1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) ist mit rund 2.240 Mitarbeiter*innen und 671 Bussen das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen Norddeutschlands mit Sitz in Hamburg. Das Verkehrsunternehmen wurde 1905 gegründet. Heute befördert die VHH mehr als 61,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Die VHH ist Partnerin im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Das Verkehrsgebiet der VHH reicht von Wedel im Westen über Quickborn im Norden bis nach Lauenburg im östlichen Hamburger Umland. Die 13 Standorte der VHH bilden einen Gürtel um die Hansestadt. Von hier aus starten die Busse zu ihren Fahrten im Hamburger Stadtgebiet und den Umlandkreisen innerhalb des HVV.

In den kommenden Jahren wird die VHH die weitgehende Umstellung auf Elektromobilität umsetzen. Gemäß einer Vorgabe des Hamburger Senats beschafft die VHH seit dem Jahr 2020 zumindest für das Hamburger Bedienungsgebiet ausschließlich Elektrobusse.

Die Entwicklung hin zu einem e-mobilen Unternehmen bedeutet für die VHH einen programmatischen Wandel, der neben emissionsfreien Fahrzeugen auch die Errichtung einer modernen Ladeinfrastruktur, den Betrieb spezialisierter Werkstätten und eine leistungsstarke IT-Infrastruktur mit einschließt. Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg kommt dabei auch den Mitarbeiter*innen zu, die kontinuierlich im Unternehmen gefördert und weitergebildet werden.

Die VHH begreift das wichtige Zukunftsthema Elektromobilität zudem als Chance in der Kund*innen- und Mitarbeiter*innen-Kommunikation. Der Wandel zu einem e-mobilen Unternehmen wird daher auch kommunikativ umfassend begleitet. Weil die Elektromobilität von derart hoher Bedeutung ist, nicht nur für die VHH, sondern auch für die Metropolregion Hamburg, wurde eine eigene Produktmarke entwickelt: „elexityVHH – Hamburg fährt elektrisch“. Dazu gehört auch ein innovatives Busdesign, das unter Einbindung der VHH-Fahrgäste kreiert wurde.

Im Jahr 2020 hat die VHH ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. In Vorbereitung auf die Veröffentlichung wurde im Sommer 2020 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei wurden die relevantesten Nachhaltigkeitsthemen aus Unternehmenssicht sowie aus Sicht der Stakeholder analysiert und im Ergebnis in einer Wesentlichkeitsmatrix miteinander ins Verhältnis gesetzt. Die Wesentlichkeitsanalyse bildet die Basis, um die zentralen Handlungsfelder der VHH zu identifizieren und diese Handlungsfelder in der Folge in die Unternehmensstrategie einfließen zu lassen beziehungsweise stärker zu berücksichtigen. Die VHH plant für die Zukunft, alle zwei bis drei Jahre eine Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen. Die nächste Wesentlichkeitsanalyse ist demnach für das Jahr 2022/2023 geplant.

Weitere Informationen zum Wesentlichkeitsprozess sind in Kriterium 2 „Wesentlichkeit“ aufgeführt.



Wesentlichkeitsmatrix basierend auf der Stakeholder-Befragung


Die Handlungsfelder der VHH:

1.) Kund*innen
Als Mobilitätsdienstleister steht die VHH in der gesellschaftlichen Pflicht, die Mobilität aller Bürger*innen zu gewährleisten.

2.) Mitarbeiter*innen
Die VHH ist sich bewusst, dass sie nicht nur eine Verantwortung gegenüber ihren Kund*innen, sondern auch für die eigenen Mitarbeiter*innen hat. Ohne qualifizierte, motivierte Mitarbeiter*innen ist ein nachhaltiger Erfolg nicht denkbar. Aus diesem Grund setzt sich die VHH besonders für die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter*innen ein.

3.) Umwelt/Klimaschutz
Die VHH sieht es als ihre Aufgabe an, ihren Beitrag zur Gestaltung eines umweltfreundlichen, ressourcenschonenden und leistungsstarken Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Metropolregion Hamburg zu leisten.

4.) Management
Als öffentliches Unternehmen sieht sich die VHH-Geschäftsführung in der Verantwortung, ihr unternehmerisches Handeln an der Sicherung der Wirtschaftlichkeit unter Einhaltung der Klimaziele der Freien und Hansestadt Hamburg auszurichten.

Ein ausführliches Reporting zum nachhaltigen Wirtschaften der VHH erfolgte erstmals für das Geschäftsjahr 2019. 2021 gibt die VHH ihre zweite DNK-Erklärung für das Jahr 2020 ab. Ab 2021 plant die VHH, die aufgeführten Nachhaltigkeitsaspekte zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie zu machen.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards:
Die Auseinandersetzung der VHH mit den nachhaltigkeitsrelevanten Standards erfolgt erstmalig mit der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts nach dem DNK-Standard für die Jahre 2019 und 2020. Für 2021 ist geplant, den VHH-Nachhaltigkeitsbericht weiterzuentwickeln. So ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen in Form eines Workshops geplant. Es soll identifiziert werden, auf welcher Ebene der SDGs die VHH tatsächlich bereits einen Beitrag leistet oder noch leisten kann. Des Weiteren wurde die Unternehmensstrategie der VHH im Oktober 2020 entsprechend angepasst und das Thema Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie aufgenommen.


Sustainable Development Goals:
Die VHH unterstützt die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die ein wichtiges Rahmenwerk für Nachhaltigkeit darstellen. 2015 einigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf 17 weltweit gültige Ziele aus den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Im Oktober 2021 hat sich die VHH das erste Mal intensiv mit den SDGs und dem Beitrag, den sie zur Erreichung ausgewählter Ziele leisten kann, auseinandergesetzt. In einem Workshop kamen Beteiligte aus relevanten Abteilungen und die Geschäftsführung zusammen. Gemeinsam besprachen sie zunächst, was die SDGs jeweils im Unternehmenskontext bedeuten. Im Anschluss daran priorisierten die Teilnehmer*innen die SDGs, indem sie festhielten, in welchen Bereichen die VHH die größten positiven und negativen Auswirkungen sowie den größten Hebel für Veränderungen hat.

Das Ergebnis des Workshops sind sechs Fokus-SDGs, zu deren Erreichung die VHH bis 2030 einen Beitrag leisten möchte.
 
SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Das SDG 13 zielt auf Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ab. Als zweitgrößtes Busunternehmen Norddeutschlands ist die VHH in der Lage, auf dieses Ziel einzuzahlen. Besonders Dieselbusse sind mit ihrem hohen Spritverbrauch und einem hohen Stickstoffoxid-Ausstoß schädlich für die Umwelt und das Klima. Daher stellt die VHH ihre Busflotte sukzessiv auf emissionsfreie Elektrobusse um und will bis 2030 klimaneutral unterwegs sein. Darüber hinaus will die VHH ihre Erfahrungen und Expertise zum Thema Elektromobilität weitergeben und damit zusätzlich die Klimaziele der Kommunen, in denen ihre Busse fahren, unterstützen.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 13 sind unter den Kriterien 10, 12 und 13 zu finden.

SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Mit dem SDG 11 sollen Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden. Mobilität soll für alle zugänglich sein. Dafür treibt die VHH mit anderen Akteuren die Mobilitätswende voran und weitet ihr Angebot aus. Seit 2018 hat die VHH 21,6 Prozent mehr Leistung auf die Straße gebracht. Das Ziel ist der „Hamburg-Takt“. Das heißt, dass niemand mehr auf Fahrpläne achten muss, sondern überall, spontan, flexibel und ohne zu warten das gewünschte Ziel erreichen soll. Außerdem beteiligt sich die VHH daran, nachhaltige Verkehrskonzepte in Hamburg zu entwickeln, die Mobilität zukunftsfähig machen.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 11 sind unter Kriterium 10 zu finden.

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
Das SDG 3 will ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Für die VHH ist die Gesundheit ihrer Beschäftigten zentral, die sie mit verschiedenen Maßnahmen fördert. So bietet die VHH beispielsweise eine Sozialberatung und eine Gesundheitsplattform an. Und auch in Bezug auf Schadstoffe und Sicherheit hat die VHH eine Hebelwirkung: Durch die sukzessive Umstellung von Diesel- auf Elektrobusse kann die VHH wesentlich dazu beitragen, die Luftverschmutzung und den Lärm in der Metropolregion Hamburg zu reduzieren. Darüber hinaus gewährleistet sie die Kundensicherheit, etwa mit farblich hervorgehobenen Haltestangen oder Sicherheitsgurten. Durch moderne Fahrzeuge und gut geschulte Beschäftigte, die sich an ihrem Arbeitsplatz sicher und wohlfühlen, kann die VHH außerdem Verkehrsunfälle vermeiden.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 3 sind unter den Kriterien 12, 14, 16 und 18 zu finden.

SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Das SDG 8 zielt darauf ab, dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle zu fördern. Die VHH ist eine wichtige Arbeitgeberin in Hamburg und der Metropolregion und kann daher in besonderem Maße auf dieses Ziel einzahlen. Sie schützt ihre Beschäftigten, aber auch die ihrer Partnerunternehmen und Subunternehmer vor arbeitsbedingten Sicherheitsrisiken und Gesundheitsgefahren. Darüber hinaus achtet die VHH bei der Auftragsvergabe auf eine soziale und ökologische Auswahl von Produkten, Lieferanten und Dienstleistungen. So wurde 2020 ein Nachhaltigkeitsfragenkatalog für die Elektrobus-Ausschreibungen eingeführt.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 8 sind unter Kriterium 17 zu finden.

SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Das SDG 9 will eine widerstandfähige Infrastruktur aufbauen, eine breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. Die VHH beschäftigt und beteiligt sich an Konzepten rund um die Mobilität der Zukunft: So fungiert sie als Partnerin in einem Projekt zur „Smart City“, ist an einem Projekt rund um Automatisiertes Fahren beteiligt und unterstützt darüber hinaus weitere innovative (Verkehrs-)Projekte in Hamburg zum Beispiel zur Sektorenkopplung. Die VHH befindet sich in einem regelmäßigen Austausch mit relevanten Stakeholdern, um die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und der Metropolregion Hamburg voranzutreiben.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 9 sind unter Kriterium 10 zu finden.

SDG 10: Weniger Ungleichheiten
Das SDG 10 will die Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern. Als Arbeitgeberin für viele Menschen in der Metropolregion Hamburg kann die VHH hier einen Beitrag leisten. So unterschrieb sie bereits 2010 die „Charta der Vielfalt“ und beteiligt sich seit 2014 jedes Jahr am „Deutschen Diversity Tag“. Außerdem achtet sie beispielsweise darauf, ihre Ausbildungen und Stellen so zu gestalten, dass sie auf die individuellen Bedürfnisse autistischer Mitarbeiter*innen zugeschnitten sind, und entwickelt Lösungen für Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:
 
Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 10 sind unter Kriterium 15 zu finden.