2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Herausforderungen der öffentlichen Verwaltung sind vielfältig und prägen das gegenwärtige Verwaltungshandeln. Aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Umwelt und Klima, politische und gesellschaftliche Diskussionen, nationale und internationale Abkommen und Initiativen sowie technologische und ökonomische Trends führten dazu, dass die Kunden der PD einen steigenden Beratungsbedarf im Bereich der Nachhaltigkeit und ein ausgeprägtes Interesse an fachlicher Expertise zeigen.

Die PD hat hier auch in 2018 mit wettbewerbsfähigen Beratungsleistungen agiert und die öffentliche Hand bei der Bewältigung tiefgreifender Veränderungsprozesse wie der fortschreitenden Digitalisierung, dem Fachkräftemangel, den sich ändernden Erwartungen der Bürger an moderne Verwaltungsdienstleistungen und der Energiewende unterstützt. Je nach Institution, Gebietskörperschaft sowie den rechtlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen ergaben sich unterschiedliche Wege, um diesen Herausforderungen angemessen zu begegnen. Wir lieferten dazu den Blick von außen, hinterfragten gewohnte Abläufe und gaben Impulse für die Umgestaltung. Die stetig wachsende Nachfrage nach Beratungsleistungen belegt ein großes Interesse der öffentlichen Hand an langfristig funktionierenden Lösungen für moderne Verwaltungen und öffentliche Infrastruktur.

Ein Beispiel aus der Beratungspraxis ist das Projekt „Klimaneutrales BMZ 2020“. Ende 2017 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die PD damit beauftragt, das Haus als erstes Bundesministerium auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten. Seit 2018 unterstützen wir bei der strategischen und operativen Umsetzung der Klimaneutralität für die Standorte Bonn und Berlin. Mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm sollen die wesentlichen Treibhausgas-Emissionen reduziert und das Ziel des BMZ erreicht werden, bis 2020 klimaneutral zu sein. Bei der Umsetzung folgt das Projekt dem Prinzip „Vermeiden vor Mindern vor Kompensieren“. Das bedeutet, dass THG-Emissionen, die nicht vermieden bzw. reduziert werden konnten, durch hochwertige Emissionszertifikate kompensiert werden. 

Im Beratungsalltag der PD war 2018 vor allem auch die Digitalisierung in unterschiedlichen Zusammenhängen ein zentrales Thema: Dabei ging es etwa um die Standardisierung von Fachanwendungen innerhalb von Verwaltungen, um den einfachen Zugang von Bürgern und Unternehmen zu Behörden, um das Vernetzen von Verwaltungsangeboten, die gemeinsame Arbeit auf virtuellen Plattformen oder sicherheitsrelevante Daten zwischen den Bundesländern auszutauschen. Auch Kommunen kann die Digitalisierung helfen, ihre Dienstleistungen bürgernäher, effizienter und nachhaltiger zu erbringen. So orientierte sich die Kommunalberatung der PD im Grundsatz am normativen Zielbild der „Smart City Charta“ des (damaligen) Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Sie zielt darauf ab, die zentralen Herausforderungen der Kommunalentwicklung ressourcenschonend und bedarfsgerecht zu lösen. Die Digitalisierung birgt ein riesiges Potenzial für den Umweltschutz und kann als Motor für mehr Nachhaltigkeit dienen, was von uns in der Beratungstätigkeit aufgegriffen wurde.

Die Vereinfachung von Abläufen zwischen Behörden, Bürgern und Unternehmen ist ein wesentliches Merkmal der Verwaltungsmodernisierung. Das Prozessmanagement dient dabei als Hebel für Effizienzsteigerungen und eine verbesserte Prozessqualität. Während in der Vergangenheit oftmals die punktuelle Optimierung von Abläufen im Zentrum stand, ist heute ein ganzheitlicher und nachhaltiger Ansatz gefragt, den PD verfolgt: In Abhängigkeit von den strategischen Zielen der Kunden nimmt das strategische Prozessmanagement der PD die Verwaltungsleistung selbst und ihre Nutzer in den Blick. Bestehende Verwaltungsabläufe werden geprüft, effiziente und nachhaltige Handlungsalternativen identifiziert, bewertet und systematisch ausgewählt, damit Strukturen und Prozesse der öffentlichen Hand verbessert werden. Dafür nutzten wir in unseren Beratungsprojekten bewährte Methoden und standardisierte Vorgehensweisen wie die SOS-Methode, das WU-Tool für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, PRINCE2, Scrum etc. Als Grundlagendokument haben wir in 2018 gemeinsam mit dem Bundesverwaltungsamt u.a. den Leitfaden „Einführung in das strategische Prozessmanagement der öffentlichen Verwaltung“ im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) entwickelt. Der Leitfaden stellt Wege dar, was Verwaltungen von einem strategischen Prozessmanagement erwarten und wie sie es praktisch einführen können. Er richtet sich an Führungskräfte und Beschäftigte der Bundesverwaltung, die sich mit Prozessmanagement beschäftigen. Das Bundesverwaltungsamt stellt das Dokument zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Bei der wirtschaftlichen Beratung und der Projektsteuerung großer Hochbauprojekte zielt unsere Beratung auf nachhaltige Baustandards ab, denn die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand hat immer die langfristige Leistungsfähigkeit der öffentlichen Infrastrukturen zum Ziel. Wir verfolgen einen Lebenszyklusansatz, der den Energie- und Wasserverbrauch über Jahrzehnte des Betriebs berücksichtigt und den Einsatz ressourcenschonender, innovativer Technologien forciert. So wird der nachhaltige Gebäudebetrieb für die kommenden Jahrzehnte sichergestellt. Erwähnenswert ist hier, dass das Berliner „Futurium“ im Jahr 2018 das Gold-Zertifikat im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) erhielt. Der Neubau, der im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben(BImA) entstand, ist das bisher nachhaltigste Bundesgebäude. Der Neubau wurde von Anfang an unter ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Aspekten ganzheitlich geplant und optimiert. Die PD hat das Bauvorhaben seit der Konzeptphase 2009 begleitet. Als Projektmanager und wirtschaftlicher Berater haben wir das europaweitete Vergabeverfahren vorbereitet und durchgeführt. Nach der Zuschlagserteilung verantworteten wir das Projektmanagement und Controlling während der Bauausführung. Auch das von der PD begleitete, benachbarte Gebäude für das Bundesministerium für Bildung und Forschung war zuvor mit dem BNB-Gold-Status ausgezeichnet worden.
 
Regelmäßig greifen Beraterinnen und Berater der PD aktuelle Themen auf, die die öffentliche Verwaltung bewegen, und veröffentlichen dazu Fachpressebeiträge in verschiedenen Zeitschriften sowie im PD-eigenen, monatlich erscheinenden Newsletter „Blickpunkt PD“. So begleiteten wir z.B. in diesem Jahr die Erstellung der Studie „Big Data trifft auf Künstliche Intelligenz – Herausforderungen und Implikationen für Aufsicht und Regulierung von Finanzdienstleistungen“ der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Studie untersucht die Implikationen der technologiegetriebenen Marktentwicklungen aus verschiedenen regulatorischen und aufsichtlichen Perspektiven. Auch bietet die PD regelmäßig eigene Workshops an, diskutierte in ihrer Beiratssitzung zu aktuellen Verwaltungsthemen mit den Mitgliedern des PD-Beirates, organisierte und gestaltete zusammen mit der Hertie School of Governance die PD-Summer School für Führungskräfte der öffentlichen Verwaltung und brachte ihre Fachexpertise bei Kongressen, Messen oder Seminaren ein. Zusätzlich spiegeln Grundlagenarbeiten zu den Themen wie Energieeffizienz, Elektromobilität sowie Kooperationsmodelle im Gesundheitswesen die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit im Beratungsportfolio wider.