1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als Genossenschaftsbank handeln wir von jeher nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Den genetischen Code dazu liefert unser Geschäftsmodell: Unser Unternehmenszweck ist auf den langfristigen Erfolg unserer Mitglieder ausgerichtet. Mit diesem Förderauftrag ist ein nachhaltiger Wertschöpfungsprozess als integraler Bestandteil unseres täglichen Geschäfts definiert. Seit 155 Jahren leisten wir einen messbaren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Mit unserem krisenfesten, genossenschaftlichen Geschäftsmodell, dessen Unternehmenszweck, per Satzung- und Genossenschaftsgesetz schon auf die gesellschaftliche Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil ausgerichtet ist, sind wir langfristig zukunftsfähig. Durch die Nähe zu Kunden und Eigentümern mit gut ausgebildeten, langjährig und regional eingebundenen Mitarbeitern entstehen durch oftmalige, wiederholte Verlässlichkeit, ein hohes Maß an Kompetenz und unbedingte Rechtschaffenheit vertrauensvolle Kundenbindungen von langer Dauer. Gleichzeitig wird den für Finanzdienstleister typischen Reputationsrisiken vorgebeugt.

Die genossenschaftliche Meinungsbildung mit der jährlichen Vertreterversammlung, dem Aufsichtsrat, der überwiegend aus regionalen Unternehmern besteht, und dem Kundenbeirat sichert Stabilität und Kontrolle, bietet demokratische Teilhabemöglichkeiten und fördert den gesellschaftlichen Dialog zu wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragestellungen in und für die Metropolregion Hamburg.

Neben den strukturellen Merkmalen, die eine nachhaltige Entwicklung garantieren und der kulturellen Prägung, die unser genossenschaftliches Handeln elementar bestimmen, kommt in Hamburg eine verhaltenscodierende Besonderheit dazu: die hanseatische Tradition des Ehrbaren Kaufmanns. Mit unserem Nachhaltigkeitsbericht auf Basis der Standards des DNK wollen wir dies ab sofort transparent kommunizieren.

Prinzipien des Ehrbaren Kaufmanns auf S. 7 ff. in unserem Nachhaltigkeitsbericht ANSPRUCH 2015.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Genossenschaftliches Geschäftsmodell: Nachhaltiges Handeln sowie Verantwortung für die Gemeinschaft sind der überprüfbare Kern unserer Unternehmenskultur als Genossenschaftsbank.
Unsere Existenzberechtigung verwirklichen wir durch die per Genossenschaftsgesetz und Satzung festgelegte Verpflichtung, unsere Eigentümer wirtschaftlich zu fördern. Damit ist die Mitgliedschaft das Fundament der Rechtsform „eingetragene Genossenschaft“ (eG), strategischer Kristallisationspunkt unserer geschäftlichen Ausrichtung sowie unserer wirtschaftsethischen Bestimmung: die gesellschaftliche Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil. Allein eine maximale Steigerung der Eigenkapitalrentabilität wäre hierfür unzureichend, da Rentabilität ab einer gewissen Höhe nur durch das Eingehen exorbitanter Risiken oder durch unfaire Preisgestaltung gegenüber Kunden erreichbar ist.

Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft: Die Mitarbeiter der Hamburger Volksbank kümmern sich nach dem Genossenschaftsprinzip wie ein Ehrbarer Kaufmann um die gesellschaftlichen Belange ihrer Region und stabilisieren sowie stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Indem wir wertorientiert und verantwortungsvoll handeln, können wir langfristig erfolgreich sein und die strengen Nebenbedingungen erfüllen, die mit dem Begriff der Nachhaltigkeit im finanzwirtschaftlichen Sektor gefordert sind: eine laufende mikro- und makroökonomische Nutzenstiftung für die Realwirtschaft, eine kontinuierlich strenge Rechtskonformität, gesellschaftliche Akzeptanz, sowie die Fähigkeit, Krisen aus der eigenen Wirtschaftskraft zu bewältigen.

Die grundlegenden Aktivitäten eines Finanzdienstleisters umfassen die realwirtschaftlichen Basisfunktionen - sichere Anlage von Ersparnissen, qualitativ hochwertige Wertpapierberatung, die Bereitstellung eines sicheren Zahlungsverkehrs, nachhaltige Kreditversorgung und die Unternehmens- inklusive Finanzberatung.

Gemäß dem Regionalprinzip arbeiten wir in und für die Metropolregion Hamburg. Nachhaltiges Wirtschaften selbst zu praktizieren, wie auch die Förderung des langfristigen Erfolgs unserer Mitglieder sehen wir als einen wichtigen Schlüssel für eine zukunftsfähige gesellschaftliche Entwicklung. Mit diesem Förderauftrag ist ein nachhaltiger Wertschöpfungsprozess als Kern unseres täglichen Geschäfts definiert.

Im Berichtsjahr 2015 haben wir gemeinsame Aktivitäten und den Dialog zum Thema Nachhaltigkeit ausgebaut. Zum Beispiel durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen mit der Handelskammer Hamburg und der Handwerkskammer Hamburg und weiteren Stakeholdergruppen. So sind wir mit der Gruppe von neugewählten Vertreterinnen und Vertretern in einen persönlichen und digitalen Dialog über die sozialen Netzwerke getreten. In der hierfür gegründeten Xing-Gruppe „Junge Wilde“ wird die genossenschaftliche Idee gelebt und weiterentwickelt, zum Beispiel mit Fragestellungen zum digitalen Transformationsprozess der Hamburger Volksbank.

Herausforderungen denen wir begegnen sind im Berichtsjahr 2015 die dauerhaft niedrige Zinsphase sowie die beschleunigende Digitalisierung, einschließlich FinTechs, als Unternehmen die über das Internet mit neuen Geschäftsideen klassische Aufgaben von Kreditinstituten übernehmen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen ist die Hamburger Volksbank gut aufgestellt. Dem Subsidiaritätsprinzip folgend lösen wir Probleme eigenständig und nutzen dort wo die Anforderungen zu groß werden das Know-how unserer genossenschaftlichen Verbundpartner.

Umwelt- und Klimaschutz: Zum nachhaltigen Wirtschaften gehört für uns auch die zunehmende Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Besondere Einsparpotenziale sehen wir in der umweltgerechten Gebäudeausstattung -und Sanierung sowie einer nachhaltigen Materialbeschaffung.

Im Berichtsjahr 2015 haben wir unsere Handlungsmöglichkeiten in den Bereichen Energie- und Ressourcenschutz, erneuerbare Energie, Umwelt- und Energiemanagement sowie Mobilität geprüft, bisherige Maßnahmenfelder ausgebaut und unsere Datenbasis durch geeignete Instrumente fundiert.
Die Erfolge unserer gesetzlichen und freiwilligen Umweltleistungen sind damit zukünftig beleg- und messbar. Die Verantwortung für das Energie- und Umweltmanagement der Hamburger Volksbank ist nun auch personell verankert.

Wir haben im Berichtsjahr einen Energieaudit nach DIN EN 16247-19 durchgeführt. In Verknüpfung mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden wir hieraus für unser Institut geeignete Maßnahmen ableiten und sukzessive umsetzen, aussagekräftige Kennzahlen entwickeln und langfristig ein Nachhaltigkeitsmanagement etablieren. Durch eine zentrale Steuerung haben wir die für uns definierten Nachhaltigkeitskriterien damit institutionell verankert.

Seit 2004 tragen wir die Auszeichnung „UmweltPartner der Stadt Hamburg“ und nehmen an dem Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ teil. Wie im Bericht 2014 beschrieben, haben wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg haben wir zusätzliche freiwillige Umweltleistungen erbracht, wie zum Beispiel die umweltgerechte Anpassung von zwei Filialen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

In unserem 1. Nachhaltigkeitsbericht 2014 hatten wir uns 17 konkrete Nachhaltigkeitsziele gesetzt, von denen 12 Projekte erfolgreich umgesetzt und ggf. auch fortgesetzt werden. Fünf weitere Projekte werden entweder dieses Jahr umgesetzt oder sind noch in der Prüfungsphase. Zusätzlich wurden fünf weitere konkrete Projekte als Ziel formuliert.

Operationalisiert werden die Aufgaben teamübergreifend unter Aufsicht des Gesamtvorstands. Das Energie- und Umweltmanagement der Hamburger Volksbank ist ab 2015 personell verankert sowie mit dem Energie-Audit institutionell implementiert. Die Zielkontrolle erfolgt durch unsere Anspruchsgruppen in den genossenschaftlichen Gremien und die jährliche Publikation des Nachhaltigkeitsberichts. Zusätzlich prüfen wir die Verankerung von Nachhaltigkeitszielen in den Balanced ScoreCards.

Einen Überblick über unsere Nachhaltigkeitsziele geben wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 31.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Genossenschaftsbank handeln wir nach dem Regionalprinzip in und für die Metropolregion Hamburg. Durch unseren Förderauftrag und die damit streng risikoorientierte Erfüllung der realwirtschaftlichen Basisfunktionen – die sichere Anlage von Ersparnissen, qualitativ hochwertige Wertpapierberatung, sicherer Zahlungsverkehr, nachhaltige Kreditversorgung und die Unternehmens- inklusive Finanzberatung – stabilisieren und stärken wir die regionalen Wirtschaftskreisläufe.

Wir betrachten Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg und sind davon überzeugt, dass Unternehmen nur dann langfristig erfolgreich sein können, wenn sie weitsichtig, solide und verantwortungsvoll handeln. Wir beweisen unsere regionale Leistungsstärke auch in der bedarfsorientierten Zusammenarbeit mit den Spezialinstituten der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken. Damit erfüllen wir unsere Kernfunktion als genossenschaftliches Kreditinstitut: unseren Kunden ein komplettes Spektrum an erstklassigen Finanzdienstleistungen aus einer Hand anzubieten. Gleichzeitig greifen wir bei geschäftsstrategischen Entscheidungen auf das gemeinsam verankerte Werteverständnis innerhalb unser genossenschaftlichen Organisation zurück. So sind seit 2013 alle Gruppenunternehmen Mitglied im UN Global Compact und bekennen sich damit zur Umsetzung, Offenlegung und Förderung der zehn weltweit geltenden sozialen und ökologischen Prinzipien verantwortungsvollen Handelns.

Bei unseren Eigenanlagen werden neben einem Höchstmaß an Qualitäts- und Risikoanforderungen bei geschäftsstrategischen Entscheidungen der Hamburger Volksbank auch ethische Vorgaben zur Strukturierung der Eigenanlagen berücksichtigt. Durch die qualitätsorientierte Festlegung der Emittenten sowie die quantitative Begrenzung von Positionen wird möglichen Risikokonzentrationen vorgebeugt. Der größte Anteil unserer Eigenanlagen liegt bei der DZ Bank. Mit einem negativen Screening schließt die genossenschaftliche Zentralbank Investments aus, die ethischen, ökologischen oder sozialen Kriterien nicht entsprechen, wie zum Beispiel Verstöße gegen den Umweltschutz, Menschenrechte und Sozialstandards, Wettbewerbs- und Steuergesetze sowie in Bezug auf Korruption. Seit dem Frühjahr 2013 bietet die DZ Bank Gruppe keine Anlageprodukte mit Agrarrohstoffen mehr an und hat sich damit komplett aus dem Geschäft mit Nahrungsmittelspekulationen zurückgezogen.

Den größten Teil unserer Dienstleistungskette machen regionale Dienstleister aus. Zukünftig werden wir beim Einkauf einen verstärkten Fokus auf ökologische und soziale Kriterien richten. Dafür wird eine Nachhaltigkeitserklärung in unseren Dienstleistungsverträgen etabliert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4