1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Konzept einer Nachhaltigkeitsstrategie
Ein eigenständiges Konzept zur Nachhaltigkeitsstrategie befindet sich derzeit im Aufbau. Bei der gegenwärtigen Betrachtung wird nicht nur der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens, sondern auch die Umsetzung von sozialen und ökologischen Zielen in den zentralen Handlungsfeldern als eine vornehmliche Aufgabe angesehen.
 
Die zentralen Handlungsfelder im Konzern ergeben sich aus dem jeweiligen Unternehmenszweck der Konzerngesellschaften. Diese umfassen bei hanova WOHNEN im Kerngeschäft die Errichtung und die Bewirtschaftung des eigenen Immobilienbestandes von insgesamt 14.669 eigene und 107 verpachtete Wohnungen. Darüber hinaus werden 140 Gewerbeeinheiten (Büros und Ladenlokale), 24 Kindertagesstätten, 1 Schule, 1 Heim, 14 Flüchtlingswohnheime, 21 eigengenutzte Objekte, 3.376 Garagen und 71 sonstige Objekte verwaltet.  Ein weiteres zentrales Handlungsfeld stellt die Erbringung von wohnungsbegleitenden Dienstleistungen im Rahmen der Bestandsbewirtschaftung dar. Bei hanova GEWERBE umfassen zentrale Handlungsfelder die Parkraumbewirtschaftung sowie die Erschließung, den Bau und das Betreiben gewerblicher Immobilien. hanova SERVICES umfasst die vier Handlungsfelder Energie SERVICE, Objekt SERVICE, Medien SERVICE und Handwerker SERVICE.
 
Für den Aufbau und die ständige Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie und für die Abgabe der regelmäßigen DNK-Erklärung (ab dem Berichtsjahr 2020) wurde im Jahr 2020 eine Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit unter der Leitung der Geschäftsführung eingerichtet, in der Nachhaltigkeitsziele gemäß den Standards des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW) und den Sustainable Development Goals (SDG) definiert und deren Einhaltung kontrolliert werden sollen. Ziel ist, eine aussagekräftige Nachhaltigkeitsstrategie bis Ende 2021 zu formulieren und aufzubauen.
 
Für die gegenwärtige Strategie der hanova lassen sich folgende Grundlagen ableiten:
 
Unternehmensstrategie
Die hanova versteht sich als serviceorientiertes, innovatives sowie nachhaltiges Immobilienun-ternehmen sowie als verlässlicher Partner ihres Gesellschafters (Stadt Hannover). Und ist auf eine Strategie des nachhaltigen Wirtschaftens in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht ausgerichtet, nach dem Unternehmensmotto:

„Mit Hannoverherz und Immobilienverstand machen wir unsere Stadt liebens- und lebenswerter“.

Das ganzheitliche Immobilienangebot wird durch vielfältige Dienstleistungen und Serviceangebote rund um Immobilien ergänzt. Der wirtschaftliche Erfolg und die soziale Verantwortung stehen für hanova ausgewogen nebeneinander. Als kommunales Unternehmen ist hanova mit der Stadt Hannover verbunden, wobei die Kunden und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt des Handelns stehen. 

Strategische Risikoanalyse und Risikomanagement  
Entscheidenden Einfluss auf die Tätigkeit der Gesellschaft hat die Entwicklung der Nachfrage nach Wohnraum. Wichtigster Treiber für die Entwicklung des Wohnimmobilienmarktes ist die perspektivisch weiter zunehmende Bevölkerung in der Landeshauptstadt Hannover. Diese Entwicklung basiert bislang  vor allem auf Faktoren wie der „Landflucht“ und dem demografischen Wandel. 
 
Mit dem „Wohnkonzept 2025“ geht die Stadt Hannover die aktuellen und künftigen Herausforderungen des Wohnungsmarkts in den kommenden Jahren an. In dem Konzept werden folgende Schwerpunkte in den nächsten Jahren prognostiziert: Erhöhung der Wohnungsattraktivität sowie des Wohnumfeldes durch den gezielten Ausbau von Angeboten für die Bedürfnisse von Singles, jungen Familien oder Senioren sowie Erhöhung der Wohnsicherheit in funktionierenden Nachbarschaften. 
 
Die hanova ist stets bestrebt, durch ökologisch sowie ökonomisch sinnvolle Maßnahmen zur Energieeinsparung die Nebenkosten für Mieter und Mieterinnen möglichst gering zu halten. 
 
Aufgrund der derzeit guten Fördermöglichkeiten und historisch niedrigen Zinssätze sind die Finanzierungsbedingungen für Bauprojekte optimal. Dies bietet der hanova die Möglichkeit, der steigenden Nachfrage nach zukunftsfähigen Wohnformen (altersgerechte Wohnungen, Flüchtlingswohnheime mit Nachnutzung usw.) sowie Parkangeboten und Gewerbeimmobilien nachzukommen. 
 
Große Chancen ergeben sich für die Immobilienwirtschaft durch die Digitalisierung (Immobilienwirtschaft 4.0). Forcierungen in diesem Bereich können zu einem optimierten Ressourceneinsatz und einer damit einhergehenden Qualitätssteigerung führen. 
 
Im Rahmen des Branchenrisikos beobachtet die hanova die jeweiligen wohnungspolitischen Rahmenbedingungen. Auf Basis der positiven Entwicklungen der letzten Jahre wird für Hannover bis zum Jahr 2030 ein Bevölkerungswachstum von etwa 2,8% auf etwa 559.000 Personen erwartet. Der Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt Hannover hat sich bereits verschärft. Um zukünftige Fehlentwicklungen im Wohnungsbestand und den Kundenbedürfnissen zu begegnen, setzt die Gesellschaft neben den Investitionen in den vorhandenen Wohnungsbestand verstärkt auch auf den energieeffizienten Wohnungsneubau.
 
Es wird für alle Wirtschaftszweige ein allgemeiner Fachkräftemangel vorhergesagt. Die Immobilienbranche bildet seit vielen Jahren kontinuierlich Fachkräfte aus. Neben der Ausbildung verschiedenster Berufszweige investiert die hanova beständig in die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So werden auch berufsbegleitende Studiengänge, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten bzw. gefördert. 
 
Auf dem hannoverschen Wohnungsmarkt besteht derzeit nur ein geringes Leerstandsrisiko. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung kann dieses Risiko jedoch langfristig ansteigen. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko mit erheblichen Investitionen für Neubauprojekte und Modernisierungen des vorhandenen Bestandes zur Anpassung an die Nachfragesituation (altersgerechte Ausstattung der Wohnungen, wohnbegleitende Serviceangebote etc.).
 
Ein größeres Risiko wird im Zinsänderungsrisiko der Immobilienfinanzierung gesehen. Zur Reduzierung dieses Risikos setzt die hanova zur Finanzierung des Anlagevermögens in erster Linie auf Eigenmittel und langfristig gebundenes Fremdkapital. Das Kreditportfolio der hanova ist hinsichtlich der Kreditfälligkeiten sehr heterogen aufgestellt. Auch die Finanzierungsstrategie steht bei der hanova im Fokus der strategischen Betrachtung. Die Finanz- und Verwaltungskostenoptimierung stehen innerhalb dieser Strategie im Mittelpunkt, wobei die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit hierbei priorisiert wird.
 
Politische Rahmenbedingungen sowie Gesellschafterwartungen können stark das Handeln der hanova beeinflussen, so dass sich beispielsweise die Renditenauszahlung und kostengünstiges Bauen in einem Zielkonflikt befinden und sich nicht immer vereinbaren lassen.  
 
Für die hanova GEWERBE stellt der Trend hin zur autoarmen Innenstadt ein großes finanzielles Risiko dar. Um mögliche leerstehende Parkhäuser und -flächen zu vermeiden, werden alternative Nutzungsmöglichkeiten entwickelt. Aufgrund der Bebauung von innerstädtischen Parkflächen konzentriert sich das Parkgeschehen immer weiter in die Parkhäusern. In diesem Kontext werden die Angebote rund um das Parken immer breiter und kundenfreundlicher durch die hanova aufgestellt. Die Ansätze von hanova GEWERBE umfassen z.B. kontaktloses und einfaches Bezahlen, Kooperationen mit dem Einzelhandel (bei Abholung Großgeräte Erlass der Parkgebühren) sowie einen sehr guten Kundenservice direkt im Parkhaus. Mittelfristig sollen Parkhäuser kleine Mobilitätszentren in der Stadt werden. In diesen soll es z.B. Treffpunkte für Mitfahrgelegenheiten, Car Sharing Angebote, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder Ladestationen für E-Autos geben. 
 
Personalstrategie
Die hanova versteht sich als Arbeitgeberin, bei der wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung ausgewogen nebeneinanderstehen. Das Unternehmen denkt langfristig sowie nachhaltig und schafft für die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen optimale Rahmenbedingungen:
  •  Sichere Arbeitsplätze
  • Gutes Betriebsklima
  • Modernes Arbeitsumfeld (flexible Arbeitszeiten, sehr gute technische Ausstattung u.v.m.)
  • Fort- und Weiterbildungen
  • Förderung von New Work
  • Qualifizierte Ausbildungsstätte für Auszubildende
  • Unterstützung für Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in unterschiedlichen Lebensphasen
  • Familienfreundliche Arbeitsbedingungen
  • Eine aktive Gesundheitsfürsorge
  • Raum für Kreativität und eigene Ideen
Marketingstrategie
Seit Dezember 2016 tritt die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH) zusammen mit der union-boden GmbH unter der gemeinsamen Dachmarke hanova auf. Die aktuelle Marketingstrategie umfasst u.a. die Stärkung sowie den weiteren Ausbau dieser Marke.