1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

triple innova hat sich zur einzigen Aufgabe gesetzt, die nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft voranzubringen. Dabei helfen drei Dinge: aktuelles Wissen, Mut zur Veränderung und das Anknüpfen an Bestehendes, um es innovativ in Richtung Nachhaltigkeit zu transformieren. Wir nutzen bestehende Nachhaltigkeits-Leitlinien und -Standards als Instrumente für die Arbeit im eigenen Unternehmen und in unseren Tätigkeiten zur Unterstützung anderer. Wir arbeiten an ihrer Weiterentwicklung mit, damit sie zur Verwirklichung von mehr Nachhaltigkeit beitragen.
Im Berichtszeitraum stand insbesondere unsere Kooperation mit der GRI im Vordergrund; seit 2010 mit mindestens zwei zertifizierten GRI-Trainer*innen aktiv, unterrichten aktuell drei triple innova-Trainier*innen in den von der GRI-zertifizierten Workshops. Zudem mischt triple innova sich immer wieder fachlich in die GRI-Diskussionen ein – was in diesem Multi-Stakeholder-Netzwerk erwünscht ist. Zudem sind Teammitglieder von triple innova in wissenschaftlichen und Beratungs-Kontexten aktiv, um neueste Themen wie Digitalisierung und Circular Economy in unserer Arbeit hinreichend zu berücksichtigen, z.B. bei B.A.U.M. e.V..
triple innova’s Herausforderung der nächsten Jahre liegt darin, deutliche Schritte Richtung mehr Nachhaltigkeit bei unseren Kunden und Partnern zu unterstützen und trotzdem eine kleine flexible und praxisnahe Agentur zu bleiben. Damit besetzen wir einerseits eine Nische und sind andererseits nicht leicht einzuordnen. In der „Nachhaltigkeits-Community“ herrscht für diese beiden Zielsetzungen folgende Arbeitsteilung vor: NGOs und wissenschaftsnahe think tanks postulieren das deutliche inhaltliche Handlungserfordernis; Agenturen sind kreativ, bedienen inhaltlich aber häufig allein Praxiserfordernisse.
triple innova kombiniert die Ausrichtung auf aktive, handelnde Verantwortungsübernahme mit einer starken Dienstleistungsmentalität.
Mit kritischem Blick beobachten wir eine Entwicklung im Feld von unternehmerischen Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Initiativen: Viele Internetplattformen und Printmedien unterscheiden nicht deutlich zwischen redaktionellen Beiträgen, die von Journalist*innen recherchiert und dargeboten werden, und Anzeigen, die eine Darstellung von Organisationsmeinungen bzw. Werbung sind. Auf den ersten Blick ist das Eine vom Anderen nicht zu unterscheiden; und teils sind die Übergänge fließend. Warum uns das beunruhigt? Weil Nachhaltigkeitskommunikation sich aus unserer Sicht grundsätzlich von Marketing unterscheiden sollte. Schließlich geht es doch darum, praktische Schritte zur Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen zu gehen, und dafür müssen diese erkannt, benannt und effektiv angegangen werden. Das bedeutet aber eben nicht Business as usual und subjektive Kommunikation, sondern die von unterschiedlichen Stakeholdern benannten Probleme und somit auch unbequeme Themen anzugehen, und messbare bzw. nachweisbare Leistungen zu zeigen. Reine Erfolgsstories, wie sie in Selbstdarstellungen und Werbung dominieren, sind das Gegenteil davon.
Zudem tragen sie häufig zum „Greenwashing“ bzw. „Bluewashing“ bei, das den Nachhaltigkeits- und CSR-Begriff diskreditiert, den wir wegen seiner konstruktiven Zielrichtung nutzen. Unser Ansatz von Nachhaltigkeitskommunikation reagiert darauf: Ausgewogenheit und Wesentlichkeit sind auch in Zukunft unsere Leitprinzipien in diesem Feld. Damit bereiten wir die Basis für eine Kommunikation unserer Kunden, bei der es keine Notwendigkeit für Greenwashing gibt.
Die benannte Entwicklung ist teils ökonomischen Erfordernissen geschuldet; öffentlich finanzierte „freie“ Forschung und Freiraum für ausführliche Recherchen sind aktuell nur für einen Teil der aktuellen Wissensgenerierung verantwortlich. Transparenz auch bezüglich der Grenzen unseres Wissens ist notwendig, um die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklungen anzugehen.
Neben unseren Unterstützungsleistungen für Kunden, die neben der Umsetzung faktenbasierter Nachhaltigkeitskommunikation viel Wissensweitergabe und Befähigung von Verantwortungsträger*innen beinhaltet, ist uns daher wichtig, uns in gesellschaftliche Diskurse einzubringen; leider stehen uns dafür nur geringe Kapazitäten zur Verfügung. Seit 2015 erfolgt jedoch z.B. ein direkter Transfer von triple innova-Kompetenz in die Hochschullehre – und umgekehrt sind viele triple innova-Kunden stark interessiert an den Auffassungen von Studierenden.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

triple innova arbeitet im Auftrag von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und in Netzwerken, die auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichtet sind; Ziel der gesamten Geschäftstätigkeit ist die Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten aller drei Dimensionen von Nachhaltigkeit; unsere Expertise besteht u.a. im Überblickswissen im Feld Nachhaltigkeit. Das beeinflusst auch unsere eigene Ausrichtung auf Nachhaltigkeit.
Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen haben wir ungefähr jährlich in Besprechungen im triple innova-Team formuliert; Stakeholder haben wir zuletzt 2009 explizit zu unseren Berichtsthemen befragt. Regelmäßig nutzen wir jedoch eine Übung zum Thema Stakeholder-Einbeziehung in von uns veranstalteten offenen Workshops, um Feedback und Kritik zu unseren wesentlichen Themen einzuholen. In 2015 und 2016 waren dies sechs Workshops, an denen über 40 Personen aus unterschiedlichen Branchen teilnahmen. Im triple innova-Team wurden 2017 diese sechs Themen formuliert, die sich nicht grundlegend von früher formulierten Themen unterscheiden, jedoch auf Basis der Feedbacks geschärft wurden: 
1.    Verbesserte Nachhaltigkeitsleistung bei unseren Kunden und Befähigung der Kunden. Im Zusammenhang damit stehen die Themen: kompetente, effektive und effiziente Beratung, Kundenzufriedenheit, aktuelles und ausgewogenes Wissen, fundiert durch Austausch und Weiterbildungen; methodische und inhaltliche Innovation sowie Authentizität
2.    Unabhängigkeit von einzelnen Auftraggebern sowie von standardsetzenden Organisationen wie GRI, um eine an Nachhaltigkeitszielen ausgerichtete Beratungspraxis zu ermöglichen
3.    Aktive Wissensweitergabe in den eigenen Projekten und in die gesellschaftlichen Umfelder, z.B. in Hochschule, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, privates Umfeld
4.    Mitwirkung in standard- und normgebenden Organisationen
5.    Mitarbeiter*innenzufriedenheit, insbesondere Mitarbeiter-Bindung, Work-Life-Balance, Teamgröße
6.    Eigene Klima-Emissionen und eigener Ressourcenverbrauch (Material, Energie); konkret die Mobilität (Pendeln und Geschäftsreisen) des triple innova-Teams und die Beschaffung
Es sind somit insbesondere sozial-ökonomische Chancen und Risiken, die unsere eigene Nachhaltigkeitsstrategie betreffen; wir begegnen ihnen insbesondere durch die Auswahl unserer Netzwerkpartner*innen und durch die Qualifizierung und Einbindung des triple innova-Teams. Und natürlich bedeutet dies, unser betriebliches umweltbezogenes Engagement zu kommunizieren. Bezüglich einzelner Prozesse der Umsetzung sind Inhalte auch den einzelnen folgend bearbeiteten DNK-Kriterien zu entnehmen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Unsere Beratung unterstützt andere dabei, ihre eigenen Leistungen zu verbessern, zu erweitern, besser abzustimmen, klarer auszurichten, stärker im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu agieren. Durch unseren Wissenstransfer und durch unsere anwendungsbezogene Forschung verbreiten wir Wissen, Theorien, Beispiele, Konzepte, und wir bewerten diese gemäß ihrer Anwendbarkeit und Zuträglichkeit.
Es ist jedoch schwierig zu messen, was unsere Arbeit bewirkt.
Viele unserer Projekte sind vertraulich, denn sie werden im Auftrag von Kunden und Partnern erarbeitet. Das generierte Wissen und die erprobten Anwendungen könnten theoretisch auch in anderen Bereichen genutzt werden und andere in Sachen Nachhaltigkeit unterstützen, sind aber zu einem beachtlichen Teil geschütztes Wissen unserer Kunden. Wir gehen auch bei diesen Projekten davon aus, dass sie im Ergebnis Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen.
Die Ergebnisse unserer Arbeit sind nur indirekt und langfristig messbar und daher aktuell lediglich subjektiv beschreibbar. Umsatzzahlen sind kein geeigneter Indikator, da unsere Kunden in der Regel nur phasenweise und nicht kontinuierlich an uns gebunden sind. Wir unterstützen vor allem Prozessstarts und an entscheidenden Prozesspunkten, die die Kapazitäten und Fähigkeiten in den von uns unterstützten Organisationen erhöhen werden. Unser auch auf die Verbreitung von Wissen angelegter Ansatz betont die Befähigung – eine als Resultat kaum messbare Größe.
Als Forschungs-, Beratungs- und Qualifizierungsagentur stellen wir unseren Kunden Inhalte und Methoden bereit, die diese teils ohne uns anwenden, und evaluieren. Nur in Einzelfällen erfahren wir, ob diese zu mehr Nachhaltigkeit führen. Wir nehmen systematisch in Kundenzufriedenheitsbefragungen auf, was unsere Kunden uns zurückspiegeln und was wir aus Kundensicht mit unserer Arbeit erreichen. Jedoch bieten die Befragungen uns keine ausreichende Basis, um Zielgrößen für unsere Arbeit in diesem Sinne zu formulieren.
triple innova strebt an, weiterhin eine kleine flexible Agentur mit hoher inhaltlicher Kompetenz zu bleiben. Dafür müssen wir in Zukunft stärker evaluieren, welche Kompetenz-Elemente bisher zu unserem Erfolg geführt haben und ob bzw. wie diese sich verändern werden; eines unserer aktuellen Ziele ist, hierfür Prüfkriterien zu entwickeln.
Zwischenzeitlich fragten viele Kunden überwiegend unsere praktische Kompetenz nach (Standardanwendungen, Bericht erstellen). Ökonomische Restriktionen bei unseren Kunden nahmen aus unserer Sicht in den letzten vier Jahren zu. Gerade jedoch in 2017 sehen wir in unseren Projekten wieder mehr Ansatzpunkte, um unseren eigenen Anspruch zu erfüllen, nämlich parteiisch für den Schutz des Planeten und für soziale Gerechtigkeit zu sein und gleichzeitig professionell-praktischen Support zu leisten.
Es ist unser wichtigstes Ziel, die Nutzung von Standards und die Implementierung von Wissensgenerierungs- und Gestaltungs-Prozessen gegenüber unseren Kunden deutlicher als Ansätze der Veränderung realer Ressourcenströme und sozialer und ökonomischer Beziehungen darzustellen. Die Evaluierung dieses Ziels kann über unsere bisher eingesetzten Evaluierungsinstrumente nicht vollständig erreicht werden und soll in Zukunft in Form von Feedbackgesprächen mit unseren Kunden ergänzt werden.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfung von triple innova besteht in Unterstützungsleistungen für andere Organisationen, in Wissens- und Kompetenzvermittlung an Personen und über unterschiedliche Kommunikations-Medien. Dabei sind wir Generalist*innen bezüglich der drei Nachhaltigkeitsdimensionen und Spezialist*innen bezüglich ihrer innovativen Elemente. Unsere wertschöpfende Tätigkeit besteht in der Anknüpfung an bereits vorhandene Expertisen und an vorhandene Prozesse und in ihrer Transformation zur aktiven Integration von Aspekten nachhaltiger Entwicklung.
Wir beziehen „Vorprodukte“ und Material auf drei Ebenen:
1. Wissenschaftliche Studien, Publikationen, Standards und Leitlinien von internationalen Organisationen sowie Medienveröffentlichungen bilden die wichtigsten Grundlagen für unsere inhaltliche Arbeit; dieses Wissen ist in der Regel in Bibliotheken, in Dokumentationen oder im Internet verfügbar.
Hinzu kommt Wissen, das wir durch Interviews, Workshops, Befragungen etc. erheben. Hier liefern uns Organisationen und Personen zusätzliche Informationen und Einschätzungen. Da die Überlassung dieser Wissensbestände in der Regel absichtsvoll erfolgt, sehen wir hier keine Problematiken, die in Sachen Zulieferkette beachtet werden müssten. (Ein gesellschaftliches Problem im Feld Wissensgenerierung und -Kommunikation wird unter „1. Strategische Maßnahmen und Analyse“ beschrieben; der kritische Umgang damit ist Bestandteil unserer Arbeit und erfolgt auch in aktiver Kommunikation mit unseren Kunden und Netzwerkpartner*innen.) 
2. Das triple innova-Team verfügt über zumeist akademische Ausbildungen und Arbeitserfahrungen in unterschiedlichen Umfeldern; diese „Vorprodukte“ werden im Laufe der Zeit aktualisiert, erweitert, vertieft und angepasst.
3. Wir nutzen Infrastrukturen und Verkehrsmittel für unsere Mobilität, unser Büro und unsere Kommunikation. Bezüglich Mobilität und Beschaffung haben wir öko-faire Vorgehensweisen etabliert. (Die ökologischen Nachhaltigkeitskriterien decken dabei die ersten Wertschöpfungsstufen (Energieträger, landwirtschaftliche Erzeugung bzw. Rohstoffgewinnung) und die weiteren Stufen ab; es werden hier die weitestgehenden und glaubwürdigsten Standards genutzt, um die bekannten sozialen und ökologischen Probleme zu beheben, z.B. Vermeidung von Flugreisen und Autofahrten, zertifizierter atomstromfreier Ökostrom und Emissionskompensation, FairTrade-Kaffee und Gepa-Schokolade).
Mit ausgewählten Organisationen bestehen besondere Verbindungen, so insbesondere mit Organisationen, die, wie wir, Nachhaltigkeit im Fokus ihrer Tätigkeitsbereiche haben. Zu nennen sind die Global Reporting Initiative (GRI), von der unsere Lizenz zur Durchführung von zertifizierten Trainings in Deutschland stammt. Die GRI verfolgt auch interne Nachhaltigkeitsleitlinien und legt deren Anwendung offen. Bei unserer Schulungspartnerschaft mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex beziehen wir uns auf die Gestaltung des Kodex durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung. Die Forschungs- und Beratungsinstitute, mit denen wir kooperieren, liefern uns teils Aufträge und somit auch Kunden, aber auch die Ergänzung unserer Kompetenzen und viele aufschlussreiche Teamarbeitserfahrungen.
Unsere Kunden sind mittelständische und große Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen sowie wissenschaftliche und private Organisationen, mit denen wir in von Unternehmen oder öffentlich finanzierten Projekten kooperieren. Eine aktuelle Referenzliste ist auf unserer Homepage verfügbar. Wertschöpfung erfolgt bei unseren Kunden, die von uns gelieferte Ergebnisse und Impulse Richtung Nachhaltigkeit in ihrer eigenen Arbeit anwenden.
Unter anderem durch diese Entsprechenserklärung legen wir gegenüber Interessierten offen,  wie wir unsere Wertschöpfungskette hinsichtlich Nachhaltigkeitskriterien gestalten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4