2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die stark wachsende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit in Politik, Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit ist auch bei uns deutlich zu spüren. Zu Recht, denn der Klimawandel und knapper werdende Ressourcen stellen uns vor große ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen, die gerade für den Handel mit Lebensmitteln hohe Risiken bergen können – etwa durch die Bedrohung von Ernten durch Extremwetterlagen. Klar ist, dass unser Umgang mit Lebensmitteln von der Produktion bis zur Entsorgung eine entscheidender Hebel zur Bewältigung der gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen ist. Durch unser unternehmerisches Handeln wollen wir zu einer zukunftssicheren Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung beitragen. Mehr zur Identifikation der dementsprechend für uns wesentlichen Themen und zum strategischen Umgang mit diesen siehe Kriterium 1. 

Die Auswirkungen unseres Essens auf Klima und Umwelt und damit Themen rund um deren Erfassung vom Ökologischen Fussabdruck bis zur Klimabilanz geraten immer stärker in den Fokus, und wir erleben ein großes Kundeninteresse und wachsenden Bedarf an nachhaltig erzeugten Lebensmitteln. In der jüngeren Vergangenheit war dies insbesondere im Bio-Bereich zu beobachten: 2019 stieg der entsprechende Umsatz in Deutschland um knapp 10 % auf fast 12 Mrd. €. – eine Entwicklung, die auch im Außer-Haus-Markt deutlicher spürbar ist. Eine wichtige Rolle spielen hier auch politische Zielsetzungen wie etwa Vorgaben zur nachhaltigen Ausrichtung öffentlicher Einrichtungen. Dem wachsenden Bedarf kommen wir u. a. mit einem größeren Sortiment und zielgruppengerechten Angeboten nach – so bereiten wir im Moment den Launch unserer Bio-Eigenmarke vor. Konfrontiert sind wir zugleich weiter mit einer sehr preisorientierten Nachfrage im Großverbraucherbereich. Zum Teil stehen wir vor Schwierigkeiten, den wachsenden Bedarf zu bedienen, denn Anforderungen an günstige Preise, stabile Liefermengen und durchgehend hohe Qualität sind nicht überall mit dem Kundenwunsch nach nachhaltigen – etwa regionalen – Produkten in Einklang zu bringen. Hier Lösungen zu entwickeln, die die z. T. widersprüchlichen Bedürfnisse vereinen, ist für uns eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.

Mehr Transparenz innerhalb unserer oft komplexen Lieferketten herzustellen und höhere Umwelt- und Sozialstandards sowie eine am Tierwohl orientierte Herstellung zu fördern, bleiben wichtige Herausforderungen. Unseren Einfluss machen wir soweit als möglich geltend. Als Lebensmittelgroßhändler trägt Transgourmet zudem Verantwortung für die nachgelagerte Lieferkette. Daher kümmern wir uns um mit unserem Kerngeschäft verknüpfte Themen wie Ernährung und Lebensmittelverschwendung.

Auch durch Transporte, Lagerhaltung und unsere Cash und Carry-Märkte tragen wir zu den jährlichen Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bei und nehmen natürliche Ressourcen in Anspruch. Hier arbeiten wir aktiv an Lösungen, unter anderem durch zahlreiche Maßnahmen zur Energieeinsparung und -effizienzsteigerung. Gerade im Logistik-Bereich sind wir mit anhaltenden Diskussionen um eine zukunftsfähige Mobilität und geeignete Antriebsformen konfrontiert, die für Unsicherheit sorgt.

Auch in Zukunft die besten Talente für unser Unternehmen zu gewinnen und zu halten, wird gerade angesichts des demographischen Wandels immer wichtiger für uns. Die Erwartungen an Arbeitgeber sind gestiegen, zugleich herrscht in einigen für uns wichtigen Berufen wie LKW-Fahrer heute schon Fachkräftemangel.