1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) handelt im Auftrag der Bundesregierung. Das Mandat umfasst die Beratung der Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, Projekte und Initiativen zur Verbreiterung von Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Gesellschaft und den verschiedenen politischen Ebenen vorzuschlagen und selbst durchzuführen. In der Konsequenz ergibt sich daraus, dass sämtliche Aktivitäten des Nachhaltigkeitsrates und seiner Geschäftsstelle einen Bezug zu einer nachhaltigen Entwicklung haben. Bei der Durchführung von Projekten werden sämtliche Maßnahmen auf die Beförderung von Nachhaltigkeit, die Offenlegung und den Abbau von Hindernissen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung bewertet. Das Thema stellt entsprechend eine Selbstverständlichkeit im Tagesgeschäft dar. Insbesondere in der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen erfolgt ein kontinuierlicher Realitätscheck, welche Nachhaltigkeitsanforderungen realistischer Weise bereits gestellt werden können und wo noch Voraussetzungen etwa in Vergabeverordnungen und in der Vergabepraxis oder durch aktive Nachfrage bei Dienstleistern geschaffen werden müssen. Im direkten Einflussbereich ist die Wahl der jeweils nachhaltigen Optionen eine Selbstverständlichkeit. Wo mittelbar Einfluss genommen werden kann, regt der Nachhaltigkeitsrat bzw. seine Geschäftsstelle stets an, die nachhaltigeren Alternativen zu wählen.  

Der RNE arbeitete im Jahr 2018 insbesondere zu den folgenden Themen:
 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

In der Erfüllung seines Mandates - der Beratung der Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie, Projekte und Initiativen zur Verbreiterung von Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Gesellschaft und den verschiedenen politischen Ebenen vorzuschlagen und selbst durchzuführen - stellt der Rat für Nachhaltige Entwicklung jeweils ein Arbeitsprogramm und damit die Schwerpunkte der Ratsarbeit für die laufende Berufungsperiode von drei Jahren auf. Weiteres legt die Geschäftsordnung des Rates fest.
 
Der Rat steht für die inhaltliche Vertiefung der Nachhaltigkeitsthemen, insbesondere im Hinblick auf die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, ihre Governance, nachhaltigen Konsum, Ressourcenschonung, nachhaltiges Wirtschaften, Finanz- und Steuerpolitik, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Stadtpolitik, Flächeninanspruchnahme und die Energiepolitik, sowie der Förderung kommunaler und internationaler Nachhaltigkeit.   

Wesentliche Veränderungen zum Jahr 2017 gab es in den folgenden Handlungsfeldern:  

Fonds Nachhaltigkeitskultur
Im Geschäftsjahr 2018 wurden drei weitere Ideenwettbewerbe (nach 2017, Thema Esskultur) zu folgenden Themen ausgerufen: (1) „Mobilitätskultur und Nachhaltigkeit“ (61 eingegangene Anträge), (2) „Baukultur, Wohnen und Nachhaltigkeit“ (118 eingegangene Anträge) und (3) „Land schreibt Zukunft“ (Bewerbungsschluss in 2019). Im Bereich Mobilität haben 10 Institutionen eine Förderung erhalten, im Bereich Bauen und Wohnen 13.  

Oberbürgermeisterdialog
Das insgesamt elfte Treffen im Rahmen des OB-Dialogs fand am 14. Juni 2018 statt. Gemeinsam verabschiedeten die beteiligten OB das Positionspapier „Mehr Nachhaltigkeit der Bauland- und Bodenpolitik“, das mit Unterstützung durch den Deutschen Städtetag bundesweit an kommunale Entscheidungsträger*innen verbreitet wurde.  

Internationale Zusammenarbeit und Sustainable Development Goals (SDGs)
Der Generalsekretär des Rates hat gemeinsam mit einem Mitglied des Rates im Juli 2018 am hochrangigen politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen zur Umsetzung der Agenda 2030 teilgenommen. Außerdem wurde im Rahmen des Global Action Festivals im März 2018 ein Diskussionsforum organisiert.  

Politischer Diskurs & handlungsübergreifende Aktivitäten
Der RNE hat im Auftrag der Bundesregierung den dritten internationalen Peer Review zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie durchgeführt. Unter Leitung von Helen Clark und mit der Unterstützung der Geschäftsstelle hat die internationale Expertengruppe sich intensiv mit der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beschäftigt und Empfehlungen formuliert. Die Empfehlungen der internationalen Peers sind im Rahmen der RNE-Jahreskonferenz am 4. Juni 2018 der Bundeskanzlerin übergeben und offiziell vorgestellt worden.  

Bildung & Forschung
Im Mai 2018 wurde die Alpha-Version des Hoschul-DNK auf einer Veranstaltung mit rund 120 Gästen und 10 Prozent aller deutschen Hochschulen von HOCH-N und dem RNE vorgestellt.
Der Hochschul-DNK soll dabei helfen, das Thema Nachhaltigkeit auch im Bereich der universitären Bildung zu verankern und evaluieren zu können. Im Berichtsjahr sind etwa 10 Entsprechenserklärungen zum Hochschul-DNK in der DNK-Datenbank hinterlegt.  

Nachhaltiges Wirtschaften & Nachhaltiger Konsum
Beim Thema der Berichtspflicht im DNK stellte sich heraus, dass die Begriffe „Konzept“ und „Risiko“ noch weiterer Erklärungen bedürfen. Im Zuge dessen wurde die DNK-Datenbank inhaltlich konkretisiert. Außerdem können sich seit 2018 Unternehmen mit ihrer DNK-Entsprechenserklärung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) bewerben.

Über die Arbeitsschwerpunkte hinaus verfolgt der Nachhaltigkeitsrat keine geschäftsstelleninterne Nachhaltigkeitsstrategie, keine Chancen-, Risiko- noch Wirkungsanalyse.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Der RNE hat als Hauptziel, die nachhaltige Entwicklung zu einem durchgängigen Kriterium für politische Entscheidungen auf allen Ebenen zu machen. Die Geschäftsstelle des RNE ist darauf bedacht, in allen Belangen möglichst nachhaltig zu operieren.
Empfehlungen des Nachhaltigkeitsrates werden in verschiedene politische Kontexte eingebracht. Eine Kontrolle des Erreichungsgrades im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Eine qualitative Bewertung des Erfolgs der Ratsarbeit erfolgt über die Tätigkeitsberichte des Rates jeweils zum Ende einer Berufungsperiode.  
Kontrolliert werden die Ziele der Bundesregierung mit Hilfe der Indikatoren der Nachhaltigkeitsstrategie. Die statistische Kontrolle führt das Statistische Bundesamt durch. In Fortschrittsberichten der Bundesregierung werden Zielerreichungsgrade bewertet und Maßnahmen beschrieben.  

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat für sich genommen keine quantitativen Nachhaltigkeitsziele für interne Prozesse und Projekte festgelegt. Innerhalb der Geschäftsstelle wird im Rahmen der individuellen Zielvereinbarung zu Beginn eines Jahres angeregt, dass die einzelnen Mitarbeiter*innen qualitative Nachhaltigkeitsziele festlegen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Beratungsgremium, das von einer Geschäftsstelle unterstützt wird, ist das operative Geschäft mit einer Unternehmung im Dienstleistungsbereich zu vergleichen.
Auftrag des RNE ist die politische Beratung im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung und Dialoge in diesem Politikfeld. Der Konsolidierungskreis dieser Entsprechenserklärung bezieht sich in der Regel auf die operativen Tätigkeiten der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung, da dies den direkten Einflussbereich darstellt.

Wo Einfluss genommen werden kann, regt der Nachhaltigkeitsrat stets an, die nachhaltigere Option zu wählen und nutzt dazu das verfügbare Instrumentarium (Bundesreisekostengesetz, Maßnahmenplan Nachhaltigkeit der Bundesregierung, Integration von Nachhaltigkeitskriterien in der Vergabepraxis). 

Bei begleitenden Produkten der Ratsarbeit, wie Veranstaltungen werden zu beschaffende Güter gemäß dem Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit der Bundesregierung sowie des Nachhaltigen Warenkorbs beschafft. Für die Evaluation von Veranstaltungen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit steht außerdem ein 2018 aktualisierter Wegweiser für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement der GIZ zur Verfügung.  

Nachhaltigkeitskriterien werden in der ersten Stufe der Wertschöpfungskette geprüft bzw. über Leistungsanforderungen definiert. Die Erstellung von Broschüren wird vorrangig an lokale Dienstleister in Auftrag gegeben, die neben der Anforderung, „100% Recyclingpapier“ mit Zertifizierung (z.B. Blauer Engel) einsetzen und insbesondere auch auf die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards Wert legen und diese beachten. Dumpingangebote werden bei Vergaben ausgeschlossen.
Seit Herbst 2014 werden potenzielle Dienstleister im Rahmen der Vergabeverfahren aufgefordert, die Verankerung von Nachhaltigkeit im eigenen Kerngeschäft zu belegen, um Rufrisiken für den Nachhaltigkeitsrat zu vermeiden. Zum Nachweis kann die Unterstützung gängiger Initiativen wie UN Global Compact, gängige Standards wie z.B. EMAS und Berichte nach GRI, dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex etc. genutzt werden.  

Die jährliche Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung wird nach Kriterien nachhaltigen Veranstaltungsmanagements durchgeführt.

Der Fokus des Veranstaltungsmanagements liegt dabei auf den folgenden Aspekten:  
- Mobilität
- Teilnehmermanagement
- Catering
- Werbemittel & Tagungsunterlagen
- Veranstaltungsort
- Print
- Hotelauswahl
- Kommunikation    

Darüber hinaus finden die Veranstaltungen des RNE unter Beachtung des Leitfadens für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen des BMUB/UBA statt. Der Leitfaden weist in elf Kapiteln auf relevante Handlungsfelder zur Ausgestaltung einer nachhaltigen Veranstaltung: Mobilität, Veranstaltungsort und Unterbringung von Teilnehmenden, Energie/ Klima, Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, Catering, Abfallmanagement, Umgang mit Wasser, Gastgeschenke, Kommunikation und soziale Aspekte.  

Zusätzlich erfolgte im Nachgang eine Evaluierung der 18. Jahreskonferenz 2018 über die sogenannte Green Score Card um wesentliche Handlungspunkte zur Optimierung von Ressourcenverbräuchen zu identifizeren (näheres hierzu in Kriterium 12).

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4