1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) bildet mit effizienten Containerterminals, leistungsstarken Transportsystemen, umfassenden Logistikdienstleistungen und ihren Logistikimmobilien ein komplettes Netzwerk zwischen Überseehafen und europäischem Hinterland. Kernstück des Geschäftsmodells der HHLA ist die Verknüpfung der ökologisch vorteilhaften Verkehrsträger Seeschiff und Bahn auf den Hafenterminals der HHLA. Dabei verbinden sich Ökologie und Ökonomie in vorbildlicher Weise. Die Chancen und Risiken werden durch ein umfangreiches Risikomanagementsystem analysiert. Die Einhaltung der relevanten und anerkannten branchenspezifischen , nationalen und internationalen Standards sowie unternehmensinterner Richtlinien wird bei der HHLA als wesentlicher Teil der Corporate Governance verstanden.

Arbeitsabläufe und Prozesse sind im Einklang mit diesen Regelungen gestaltet. Externe Audits (u.a. zu ISO 14001, ISO 9001, CTQI (Container Terminal Quality Indicator)) bestätigen die Einhaltung anerkannter, internationaler Standards.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Im Rahmen der HHLA Nachhaltigkeitsinitiative Auf Kurs wurden zehn Handlungsfelder aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie entwickelt. Diese Handlungsfelder bilden den Rahmen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Jedes dieser Handlungsfelder wurde mit Grundsätzen/Leitlinien unterlegt. Im Einklang mit diesen Grundsätzen/ Leitlinien werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die einen wesentlichen Einfluss auf das Unternehmen haben.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Zu jedem der unter Frage 2. aufgeführten Handlungsfelder wurden Ziele aufgestellt, die regelmäßig überprüft werden. Schwerpunkt ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Operationalisiertes Ziel ist eine Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen um mindestens 30% bis zum Jahr 2020(Basisjahr 2008).
Siehe auch http://hhla.de/de/nachhaltigkeit/strategie.html

Partnerschaften mit Lieferanten zur gemeinsamen Erprobung und Entwicklung besonders energieeffizienter Geräte beziehen die Lieferanten in die Nachhaltigkeitsziele mit ein. Der Nachhaltigkeitspreis Hanse Globe wurde z.B. in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Hersteller Gottwald Port Technology gewonnen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Eine verantwortungsvolle, transparente und auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung ist seit jeher eine wesentliche Grundlage für den geschäftlichen Erfolg der HHLA. Bereits das Geschäftsmodell der HHLA sorgt bei einem steigenden Anteil des ökologisch vorteilhaften Verkehrsträgers Bahn im Hinterlandverkehr für eine steigende Wertschöpfung. Die verbindlichen Einkaufsbedingungen der HHLA verpflichten die Lieferanten zur Einhaltung aller relevanten, aktuellen behördlichen, berufsgenossenschaftlichen und gesetzlichen Bestimmungen.

Eine Lieferantenbefragung der 200 wichtigsten Lieferanten zu verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie hat diesen die für die HHLA bedeutenden Nachhaltigkeitsfelder aufgezeigt. Die Einhaltung der relevanten Kriterien wird von den Zentralabteilungen Interne Revision, Compliance sowie von in den Tochtergesellschaften angesiedelten Abteilungen für Arbeitssicherheit regelmäßig überprüft.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Leistungsindikator GRI 1,2.
Beschreibung der wichtigsten Auswirkungen, Risiken und Chancen.

Für den Hamburger Hafen und damit die Terminals der HHLA ist die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe eine zentrale Voraussetzung, um seine Marktstellung als wichtiges Drehkreuz internationaler Containerverkehre auch in Zukunft halten und ausbauen zu können. Verzögerungen bei der Fahrrinnenanpassung können dazu führen, dass Reedereien in der Disposition ihrer Liniendienste vermehrt andere Umschlagplätze mit besserer nautischer Erreichbarkeit in Betracht ziehen und sich Verkehre damit gegebenenfalls auf Dauer am Hamburger Hafen vorbeientwickeln. Neben der Fahrrinnenanpassung sind zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens sowie zur Optimierung der Abläufe für den hinterlandseitigen Zu- und Ablauf der Warenströme die Modernisierung und der Ausbau der regionalen Straßen- und Schieneninfrastruktur erforderlich.

Für die weitere Entwicklung von Containerumschlag, Transportvolumen oder Logistikdienstleistungen ist ein stabiles und fortschreitendes Wachstum der Volkswirtschaften in den Zielmärkten der HHLA erforderlich

In den anlagenintensiven Gesellschaften besteht das Risiko, dass ein Ausfall von zentralen technischen Anlagen die Leistungserstellung behindert. Die Nichtverfügbarkeit der Anlagen kann in Abhängigkeit von der Länge des Ausfalls zu Umsatzeinbußen und zusätzlichen Kosten der Leistungserstellung führen. Vorbeugende Instandhaltung, Bereitschaften/Stördienste sowie redundant vorgehaltene Anlagen, wie z. B. Rechenzentren und Trafostationen, reduzieren das Risiko deutlich.

Die in Europa einzigartige Lage des Hamburger Hafens als Seehafen 120 km von der Küste entfernt bietet den Vorteil, dass große Ladungsmengen ökologisch vorteilhaft weit ins Landesinnere transportiert werden können und in Hamburg auf die Bahn umgeladen werden können. Davon wird das HHLA Segment Intermodal profitieren. Die Verlagerung des Containerverkehrs vom Lkw auf die Schiene könnte in der Zukunft durch neue umweltpolitische Maßnahmen forciert werden. Der Ausbau der Hinterlandverbindungen mit ressourceneffizienten Hub und Shuttle Zügen bietet Chancen zur weiteren Steigerung des Bahnanteils im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens.

Siehe auch Geschäftsbericht 2011 S. 100 ff.