1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Durch weitgreifende ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen sehen Politik und Zivilgesellschaft die Forschung zunehmend in der Rolle, klare Handlungsoptionen für den Umgang mit den drängenden Fragen der gesellschaftlichen Entwicklung zu formulieren. Das Forschungszentrum Jülich erarbeitet als interdisziplinäre Forschungseinrichtung Beiträge zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher Herausforderungen in den Bereichen Energie und Umwelt, Gesundheit sowie Informationstechnologie.

Das Forschungszentrum Jülich beteiligte sich an dem fast dreijährigen, BMBF-geförderten Verbundprojekt LeNa (Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen). Bei dem gemeinsamen Projekt mit der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft vertraten Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt (Vorstandsvorsitzender) sowie Dr. Peter Burauel (Leiter Stabsstelle ZukunftsCampus) die Interessen der Wissenschaft im Steuerungsgremium des Projekts. Ziel war es, einen breit abgestimmten Aktionsrahmen mit klaren, methodisch abgesicherten Handlungsoptionen für die drei Bereiche Forschung, Personal und Bauen zu entwickeln und somit erstmalig einen Rahmen für die Umsetzung des Nachhaltigkeitsmanagements an außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu schaffen.

Das FZ befasst sich konkret damit, seine Entwicklung nachhaltig zu gestalten und verpflichtet sich zur Anwendung verschiedener Standards. Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung orientiert sich das Forschungszentrum zum Beispiel an den G4-Leitlininen der Global Reporting Initiative (GRI). Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht ist von GRI überprüft worden und bei GRI gelistet. Außerdem bekennt sich das Forschungszentrum Jülich in § 3 seines Gesellschaftsvertrags zum Public Corporate Governance Kodex (PCGK) des Bundes und zur jährlichen Berichtspflicht.

Detaillierte Informationen zu den angewandten Standards (Risiko-, Energie und Umweltmanagement sowie zur Umsetzung guter wissenschaftlichen Praxis im Forschungszentrum) sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 unter dem Leistungsindikator G4-56 zusammengefasst.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die bekannten internationalen und branchenübergreifenden Betrachtungen des Nachhaltigkeitsmanagements bieten nur wenige Anschlusspunkte für eine Nutzung im Forschungsumfeld. Um dies zu ändern, arbeitet das Forschungszentrum Jülich als Mitglied der HGF zusammen mit anderen Helmholtz-Zentren sowie weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen daran, das Themenfeld Nachhaltigkeitsmanagement von Forschungsorganisationen weiter voranzutreiben. Dies erfolgt in enger Kooperation von Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Forschungsmanagement, u.a. zum Beispiel im Projekt LeNa (Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitäten Forschungseinrichtungen) bei dem sich das Forschungszentrum am Erstellen eines Leitfadens beteiligte um klare Handlungsoptionen für die Forschung zu erstellen.

Aus den Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement ergibt sich für das Forschungszentrum die Möglichkeit das Thema „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ zu leben und weiter zu entwickeln und die Vernetzung wichtiger Akteurinnen und Akteure voranzutreiben. Im Mittelpunkt stehen neben der Forschung für die Nachhaltigkeit in den Bereichen Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie auch die soziale und ökologische Verantwortung, die beim Betreiben des Campus eine wichtige Rolle spielt.

Der Strategieprozess des Forschungszentrums Jülich wurde 2015 begonnen und ist aktuell noch fortschreitend. Es besteht das Bewusstsein, Erwartungen, die an eine große Forschungseinrichtung wie das Forschungszentrum Jülich gestellt werden, zu erfüllen. Im Rahmen des Strategieprozesses wurden im Jahr 2015 Mitarbeiterbefragungen und eine interne Strategiekonferenz durchgeführt aus der folgende Punkte hervorgingen, die als erste Orientierung für die Auswahl der wesentlichen Aspekte dienten:

1. Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung zum Wohlergehen der Menschheit im Einklang mit dem Nutzen der natürlichen Ressourcen

2. Wissenschaftsethik und -verantwortung/wissenschaftliche Integrität

3. Attraktive, sichere Arbeitsbedingungen sowie Aus- und Weiterbildung

4. Verantwortungsvolle Forschungsprozesse (interdisziplinär, systembezogen, ressourcenschonend)

5. Gesellschaftliche Partizipation durch bidirektionalen Wissenstransfer

Detaillierte Informationen sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums auf den Seiten 14 und 16-20 zu finden.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Das Forschungszentrum Jülich ist sich bewusst, dass durch seine wissenschaftlichen Forschungen und den Campus-Betrieb ökologische Auswirkungen bestehen. Entsprechend seiner Forschungsausrichtung ist das Forschungszentrum im Rahmen des „Städtebaulichen Masterplans 2050“ (seit 2015 „Masterplan 2.0“) entschlossen, zukünftig seine Energienutzung effizienter zu gestalten und somit seine Emissionen zu verringern. Bisher wurden noch keine konkreten Einzelziele und deren Erreichungsgrad definiert. Das langfristige Ziel (2050) ist aber ein weitgehend emissionsfreier Betrieb des Campus sowie ein sorgsamer Umgang mit allen genutzten Ressourcen. Um dies zu ermöglichen, setzt das Forschungszentrum auch auf den Einsatz eigener wissenschaftlicher Ergebnisse, die auf dem Zentrumsgelände erprobt werden können. Das Forschungszentrum geht jedoch nicht nur sorgsam mit den genutzten Ressourcen um, sondern auch mit den während des Betriebs des Campus und in der Forschung anfallenden Abfällen. Es ist darüber hinaus bestrebt, Themenfelder durch Projekte zu entwickeln, wie beispielsweise die umweltfreundliche Anreise seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder den Einkauf und die Verwendung nachhaltig erzeugter Produkte. Im neuen Leitbild des Forschungszentrums, das seit Mai 2017 gilt, wird das Thema Nachhaltigkeit außerdem stärker herausgestellt.

Weiterführende Informationen sind im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 des Forschungszentrums ab Seite 67 zu finden.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Für den Betrieb des Campus sowie für die Forschungsaktivitäten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsteht für das Forschungszentrum Jülich ein erheblicher Materialaufwand in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Die Bestellungen werden durch die Organisationseinheit „Einkauf und Materialwirtschaft“ durchgeführt und erfolgten im Jahr 2015 mit einem Anteil von 65 Prozent standortnah in Nordrhein-Westfalen. Fast 15 Prozent der Gesamtbestellungen wurden dabei im Kreis Düren und somit im Heimatkreis des Forschungszentrums in Auftrag gegeben. Durch den Schwerpunkt der Aufträge innerhalb Nordrhein-Westfalens hat das Forschungszentrum unmittelbare ökonomische Auswirkungen in der Region.
Der zentrale Einkauf des Forschungszentrums ist grundsätzlich darauf bedacht, die verschiedenen Anforderungen der wissenschaftlichen Institute an die zu beschaffenden Materialien zu erfüllen. Aber auch Umweltaspekte spielen beim zentralen Einkauf eine Rolle. So wird unter anderem darauf geachtet, energieeffiziente Geräte des täglichen Gebrauchs zu beziehen und weitgehend umweltgerechtes Papier einzusetzen. Bisher gibt es am Forschungszentrum Jülich jedoch keine eigenständige Strategie einer nachhaltigen Beschaffung.

Durch sehr spezielle Anforderungen der Wissenschaft sowie den Vorgaben beziehungsweise Limitierungen des anzuwendenden Vergaberechtes ist eine grundsätzliche primäre Ausrichtung am Thema Nachhaltigkeit derzeit schwer umzusetzen. Den entwickelten Empfehlungen zum Handlungsfeld Beschaffung in LeNa (Leitfaden für Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungseinrichtungen) wird damit zukünftig mehr Bedeutung zukommen. Detaillierte Informationen zur nachhaltigen Beschaffung u.a. am Beispiel der IT-Strategie des Forschungszentrums finden sich im Nachhaltigkeitsbericht 2014/2015 auf den Seiten 60, 78 und 79.

In der Forschung gibt es kein Produkt im herkömmlichen Sinne. Die nachgelagerte Wertschöpfungskette ist daher allenfalls in Form von Patenten, Publikationen und Lizenzen zu beschreiben, die aus der Forschung hervorgehen.

Publikationen in Fachmedien oder als eigene Bücher oder Dissertationen zählen zu den wichtigsten Indikatoren wissenschaftlicher Leistung. Ob in gedruckter oder elektronischer Form: Sie stellen einen wesentlichen Messparameter für die Sichtweite und die Qualität der Arbeit dar. Je hochwertiger die Publikationen sind, desto eher erfolgt die nationale und internationale Anerkennung der Expertise im entsprechenden Fachgebiet.

Die Vergabe von Lizenzen ist außerdem ein wichtiger Aspekt bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen. Über individuelle Lizenzverträge erwirbt die Industrie Nutzungsrechte an den Ergebnissen des Forschungszentrums Jülich in Form von Schutzrechten, Urheberrechten oder Know-how.

Das Forschungszentrum hat darüber hinaus verschiedene Dialogformate, um seine Stakeholder über seine Forschungsergebnisse zu informieren.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4