1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

„Unsere Sparkasse – nachhaltig für die Region“ | Diese starke Vision ist die Grundaussage unserer Geschäftsstrategie. Wir konkretisieren es dort wie folgt: „Unsere auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftspolitik ist ökonomisch, ökologisch und sozial orientiert. Wir gestalten die Zukunft unserer Region nachhaltig mit. Diese Zielsetzungen finden sich auch in unseren Unternehmensleitlinien wieder. Besondere Bedeutung stellt für uns daher auch die aktive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung dar, abgeleitet aus den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.“ Diese Nachhaltigkeitsstrategie ist Ausgangspunkt unseres Wirtschaftens.  

Zukunftsfähigkeit hat lange Tradition | Nachhaltigkeit prägt in langer Tradition unser Geschäftsmodell, indem wir die Zukunftsfähigkeit in den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise bei der Kreditvergabe an Existenzgründer, bei Bildungsthemen sowie bei ökologischen Projekten fördern. Seit über 20 Jahren betreiben wir im eigenen Geschäftsbetrieb gezielt Umwelt- und Ressourcenschonung, insbesondere in den Bereichen Energie und Rohstoffe. Darüber hinaus haben wir zusammen mit externen Partnern in unserem Geschäftsgebiet zahlreiche Umweltprojekte aktiv vorangetrieben, etwa beim Wärmeschutz, bei energieeffizientem Bauen oder der Nutzung von Abwärme.  

Unser nachhaltiger Weg | Unsere Geschäftsstrategie und die darin enthaltene Nachhaltigkeitsstrategie wird jährlich überprüft und weiterentwickelt. Wir haben vier Bereiche identifiziert, in denen wir nachhaltig agieren möchten: Kunden/Kerngeschäft, Mitarbeiter, unsere Sparkasse als Unternehmen und im Rahmen unseres öffentlichen Auftrags. Uns leitet die Überzeugung, dass wir den besten gesellschaftlichen Nutzen erbringen, wenn wir die Förderung eines gutes Lebens und des Wohlstands der heute lebenden Menschen in Einklang bringen mit den Bedürfnissen kommender Generationen.  

Konkrete Maßnahmen | Daraus resultieren vielfältige konkrete Maßnahmen. Beispiele sind die finanzielle und personelle Unterstützung von Bürgerenergiegenossenschaften in der Gründungsphase, das Angebot nachhaltiger Produkte im Einlagen- und Kreditgeschäft, mit deren Hilfe soziale und ökologische Projekte finanziert werden können, und Baumaßnahmen, bei denen wir stets energetisch als auch materialseitig hohe Standards einhalten. Erstmals im Jahr 2016 erhielten wir die bekannte Nachhaltigkeitszertifizierung nach RJC (Responsible Jewellery Council). 2019 fand eine Rezertifizierung statt. Die Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zu verantwortlicher Unternehmensführung, Einhaltung von Menschenrechten, fairen Arbeitsbedingungen und Einhaltung von Umweltanforderungen. Über Details einzelner Maßnahmen berichten wir bei den jeweiligen Kriterien.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wesentlicher Einfluss von Aspekten der Nachhaltigkeit | Die Klimakrise ist der beherrschende Aspekt der Nachhaltigkeit. Sie zeigt bereits heute erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft unserer Region. Dabei geht es einerseits um Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung und andererseits um die Anpassung an unvermeidliche Folgen des Klimawandels. Geschäftsmodelle vieler Unternehmen verändern sich in beschleunigter Weise, etwa im Bereich der Energieversorger sowie in der Automobilbranche. Daher sind die Themen Energie und Mobilität insbesondere im Kundengeschäft, aber auch in unserem eigenen Geschäftsbetrieb wesentlich. Die Risiken des Klimawandels gemeinsam mit unseren Kunden in Chancen zu transformieren – das sehen wir als Herausforderung und Aufgabe.

Drei zusammenhängende Faktoren, die Einfluss auf unser Geschäftsmodell haben, sind die Trends Globalisierung, Digitalisierung und Demografischer Wandel. Diese stellen uns vor die Herausforderung, die „angemessene und ausreichende Versorgung…auch in der Fläche“ (§ 6, Absatz 1 des Sparkassengesetzes für Baden-Württemberg) sicherzustellen. Durch Globalisierung und Digitalisierung verändert sich die Art, wie unsere Kundinnen und Kunden untereinander und mit uns in Beziehung treten, sehr stark. Maßstab unseres Tuns ist die Leitfrage: Erleben Kunden einen zusätzlichen Mehrwert? Wir ordnen alle Aktivitäten diesem Maßstab unter. Persönliche Nähe zu unseren Kunden bleibt integraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells und drückt sich in guter Erreichbarkeit in Verbindung mit hoher Problemlösungskompetenz aus. Beim Thema Digitalisierung bieten wir sehr aktiv diejenigen Lösungen an, die einerseits hohen Kundennutzen und Effektivität bieten und andererseits von unseren Kundinnen und Kunden nachgefragt werden. Der demografische Wandel hat zwei Aspekte: einerseits die Sicherung qualifizierten Nachwuchses, die wir mit hoher Arbeitgeberattraktivität erreichen, und andererseits die veränderten Bedürfnisse älterer Menschen. Diesen helfen wir beispielsweise mit barrierefreien Zugängen zu unseren Filialen.  

Weitere Herausforderungen sind die anhaltende Tiefzinsphase, die aus Kundensicht wie auch aus Sparkassensicht die Erwirtschaftung auskömmlicher Erträge erschwert und die weiter zunehmende Regulatorik, die erhebliche Personalkapazitäten bindet. Mit einem attraktiven Angebot alternativer Anlagemöglichkeiten begegnen wir dem Zinstrend. Der Regulatorik stellen wir uns mit entsprechend qualifizierten Mitarbeitern, hocheffizienten Prozessen und Abläufen.

Einfluss unserer Geschäftstätigkeit auf Aspekte der Nachhaltigkeit | Unsere Produkte und Dienstleistungen nehmen indirekt Einfluss auf soziale und ökologische Aspekte der Nachhaltigkeit. Mit unserem hohen Volumen an Förderkrediten und eigenen Darlehensausreichungen im energetischen Bereich reduzieren wir die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen. Im Anlagebereich setzen wir verstärkt auf nachhaltige Produkte, etwa unserem „Sparkassen-UmweltZinssparen“ oder dem Angebot von Investmentfonds, die strenge soziale und ökologische Kriterien erfüllen. Bei unseren eigenen Gebäuden achten wir auf ressourcenschonendes Bauen und Sanieren und einen energieeffizienten Geschäftsbetrieb. In zahlreiche Kooperationen mit Akteuren aus unserer Region und in unser gesellschaftliches Engagement fließen soziale und ökologische Aspekte ein.   Indem wir die Risken aus den Aspekten der Nachhaltigkeit aktiv managen und dabei die Agenda 2030 der Vereinten Nationen (17 Weltentwicklungsziele) einbeziehen, nutzen wir  gezielt die Chancen, die sich gerade für unser gemeinwohlorientiertes Geschäftsmodell im Kontext der Nachhaltigkeit bieten.

Die genannten Aspekte wurden im Rahmen der Durchführung des sogenannten Nachhaltigkeits-Kompasses (siehe Kriterium 3) herausgearbeitet.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Nachhaltigkeits-Kompass | Wir haben uns in 2019 entschieden, zum Jahresbeginn 2020 den sogenannten Nachhaltigkeits-Kompass (ehemals Nachhaltigkeits-Check) erneut durchzuführen. Er wurde konzipiert, um die Nachhaltigkeitsleistung in regional tätigen Finanzinstituten zu analysieren und hat sich in der S-Finanzgruppe fest etabliert. Folgende Handlungsfelder werden dabei untersucht: Nachhaltigkeitsstrategie, Geschäftsbetrieb inklusive Personal, Kerngeschäft (Anlage, Kredit, Eigengeschäft) und Kommunikation/Berichterstattung.  

Nachhaltigkeits-Workshop | Die Durchführung des Nachhaltigkeits-Kompasses erfolgte im Februar 2020 im Rahmen eines ganztägigen Workshops unter externer Moderation und Beteiligung des Vorstands sowie Führungskräften aller betroffener Bereiche. Im Gesamtergebnis schnitten wir im Vergleich überdurchschnittlich ab, da wir Nachhaltigkeit in der Geschäftsstrategie klar verankert haben, im Kundengeschäft (Anlage und Kredit) zahlreiche Angebote bieten und auch bei uns selbst, in unserem eigenen Geschäftsbetrieb, mit hohem Bewusstsein für Nachhaltigkeitsaspekte handeln. Wir haben direkt im Workshop ein potenzielles Maßnahmenprogramm erarbeitet, das auf unseren relativen Stärken aufbaut.  

Aus Maßnahmen Ziele entwickeln | Die Erfahrungen, die wir in der Umsetzung sammeln, werden es uns ermöglichen, uns ab 2021 sukzessive qualitative und dann auch quantitative Ziele in den genannten Handlungsfeldern zu geben. Die Ziele wollen wir nach Möglichkeit in unsere eigene Planung integrieren – angelehnt an die Handlungsfelder der Balanced Scorecard. Die Strategie unseres Unternehmens wird grundsätzlich unter vier Perspektiven beleuchtet: Kunden, Finanzen, Prozesse und Lernen/Entwicklung. Die Sicherstellung von Nachhaltigkeit im Geschäftsbetrieb haben wir bereits 2019 aufgenommen. Bei der Zielbildung werden wir uns an den Vorgaben der Nachhaltigkeitsstrategie, die wir in unsere Geschäftsstrategie integriert haben, orientieren (siehe Kriterium 1). Ein weiteres Entwicklungsfeld sehen wir darin, unsere Nachhaltigkeitsleistung weiter zu schärfen, in eine Positionierung zu formen und regelmäßig intern und extern über die Fortschritte zu kommunizieren.  

Treiber Unternehmensleitbild | Als begleitender Treiber der Entwicklung und fester Orientierungsmaßstab fungiert unser Unternehmensleitbild, in dem wir Innovationen in nachhaltige Produkte und Prozesse als wichtiges Kriterium wie folgt aufgenommen haben: „Als fortschrittliches Kreditinstitut fördern wir auch innovative Geschäfts- und Produktideen unserer Kunden sowie deren Investitionen in umweltfreundliche und ressourcenschonende Maßnahmen.“

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Kundengeschäft | Den größten Teil der Wertschöpfung erbringen wir gemäß unserem Geschäftsmodell als Universalbank selbst. Die Einlagen unserer Kunden verwenden wir weitestgehend für die Vergabe von Krediten an Privatpersonen, den Mittelstand und öffentliche Haushalte, vorrangig in unserem Geschäftsgebiet. Mit Produkt- und Beratungsangeboten zur Verbesserung von Umweltschutz, Energie- und Ressourceneffizienz in privaten, gewerblichen und öffentlichen Immobilien sowie im verarbeitenden Gewerbe tragen wir maßgeblich zum Klimaschutz und zum Ausbau erneuerbarer Energien, zur Lösung demografischer Herausforderungen und zur Bewältigung sozialer Herausforderungen bei.   Auf Anlegerseite bieten wir aktiv verschiedene nachhaltige Produkte an, die strengen ökologischen und sozialen Kriterien entsprechen. Hierbei nutzen wir einerseits das hierfür geeignete umfassende Produkt- und Dienstleistungsangebot der Sparkassenorganisation und entwickeln andererseits auch selbst innovative, zukunftsorientierte und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Mit bedarfsgerechten Produkten und ganzheitlichen Beratungsangeboten fördern wir die stabile Entwicklung der regionalen Wirtschaft, des Standorts sowie der Infrastruktur in unserem Geschäftsgebiet.   In unseren Gold- und Edelmetallgeschäften haben wir uns den Prinzipien des „Responsible Jewellery Council“ (RJC) unterzogen, die für uns unternehmensweit Geltung erlangen. Darin binden wir uns an Standardprinzipien in vier Feldern: Unternehmensethik, Einhaltung der Menschenrechte, gesellschaftliche Verantwortung und Managementsysteme. Die Umsetzung der Forderungen zur Anerkennung der Menschenrechte und der sozialen Verantwortung orientiert sich an den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der UN-Menschenrechtscharta und der UN-Kinderrechtskonvention sowie dem weltweit anerkannten Standard SA8000 für Sozialmanagementsysteme.  

Eigenanlagen | Bei unseren Eigenanlagen haben wir bisher in der Praxis auf einzelne Nachhaltigkeitskriterien geachtet. In Zukunft wollen wir dies in eine feste Struktur gießen und wollen hierfür mittelfristig ein Konzept erarbeiten.  

Sparkassenbetrieb | In unserem Geschäftsbetrieb achten wir auf ressourcenschonendes Wirtschaften. Dies betrifft den Einkauf ebenso wie die Sensibilisierung der Mitarbeiter im Tagesgeschäft. So trägt beispielsweise unser eingesetztes Kopierpapier die Labels FSC und  EU-Ecolabel. Es wird außerdem aus Eucalyptus-globulus-Fasern hergestellt. Unseren Postversand und den Bezug unserer Druckertoner gestalten wir mit unseren Dienstleistern bereits weitestgehend klimaneutral. Viele Waren und Dienstleistungen beziehen wir von der Deutschen Sparkassenverlag GmbH (DSV) und der Sparkasseneinkaufsgesellschaft (SEG). Beide Unternehmen bekennen sich zu einer nachhaltigen Geschäftsausrichtung und haben ethische Verpflichtungsvereinbarungen mit Lieferanten und Dienstleistern geschlossen. Bei den Druckerzeugnissen des DSV wird umweltfreundlichen Alternativen der Vorrang eingeräumt. Daneben beauftragen wir vorzugsweise regionale Dienstleister und Lieferanten. Baumaßnahmen werden, soweit möglich, von regional ansässigen Handwerksbetrieben ausgeführt. Mit unseren wichtigsten Lieferanten stehen wir regelmäßig im Austausch, um Ansätze für Verbesserungen zu ermitteln.
Wir unterstützen die Ziele des Sparkassenverbandes, Menschen mit Behinderung zu ermöglichen, Dienstleistungen der Sparkasse barrierefrei in Anspruch zu nehmen. Viele unserer Geschäftsstellen wurden bereits im Rahmen des Projekts „seniorenfreundlicher Service“ des Landesseniorenrates zertifiziert. Im Februar 2020 unterzeichneten wir die „Zielvereinbarung zu barrierefreien Dienstleistungen zwischen Sparkassenverband Baden-Württemberg und Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen in Baden-Württemberg“.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

---
---
---
---