1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Kreissparkasse sieht bewusst von einer gesonderten „Nachhaltigkeitsstrategie“ ab. Als Anstalt des öffentlichen Rechts handelt sie im Auftrag ihrer kommunalen Träger und ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Die Geschäftsstrategie und das darauf basierende unternehmerische Handeln sind determiniert durch die gesetzlichen und satzungsrechtlichen Grundlagen. Dies gilt sowohl für die spezifischen Vorgaben des Sparkassenrechts als auch für den allgemeinen Rechtsrahmen. Die Kreissparkasse kann den in den einschlägigen sparkassenspezifischen Regelungen und Geboten definierten gesetzlichen Auftrag in der Geschäftsstrategie institutsspezifisch weder eingrenzen noch erweitern, sondern nur dessen Erfüllung in Handlungsfeldern konkretisieren. Gleiches gilt für den allgemeinen Rechtsrahmen einschließlich aller Vorgaben zu ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit. Alle Nachhaltigkeitsziele und -maßnahmen stützen sich deshalb auf die konsequente Einhaltung der im demokratisch legitimierten Gesetzgebungsverfahren festgelegten Standards. Die Beachtung und Einhaltung der einschlägigen gesetzlichen Vorgaben zu allen Aspekten der Nachhaltigkeit bedürfen insoweit keiner expliziten Strategie. Sie sind der Geschäftsstrategie, den darauf basierenden Leitlinien, den Anweisungen und Unternehmensregelungen implizit.  

Diese Positionierung zum Thema Nachhaltigkeit ist als „Handlungsfeld Nachhaltigkeit“ in die Geschäftsstrategie integriert. Die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen wird jährlich im Rahmen der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts überprüft und kommuniziert. Als konkrete Maßnahme wurde die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ÖKOPROFIT zur vertieften Betrachtung der ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit festgelegt, die im Januar 2022 durch die Auszeichnung als ÖKOPROFIT-Betrieb abgeschlossen wurde.  

Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich die Kreissparkasse am Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Der DNK und seine Kriterien basieren auf den wesentlichen internationalen Nachhaltigkeitsstandards. Durch die Orientierung am DNK stellt die Kreissparkasse sicher, dass sie sich zu den wesentlichen internationalen Standards bekennt und damit ihr Handeln auf lokaler Ebene in den Kontext der globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen stellt.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wesentliche Aspekte der Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse sind ein auf langfristigen Geschäftserfolg ausgerichtetes Geschäftsmodell und die gesetzlich vorgegebene Erfüllung des öffentlichen Auftrags. Das Bekenntnis zu einer langfristig angelegten Wertschöpfung und die Gemeinwohlorientierung korrespondieren mit dem sozialen und ökonomischen Aspekt der Nachhaltigkeit. 

Hinsichtlich der ökonomischen Gesichtspunkte von Nachhaltigkeit ist wirtschaftlicher Erfolg die Voraussetzung für die Erfüllung des öffentlichen Auftrags. Mit den Kundeneinlagen werden Projekte im Geschäftsgebiet finanziert. Geschäfte an Finanz- und Kapitalmärkten stehen nicht im Fokus. Das Geschäftsmodell der Kreissparkasse berücksichtigt auch soziale Aspekte der Nachhaltigkeit. Es sieht ausdrücklich vor, die Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im gesellschaftlichen Bereich unter anderem durch Spenden- und Sponsoringmaßnahmen zu fördern. Die Qualifikation der Mitarbeiter sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem sind vor allem im Hinblick auf die demografische Entwicklung und die fortschreitende Regulierung der Finanzdienstleister ein wichtiger Faktor.  

Im Bereich Umwelt betrachtet die Kreissparkasse die Einhaltung der geltenden gesetzlichen Vorgaben als Standard. Mit der Einführung eines zertifizierten Umweltmanagements gemäß ÖKOPROFIT sollen die ökologischen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit der Kreissparkasse transparent gemacht werden.

Die für die Kreissparkasse wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte wurden auf Basis des öffentlichen Auftrags und der Geschäftsstrategie hergeleitet. Die geplante Wesentlichkeitsanalyse konnte aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie noch nicht durchgeführt werden.  

Durch das nachhaltige Geschäftsmodell sowie die Beschränkung der Geschäftstätigkeit auf das Geschäftsgebiet können sich für die Kreissparkasse unternehmerische Risiken ergeben. Es ist unter Umständen nicht möglich, kurzfristig ertragreichere Geschäfte abzuschließen, um anderweitige Ertragseinbußen aufzufangen. Zudem kann die Geschäftstätigkeit nicht beliebig auf andere Regionen ausgedehnt werden.  

Die vielfältigen EU-weiten und nationalen Sustainable-Finance-Initiativen (z. B. Taxonomie-Verordnung oder Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in den Aufsichtsvorschriften) werden Auswirkungen auf das Kerngeschäft der Kreissparkasse haben.

Die entsprechenden Anforderungen werden umgesetzt, sobald diese in die Gesetzgebung überführt wurden.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Geschäftsstrategie bildet den übergeordneten Rahmen. Sie enthält strategische Ziele auf Gesamtbankebene sowie ein eigenes Handlungsfeld Nachhaltigkeit. Die Geschäftsstrategie wird jährlich im Rahmen eines festgelegten Strategieprozesses unter der Federführung des Betriebsbereichs Vorstandsstab/Kommunikation überprüft. Dies beinhaltet auch einen Soll-Ist-Abgleich der formulierten Ziele.  

Die Positionierung zur Nachhaltigkeit (s. Kriterium 1) impliziert Bezüge zu den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Als Maßnahme und als erstes qualitatives Ziel wurde die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ÖKOPROFIT festgelegt. Diese Maßnahme wurde im Dezember 2021 abgeschlossen und führte im Januar 2022 zur Auszeichnung als Ökoprofit-Betrieb. Zukünftig sollen weitere Ziele für die ökologische Perspektive der Nachhaltigkeit aus ÖKOPROFIT abgeleitet werden. Themen- und geschäftsfeldspezifische Leitlinien oder Konzepte konkretisieren die Ziele und Maßnahmen der Geschäftsstrategie. Dabei werden Ziele, die der langfristigen Existenzsicherung der Kreissparkasse dienen, höher priorisiert als Ziele die auf die sozialen oder ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit wirken.  

Die Kreissparkasse trägt zu folgenden Zielen der Sustainability Development Goals bei (jeweils mit Beispiel):  

Ziel 1 – Keine Armut: Bereitstellung von Finanzdienstleistungen für alle Bevölkerungsschichten, Basiskonto
Ziel 2 – Kein Hunger: keine spekulativen Eigenanlagen
Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen: Suchthilfebeauftragte und „Interventionskette Suchthilfe“ im Unternehmen
Ziel 4 – Hochwertige Bildung: Ausbildungsbetrieb, Beitrag zur wirtschaftlichen und finanziellen Bildung durch das Planspiel Börse
Ziel 5 – Geschlechtergleichstellung: Tarifbindung, geschlechterunabhängige Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Ziel 7 – Bezahlbare und saubere Energie: Finanzierung von Geothermieprojekten
Ziel 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wachstum: Ausbildungsbetrieb
Ziel 9 – Industrie, Innovation, Infrastruktur: Förderung kommunaler Projekte zur Gewinnung von regenerativer Energie, Kreditvergabe an regionale Wirtschaft, Förderung von Existenzgründungen und Standortansiedlungen
Ziel 11 – nachhaltige Städte und Gemeinden: aktives Angebot von Förderkrediten in der Kundenberatung
Ziel 12 – nachhaltiger Konsum und Produktion: bewusste Lieferantenauswahl
Ziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und Institutionen: Compliance (Geldwäsche, Fachanweisung für die Annahme von Aufmerksamkeiten und Geschenken)  

Kundeneinlagen werden zum weit überwiegenden Teil als Kredite für Investitionen an die Wirtschaft, die Bürger und die Kommunen der Region vergeben. Die maßgebliche strategische Kennzahl im Rahmen der Geschäftsstrategie hierfür ist der Anteil der Kredite im Verhältnis zu den Einlagen (Ausleihquote). Diese soll zwischen 92 % und 94 % betragen. Nach dem Motto „Geld aus der Region für die Region“ trägt die Kreissparkasse so zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung im Geschäftsgebiet bei.  

In den aus der Geschäftsstrategie abgeleiteten Leitlinien finden sich weitere Positionierungen, die auf soziale Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken, zum Beispiel die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Wertschöpfung im Kerngeschäft  

Als Finanzdienstleister erbringt die Kreissparkasse den größten Teil ihrer Wertschöpfung selbst. Ihr Kerngeschäft besteht aus dem Angebot von Finanzdienstleistungen. Geschäftspolitisches Ziel ist es, einen möglichst großen Teil der hereingenommenen Kundeneinlagen als Kredite an Wirtschaft und Bevölkerung der Region auszugeben. Lediglich ein kleiner Teil wird als Liquidität vorgehalten.  

Einen Orientierungsrahmen für die Entscheidungen im Kreditgeschäft bildet die Kreditrisikostrategie. In ihr wurden Grundsätze definiert, die sich auf Nachhaltigkeit im weiteren Sinne beziehen und regeln, wie das Kreditgeschäft unter der angemessenen Berücksichtigung von Risiken betrieben werden soll. So ist die Sicherstellung einer nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers die Grundvoraussetzung für eine Kreditvergabe. Existenzgründungen, Standortansiedlungen und Investitionen zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region sind Teil des Selbstverständnisses der Kreissparkasse. Die Finanzierung von Vorhaben, die gesellschaftlich z. B. aufgrund ihrer möglichen sozialen und/oder ökologischen Auswirkungen als bedenklich betrachtet werden, werden vor einer Entscheidung besonders kritisch gewürdigt.  

Das Eigenanlagegeschäft ist von untergeordneter Bedeutung und dient lediglich dazu, freie Liquidität aus dem Kundengeschäft zu investieren und die Liquidität zu steuern. Spekulative Anlagen gehören nicht zum Anlagespektrum. Kurzfristige Gewinnerzielungsabsichten stehen nicht im Fokus.  

Aufgrund der regionalen Beschränkung der Geschäftstätigkeit hat die Nachhaltigkeit in der Kundenbeziehung für die Kreissparkasse eine hohe Relevanz. Das Ziel ist eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen. Die Beratung mit Hilfe des S-Finanzkonzepts ermöglicht es, den Kunden bedarfsgerechte und auf die jeweilige Lebenssituation zugeschnittene Produktlösungen anzubieten. Um eine hohe Qualität in der Kundenberatung sicherzustellen, werden die Mitarbeiter kontinuierlich weitergebildet. Die Kreissparkasse hat den Auftrag, eine angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft sowie der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Dienstleistungen sicherzustellen. Das beinhaltet die Verpflichtung, allen Bevölkerungsschichten Finanzdienstleistungen anzubieten, unabhängig von deren sozialer Situation. Auch wirtschaftlich schwächere Privatpersonen können durch die Bereitstellung von Basis-Finanzdienstleistungen am Wirtschaftsleben teilhaben.    

Lieferkette  

Dienstleistungen bezieht die Kreissparkasse vorrangig von Unternehmen aus der S-Finanzgruppe. Eine Prüfung der Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Wertschöpfungskette bei diesen Dienstleistern ist nur insofern möglich, als dass hierfür auf öffentlich kommunizierte Aussagen zurückgegriffen wird. Bei wesentlichen Auslagerungen nach § 25b KWG erfolgt eine umfangreiche Risikoanalyse, die auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt.  

Die IT-Ausstattung wird über den IT-Dienstleister Finanz Informatik GmbH & Co. KG angemietet. Dieser verpflichtet seine Lieferanten dazu, ökologische, ethische und soziale Mindestanforderungen einzuhalten. Dazu zählen unter anderem ein aktives Umweltmanagementsystem, die Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen im Rahmen der ILO Kernarbeitsnormen, der Verzicht auf Kinder- und Zwangsarbeit und der Verzicht auf Korruption.  

Auch bei der Beschaffung der Betriebs- und Geschäftsausstattung spielen Nachhaltigkeitsaspekte für die Kreissparkasse eine Rolle. So sind die beiden Hauptlieferanten für Büromobiliar und der Büromateriallieferant zertifiziert nach DIN ISO 14001 und das verwendete Druckerpapier stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Lieferant von Büromaterial verpflichtet seine Lieferanten zur Einhaltung der Regeln des UN Global Compact, der UN Kinderrechtskonvention und der ILO Kernarbeitsnormen sowie dazu diese Regelungen auch bei Vorlieferanten nachzuhalten.  

Die beiden Hauptwerbemittellieferanten sichern zu, dass keine von Kindern gefertigten Produkte angeboten werden. Die Sparkassen-Einkaufsgesellschaft, über die die Kreissparkasse den größten Teil ihrer Werbemittel bezieht, bekennt sich zu einer nachhaltigen Geschäftsausrichtung im ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Sinne. Alle Lieferanten müssen sich zur Einhaltung des SEG-Kodexes verpflichten, der unter anderem Vorgaben zur Business-Ethik (z. B. Anti-Korruption), sozialen Verantwortung (z. B. Einhaltung der int. Menschenrechte) oder Umweltschutz beinhaltet.  

In den Bereichen Entsorgung, Trinkwasser und Energie halten wir alle gesetzlichen Standards ein. Bei Neubauten und Sanierungsmaßnahmen beachten wir die Vorgaben gemäß EEWärmeG und EnEV.  

Eine gezielte Kommunikation mit Geschäftspartnern über das Thema Nachhaltigkeit findet bisher nicht statt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4