1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Seit fast 200 Jahren stehen wir als Stadtsparkasse Wuppertal kontinuierlich an der Seite der Menschen und Unternehmen in der Region. Unser Geschäftsmodell ist von Beginn an auf nachhaltige Entwicklung angelegt, in unserer Gründungsidee insbesondere bezogen auf die soziale und ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit und im modernen und der Zeit angepassten Verständnis auch in der ökologischen Dimension.  

In 2016 haben wir in Zusammenarbeit mit dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) analysiert, welche Aspekte der Nachhaltigkeit sowohl für unsere Kundinnen und Kunden, Partnerinnen und Partner als auch für uns als Institut wesentlich sind. Diese Wesentlichkeitsanalyse bestimmt seitdem unsere Ausrichtung zum Thema Nachhaltigkeit. Auf dieser Basis sind neun Maßnahmenfelder identifiziert worden (s. Kriterium 2 „Wesentlichkeit“ und Kriterium 3 „Ziele“). Im kommenden Jahr 2021 werden wir diese Ergebnisse durch die Durchführung eines Nachhaltigkeits-Kompasses überprüfen, aktualisieren und gegebenenfalls erweitern. Das Thema Nachhaltigkeit ist seit 2019 fest in unserer Geschäftsstrategie verankert, um unser gesamtes Geschäft nachhaltig auszurichten. Wir sehen dies als konsequente Fortführung des Sparkassengedankens und heben die besondere Bedeutung dieser Thematik, insbesondere mit Blick auf die gegenwärtigen Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Knappheit und Endlichkeit von Ressourcen hervor. Unser nachhaltiges Engagement richten wir zudem an weitergehenden internationalen nachhaltigkeitsrelevanten Standards aus. Durch unseren Beitritt in die Allianz für Entwicklung und Klima haben wir uns dazu bekannt, unsere Kernaufgabe der Verbesserung der Lebensverhältnisse von Menschen mit der Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks zu verbinden. Die Allianz ist ein breites, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründetes gesellschaftliches Bündnis, das sich freiwillig für die Umsetzung der Agenda 2030 und den Pariser Klimavertrag engagiert (https://allianz-entwicklung-klima.de/). Diese zwei nachhaltigen Standards bzw. Zielvorstellungen erkennen wir somit an und orientieren uns an diesen bei unseren eigenen Bemühungen. Im Zuge dessen streben wir als weiteren Meilenstein im kommenden Jahr die Klimaneutralität an.  

Unterstrichen haben wir diese Bemühungen dadurch, dass wir in 2020 als einer der Ersten die Selbstverpflichtung deutscher Sparkassen für klimafreundliches und nachhaltiges Wirtschaften unterzeichnet haben. Neben der Agenda 2030 und den Pariser Klimazielen streben wir dadurch auch nachhaltige Verbesserungen in den Bereichen „Finanzierung und Eigenanlagen“, „Kundenunterstützung“, „Nachhaltige Wertpapierinvestments“, „Führungskräfte und Mitarbeitende“ sowie „Klimaschutz vor Ort“ an.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wir als Stadtsparkasse Wuppertal sind ein verlässlicher Partner für die Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger, große Firmen und Institutionen, sowie die vielen Mittelständler und Kulturelle in der Region.

Für uns sind alle Aspekte der Nachhaltigkeit (sozial, ökologisch und ökonomisch) im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes von Bedeutung. Wir legen bereits seit unserer Gründung Wert auf verantwortungsvolles, soziales und langfristiges Wirtschaften. Als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut steht bei uns nicht die Gewinnmaximierung im Zentrum unseres Handelns, sondern die Verbesserung des Wohlstandes und der Lebensqualität in der Region. Alles, was wir erwirtschaften, kommt letztendlich der Gemeinschaft zu Gute. Gemeinwohl- und Gewinnorientierung laufen hier Hand in Hand (weitergehende Besonderheiten unseres Geschäftsumfeldes s. „Allgemeine Informationen“).

Eine Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2016 (s. Kriterium 1 „Strategische Analyse und Maßnahmen") hat sechs hoch priorisierte Aspekte identifiziert, die unsere Geschäftstätigkeit prägen und auch zukünftig einen wesentlichen Einfluss auf ebendiese Geschäftstätigkeit ausüben werden. Die sechs Aspekte sind:   Diese sechs Aspekte bilden den Kern unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen. Es wurden konkrete Maßnahmen, Ziele und Kriterien abgeleitet, die für die Entscheidungsfindung in Bezug auf Nachhaltigkeit genutzt und im nachfolgenden Kriterium 3 „Ziele“ ausführlicher erläutert werden. Zur Überprüfung der o. g. Aspekte streben wir im Jahr 2021 die Durchführung eines Nachhaltigkeits-Kompasses an. Wir möchten damit die Aktualität und Vollständigkeit der als wesentlich eingestuften Aspekte überprüfen und gegebenenfalls erweitern. Des Weiteren prüfen wir dadurch die Auswahl sowie die Erreichung der daraus abgeleiteten Ziele. Der Nachhaltigkeits-Kompass könnte daher auch als Controlling-Instrument dienen.

Positive und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die soeben beschriebenen wesentlichen Aspekte wurden bisher nicht analysiert.
Nachhaltigkeits- und Klimarisiken haben eine zunehmende Relevanz für die Finanzmarktstabilität. Innerhalb der Finanzbranche hat sich die Auseinandersetzung mit Klimarisiken seit 2018 spürbar intensiviert. Auch die Stadtsparkasse Wuppertal nimmt ihre Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken ernst. Bisher haben wir keine sozialen oder ökologischen Risiken, die aus der Umsetzung dieser Aspekte entstehen könnten, erkannt. Vielmehr sehen wir ein Risiko darin, wenn wir dem Thema keine ausreichende Beachtung schenken und keine Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit einleiten würden. In diesem Fall könnten wir zukünftig unserem primären Ziel, der ganzheitlichen bestmöglichen Versorgung unserer Kundinnen und Kunden und der Wohlstandsförderung der Region, nicht mehr vollumfänglich nachkommen.

Mit Veröffentlichung eines Merkblatts zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken im Dezember 2019 formulierte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ihre Erwartungen über die Art und Weise, wie Nachhaltigkeitsaspekte im Risikomanagement der beaufsichtigten Unternehmen berücksichtigt werden können. Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe wurden daraufhin Empfehlungen zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken erarbeitet. In diesem Leitfaden wurden sogenannte Basisempfehlungen als eine angemessene Vorgehensweise für Sparkassen mit gewöhnlichem Geschäftsbetrieb angesehen. In diesem Sinne stellen Nachhaltigkeitsrisiken keine eigene Risikoart dar, sondern wirken auf die bereits in der Risikoinventur der Sparkasse identifizierten Risikoarten als mögliche Risikotreiber. Im Risikomanagement der Sparkasse werden diese Sachverhalte berücksichtigt. Wir beabsichtigen grundsätzlich, alle innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe in diesem Zusammenhang zukünftig weiterentwickelten Standards zu übernehmen.

In gleicher Weise, wie aus Nachhaltigkeitsrisiken negative Auswirkungen entstehen können, ergeben sich Chancen, wenn Nachhaltigkeitsaspekte aktiv aufgegriffen und im Rahmen der Geschäftstätigkeit als Ankerpunkt und Entscheidungskriterium angemessen berücksichtigt werden. So können nicht nur Risiken vermieden oder minimiert werden, sondern sogar Wettbewerbsvorteile und zusätzliche Erträge generiert werden, sowohl bei der Sparkasse selbst als auch bei den Kundinnen und Kunden und dadurch letztlich auch im gesamten gesellschaftlichen Umfeld der Sparkasse. Beispielsweise können Nachhaltigkeitsaspekte neben Risiko-, Ertrags- und Liquiditätsaspekten als weitere Anlagekriterien genutzt werden, um über nachhaltige Anlagen der Sparkasse und ihrer Kunden Anlageoptimierungen zu erreichen. Dies setzen wir seit Dezember 2020 um (s. Kriterium 10). Die Begleitung unserer Kunden bei der Finanzierung von Transformationsrisiken oder bei der Vermittlung von Förderkrediten (beispielsweise zur nachhaltigen Ausrichtung und Anpassung der Produktion eines Betriebs) kann die kreditwirtschaftliche Versorgung spürbar beleben. Die Sparkasse kann dabei dank ihres starken Vertriebsnetzes und der besonderen Nähe zum Kunden eine wichtige Katalysatorfunktion für die Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens übernehmen, die allen Beteiligten zu Gute kommt. Die entsprechenden Kredite bieten wir unseren Kundinnen und Kunden aktiv an. Wie bei allen wichtigen und zentralen Themen hat es sich dabei bewährt, die Aktivitäten der Sparkassen im Rahmen von verbandsseitigen Konzepten innerhalb der S-Finanzgruppe begleiten und koordinieren zu lassen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Es existiert keine explizite Nachhaltigkeitsstrategie. Für das Jahr 2020 gab es folglich auch keine quantitativen und qualitativen Ziele, die direkt daraus abgeleitet werden können. Nachhaltigkeit ist jedoch fester Bestandteil der Geschäftsstrategie 2019 bis 2021 (s. Kriterium 1 „Strategische Analyse und Maßnahmen"). Wir wollen unsere soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeitswirkung im Kundengeschäft, im eigenen Betrieb sowie bei der Unterstützung der Gemeinschaftsaufgaben schrittweise verbessern. Die aus der Geschäftsstrategie abgeleiteten operativen Ziele bilden überwiegend die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ab. Eine ökologisch geprägte Kennzahl wurde 2020 in die Zielekarte aufgenommen. Aus dieser leitet sich die Klimaneutralität bis zum Jahr 2021 als quantitative Zielgröße ab. Eine Priorisierung der operativen Ziele erfolgt nicht, da diese von gleich hoher Bedeutung sind. Die sogenannten 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen wurden bei der Konzeption unserer Nachhaltigkeitsziele betrachtet, sind jedoch kein integraler Bestandteil dieser. Weitergehende Ausführungen zur Zielkontrolle und dem Reporting werden im Kriterium 7 „Kontrolle“ beschrieben.

Aus den bereits angeführten Ergebnissen der Wesentlichkeitsanalyse wurden konkrete Maßnahmen bzw. Maßnahmenbündel abgeleitet, an denen wir uns dabei dauerhaft orientieren. Diese sind: Daraus haben wir weitere Ideen abgeleitet und arbeiten fortlaufend an deren Umsetzung. Es wurden u. a. folgende Maßnahmen abschließend realisiert:
  In 2020 wurden u.a. die folgenden Maßnahmen umgesetzt bzw. begonnen:

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Wir, die Stadtsparkasse Wuppertal, sind ein zentrales Element des regionalen Wirtschaftskreislaufes und arbeiten zum Wohle der Menschen und Unternehmen unserer Umgebung. Als Finanzdienstleister erbringen wir unsere Wertschöpfung zum Großteil selbst und richten unser Produktangebot an regionalen Bedürfnissen aus. Die Begleitung unserer Kundinnen und Kunden ist auf eine langfristige, nachhaltige und bestmögliche Versorgung ausgelegt. Wir bieten allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu Finanzdienstleistungen. Einlagen unserer Kundinnen und Kunden dienen der Vergabe von Krediten an Unternehmen, Privatpersonen und die Kommune. Im Sinne gesetzlicher Vorgaben und im Interesse des Verbrauchers prüfen wir, ob dabei die Verpflichtungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachhaltig erfüllt werden können. Dadurch werden das Ausfallrisiko des einzelnen Kreditnehmers und das Risiko des gesamten Kreditportfolios limitiert. Dieses Vorgehen stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe. Der Trend zu nachhaltigen Geldanlagen ist auch in unserer Sparkasse zu erkennen.
In Kriterium 10 „Innovations- und Produktmanagement“ ist beschrieben, welche Standards wir bei der Vergabe von Kreditmitteln und der Vermittlung von Anlagemöglichkeiten anwenden. Darüber hinaus sind bislang keine weiteren Nachhaltigkeitsaspekte von Bedeutung.

Wir sind bestrebt, Nachhaltigkeit sowohl im Geschäft als auch im Betrieb unserer Sparkasse zu berücksichtigen. Für den Einkauf von Produkten sowie den Bezug von Dienstleistungen gelten strikte Richtlinien, die sowohl Mindeststandards als auch Ausschlusskriterien umfassen (s. Kriterium 17 „Menschenrechte“). Im Zuge der Auftragsvergabe kommunizieren wir gegenüber unseren Geschäftspartnern den Stellenwert, den Nachhaltigkeit für uns hat, und treten ggf. mit ihnen in einen Austausch über eventuelle Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten, die bei der Herstellung ihrer Dienstleistungen und Produkte entstehen könnten. Unsere Auftragnehmer verpflichten sich durch die Unterzeichnung unserer Ethikrichtlinie, ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Dazu zählen insbesondere umweltfreundliche Produkte sowie Recyclingprogramme, die Einhaltung der Arbeits- und Menschenrechte und die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Als nicht produzierendes und ausschließlich regional tätiges Unternehmen sind uns keine sozialen und ökologischen Probleme bekannt, die auf den einzelnen Stufen unserer Wertschöpfungskette entstehen könnten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4