2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Im Jahr 2017 führten wir eine Wesentlichkeitsanalyse sowie eine Stakeholder-Befragung durch. Vorab werteten wir zunächst anerkannte Nachhaltigkeits- und Branchenstandards aus. Analysiert wurden unter anderem die folgenden Quellen:
 Die Führungskräfte aus nahezu allen Fachabteilungen und den Produktionsbetrieben identifizierten die relevanten Nachhaltigkeitsthemen der WASGAU und bewerteten sie hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Geschäftstätigkeit und ihrer Chancen und Risiken für das WASGAU Nachhaltigkeitsprofil. Um die Perspektive unserer wichtigsten Stakeholder mit einzubeziehen, diskutierten wir die Themen anschließend in Experten-Interviews (telefonisch) mit 58 Stakeholdern und ließen diese aus externer Sicht bewerten.

Durch die umfassende qualitative Befragung wichtiger externer Stakeholder wurde zudem die Relevanz der Auswirkungen auf die Aspekte nach § 289c Abs. 3 HGB miteinbezogen. Diese Befragung ausgewählter Stakeholder ergänzte die WASGAU um eine Online-Umfrage, an der interessierte Kunden und Mitarbeiter teilnahmen.

Aus den internen und externen Befragungen ergab sich folgende Wesentlichkeitsmatrix:

WASGAU Wesentlichkeitsmatrix

Die Aspekte des nichtfinanziellen Berichts und die freiwilligen Berichtsaspekte bilden die Grundlage für unsere Nachhaltigkeitsstrategie und unsere Berichterstattung.

Im Rahmen der durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse sowie der Stakeholder-Befragung wurden neben den gesetzlichen Aspekten der fünf Belange auch Themen von Relevanz identifiziert, über die wir zusätzlich zu den gesetzlichen Anforderungen berichten, die jedoch nicht wesentlich im Sinne des HGB sind.

Auf Basis der Wesentlichkeitsmatrix wurden die wesentlichen Aspekte unseres Nichtfinanziellen Berichts identifiziert. Die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sind ein fundamentaler Bestandteil der unternehmerischen Tätigkeit der WASGAU. Diese Aspekte waren nicht Teil der Wesentlichkeitsanalyse in 2017, wurden aber aus diesem Grund als wesentliche Aspekte ergänzt. Der Themenblock „Produkte und Lieferanten“ bezieht sich hauptsächlich auf die Eigenmarken der WASGAU und erfüllt als Aspekt nicht die Wesentlichkeitsanforderungen nach HGB. Dennoch ist dieses Thema von Bedeutung, da die Stakeholder unsere Produkte, insbesondere die WASGAU Marken, in der Wesentlichkeitsanalyse als besonders relevant beurteilt haben. Aus diesem Grunde wird hierzu berichtet.

So ergeben sich, wie in der untenstehenden Tabelle dargestellt, die Berichtsinhalte dieses Nachhaltigkeitsberichts.


Aspekte des nichtfinanziellen Berichts (HGB) Wesentliche Themen Zuordnung gemäß den
Kriterien des DNK
1. Umweltbelange 1.1 Energiemanagement und  Klimaschutz
1.2 Umweltschonende Logistik
1.3 Umweltfreundliche 
Standortgestaltung

1.4 Ressourcenschonung
Betrifft die Kriterien 11,12 und 13
2. Arbeitnehmerbelange 2.1 Arbeitgebermarke und  Nachwuchsgewinnung
2.2 Mitarbeiterzufriedenheit
2.3 Aus- und Weiterbildung
Betrifft die Kriterien 14,15 und 16
3. Sozialbelange 3.1 Gesellschaftliches Engagement in der Region
3.2 Sensibilisierung für 
nachhaltigeren Konsum
Betrifft das Kriterium 18
4. Achtung der Menschenrechte 4.1 Achtung der Menschenrechte Betrifft das Kriterium 17
5. Bekämpfung von Korruption und Bestechung 5.1 Bekämpfung von Korruption und Bestechung Betrifft die Kriterien 19 und 20

Freiwillige Berichtsaspekte Weitere relevante Themen Zuordnung gemäß den Kriterien des DNK
Produkte und Lieferanten, insbesondere in Bezug auf die WASGAU Marken,
und weitere Themen
  • Eigene nachhaltigere Produkte
  • Transparenz und Gütesiegel
  • Regionales und saisonales Sortiment
  • Verantwortung in der Liefer-kette
  • Qualitätssicherung
  • Eigene Rezepturen
  • Faire und langfristige Geschäftsbeziehungen
  • Gentechnikfreie Produkte
  • Kundenorientierung und Verbraucherschutz
  • Langfristige Rentabilität
  • Digitalisierung
Betrifft die Kriterien 4 und 10

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen der Stakeholder-Befragung finden sich im Indikator SRS-102-44 in Kriterium 9.

Sowohl die positiven und negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Aspekte, als auch die damit verbundenen Chancen und Risiken werden in den Erläuterungen zu den folgenden Kriterien (s. Kriterien 11 bis 20) ebenfalls näher beschrieben.