2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Baden-Württemberg ohne seinen Landesairport: in einer Welt, in der Menschen und Wirtschaft sich global vernetzen, undenkbar. Rund 55 Airlines verbinden Stuttgart direkt mit über 120 Zielen weltweit und sind mit daran beteiligt, dass auch der Incoming-Tourismus steigt. Baden-Württemberg verzeichnet seit Jahren wachsende Übernachtungszahlen in Hotels und anderen Ferienunterkünften. Der STR ermöglicht darüber hinaus den weltweit agierenden Unternehmen der Region unkomplizierten und schnellen Zugang zu den internationalen Märkten. So leistet er seinen Beitrag zum beständigen ökonomischen Erfolg des Landes. Durch hohe Investitionen und sichere Arbeitsplätze leistet die Flughafengesellschaft kontinuierlich einen positiven Beitrag zur lokalen Wertschöpfung und zum Gemeinwohl. Jede Million zusätzlicher Fluggäste schafft zudem durchschnittlich rund 1.000 weitere Arbeitsplätze am Airport. Darüber hinaus gibt der STR der regionalen Wirtschaft Beschäftigungsimpulse: Studien zufolge entstehen durch die Arbeitsplätze am Airport rund doppelt so viele in der näheren Umgebung.

Es ist für die FSG selbstverständlich, auch in der Unternehmenssteuerung ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Damit verfolgt sie den ganzheitlichen Ansatz des sogenannten „Shared Value“. Über das Controlling integriert die Flughafengesellschaft ihre Nachhaltigkeitsziele in die strategische und operative Planung, Steuerung und Kontrolle, Investitionsrechnung sowie das interne und externe Reporting.

Der fairport-Radar fängt ganzjährig die Stimmung der Stakeholder ein: Die FSG lädt ihre internen und externen Anspruchsgruppen ein, die Nachhaltigkeitsstrategie des Airports zu bewerten und weiterzuentwickeln. Über 900 Menschen nahmen 2018 an der Online-Umfrage unter stuttgart-airport.com/fairport-radar teil. Sie sind Fluggäste, Anwohner, Flughafenangehörige, Geschäftspartner, Wissenschaftler sowie Vertreter staatlicher Einrichtungen, von Interessenverbänden und der Presse. Aus ihrer Sicht haben die acht Handlungsfelder des Flughafens folgende Rangfolge: „Mitarbeiter und Arbeitsumfeld“ ist für sie besonders wesentlich, auf Platz zwei und drei stehen „Corporate Governance und Compliance“ sowie „Umwelt und Ressourcen“ – direkt dahinter „Klimaschutz und Energie“, dann folgen „Wirtschaft und Region“, „Nachbarn und Gesellschaft“ sowie „Fluglärm und Schallschutz“; auf dem letzten Platz steht „Standortentwicklung und Verkehrsanbindung“. Diese Einschätzung seitens der Stakeholder – auch Materialitätsanalyse genannt – ist eine wertvolle Ergänzung für die strategische Bewertung aus Unternehmenssicht.



Die Grafik der Handlungsfelder in voller Auflösung finden Sie hier.

Richtlinie für das tägliche Handeln am Flughafen ist die Corporate Governance und Compliance: Verantwortungsvolle Unternehmensführung, wie in den Empfehlungen des Public Corporate Governance Kodex Baden-Württemberg (PCGK) definiert, sowie die Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Verhaltensweisen sind elementarer Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie. Damit Compliance die Unternehmenssteuerung vollständig durchdringt, etablierte die FSG sowohl ein Risiko- und Pflichtenmanagement als auch ein Richtlinienmanagement sowie eine entsprechende Aufbau- und Ablauforganisation.

Externe Umwelteinflüsse wie der Klimawandel oder die Entwicklung innovativer Technologien können Chancen und Gefahren für das Geschäft des Flughafens bringen. Aufgabe des Umweltmanagements ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen sowie zu vermeiden und Chancen im Sinne des Umweltschutzes zu nutzen. Die FSG, FSEG und SAG haben ihre wichtigsten Umweltaspekte identifiziert und risikobasiert bewertet. Diese Analyse erfolgt jährlich und ist die Grundlage für das Umweltmanagement. Umweltauswirkungen bestehen in den Bereichen Fluglärm, Brennstoff-, Kraftstoff- und Stromverbrauch, CO2-Emissionen und TOC-Eintrag. Der Einflussgrad der Unternehmen variiert dabei – auf manche kann der Flughafen unmittelbar einwirken, auf andere nur indirekt. Ein Beispiel: Es liegt nicht in der Macht des Airport-Betreibers, Fluggeräusche zu verringern. Mit ihren Möglichkeiten setzt sich die FSG aber aktiv dafür ein, die Lärmbelastung durch den Luftverkehr so gering wie möglich zu halten. In ihrem Nachhaltigkeitsprogramm nimmt sie sich vor, mit einer regulativen Gebührenpolitik höhere Anreize für Airlines zu setzen und die Transparenz der Fluglärmdaten für die Bevölkerung zu erhöhen.



Die Grafik der Umweltauswirkungen des Flughafen Stuttgart in voller Auflösung finden Sie hier.

Siehe auch: Bericht 2018 S. 6 – 9, 12/13, 30-32, 54/55 sowie fairport-Radar