2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als zentrales Förderinstitut unterstützt die IB.SH das Land Schleswig-Holstein bei der Umsetzung wirtschafts- und strukturpolitischer Aufgaben. Ihr Ziel ist es, gemäß ihrer Geschäftsstrategie aus eigener Ertragskraft nachhaltiges Wachstum, Fortschritt und dauerhaft gute Lebensbedingungen in Schleswig-Holstein zu fördern. Mit dieser Zielsetzung vergibt die IB.SH Fördermittel an Firmen, Immobilienkundinnen und -kunden, die Landwirtschaft sowie Kommunen für Infrastruktur-, Arbeitsmarkt- und Ausbildungsmaßnahmen, Umwelt- und Energieprojekte sowie den Städtebau. Außerdem berät sie umfassend zu Finanzierung und Förderung unter Berücksichtigung von Innovationen sowie Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten. Die Geschäftstätigkeit der IB.SH wirkt daher unmittelbar nachhaltig.
Neben dieser Nachhaltigkeitswirkung fokussiert die IB.SH ihre Aktivitäten auf weitere als wesentlich im Sinne des § 289c Abs. 2 HGB erachtete Sachverhalte im Bereich der ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung, wie in der Wesentlichkeitsmatrix ersichtlich ist:

Eine wesentliche Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat die IB.SH insbesondere durch ihre Förderprodukte (z.B.: Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren). Dazu gehören neben der Finanzierung und Förderung von Maßnahmen auch die aus Mitteln des Landes finanzierten Beratungsleistungen, z.B. zu Umwelt-, Energie- und Klimaschutzaspekten.
Das Förderprogrammportfolio der IB.SH wird durch das Produkt- und Digitalisierungsmanagement unter Beteiligung der verschiedenen Anspruchsgruppen regelmäßig überprüft und angepasst.
Daneben sind für die IB.SH die Ressourcenschonung im Bankbetrieb, nachhaltige Prozesse, gesellschaftliches Engagement und die Verantwortung als Arbeitgeber wesentlich in Bezug auf nachhaltiges Wirken.

Durch ihre Geschäftstätigkeit ergeben sich für die IB.SH soziale und ökologische Chancen und Risiken.
Das Land, der Bund und die Europäische Union legen Förderrichtlinien und Rahmenbedingungen mit einem bestimmten Förderziel fest. Dabei besteht das Risiko von ungewollten Nebeneffekten oder unvorhergesehenen Fehlanreizen mit negativen sozialen oder ökologischen Auswirkungen. Risiken im Sinne von „Moral Hazard“ können dort entstehen, wo die IB.SH Vorhaben finanziert oder mitfinanziert. Sie kommen zum Tragen, wenn die Empfänger der Finanzierung gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen. Um diese Risiken zu minimieren, bestehen in der IB.SH Regeln und Prozesse (vgl. Kriterium 6).
Zu den aktuellen Dialogverfahren für die Umsetzung des „EU Aktionsplans: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ und die sich daraus ergebenden regulatorischen Themenstellungen wie Offenlegungspflichten oder die Betrachtung von Nachhaltigkeitsrisiken im Risikomanagement steht die IB.SH im Austausch mit der BaFin, um die in Zukunft erforderlichen Schritte schnell umsetzen zu können.

In der Wesentlichkeitsmatrix wird die Bedeutung der wesentlichen Aktivitäten für interne Stakeholder, hier auf der Horizontalachse und für externe Stakeholder auf der Vertikalachse dargestellt.

Tabelle: Wesentlichkeitsmatrix
Bedeutung für interne Stakeholder / externe Stakeholder Mittel (intern) Hoch (intern) Sehr hoch (intern)
Sehr hoch (extern) Beteiligung von Anspruchsgruppen
(Stakeholderdialog, Netzwerke)
Beratung zu Klimaschutz und Umwelt Nachhaltige Förderprodukte (Soziale Wohnraumförderung, Arbeitsmarktprogramme, Infrastrukturförderung, Energieeffizient Bauen/Sanieren, Erneuerbare Energien)
Hoch (extern) Gesellschaftliches Engagement Ressourcenschonung im Bankbetrieb (u.a. Neubau) Produkt- und Innovationsmanagement
Mittel (extern)   Prozessebene Nachhaltigkeit Mitarbeiterverantwortung


Abbildung: Wesentlichkeitsmatrix



Als Kreditinstitut ist die IB.SH an gesetzliche Normen und Vorgaben gebunden und unterliegt der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Daher werden die Themen Korruptions- und Betrugsprävention nicht im Rahmen der Wesentlichkeitsmatrix adressiert, stellen aber eine aufsichtsrechtliche Notwendigkeit dar. Zur Geldwäsche- und Betrugsprävention finden zum Beispiel regelmäßig Pflichtschulungen statt.