichts der andauernden Niedrigzinsphase stehen wir als Versicherung vor der Herausforderung, unseren Kunden auch weiterhin attraktive Produkte anbieten zu können. In Hinblick auf die Anlage der Versicherungsprämien unserer Kunden ist es unser Anspruch, die Einlagen sowohl sicher als auch nachhaltig zu investieren.

Die fortschreitende Regulierung des Versicherungsmarktes blieb auch 2019 ein Thema für die INTER. Den gestiegenen Anforderungen entsprechend haben wir den Bereich Unternehmensplanung und Risikomanagement um zusätzliche Fachkräfte erweitert.  

2.2.      Soziale und ökologische Chancen und Risiken
Die INTER ist im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit laufend einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. In der Verantwortung des Vorstands liegt es, diese Risiken durch eine aktive Risikosteuerung beherrschbar zu machen, um die nachhaltig positive Entwicklung der Unternehmen dauerhaft sicherzustellen.

Gemäß § 26 Abs. 1 VAG müssen Versicherungsunternehmen über ein wirksames Risikomanagementsystem verfügen, das in die Organisationsstruktur und die Entscheidungsprozesse des Unternehmens integriert ist. Das Risikomanagementsystem muss die Strategien, insbesondere eine auf die Steuerung des Unternehmens abgestimmte Risikostrategie, Prozesse und interne Meldeverfahren umfassen, die erforderlich sind, um Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern sowie aussagefähig über diese Risiken zu berichten.

Die Unabhängige Risikocontrollingfunktion (URCF) initiiert und koordiniert die regelmäßige Pflege und Aktualisierung der Risikokataloge durch die operativen Fachbereiche im Rahmen des halbjährlichen Aktualisierungs- und Freigabeprozesses über die INTER Risikomanagement-Software (IRS).

Die Identifikation der Risiken erfolgt durch die Dezentralen Risikobeauftragten (DRB) in den Fachbereichen. Die Risiken werden für alle relevanten Prozesse nach Risikoarten zusammengefasst und über die IRS nach einheitlichen Kriterien abgebildet. Dabei werden in der IRS Risikobezugsgrößen definiert sowie interne und externe Risikoursachen dargestellt.

Alle identifizierten Risiken werden von den DRB anhand unterschiedlicher Bewertungsmaßstäbe wie Markt-, Wettbewerbs- und Umfeldanalysen quantitativ bewertet. Risiken, die sich nicht auf Basis von langjährigen Zahlenreihen und statistischen Entwicklungen messen lassen, insbesondere operationelle Risiken, werden mittels Expertenschätzung bewertet.

Die Risiken werden in eine Matrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungsklasse eingruppiert. Das Produkt aus den beiden vorgenannten Einzelbewertungen ergibt den Erwartungswert des Risikos.

Für die Kategorisierung der Risiken legt die INTER hinsichtlich der Relevanz Wesentlichkeitsschwellen fest. Hierdurch werden Risiken herausgefiltert, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig schädigen können und deshalb erhöhter Managementaufmerksamkeit bedürfen.

Ebenso wichtig wie die Identifikation und Bewertung von Risiken sind klare Richtlinien und Vorgaben zur Ergreifung von geeigneten Gegenmaßnahmen zu den identifizierten Risiken. Die Risikosteuerung und die laufende Risikoüberwachung erfolgt bei der INTER sowohl zentral als auch dezentral. Die DRB sind für die Analyse und Steuerung der Risiken in den operativen Geschäftsbereichen zuständig. Als Instrument zur Abbildung und zur Umsetzungsüberwachung von verabschiedeten Maßnahmen nutzen die DRB ebenfalls die IRS, die auch das Hinterlegen entsprechender Risikokennzahlen und Limits vorsieht.

In der IRS sind unter anderem Risiken im Zusammenhang mit den folgenden Aspekten erfasst: Neben den Risiken beinhaltet CSR für die INTER eine Vielzahl gesellschaftlicher, unternehmerischer und ökologischer Chancen. Die unternehmerischen und gesellschaftlichen Chancen sind dabei ob der Immaterialität der Produkte der Versicherungsbranche und des damit verbundenen geringen ökologischen Einflusses prägend: Ad-hoc-Risikomeldungen
In eilbedürftigen Fällen zeigen die DRB, die Bereichsleiter, die intern verantwortliche Person für die Compliance-Funktion/interne Revisionsfunktion/ versicherungsmathematische Funktion oder die Verantwortlichen Aktuare der INTER Unternehmen bei der intern verantwortlichen Person für die URCF ad hoc bestandsgefährdende oder neue Risiken an.
Ad-hoc-Risikomeldungen aufgrund von CSR-Risiken lagen bei der INTER bislang nicht vor.