1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

VIVAWEST bewirtschaftet als einer der Branchenführer in Nordrhein-Westfalen (NRW) mehr als 120.000 Wohnungen und gewerbliche Einheiten. Damit zählt der Vivawest-Konzern mit zu den größten privaten Wohnungsanbietern in Deutschland. Im Fokus der unternehmerischen Aktivitäten steht die Vermietung von Wohnraum an private Haushalte zur Erzielung nachhaltiger und stabiler Cashflows. Ein aktives Portfoliomanagement sichert die langfristige Werterhaltung und -steigerung des Immobilienvermögens durch gezielte Erwerbe und Verkäufe von Wohnungen sowie durch attraktive Neubau- und energieeffiziente Modernisierungsmaßnahmen.

Unter dem Motto „Wohnen, wo das Herz schlägt“ gibt VIVAWEST rund 300.000 Menschen in 76 Kommunen zwischen Aachen und Ahlen ein Zuhause. Von der Singlewohnung bis zum geräumigen Heim für die ganze Familie verfügt VIVAWEST über ein breites Angebot an Wohnungen für unterschiedliche Ansprüche und Lebensphasen. Die Zufriedenheit der Mieter ist der wichtigste Maßstab für einen dauerhaften Erfolg. Als kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen ist VIVAWEST mit vierzehn Kundencentern, vier Außenstellen und rund 40 Servicebüros sowie mit einer zentralen Kundenberatung vor allem dort präsent, wo ihre Mieter wohnen.

Ein weiterer Bestandteil der kundenorientierten Ausrichtung ist die Erbringung wohnungsnaher Dienstleistungen durch vier konzernverbundene Dienstleistungsunternehmen in den Geschäftsfeldern Grünflächenmanagement, Handwerksdienstleistungen, Multimediaversorgung und Mess- und Abrechnungsdienste. Durch die integrierten Immobiliendienstleistungsgesellschaften wird die Angebotspalette des Vivawest-Konzerns um Dienstleistungen mit Schwerpunkt für den eigenen Immobilienbestand aber auch für Drittkunden der Wohnungswirtschaft und anderer Branchen wesentlich ergänzt.

Als aktiver Bestandshalter verfolgt VIVAWEST ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Wir orientieren uns nicht an kurzfristigen Zielen, sondern sind auf einen langfristigen ökonomischen Erfolg ausgerichtet. Maßstab dafür sind die dauerhaft positive Wertentwicklung des Wohnungsbestandes sowie stabile Dividenden für unsere Gesellschafter. Unter Berücksichtigung der Anforderungen der Shareholder nehmen wir im Rahmen unseres nachhaltigen Geschäftsmodells ein hohes Maß an ökologischer und sozialer Verantwortung in der Region wahr. Die Qualität unserer Bestände und Quartiere erhöhen wir durch kontinuierliche Investitionen, insbesondere zur Steigerung der Energieeffizienz und Verbesserung des Klimaschutzes. Unsere Kunden unterstützen wir durch das Angebot wohnungsnaher Dienstleistungen und Services sowie mit kostenlosen Beratungsleistungen. Für unsere Mitarbeiter sind wir ein attraktiver Arbeitgeber, indem wir eine adäquate Entlohnung und eine Vielfalt sozialer Leistungen bieten.

Der Vivawest-Konzern verfügt über ein Risiko- und Chancenmanagementsystem, das wesentliche oder bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig erkennt und adäquate Steuerungsmaßnahmen auslöst. Es folgt den Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und ist auf die Erfordernisse der Aufbau- und Ablauforganisation des Konzerns ausgerichtet. Grundlage des Risikomanagementsystems ist die Integration des Risikomanagementprozesses in die bestehenden Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Berichterstattungsabläufe auf allen Konzernebenen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wie unter 1. erläutert, verfolgt VIVAWEST ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Die in der Vergangenheit entwickelten Handlungsfelder unseres Nachhaltigkeitsmanagements (vergl. Entsprechenserklärung Vivawest Wohnen 2013) wurden im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse auf ihren Stellenwert überprüft und ab 2015 aufgegeben. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist auf eine strategiekonforme Steuerung anhand der drei klassischen Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales ausgerichtet. Als wesentlich haben sich folgende Aspekte herauskristallisiert: Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Korruptionsprüfung und Ahndung, Verantwortung für Quartiere und Region, Regionale Lieferanten, Kundenzufriedenheit, Kundengesundheit, Aufklärung der Kunden, Klimaschutz, Reduktion des Energieverbrauchs, Sparsamer Umgang mit Wasser, Sparsamer Einsatz von Materialien, Soziale und kulturelle Aktivitäten, Attraktiver Arbeitgeber, Gesunde Mitarbeiter, Chancengleichheit und Aus- und Weiterbildung.

Dabei bestätigte sich, dass die im Vorfeld definierten Handlungsfelder die wesentlichen Aspekte berücksichtigen.

Vergleiche hierzu Bericht 2014, Seite 19

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse fließen in die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements ein.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Im Segment Immobilien wurden bereits im vergangenen Jahr qualitative Ziele definiert (vergl. Entsprechenserklärung Vivawest Wohnen GmbH 2013). Diese Ziele konnten umgesetzt werden. Die darüber hinausgehenden Ziele, die den Konzern betrafen, wurden unterjährig fortgeschrieben. Hintergrund war die Entscheidung, in 2015 ein konzernübergreifendes Nachhaltigkeitsmanagement aufzubauen. Die Unterteilung nach Segmenten wurde daher aufgegeben.

Die Zielerreichung zum Ende des Geschäftsjahrs 2014 stellt sich wie folgt dar:
• Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für Vivawest Wohnen (2014) – erledigt
• Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für Vivawest Dienstleistungen (2014) – umgewandelt in die Abgabe der Entsprechenserklärung für den Konzern in 2015
• Wesentlichkeitsanalyse für den Gesamtkonzern, getrennt nach den Segmenten Immobilien und Immobiliendienstleistungen (2014) – erledigt
• Konkretisierung der Nachhaltigkeitsziele, abgeleitet aus der Unternehmensstrategie VIVAWEST 2020 (2014) – noch nicht abgeschlossen
• Aufbau einer systematischen Zielplanung (2015) – in Arbeit
• Veröffentlichen des Konzernnachhaltigkeitsberichtes (2015) – in Arbeit
• Abgabe der Entsprechenserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex für den Konzern (2015) – in Arbeit.

Vergleiche Bericht 2014, Seite 116 bis 118

Für 2015 wurden konzernweite qualitative Ziele in Form eines Ausblicks 2015 festgelegt.

Vergleiche Bericht 2014, Seite 120/121

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Im Segment Immobilien erbringt VIVAWEST alle branchenüblichen Wertschöpfungsstufen, die einer aktiven Bewirtschaftung von Wohnimmobilien zuzuordnen sind. Im Vergleich zu den meisten kapitalmarktorientierten Wettbewerbern verfügt VIVAWEST über einen eigenen technischen Bereich und erbringt im Zusammenhang mit Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen erhebliche Leistungen über alle Phasen der HOAI hinweg.
Darüber hinaus erstellt VIVAWEST über die vier operativ tätigen Gesellschaften im Segment Immobiliendienstleistungen umfangreiche Leistungen in den Geschäftsfeldern Grünflächenmanagement, Handwerksdienstleistungen, Multimediaversorgung sowie Mess- und Abrechnungsdienste.
Der Konzern VIVAWEST versteht sich demnach als integrierter Anbieter der wesentlichen Leistungen rund um das Wohnen und verfügt über eine höhere Wertschöpfungstiefe als branchenüblich. Damit ist der Anspruch verbunden, im Marktvergleich Vorteile für die Mieter zu erzielen.

In den vorgelagerten Wertschöpfungsstufen arbeitet VIVAWEST vor allem mit regionalen Partnern zusammen, eine global ausgerichtete Wertschöpfungskette gibt es nicht. Zur Sicherstellung einer qualitätsbewussten Beschaffung hat VIVAWEST ihre Aktivitäten in einem zentralen Managementsystem gebündelt. Dabei werden bei der Auswahl der Lieferanten auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt, zu deren Einhaltung sich die Lieferanten verpflichten müssen. Die strategischen Lieferanten unterliegen einer jährlichen Prüfung. Bislang sind ökologische oder soziale Probleme nicht bekannt.

Vergleiche Bericht 2014, Seite 42

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4