2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

 2.1.     Gesellschaftliches Umfeld und drängendste Herausforderungen
Das gesellschaftliche Umfeld, in dem die INTER agiert, hat sich im Geschäftsjahr 2018 kaum verändert. Gesellschaftliche Makrotrends wie der demographische Wandel oder die fortschreitende Digitalisierung betreffen auch uns. Das Thema IT-Sicherheit war und ist für uns dabei von zentraler Bedeutung – schließlich geht es um den Schutz unser Kundendaten und die Integrität unserer IT-Systeme. 2018 hat die INTER daher zum dritten Mal in Folge ihre IT-Sicherheit von der ASSEKURATA Management Services GmbH prüfen lassen. Das Audit wurde 2018 wieder mit dem Siegel „Geprüfte IT-Sicherheit" erfolgreich abgeschlossen. Kundenseitig erkennen wir bereits seit geraumer Zeit den Wunsch nach digitalen Leistungen, dem wir durch zahlreiche Produkt- und Serviceinnovationen nachkommen.

Nach der Einführung des Chatbots EVA („E
mpathische Versicherungs Assistentin“) und dem INTER CyberGuard im vergangenen Jahr, führte die INTER 2018 einen neuen Online-Abschluss ein – für die Krankenzusatzversicherung INTER QualiMed Z® Stationär. Darüber hinaus hat die INTER ihre Homepage
www.inter.de einem umfassenden Relaunch unterzogen, sie für mobile Endgeräte angepasst und in diesem Zuge auch die bestehenden Online-Abschlüsse optimiert. Die neue Homepage trägt auch dem gestiegenen Informationsbedürfnis unserer Kunden Rechnung.

2018 war außerdem durch das Wirksamwerden der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geprägt. So hat die INTER u. a. die datenschutzrechtlichen Informationen auf der Homepage umfangreich angepasst und die Vereinbarungen mit Dienstleistern überarbeitet, die im Auftrag der INTER personenbezogene Daten verarbeiten.

Die INTER trägt dem demographischen Wandel mit ihrem Produktportfolio - besonders mit der Pflegetagegeldversicherung INTER QualiCare® - Rechnung. Das Produkt berücksichtigt die Änderungen durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II). In Verbindung mit dem Fachkräftemangel stellt der demographische Wandel zudem eine Herausforderung für unser Personalmanagement dar - vor allem für die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte im Innen- und Außendienst. Die INTER konnte dieser Herausforderung 2018 erfolgreich begegnen und insgesamt 43 Auszubildende im Innendienst und 29 im Außendienst für sich gewinnen.

Die fortschreitende Regulierung des Versicherungsmarkts ist eine weitere Herausforderung für die INTER. So brachte die europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) neue Anforderungen an unsere Vermittler sowie an die Beratung der Kunden mit sich. Die INTER ist den Anforderungen gemäß IDD u. a. mit umfassender Information und Schulung ihrer Vertriebspartner begegnet.

2.2.    Relevante Aktivitäten der Geschäftstätigkeit

Auch für das Geschäftsjahr 2018 haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Im Fokus der Umsetzung unserer CSR-Strategie stehen diesbezüglich erfolgsrelevante Themen und Inhalte, die eine Auswirkung auf Umwelt und Gesellschaft haben. Welche Themen wesentlich sind, haben wir aus dem Stakeholderdialog und internen Analysen abgeleitet. Die Priorisierung der wesentlichen Themen diskutierte das CSR-Kernteam zunächst intern und stimmte seine Ergebnisse dann mit dem Vorstand der INTER ab.

Darüber hinaus steht unsere Wesentlichkeitsanalyse vor dem gesellschaftlichen Umfeld.

Wesentliche Themen mit Bezug zu CSR sind:
  1. Arbeitgeberverantwortung
  2. Kundenzentrierung
  3. Regionales Engagement
  4. Compliance
  5. Digitalisierung
  6. Umweltverantwortung
Das CSR-Management und die CSR-Kommunikation flankieren diese CSR-relevanten Aspekte unserer Geschäftstätigkeit.

2.3.     Soziale und ökologische Chancen und Risiken

Die INTER ist im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit laufend einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. In der Verantwortung des Vorstands liegt es, diese Risiken durch eine aktive Risikosteuerung beherrschbar zu machen, um die nachhaltig positive Entwicklung der Unternehmen dauerhaft sicherzustellen.

Gemäß § 26 Abs. 1 VAG müssen Versicherungsunternehmen über ein wirksames Risikomanagementsystem verfügen, das in die Organisationsstruktur und die Entscheidungsprozesse des Unternehmens integriert ist. Das Risikomanagementsystem muss die Strategien, insbesondere eine auf die Steuerung des Unternehmens abgestimmte Risikostrategie, Prozesse und interne Meldeverfahren umfassen, die erforderlich sind, um Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, zu identifizieren, zu bewerten, zu überwachen und zu steuern sowie aussagefähig über diese Risiken zu berichten.

Unter der Koordination der Unabhängigen Risikocontrollingfunktion (URCF) werden bei der INTER die Risiken im Rahmen einer halbjährlichen Risikoinventur identifiziert. Die Identifikation der Risiken erfolgt durch die Dezentralen Risikobeauftragten (DRB) in den Fachbereichen. Die Risiken werden für alle relevanten Managementprozesse nach Risikoarten zusammengefasst und über die INTER Risikomanagement-Software (IRS) nach einheitlichen Kriterien abgebildet. Dabei werden in der IRS Risikobezugsgrößen definiert sowie interne und externe Risikoursachen dargestellt.

Alle identifizierten Risiken werden von den DRB anhand unterschiedlicher Bewertungsmaßstäbe wie Markt-, Wettbewerbs- und Umfeldanalysen quantitativ bewertet. Risiken, die sich nicht auf Basis von langjährigen Zahlenreihen und statistischen Entwicklungen messen lassen, insbesondere operationelle Risiken, werden mittels Expertenschätzung beurteilt.

Die Risiken werden in eine Matrix aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungshöhe eingruppiert. Das Produkt aus den beiden vorgenannten Einzelbewertungen ergibt den Erwartungswert des Risikos.

Für die Klassifizierung der Risiken legt die INTER hinsichtlich der Relevanz Wesentlichkeitsschwellen fest. Hierdurch werden Risiken herausgefiltert, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig schädigen können und deshalb erhöhter Managementaufmerksamkeit bedürfen.

Ebenso wichtig wie die Identifikation und Bewertung von Risiken sind klare Richtlinien und Vorgaben zur Ergreifung von geeigneten Gegenmaßnahmen zu den identifizierten Risiken. Die Risikosteuerung und die laufende Risikoüberwachung erfolgt bei der
INTER sowohl zentral als auch dezentral. Die DRB sind für die Analyse und Steuerung der Risiken in den operativen Geschäftsbereichen zuständig. Als Instrument zur Abbildung und zur Umsetzungsüberwachung von verabschiedeten Maßnahmen nutzen die DRB ebenfalls die IRS, die auch das Hinterlegen entsprechender Risikokennzahlen und Limits vorsieht.

In der IRS sind unter anderem Risiken im Zusammenhang mit den folgenden Aspekten erfasst:  
2018 haben wir das „Risiko gegen die Offenlegungspflichten der CSR-Richtlinien“ in die zentrale Risikomanagementsoftware IRS aufgenommen.

Neben den Risiken beinhaltet CSR für die INTER eine Vielzahl gesellschaftlicher, unternehmerischer und ökologischer Chancen. Die unternehmerischen und gesellschaftlichen Chancen sind dabei ob der Immaterialität der Produkte der Versicherungsbranche und des damit verbundenen geringen ökologischen Einflusses prägend: