1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als holzverarbeitendes Unternehmen für Badmöbel-Lösungen ist sich burgbad seiner Verantwortung für die Umwelt bewusst. Nachhaltigkeit spielt im Bereich der Rohstoffe, aber auch in der Produktion, im Umgang mit den Mitarbeitenden und in der Produktentwicklung eine zentrale Rolle. Seit 2014 ist ein Nachhaltigkeits-Managementsystem im Unternehmen verankert. Dies erfolgte im Rahmen der blue-life Strategie des Mutterkonzerns - ein umfassendes System zum Messen, Berichten und Verbessern der Nachhaltigkeitsperformance der beteiligten Unternehmen.

Mit Hilfe unseres eigenen Öko-Controlling-Systems sind wir in der Lage, unsere Nachhaltigkeitsperformance zu messen.

In 2015 wurde unser burgbad-Nachhaltigkeitsteam – bestehend aus 12 Vertretern aller Fachbereiche – ins Leben gerufen. 
Wir haben an allen 4 Standorten Workshops durchgeführt, in denen die wesentlichen Herausforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit für unser Unternehmen definiert wurden. Hierbei haben wir uns u.a. an den aktuellen globalen Herausforderungen orientiert:

1. Umweltbelastung
Der Klimawandel ist eine weltweite Herausforderung, dem auch burgbad aktiv begegnen möchte.

2. Ressourcenschonung
Wir möchten unsere notwendigen Ressourcen, besonders diejenigen, die nur begrenzt zur Verfügung stehen, sparsam gebrauchen. Wo es möglich ist, möchten wir kritische Einsatzstoffe und Energien vermeiden, reduzieren oder sinnvoll durch Alternativen ersetzen.

3. demographischer Wandel
Eine alternde Gesellschaft stellt neue Anforderungen. Wir möchten die wertvolle Erfahrung und das Know-how unserer älteren Mitarbeiter erhalten – und gleichzeitig die besten jungen Leute gewinnen. Für unsere Kunden wollen wir Lösungen schaffen, die ihnen das selbständige Wohnen im Alter ermöglichen und erleichtern.

4. Gesundheit
Das Thema Arbeitsunfälle und Krankheit ist für uns als Industrieunternehmen von fortwährender Bedeutung – ebenso wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Hinblick auf unsere Kunden möchten wir gesundheitlich unbedenkliche Produkte anbieten, die im besten Fall auch einen gesundheitlichen Mehrwert bieten.

5. Wirtschaftliche Globalisierung
Aufgrund der wirtschaftlichen Globalisierung ergeben sich zwei Herausforderungen: Die Auswirkungen in der Lieferkette durch zunehmend vernetzte Beschaffungsmärkte – und gleichzeitig die notwendige Stärkung unserer Absatzmärkte gegen einen steigenden globalen Wettbewerb.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Auf der Basis der festgelegten wesentlichen Herausforderungen haben wir wesentliche Handlungsfelder ermittelt, bei denen auch die Ergebnisse der in 2015 durchgeführten Stakeholder-Befragungen hinsichtlich wesentlicher Aspekte berücksichtigt wurden:

1. Klimaneutrale Produktion (nach Scope 1 und 2) durch Reduktion der Emissionen und            Kompensation
2. Ökoeffizienz erhöhen, mit dem Ziel, sowohl die Produktivität zu steigern, als auch                   Kosten und die ökologischen Auswirkungen zu reduzieren
3. Nachwuchsförderung im Unternehmen verankern– altersgerechte Beschäftigung                    fördern/ ermöglichen– altersgerechte Produkte entwickeln
4. Produktsicherheit garantieren –Gesundheitserhaltung der Mitarbeiter fördern
5. Nachhaltige Lieferketten verfolgen– nachhaltige Qualität, Service und Innovation                     gewährleisten.

Für die Umsetzung im Alltag haben wir sechs Nachhaltigkeits-Leitsätze entwickelt, die an unsere Vision anknüpfen:

Ein Champion für unsere Kunden:
Wir wollen brillant sein für die Zufriedenheit unserer Kunden.
Fair:
Wir leben einen fairen Umgang miteinander, unseren Kunden und Partnern
be careful:
Wir erledigen unsere Arbeit umsichtig und berücksichtigen alle relevanten Themen
durable/dauerhaft:
Bei allem was wir tun, liegt unser Fokus auf Langlebigkeit und Qualität
aware/achtsam:
Wir sind uns unserer Verantwortung für alle Aspekte der Nachhaltigkeit bewusst
efficient/effizient:
Wir arbeiten effizient und energiesparend

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Analyse der Chancen und Risiken der jeweiligen Handlungsfelder ergab konkrete Nachhaltigkeitsziele, die in den kommenden Jahren kontinuierlich verfolgt werden

1.    Umweltbelastung
·         Reduzierung CO2-Ausstoss um 15% im Vergleich zu 2014 (2017)
·         Kompensation des verbleibenden CO2-Ausstosses nach Scope 1 und 2 und somit   
          klimaneutraler Möbelhersteller (2017)
·         Umstellung Strombezug auf nahezu 100% erneuerbare Energie in Deutschland                  (2016)
·         Reduzierung Emissionen durch Abluftreinigungsanlage Fredeburg (2016)
·         Messen der Emissionen von Geschäftsreisen (Flug); Intensivere Nutzung                                von Videokonferenzen
·         Beitritt Klimapakt DGM (Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V.) (2016)
·         Briefversand gogreen in Deutschland (2016)

2.    Ressourcenschonung
·         Ökocontrolling-System zum Messen, Berichten und Verbessern der                                          Nachhaltigkeitsperformance bereits eingeführt; wird zur Erhöhung der                                      Ökoeffizienz langfristig genutzt.
·         Steigerung des Anteils an PEFC-zertifiziertem Holz
·         Abfallmenge soweit möglich reduzieren bzw. wenn möglich dem Recycling zuführen.
·         bewusster Umgang mit Ressourcen
·         Einführung eines Energie-Monitoring-Systems in allen Werken (2016)
·         Papierverbrauch reduzieren und Umstellung Einkauf auf 100% PEFC /FSC                             Papier (2016)

 3.    Demographischer Wandel
·     Burgbad bildet an allen deutschen Standorten Jugendliche in kaufmännischen                    und handwerklichen Berufen aus und wird dies auch weiterhin aus Überzeugung tun.
·     Regelmäßige Fortbildung/Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter fördern
·     Entwicklung eines Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter (2016)
·     Altersgerechte Produktentwicklung
·     Dauerhafte Teilnahme am girls-/boys day

4.    Gesundheit
·     Anwendung des „health label“ in Frankreich (sobald der entsprechende                               Gesetzesentwurf für die Bewertung von Emissionsgrenzwerten in Innenräumen                        verabschiedet wird)
·     Innovationen mit gesundheitlichem Mehrwert
·     Wir arbeiten auch zukünftig mit gesundheitlich unbedenklichen Materialien und                        Prozessen
·     LTIR (Unfallrate) soweit möglich senken

5.    Wirtschaftliche Globalisierung
·     Alle neuen Lieferanten sind angehalten den 2014 entwickelten Code of Conduct                  und unsere Lieferantenvereinbarung unterzeichnen
·     Das Thema Nachhaltigkeit wird in die Jahresgespräche integriert
·     Grundsatzfragebogen für potentielle Lieferanten entwickeln und einführen
·     Stichprobenartige Überprüfung zur Einhaltung des Code of Conduct
·     Fokus weiterhin auf einen Mehrwert für den Kunden richten
·     Führende Stellung in Design und Innovation

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Stufen unserer Wertschöpfungskette:

1. Unsere Rohstoffe  (Anteilig nach Gewicht)

Holz (49%)
Alle Hölzer stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Unsere Standorte sind nach PECF Standard zertifiziert. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass in den deutschen Werken aktuell 85% (im französischen Werk 80%) der eingekauften Holzprodukte (in m3) PEFC-zertifiziert sind.

Füllstoffe (15%)
Wir kaufen große Mengen an natürlichen Sanden. Alle Lieferanten und Abbaugebiete liegen in Deutschland und stellen kein akutes Risiko unter Nachhaltigkeitsaspekten dar.

Spiegel und Gläser (9%)
Unsere Spiegel beziehen wir in 2015 zu über 95% aus Europa. Hier sehen wir kein Risiko hinsichtlich nicht eingehaltener Standards. Gläser kaufen wir zu knapp 50% der Menge über einen Importdienstleister aus Asien ein. Er ist verantwortlich für die Einhaltung des Code of Conduct, den er unterzeichnet hat.

Keramik-Waschtische (6%)
Die Keramikwaschtische werden in 2015 zu über 90% von unserem Mutterkonzern in der Türkei hergestellt.

Die restlichen 21% unserer Rohstoffe sind unter anderem technische Beschläge, Schubladen, Harze und Kleinteile.

2. Unsere Produktion
An den drei Standorten Bad Fredeburg, Greding und Nogent le Roi (Frankreich) produzieren wir Badmöbel, am Standort Lauterbach stellen wir Mineralgusswaschtische her. Die Zusammenführung dieser Elemente für den weiteren Versand an den Kunden erfolgt auf Paletten in den jeweiligen Badmöbel-Werken, wobei die Endmontage erst beim Kunden vor Ort erfolgt.

Ein komplexes, intern-entwickeltes Planungstool berechnet anhand des Fertigstellungstermins die vorgelagerten Produktionsprozesse. Die auftragsbezogene just-in-time Fertigung ohne Lagerkosten macht eine aufwändigere Logistik notwendig.

3. Unsere Distribution
Wir liefern unsere Produkte mit Fremdspeditionen zu unseren Kunden. In unserem französischen Werk haben wir in 2015 die Belieferung eines großen Kunden auf cross docking umgestellt, d.h. unsere Waren werden vorkommissioniert geliefert, um Prozessschritte und Lagerhaltungskosten zu reduzieren.

4. Unsere Kunden
Unsere Kunden sind der Groß- und Einzelhandel, die unsere hohen Qualitätsstandards schätzen. Diese sorgen nicht nur für eine lange Produktlebensdauer, sondern schonen auch Ressourcen und Energie.

Weitere Informationen zu den Vereinbarungen mit unseren Lieferanten, unseren Gütesiegeln, zu unseren Nachhaltigkeits-Maßnahmen in den jeweiligen Betrieben und den Zielen finden Sie unter

downloads/nachhaltigkeit/burgbad_Nachhaltigkeitsbericht_2015.pdf#page=6

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4