1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Mit fest definierten Nachhaltigkeitsleitsätzen hat KESSEL die Richtung für seine Nachhaltigkeitsstrategie vorgegeben und in die Unternehmensstrategie mit einfließen lassen. Im Hinblick auf die vier Handlungsfelder Markt, Gemeinwesen, Mitarbeiter und Umwelt verfolgt das Unternehmen eine transparente Unternehmenspolitik, aus der wiederum konkrete Nachhaltigkeitsziele festgelegt und reportet werden. Regelmäßige Analysen stellen dabei die Basis für zukünftige Maßnahmen zur Zielerreichung dar (siehe Kriterium 3. Ziele).

Zertifizierten Managementsysteme nach ISO 9001, ISO 50001, ISO 14001 und NLF (siehe Kriterium 6), die im Unternehmen fest verankert sind, dienen als Basis für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie innerhalb des Unternehmens. In der Berichterstattung, die wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie ist, folgen wir seit 2014 den Vorgaben des DNK.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Geschäftstätigkeit der KESSEL AG wird durch verschiedene Nachhaltigkeitsthemen beeinflusst. So ist das Unternehmen durch die Ressourcenknappheit und Abkehr von fossilen Rohstoffen betroffen. Damit sind wir gezwungen, nach alternativen Werkstoffen zu suchen, welche langfristig verfügbar sind. Auch der Klimawandel beeinflusst das Unternehmen, da mit den veränderten Temperaturen häufiger Starkregenereignisse auftreten, bei welchen unsere Produkte als Rückstauschutz benötigt werden. Zudem ergeben sich durch die Entwicklung von Produkten mit alternativen Werkstoffen weitere neue Chancen.

KESSEL wird nicht nur durch Nachhaltigkeitsthemen beeinflusst, sondern es lässt sich auch sagen, dass sich die Geschäftstätigkeit der KESSEL AG stark auf verschiedenste Nachhaltigkeitsthemen auswirkt. So tragen die CO2 Emissionen, die wir aktuell als produzierendes Unternehmen noch nicht vollständig vermeiden können, zum Klimawandel bei. Auch der Verbrauch an Rohmaterialien für unsere Produkte hat einen Einfluss auf das Nachhaltigkeitsthema der Ressourcenknappheit. So wird zur Herstellung des in unser Spritzerei verarbeiteten Kunststoffgranulats Erdöl verwendet. Unsere Geschäftstätigkeit wirkt sich aber nicht nur negativ, sondern auch positiv auf Nachhaltigkeitsthemen aus. Als Beispiel ist hier die Ausbildung von jungen Menschen und die Weiterbildungsförderung zu nennen.

Um unsere Geschäftstätigkeit strukturell nachhaltiger auszurichten, haben wir die sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte zunächst in vier Handlungsfelder untergliedert. Zu den Handlungsfeldern Mitarbeiter, Gemeinwesen, Umwelt und Markt wurden in einem zweiten Schritt alle Themen und Maßnahmen gesammelt, die im Unternehmen eine Rolle spielen. Im Rahmen der Aktualisierung des Nachhaltigkeitsberichts wurden die Maßnahmen und die wesentlichen Themen der Vorjahre auf den Prüfstand gestellt und gegebenenfalls ergänzt beziehungsweise angepasst oder gestrichen, wenn sie aufgrund der Unternehmensentwicklung nicht mehr relevant waren. Durch die Einordnung der Themen in eine Materialitätsmatrix werden deren Bedeutung für die KESSEL AG sowie deren Stakeholder regelmäßig eruiert. Die für die einzelnen Handlungsfelder besonders wichtigen Themen bildeten die Grundlage für die Nachhaltigkeitsleitsätze der KESSEL AG:  


Markt:
Als international erfolgreiches Unternehmen im Bereich der Entwässerungstechnik erfüllen wir die Bedürfnisse unserer Kunden nach Sicherheit, Innovation und Service.
 
Gemeinwesen:
Als erfolgreiches Unternehmen sind wir ein zuverlässiger Partner. Dabei nehmen wir unsere Verantwortung bewusst wahr und engagieren uns für unsere Heimatregion sowie unsere internationalen Standorte.
 
Umwelt:
Der schonende Umgang mit der Umwelt ist ein wichtiges Ziel der KESSEL AG. Wir stehen mit unserem Handeln, unseren Prozessen und unseren Produkten zu unserer Verantwortung für Mensch, Umwelt und Zukunft.
 
Mitarbeiter:
Als sicherer und sympathischer Arbeitgeber setzen wir auf ein motiviertes, qualifiziertes und zielorientiertes Mitarbeiterteam.

Während im Marktumfeld die Kernbedürfnisse unserer Kunden nach Qualität, Service, Sicherheit und Innovationen im Mittelpunkt stehen, wird das Themenfeld Gemeinwesen im Hinblick auf eine wechselseitige Interaktion mit der jeweiligen Region überprüft. Die Themenfelder Umwelt und Mitarbeiter besitzen sowohl eine interne, als auch eine externe Komponente. So hat das Unternehmen nicht nur den zunehmenden Fachkräftemangel im Blick und tritt diesem mit einem konsequenten Ausbildungsprogramm entgegen, sondern legt auch großen Wert auf die Zufriedenheit und Weiterbildung der gesamten Belegschaft. Die gewonnenen Ergebnisse dienen als Basis für verbindliche Zielsetzungen und die Identifizierung von Zukunftsthemen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass sich durch die Anforderungen der Nachhaltigkeit sowohl Chancen als auch Risiken für das Unternehmen ergeben. Durch unsere strukturierte Herangehensweise versuchen wir aber den Fokus auf die Chancen wie Produkte aus neuen Werkstoffen oder die Ausbildung junger Menschen zu legen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Analyse von Chancen und Risiken hat für die KESSEL AG Nachhaltigkeitsziele ergeben, die in kontinuierlich verfolgt werden.
Zuständig für die Verfolgung der Ziele ist das Nachhaltigkeitsteam, in dem die Beauftragten der verschiedenen Managementsysteme für ihre jeweiligen Bereiche die Fortschritte überprüfen (siehe Kriterium 5). Die im Factsheet zusammengefassten Ziele wurden gemeinsam vom Nachhaltigkeitsteam mit dem Vorstand des Unternehmen festgelegt. Wichtig war dabei, dass die Ziele messbar und aussagekräftig sind.Wir nahmen bei diesen Zielen aber keine konkrete Zuordnung zu den Sustainable Development Goals vor.

Über diese in erster Linie aus den Managementsystemen stammenden Ziele hinaus, hat die KESSEL AG zwei strategische Ziele besonders hoch priorisiert. Dies ist zum einen die langfristige Unabhängigkeit vom Rohstoff Erdöl durch den verstärkten Einsatz von Rezyklaten und Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Zum anderen ist dies die Vision eines klimaneutralen Unternehmens.
Diese beiden langfristigen Ziele sollen zum SDG13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG12 (Nachhaltiger Konsum) der Vereinten Nationen beitragen. Die beiden Ziele wurden als strategische Ziele priorisiert, da sie sehr herausfordernd sind und viele weitere Unterziele und Maßnahmen unter sich vereinen. Nur durch die hohe Priorisierung kann sichergestellt werden, dass sie ständig im Blick bleiben und Maßnahmen zur Zielerreichung sichergestellt werden.

Eine Übersicht über die aktuellen Kennzahlen und Ziele finden Sie im Factsheet anbei.Factsheet.pdf (499.5 KB)

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

KESSEL hat eine durchgängige Wertschöpfungskette von der Entwicklung über den Werkszeug- und Modellbau bis hin zu Produktion, Vertrieb, Logistik und Kundendienst. Im Rahmen der Lieferantengespräche stellt KESSEL die durchgängige Wertschöpfungskette anhand einer Unternehmenspräsentation vor. In der Produktion setzt KESSEL drei Verfahren ein: das Kunststoff-Spritzguss-, Rotations-Sinterverfahren sowie die Kunststoff-Spiegelschweißtechnik im Anlagenbau. Neben Kunststoff kommen auch die Materialien Ecoguss, Stahl, Edelstahl, Metall, Elektronikbauteile und Verpackungsmaterialien zum Einsatz. Bei allen Materialien wird auf einen verantwortungsvollen Umgang geachtet. Zudem wird kontinuierlich die Einsatzmöglichkeit nachwachsender Rohstoffe geprüft. 2017 hat KESSEL an dem Pilotprojekt "Nachhaltige Lieferkette" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) teilgenommen und die Nachhaltigkeit der eigenen Lieferkette analysiert. Dabei konnten nicht nur Optimierungspotenziale aufgedeckt, sondern bereits erste Maßnahmen wie die Umsetzung einer Compliance-Vereinbarung mit allen Lieferanten umgesetzt werden.

Materialien und Zulieferer werden auch nach ökologischen Kriterien, die Bestandteil des Lieferanten-Assessments sowie der regelmäßigen Prozess- und Systemaudits sind, ausgewählt. Neben der Qualität und Haltbarkeit der gelieferten Werkstoffe wie Kunststoff und Metall spielen bei den Zulieferern vor allem die Transportwege und die Produktionsbedingungen sowie das Potential, sich hin zu einem Systempartner zu entwickeln, eine entscheidende Rolle. Darum arbeitet die KESSEL AG mit vielen regionalen Lieferanten zusammen – mit den meisten davon schon seit vielen Jahren.

Uns sind derzeit keine sozialen und ökologischen Probleme auf den einzelnen Stufen unserer Wertschöpfungskette bekannt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4