1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

1.1. Strategische Analyse
Für das Berichtsjahr 2017 gab es noch keine im Organigramm etablierte CSR-Funktion o.Ä. bei der INTER Versicherungsgruppe. Dementsprechend lag zu diesem Zeitpunkt keine explizite CSR-Strategie vor. Maßnahmen mit Nachhaltigkeitswert und eine nachhaltige Denkweise sind der Geschäftstätigkeit der INTER jedoch seit jeher in diversen Bereichen zu entnehmen. Beispielsweise ist auch der Wert Fairness seit vielen Jahren Teil der Unternehmenswerte und im Leitbild der INTER festgeschrieben:
Wir nehmen unsere unternehmerische Sozialverantwortung nach außen und nach innen wahr. (…). Wir leben unsere Maxime „Kompetenz, Fairness und Vertrauen“ nach außen und nach innen.
Mit der Vorbereitung des ersten CSR-Berichts der INTER, dem INTER-Fairness-Report 2017, begann für die INTER ein umfassender Prozess, in dem das im Unternehmen befindliche CSR-Wissen erhoben, analysiert und strukturiert wurde. In Bezug auf CSR wurde in den letzten Jahren bereits vieles intuitiv beachtet und umgesetzt, ohne systematisch darüber zu berichten. 

Innerhalb der Wesentlichkeitsanalyse wurden die CSR-relevanten Themen unter Berücksichtigung aller erforderlichen Unternehmensbereiche und unter Einbezug relevanter Stakeholder identifiziert. Mit dem Vorstand bzw. den Führungskräften der Bereiche Recht, Personal, Betriebsorganisation, Marketing und Unternehmenskommunikation sowie Kapitalanlagen wurde dahingehend eine Bestandsaufnahme der unternehmerischen Verantwortungsübernahme der INTER vorgenommen. Weiterhin wurden CSR-Konzepte, -Ziele und -Leistungsindikatoren diskutiert und operationalisiert. Zudem wurden bereits erste Maßnahmen umgesetzt (z.B. die Abschaffung von Plastikdeckeln in der INTER-Cafeteria in Mannheim). 

1.2. Bestandteile der Strategie
CSR wurde 2017 als Vorstandsthema der Versicherungsgruppe identifiziert und die CSR-Berichterstattung sowie die nachhaltigere Ausrichtung der INTER wurde als Unternehmensziel definiert. Eine konkrete CSR-Strategie wurde im Zuge der CSR-Berichterstattung 2017 erarbeitet. Hierzu gehörte es zu Beginn, ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis herauszuarbeiten und dies im Stakeholderdialog mit wissenschaftlicher Unterstützung zu überprüfen. 

Nachhaltigkeit steht bei der INTER für Projekte und Maßnahmen, bei denen der ökologische und gesellschaftliche Wert einer Maßnahme mindestens auf einer Ebene mit deren wirtschaftlichem Wert stehen. Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten nachhaltigen Handelns: 
1. solche Aktivitäten, die der Gesellschaft oder Umwelt direkt zugutekommen und in denen die INTER Multiplikator des CSR-Gedankens ist;
2. solche, die Personen und Institutionen dabei unterstützen, ihren Nachhaltigkeitsbeitrag zu multiplizieren.

1.3. Ziele und Chancen der Strategie
Ziel der CSR-Strategie ist es, Nachhaltigkeit Schritt für Schritt im Einklang mit den Unternehmenszielen in allen Bereichen und entlang der Wertschöpfungskette im Denken, Kommunizieren und Handeln der INTER zu verankern. Über CSR gilt es, zu einem differenzierten Umgang mit Nachhaltigkeit zu gelangen, der Ressourcen schont, die Gesellschaft besser macht und gleichzeitig zum Erfolg der INTER Versicherungsgruppe beiträgt. Chancen der CSR-Strategie und bereits eingeleitete Maßnahmen werden nach der Zusammenstellung der Informationen zu den CSR-Bereichen Produkte, Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft ausformuliert. Prinzipiell wirft die Beschäftigung mit CSR eine bereichsübergreifende Perspektive auf die komplette Geschäftstätigkeit der INTER und kann dazu dienen, CSR-Wissen freizulegen und Mitarbeiter sowie Stakeholder für CSR zu sensibilisieren, um sich mit dem INTER-Nachhaltigkeitsgedanken zu identifizieren. Durch die Einführung der CSR-Strategie bei der INTER ergeben sich folgende konkrete Chancen für das Unternehmen:

- Imageverbesserung durch die interne und externe Kommunikation von CSR-Aktivitäten, sodass die INTER als verantwortungsbewusstes Unternehmen wahrgenommen wird und Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern geschaffen werden;
- Organisationsentwicklung durch die Prüfung von CSR-relevanten Themen innerhalb der INTER, wodurch neue Blickwinkel auf das Unternehmen und seine Themen geworfen werden;
- (Neue) Kommunikationskanäle und Wissensbestände durch die komplexe Beleuchtung der Stakeholderbedürfnisse identifizieren, was zu einem besseren Stakeholderdialog beiträgt;
- Transparenz durch die Ordnung komplexer Datensätze, was die Wertschöpfung der INTER im Nachhaltigkeitsdreieck aus Erfolg, Sozialem und Ökologie erhöht;
- Sensibilisierung aller Unternehmensbereiche in Bezug auf Nachhaltigkeit, wodurch Produkt- und Serviceverbesserungen stattfinden können;
- Indirekte, positive Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt durch Information und soziales bzw. ökologisches Engagement der INTER.

1.4. Konkrete Maßnahmen
Die CSR-Strategie der INTER Versicherungsgruppe wurde in einem vierstufigen Verfahren unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeitet, bestehend aus Analyse, Befähigung, Entwicklung und Validierung sowie Implementierung.

Analyse: Hierbei wurde das bereits vorhandene Wissen im Unternehmen erhoben und systematisiert, indem neben Stakeholder-Workshops und Gesprächsrunden mit Führungskräften eine Analyse der bereits existierenden Kommunikate der INTER sowie ihrer Stakeholder-Kommunikation stattfand. Diese Kommunikate beinhalteten: seitens der INTER Versicherungsgruppe: Homepagetexte (INTER, Bausparkasse Mainz, FAMK), Pressemitteilungen, Konzernbroschüre, Imagebroschüre, Unternehmensleitbild, Geschäftsbericht 2016, SFCR-Bericht 2016, Social-Media-Beiträge (Facebook, YouTube, XING) und interne Dokumente; seitens der Stakeholder: Social-Media-Beiträge auf Facebook (Kommentare und Bewertungen), Kundenbewertungen auf ciao.de, check24.de und jameda.de, Testberichte, Arbeitgeber-Bewertungen auf kununu.de sowie externe Pressetexte (Zugriff über Pressini und LexisNexis).

Befähigung: Aus der Analyse und den Gesprächen ergaben sich Fragen, Diskussionspunkte und mögliche Prioritäten der INTER, die zu einer CSR-Agenda führten und schließlich in die Wesentlichkeitsanalyse mündeten. Medieneinweisungen, Klärungen von Kapazitäten für das spätere CSR-Kernteam und die Vermittlung fachlichen Wissens zum Thema Nachhaltigkeit wurden darüber hinaus vorgenommen. Die Phase wurde mit der Einführung der DNK-Kriterien beendet.

Entwicklung und Validierung: Im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse ergaben sich erste Themen und Teillösungen in Form von Prototypen (CSR-Kennzahlen und Texte), die in Arbeitssprints validiert wurden. Meilensteine, Arbeitspakte und Zuständigkeiten im Hinblick auf die Einführung der CSR-Strategie wurden definiert. Eine Vision, wie sich CSR bei der INTER manifestieren könnte, führte zur Festlegung von CSR-Zielen für die relevanten Bereiche (Kapitalanlagen, Betriebsorganisation, Personal etc.). Die wissenschaftliche Begleitung dieses Prozesses trug dazu bei, den Dialog als Grundprinzip von CSR zu verankern, indem die CSR-Strategie durch Gespräche, Workshops und audiovisuelle Begleitung validiert wurde.

Implementierung: Die Implementierung erfolgte final mit der Vorlage der DNK-Entsprechenserklärung, welche die CSR-Strategie beinhaltet, an den Vorstand und Aufsichtsrat der INTER. Daneben wurden Führungskräfte und Mitarbeiter sowie die Öffentlichkeit im April 2018 über die umfassende Einführung von CSR ins Unternehmen mit der Veröffentlichung des CSR-Berichts auf der Homepage www.inter.de informiert. Extern wurde die Multiplikation über Pressemitteilungen an regionale Medien und die Fachpresse sowie Social-Media-Pressearbeit eingeleitet. Intern ging es vor allem darum, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, weshalb bereits vorab Materialien im Intranet bereitgestellt, Probeleser identifiziert und Informationen über eine (digitale) Infostelle in der Direktion in Mannheim angebracht wurden. Durch die Einführung der CSR-Strategie soll der Nachhaltigkeitsgedanke Schritt für Schritt in der INTER, der Bausparkasse Mainz sowie der polnischen Gesellschaften verankert werden. Wir wollen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht nur erfüllen, sondern Nachhaltigkeit als strategisches Aushängeschild für uns etablieren.