1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

„Nachhaltigkeit ist für die REWE Group kein Trend, sondern wesentliches Element ihrer Unternehmensstrategie.“ Diesen Anspruch hat der Vorstand der REWE Group in der Leitlinien für Nachhaltiges Wirtschaften formuliert. Für die REWE Group bedeutet dies: Sie übernimmt Verantwortung für ihre Mitarbeiter:innen, achtet auf einen fairen Umgang mit Partnern und Lieferanten, fördert nachhaltigere Sortimente, handelt umwelt- und klimabewusst und setzt sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein.

Bereits 2008 hat die REWE Group den Grundsatz „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und handeln nachhaltig“ in ihr Unternehmensleitbild aufgenommen und ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement etabliert. Mit der 2010 verabschiedeten Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften wurde darüber hinaus ein verbindlicher Handlungsrahmen geschaffen, der die Grundlage für das umfassende Nachhaltigkeitsengagement der REWE Group bildet. Die Leitlinie orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem UN Global Compact. Sie umfasst unter anderem das Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit sowie den fairen Umgang mit Mitarbeiter:innen. Das Ziel war von Beginn an eindeutig formuliert: Nachhaltigkeit soll „raus aus der Nische“ und in die Mitte der Gesellschaft gebracht werden.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der REWE Group
Als international führendes Handels- und Touristikunternehmen weiß die REWE Group um ihre besondere Rolle als Mittler zwischen Herstellern, Dienstleistern und Konsument:innen. Die Nachhaltigkeitsstrategie hat daher die gesamte Geschäftstätigkeit im Blick, um nachhaltigeren Konsum und Tourismus in der Breite des Marktes zu etablieren. Die REWE Group formuliert Ziele und scheut auch vor komplexen Problemstellungen nicht zurück. Auf diese Weise hat sie in vielen Fällen als Vorreiter neue Ansätze umgesetzt, die heute allgemeine Standards sind. Bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie führt die REWE Group einen intensiven Dialog mit ihren Stakeholdern und geht verbindliche und langfristige Partnerschaften ein. Denn nur wenn alle Beteiligten an gemeinsamen Zielen arbeiten, lassen sich langfristige Verbesserungen herbeiführen. So wird der Anteil an nachhaltigeren Produkten und Dienstleistungen immer weiter ausgebaut und nachhaltiger Konsum für immer größere Teile der Bevölkerung zugänglich gemacht. Nachhaltigkeit begreift die REWE Group dabei als einen Teil der Geschäftsstrategie, der zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt und einen wichtigen Wachstumstreiber darstellt.

Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie hat die REWE Group 2008 vier Nachhaltigkeitssäulen eingeführt:
Innerhalb dieser Säulen legen Handlungsfelder die wesentlichen Themen des Nachhaltigkeitsengagements fest. Für die Umsetzung von Maßnahmen sind Arbeits- und Projektgruppen verantwortlich, die zu jeder der vier Nachhaltigkeitssäulen bestehen.

Grüne Produkte
  1. Mensch
  2. Tier
  3. Umwelt
  4. Ernährung
Ausgewählte Maßnahmen zur Gestaltung nachhaltigerer Sortimente in der Säule „Grüne Produkte“:
Energie, Klima und Umwelt
  1. Energieeffizienz
  2. Klimarelevante Emissionen
  3. Ressourcenschonung
Ausgewählte Maßnahmen in der Säule „Energie, Klima und Umwelt“:
Mitarbeiter:innen
  1. Werte und Kultur
  2. Ausbildung und Entwicklung
  3. Gesundheit und Sicherheit
  4. Beruf und Lebensphasen
  5. Vielfalt und Chancengleichheit
 Ausgewählte Maßnahmen in der Säule „Mitarbeiter:innen“:
Gesellschaftliches Engagement
  1. Bewusste Ernährung und Bewegung
  2. Chancen für Kinder und Jugendliche
  3. Bewusster Umgang mit Lebensmitteln
  4. Artenvielfalt und Umweltschutz
Ausgewählte Projekte und Engagement in der Säule „Gesellschaftliches Engagement":
Nachhaltigkeit ist bei der REWE Group an höchster Stelle der Unternehmensführung verankert. Die Gesamtverantwortung für Nachhaltigkeit liegt seit dem Start der Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2008 beim Vorstandsvorsitzenden. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung 2016 hat die REWE Group die Nachhaltigkeitsorganisation innerhalb der einzelnen Vertriebslinien gestärkt und Nachhaltigkeit weiter in die Geschäftsprozesse integriert. Damit verfolgt die REWE Group das Ziel, Nachhaltigkeitsmaßnahmen näher am Geschäft und an den Kund:innen zu entwickeln und die Umsetzung schneller voranzutreiben.  

Bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie erhalten die einzelnen Vertriebslinien eine große Gestaltungsfreiheit, um eine möglichst hohe Passgenauigkeit zu ihrer jeweiligen Strategie und ihrem individuellen Geschäftsmodell zu gewährleisten. Für alle Vertriebslinien gelten dabei die übergeordneten Themen der vier Nachhaltigkeitssäulen der REWE Group und die Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften als gemeinsame Zielformulierung und Wertekanon des Nachhaltigkeitsengagements. Innerhalb dieses strategischen Rahmens legt jede Vertriebslinie die Schwerpunkte auf die für sie relevanten Themen.  

Bei REWE und PENNY ist die Abteilung Nachhaltigkeit Ware für die Säule Grüne Produkte zuständig. Sie ist direkt dem Einkauf zugeordnet und unterstützt dort bei der Gestaltung nachhaltiger Sortimente.  

Mehr Informationen z.B. zu Maßnahmen finden sich in den Managementansätzen der vier Nachhaltigkeitssäulen im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht 2020 im Abschnitt Nachhaltigkeitsstrategie.
 

Sustainable Development Goals
Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen adressieren die wesentlichen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene. Sie haben einen Zeithorizont bis 2050 und werden durch 169 Teilziele konkretisiert. Die REWE Group ist bestrebt, mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement einen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele zu leisten. Aus diesem Grund hat sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Geschäftsprozesse mit den 17 Zielen und den zugehörigen 169 Teilzielen abgeglichen. Auf Grundlage dieser Analyse wurden die SDGs und ihre Teilziele von den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group priorisiert und so ein Ranking der relevantesten SDGs gebildet. Dieses wurde auf dem REWE Group-Dialogforum im Jahr 2016 mit Stakeholdern im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert. Das Feedback der Stakeholder floss in ein Gesamtranking ein, das die folgenden SDGs mit hoher Relevanz für die REWE Group beinhaltet:

SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion
SDG 12 zielt auf die notwendige Veränderung von Lebensstilen und Wirtschaftsweisen ab. Es bezieht sich somit sowohl auf den individuellen Konsum als auch auf die Umgestaltung der Wertschöpfungsmuster, die der Produktion zugrunde liegen. Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Lieferketten sind dabei ebenso relevant wie die Vermeidung beziehungsweise die verantwortungsvolle Entsorgung von Abfällen sowie die Eindämmung von Lebensmittelverschwendung.  

Große Teile des Engagements der REWE Group tragen zur Zielerreichung des SDG 12 bei. Basis hierfür sind die vom Unternehmen definierten Grundsätze und Leitlinien – die Umweltaspekte und soziale Belange entlang ihrer Lieferketten adressieren (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Grundsätze und Leitlinien, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Soziale Aspekte in der Lieferkette). Als wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaftsproduktion werden Bio- und regionale Eigenmarkenprodukte gefördert sowie Produkte, bei denen die REWE Group soziale und ökologische Verbesserungen in den Lieferketten erreicht. Dabei setzt das Unternehmen auf international anerkannte Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche in Initiativen und setzt eigene Projekte auf. Zudem kennzeichnet es seit 2010 Produkte, die sozial und ökologisch nachhaltiger produziert sind oder erhöhte Tierwohlstandards erfüllen, mit dem PRO PLANET-Label – bis Ende 2025 sollen 25 Prozent der Eigenmarken von REWE und PENNY in Deutschland dieses Label tragen. Verbraucher:innen erhalten so einen Wegweiser für nachhaltigere Produkte und transparente Informationen für ihre Einkaufsentscheidung (mehr dazu in den Abschnitten Managementansatz Grüne Produkte, Regionalität, Bio und PRO PLANET). Zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung werden moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren – unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter:innen – eingesetzt. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Zudem sensibilisiert die REWE Group ihre Kund:innen über Kampagnen für dieses Thema und arbeitet mit 940 lokalen Tafeln zusammen (weitere Beispiele des Engagements der REWE Group finden Sie in den Abschnitten Nachhaltiger Konsum fördern und Projekte und Förderungen). Der bewusste Umgang mit Ressourcen spiegelt sich auch im REWE Group-Fokusthema Kreislaufwirtschaft wider, bei dem vor allem Verpackungen eine wesentliche Rolle spielen. Hier lautet der strategische Ansatz „vermeiden, verringern, verbessern“. Bis Ende 2025 sollen zum Beispiel bei den Verkaufs- und Serviceverpackungen der REWE- und PENNY-Eigenmarken 20 Prozent weniger Kunststoff verwendet werden und, wo dies unvermeidbar ist, der Kunststoff recyclingfähig sein (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verpackung).

SDG 15: Leben an Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen – das sind die Ziele des SDG 15.  

Um Biodiversität zu schützen und zu fördern, setzt die REWE Group auf Kooperationen und Projekte, zusammen mit zahlreichen Landwirt:innen und Partnern wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) oder der Bodensee-Stiftung. So wurde erst im März 2021 der Verein „Food for Biodiversity“ gegründet. Und bereits seit 2010 wird durch das PRO PLANET-Projekt in Zusammenarbeit von Landwirt:innen und Naturschützer:innen die biologische Vielfalt auf konventionellen Obst- und Gemüsebetrieben verbessert – zuerst mit Fokus auf Apfel- und Birnenplantagen, seit 2016 auch bei verschiedenen Obst- und Gemüsekulturen. Bis 2025 sollen alle relevanten, regionalen Freilandobst- und -gemüseprodukte auf einen biodiversitätsfördernden Anbau umgestellt sein. Auch bei der Gestaltung nachhaltigerer Sortimente ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein wichtiges Kriterium, das über Standardsysteme wie Bio, Fairtrade oder Forest Stewardship Council (FSC®) berücksichtigt wird. Die REWE Group engagiert sich außerdem für eine umweltgerechte und sozialverträgliche Waldwirtschaft: Bis Ende 2025 sollen Lieferketten in den Bereichen Holz/Papier, Palmöl und Soja-Futtermittel entwaldungsfrei sein (mehr Informationen finden Sie im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food). Und das Unternehmen bezieht zunehmend Holz und Papier für seine Produkte und Verpackungen aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen, die gemäß Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert sind (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Nachhaltigen Konsum fördern, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Fokusrohstoffe – Non-Food).

SDG 14: Leben unter dem Wasser
Dieses SDG zielt darauf ab, die Verschmutzung der Ozeane und Meere erheblich zu verringern. Darin inbegriffen sind die Reduktion der Versauerung, die nachhaltige Bewirtschaftung der Küstenökosysteme und der Fischbestände.  

Die REWE Group ist sich der Auswirkungen im Bereich Wasser, die entlang ihrer Lieferketten auftreten, bewusst und arbeitet kontinuierlich an der Auflösung identifizierter Hotspots: Zum Beispiel soll mit einem Detox-Programm für Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien der Eigenmarken die Verunreinigung von Wasser durch Chemikalien gezielt reduziert werden (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette). Auch will das Unternehmen komplett auf schädliches Mikroplastik in den Eigenmarkenprodukten verzichten – und diesen Verzicht auch auf weitere Warengruppen ausweiten (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Wasser). Und in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte macht die REWE Group ihren Lieferanten Vorgaben zur Transparenz – im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Ressource Meer und nachhaltigen Fischerei. Das Ziel hier ist, in den Bereichen Tiefkühlung, Convenience, Frische und Konserve 100 Prozent zertifizierte Eigenmarkenartikel (MSC, GLOBALG.A.P., ASC, Bio-Zertifizierung) zu beziehen (weitere Informationen finden Sie in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte und im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food).

SDG 8: Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
Ziel des SDG 8 sind kontinuierliches, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, eine produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle.

Als international tätiges Unternehmen bekennt sich die REWE Group in ihrer Grundsatzerklärung Menschenrechte sowie in ihrer Leitlinie für Fairness dazu, innerhalb der Lieferketten aller Eigenmarkenprodukte von REWE, PENNY und toom Baumarkt Menschenrechte zu stärken und Arbeitsbedingungen zu verbessern – im Fokus stehen die Themen Kinder- und Zwangsarbeit, existenzsichernde Löhne und Einkommen sowie Frauen in der Lieferkette. Bis 2030 will die REWE Group beispielsweise, dass alle strategischen Lieferanten an Trainingsprogrammen teilnehmen, um negative Auswirkungen entlang der Lieferkette gezielt zu reduzieren. Dazu soll bis 2025 ein Beschwerdemechanismussystem für relevante Lieferketten etabliert werden (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Kinder- und Zwangsarbeit, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Auch lokal setzt sich die REWE Group mit ihrer Vertriebslinie REWE für eine nachhaltige und faire Zusammenarbeit ein: Mit der „REWE Lokal-Partnerschaft“ werden lokale Lieferanten und Erzeuger gefördert und eine verbindliche Zusammenarbeit definiert (mehr Informationen im Abschnitt Regionalität). Als Arbeitgeber bietet die REWE Group ihren Mitarbeiter:innen unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, betriebliches Gesundheitsmanagement und zeigt großes Engagement bei Ausbildung und Entwicklung (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Mitarbeiter:innen, Beruf und Lebensphasen und Aus- und Weiterbildung). Zudem sind in nahezu allen Entscheidungen der REWE Group Vertreter der Belegschaft als gewählte Gremienvertreter:innen der Betriebsräte oder Aufsichtsräte eingebunden (siehe Abschnitt Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis).

SDG 2: Kein Hunger
Das SDG 2 strebt an, den Hunger auf der Welt zu beenden, eine bessere Ernährung zu erreichen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Um Hunger in den Lieferketten zu bekämpfen, setzt sich die REWE Group unter anderem dafür ein, die Existenzgrundlage von Kleinbäuer:innen zu stabilisieren und ihnen Planungssicherheit zu geben – etwa mit Abnahmegarantien. Zudem sollen in Pilotprojekten bis 2025 Ansätze zur Sicherstellung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen getestet und, falls erfolgreich, skaliert werden. Die REWE Group will außerdem vor allem Frauen entlang der globalen Wertschöpfungsketten stärken – zum Beispiel mit Frauenkomitees in Projekten wie dem der Fairtrade-Kaffeekooperative Valle de Incahuasi in Peru, die sich mit Ernährungssicherung, Fortbildungen und Maßnahmen zur Einkommensbeschaffung speziell für Frauen beschäftigen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Um eine bessere Ernährung zu erreichen, sensibilisiert die REWE Group ihre Verbraucher:innen zu diesem Thema, etwa durch Kampagnen. Kinder und Jugendliche werden in Kitas und Sportvereinen in verschiedenen Workshops an eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung herangeführt, Schulklassen erhalten gesunde Lebensmittel. Zudem informiert das Unternehmen transparent über die Nährwerte der Produkte – seit 2020 nutzt die REWE Group hierfür auch die Nutri-Score-Kennzeichnung. Darüber hinaus passt das Unternehmen das Produktangebot und die Rezepturen bei den Eigenmarken durch Reduzierung von Zucker, Salz, Fett oder gesättigten Fettsäuren an (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Bio, Ernährung, Nachhaltigen Konsum fördern und Projekte und Förderungen).

SDG 7: Erneuerbare Energien
Ziel des SDG 7 ist es, dass alle Menschen Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie haben. Zudem soll der Anteil von erneuerbaren Energien im weltweiten Energiemix deutlich erhöht und die Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Die REWE Group hat im Sinne der Ziele des SDG 7 bereits Anfang 2008 den Stromeinkauf für Märkte, Lager und Reisebüros in Deutschland und Österreich auf Grünstrom umgestellt und somit einen Beitrag zum Ausbau regenerativer Energien geleistet. Zudem spart das Unternehmen Energie durch ein wirksames, zertifiziertes Energiemanagementsystem und die Optimierung der Logistik. Und mit seinem Green Building-Konzept verfolgt der Konzern seit 2009 einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz für seine Standorte (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Energie, Logistik und Mobilität und Green Building). Die Nutzung erneuerbarer Energien und die konsequente Einsparung von Energie sind wesentliche Bestandteile, um die Klimaziele des Unternehmens zu erreichen – etwa die absoluten Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 zu reduzieren und in den Lieferketten seiner Eigenmarkenartikel eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen von 15 Prozent bis Ende 2030 im Vergleich zu 2019 zu erreichen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Klimaschutz in der Lieferkette und Klimaschutz auf Unternehmensebene).  

Zu diesen sechs Zielen hat die REWE Group insgesamt 27 SDG-Teilziele identifiziert, die für ihre Geschäftstätigkeit von ausgeprägter Relevanz sind.

 

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Vom Lebensmitteleinzelhandel über Baumärkte bis zur Touristik – die REWE Group ist mit ihren Geschäfts- und Tätigkeitsfeldern breit aufgestellt. Ebenso vielfältig sind auch die potenziell wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte, die das Unternehmen betreffen können. Neben anderen Instrumenten wie beispielsweise produktbezogene Risikoanalyse ist die Wesentlichkeitsanalyse eine Methode, mit der die REWE Group wesentliche Themen identifiziert und Schwerpunkte bei der Maßnahmenentwicklung setzt. Dabei spielen insbesondere die Einschätzung der internen und externen Stakeholder sowie die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Mensch, Tier und Umwelt eine bedeutende Rolle.

Vorgehen zur Bestimmung des Berichtsinhalts und der Abgrenzung der Themen
Um sich veränderten Gegebenheiten anzupassen, hat die REWE Group ihre Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2020 aktualisiert. Die Ergebnisse der vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2018 bildeten hierbei die Basis. So wurden die ursprünglich 18 Nachhaltigkeitsthemen vom Bereich Corporate Responsibility auf Aktualität, Relevanz und fehlende Schwerpunkte überprüft. Hierfür wurde die Themenliste mit unterschiedlichen Frameworks, wie den GRI-Standards oder dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, abgeglichen. Aus Gründen der Verständlichkeit wurden ausgewählte Themen hinsichtlich ihrer Begrifflichkeit angepasst. Das Thema „Bewusste Ernährung“ wurde für ein besseres Verständnis in „Förderung gesunder Ernährung“ und „Ausweitung des Angebots nachhaltiger Produkte“ unterteilt. Das Ergebnis stellt eine konsolidierte Liste von 19 Nachhaltigkeitsthemen dar.

Neben diesen 19 Themen hat die REWE Group fünf weitere Themen definiert. Diese wurden jedoch im Rahmen der Analyse nicht zur Diskussion gestellt, da sie übergeordnete Managementkonzepte betreffen, die für die Geschäftstätigkeit der REWE Group besonders relevant sind, oder weil das Unternehmen aufgrund der Anforderungen der GRI hierzu Informationen offenlegen muss: In einem zweiten Schritt führte die REWE Group eine onlinebasierte Befragung von Konsument:innen, Mitarbeiter:innen sowie weiteren Fachstakeholdern durch. Insgesamt 6.150 Stakeholder in Deutschland und Österreich schätzten die 19 Themen nach ihrer Relevanz ein. Im Ergebnis bewerteten die Befragten die Themen Tierwohl, Umweltfreundlichere Verpackung, Klimaschutz, Faire Arbeitsbedingungen in den eigenen Betrieben und Ökologische Aspekte in der Lieferkette als besonders relevant für die REWE Group. Im Vergleich zur letzten Stakeholderbefragung aus dem Jahr 2018 nahm das Thema Tierwohl noch mal an Relevanz zu.

Zusätzlich zu der Priorisierung der 19 Themen hatten die Befragten die Möglichkeit, ihre konkreten Erwartungen zu ihrem „Top-Thema“ offen zu äußern. Mit Blick auf das am relevantesten eingestufte Thema Tierwohl wurde insbesondere der Wunsch nach einer größeren Auswahl an Tierprodukten mit sehr guten Haltungsbedingungen geäußert. Und auch die Auslistung von Tierprodukten mit schlechter Tierhaltung stellt eine zentrale Erwartung dar. In Bezug auf Umweltfreundlichere Verpackung nannte ein Großteil der Befragten die Vermeidung von Plastik, die Reduktion der Verpackungsmengen, die Ausweitung von Mehrweglösungen und die Verbesserungen von Verpackungen unter ökologischen Gesichtspunkten. Das Thema Klimaschutz sahen die Befragten als Querschnittsthema und erwarten von der REWE Group, dass Klimaschutz eine Grundlage bei allen Entscheidungen darstellt. Insbesondere sind kurze Lieferwege im Zusammenhang mit einem stärkeren Angebot regionaler Produkte für eine Vielzahl der Befragten ein wichtiger Faktor.


Ergänzend dazu wurden die Teilnehmer:innen gebeten, die Leistung der REWE Group bei ihrem „Top-Thema“ zu bewerten. Insgesamt bewertete mindestens die Hälfte der Befragten die Leistung der REWE Group hinsichtlich jedes der 19 Themen mit „befriedigend“ (Schulnote 3) oder besser. Die höchste Zufriedenheit äußerten die Befragten beim Thema Aus- und Weiterbildung: 77 Prozent gaben hier die Schulnote 3 oder besser. Platz zwei und drei der Leistungsbewertung belegten die Ausweitung des Angebots nachhaltiger Produkte und die Arbeitssicherheit und Gesundheit. Die Leistung der REWE Group hinsichtlich der Themen Nachhaltigere Logistik, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie Tierwohl wurde hingegen am wenigsten positiv bewertet.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse fließen neben anderen Informationen in das jährliche Review der Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Mehr Informationen zu den Ergebnissen finden Sie im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht 2020 im Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse. Weiterführende Informationen zu Chancen und Risiken finden Sie in den Abschnitten Grüne Produkte, Energie, Klima und Umwelt, Mitarbeiter:innen, Gesellschaftliches Engagement.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Nachhaltigkeitsstrategie hat die gesamte Geschäftstätigkeit im Blick, um nachhaltigeren Konsum und Tourismus in der Breite des Marktes zu etablieren. Die REWE Group formuliert Ziele und scheut auch vor komplexen Problemstellungen nicht zurück.  

Innerhalb der für die vier Nachhaltigkeitssäulen definierten Handlungsfelder legt jede Vertriebslinie die Schwerpunkte auf die für sie relevanten Themen. Den vier Nachhaltigkeitssäulen stehen Bereichsvorständ:innen oder Geschäftsführer:innen vor, um der Bedeutung der Nachhaltigkeitssäulen und deren Arbeit Rechnung zu tragen. Aus den Nachhaltigkeitssäulen heraus werden Maßnahmen passend zu den Zielen und Positionierungen der Vertriebslinien erarbeitet, die im Rahmen der regulären Jahres- und Strategieplanung der Vertriebslinien entschieden werden. Die Verantwortung ist so bis hin zur operativen Ebene in die etablierten Entscheidungsprozesse integriert.

Grüne Produkte

Thema KPI Ziel Status
Trainingsprogramm für bessere Arbeitsbedingungen Anteil der strategisch relevanten Produktionsstätten, die in ein Trainingsprogramm (Capacity-Building) integriert sind 100 % bis Ende 2030 in Umsetzung
Beschwerdemechanismus Einführung eines Beschwerdemechanismus-Systems in relevanten Lieferketten Ende 2025 in Umsetzung
Umweltprogramm Anteil der relevanten Food- und Non-Food-Produzenten, die in einem Umweltprogramm integriert sind (REWE und PENNY in Deutschland) 100 % bis Ende 2030 in Umsetzung
Verpackung Anteil umweltfreundlicherer Eigenmarkenverpackungen 100 % bis Ende 2030 in Umsetzung
Treibhausgasemissionen in der Lieferkette Absolute Treibhausgasemissionen in den Lieferketten der Eigenmarkenartikel (REWE und PENNY in Deutschland) Bis 2030 gegenüber 2019 um 15 % reduzieren in Umsetzung
Zucker- und Salzgehalt Anteil der Eigenmarkenartikel, die auf den Zucker- und Salzgehalt überprüft wurden 100 % bis Ende 2020 Ziel erreicht
Anteil der relevanten* Eigenmarkenartikel, bei denen eine Zucker- oder Salzreduktion umgesetzt wurde 50 % bis Ende 2020 Ziel erreicht

*Nicht relevant sind z.B. Monoprodukte wie beispielsweise Reis, Kartoffeln oder Mehl sowie Produkte, die keinen Zucker-/Salzzusatz haben, wie Mineralwässer, Speiseöle oder Essig.  

Zudem gibt es Ziele für einzelne Rohstoffe wie z.B. Fisch, Palmöl, Kakao, Kaffee, Eier oder Baumwolle. Mehr Informationen finden sich im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht in den Abschnitten Fokusrohstoffe – Food und Fokusrohstoffe – Non-Food.


Energie, Klima und Umwelt 

Thema KPI Ziel Status
Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene Treibhausgasemissionen (CO2-Äquivalente) für Deutschland und Österreich pro Quadratmeter Verkaufsfläche Bis 2022 gegenüber 2006 halbieren -53,6%
Kältemittelbedingte Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kg CO2-Äquivalenten/m²) in Deutschland und Österreich Reduzierung um 35 % zwischen 2012 und 2022 -46,7%
Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene  Bis 2030 gegenüber 2019 um 30 % reduzieren

Klimaneutralität bis 2040
Kein Status, da neue Ziele
Stromverbrauch Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kWh/m²) in Deutschland und Österreich Senkung um 7,5 % zwischen 2012 und 2022 -11,2%


Mitarbeiter:innen

Thema KPI Ziel Status
Ausbildungsquote Ausbildungsquote (Anteil Auszubildender an Gesamtbelegschaft in Full Time Equivalent) Bis 2025 bei 5,4 % halten 5,3%
Interne Besetzung Interne Besetzung von Führungspositionen Bis 2025 auf 80,0 % erhöhen 72,4%
Geschlechterverhältnis Geschlechterverhältnis in Führungspositionen Bis 2025 ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen erreichen   45,6% weiblich, 54,4% männlich
Unfälle Unfälle pro 1.000 Full Time Equivalents Bis 2025 die Anzahl der Unfälle pro 1.000 FTE auf 43,5 senken 46,5
Behindertenquote Behindertenquote nach Köpfen* Bis 2025 mindestens auf dem Niveau von 3,0 % halten* 3,0%

*Die Behindertenquote wird nach Köpfen berechnet und hat damit eine andere Berechnungsgrundlage als die Pflichtbeschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen nach § 154 SGB IX (Deutschland). Die Berechnung der Behindertenquote nach Köpfen wurde gewählt, um länderübergreifend (Deutschland und Österreich) eine einheitliche Kennzahl ermitteln zu können. Die Definition von Menschen mit Behinderung erfolgt gemäß Sozialgesetzbuch (SGB) § 2 (Deutschland) und Behinderteneinstellungsgesetz (BEinstG) (Österreich).


Gesellschaftliches Engagement 

Thema Kennzahl Status
  Anteil langfristig angelegter Projekte (> zwei Jahre) 88%
Ernährung und Bewegung Anzahl erreichter Kinder und Jugendlicher (2020) 43.271
Kinder und Jugendliche Anzahl erreichter Kinder und Jugendlicher (2020) 12.580
Bewusster Umgang mit Lebensmitteln Anteil der Filialen (REWE und PENNY in Deutschland sowie Vertriebslinien in Österreich), die mit den Tafeln zusammenarbeiten (2020) 84%
Artenvielfalt und Umweltschutz Projektsumme (2020) 3.432.500 Euro


Sustainable Development Goals 
Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen adressieren die wesentlichen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung auf globaler Ebene. Sie haben einen Zeithorizont bis 2050 und werden durch 169 Teilziele konkretisiert. Die REWE Group ist bestrebt, mit ihrem Nachhaltigkeitsengagement einen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele zu leisten. Aus diesem Grund hat sie ihre Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Geschäftsprozesse mit den 17 Zielen und den zugehörigen 169 Teilzielen abgeglichen. Auf Grundlage dieser Analyse wurden die SDGs und ihre Teilziele von den Nachhaltigkeitsverantwortlichen der REWE Group priorisiert und so ein Ranking der relevantesten SDGs gebildet. Dieses wurde auf dem REWE Group-Dialogforum im Jahr 2016 mit Stakeholdern im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert. Das Feedback der Stakeholder floss in ein Gesamtranking ein, das die folgenden SDGs mit hoher Relevanz für die REWE Group beinhaltet:

SDG 12: Verantwortungsvoller Konsum und nachhaltige Produktion
SDG 12 zielt auf die notwendige Veränderung von Lebensstilen und Wirtschaftsweisen ab. Es bezieht sich somit sowohl auf den individuellen Konsum als auch auf die Umgestaltung der Wertschöpfungsmuster, die der Produktion zugrunde liegen. Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Lieferketten sind dabei ebenso relevant wie die Vermeidung beziehungsweise die verantwortungsvolle Entsorgung von Abfällen sowie die Eindämmung von Lebensmittelverschwendung.  

Große Teile des Engagements der REWE Group tragen zur Zielerreichung des SDG 12 bei. Basis hierfür sind die vom Unternehmen definierten Grundsätze und Leitlinien – die Umweltaspekte und soziale Belange entlang ihrer Lieferketten adressieren (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Grundsätze und Leitlinien, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Soziale Aspekte in der Lieferkette). Als wichtigen Beitrag für eine nachhaltigere Landwirtschaftsproduktion werden Bio- und regionale Eigenmarkenprodukte gefördert sowie Produkte, bei denen die REWE Group soziale und ökologische Verbesserungen in den Lieferketten erreicht. Dabei setzt das Unternehmen auf international anerkannte Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche in Initiativen und setzt eigene Projekte auf. Zudem kennzeichnet es seit 2010 Produkte, die sozial und ökologisch nachhaltiger produziert sind oder erhöhte Tierwohlstandards erfüllen, mit dem PRO PLANET-Label – bis Ende 2025 sollen 25 Prozent der Eigenmarken von REWE und PENNY in Deutschland dieses Label tragen. Verbraucher:innen erhalten so einen Wegweiser für nachhaltigere Produkte und transparente Informationen für ihre Einkaufsentscheidung (mehr dazu in den Abschnitten Managementansatz Grüne Produkte, Regionalität, Bio und PRO PLANET). Zur Eindämmung von Lebensmittelverschwendung werden moderne Prognosesysteme und automatisierte Bestellverfahren – unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter:innen – eingesetzt. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Zudem sensibilisiert die REWE Group ihre Kund:innen über Kampagnen für dieses Thema und arbeitet mit 940 lokalen Tafeln zusammen (weitere Beispiele des Engagements der REWE Group finden Sie in den Abschnitten Nachhaltiger Konsum fördern und Projekte und Förderungen). Der bewusste Umgang mit Ressourcen spiegelt sich auch im REWE Group-Fokusthema Kreislaufwirtschaft wider, bei dem vor allem Verpackungen eine wesentliche Rolle spielen. Hier lautet der strategische Ansatz „vermeiden, verringern, verbessern“. Bis Ende 2025 sollen zum Beispiel bei den Verkaufs- und Serviceverpackungen der REWE- und PENNY-Eigenmarken 20 Prozent weniger Kunststoff verwendet werden und, wo dies unvermeidbar ist, der Kunststoff recyclingfähig sein (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Verpackung).  

SDG 15: Leben an Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen – das sind die Ziele des SDG 15.  

Um Biodiversität zu schützen und zu fördern, setzt die REWE Group auf Kooperationen und Projekte, zusammen mit zahlreichen Landwirt:innen und Partnern wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) oder der Bodensee-Stiftung. So wurde erst im März 2021 der Verein „Food for Biodiversity“ gegründet. Und bereits seit 2010 wird durch das PRO PLANET-Projekt in Zusammenarbeit von Landwirt:innen und Naturschützer:innen die biologische Vielfalt auf konventionellen Obst- und Gemüsebetrieben verbessert – zuerst mit Fokus auf Apfel- und Birnenplantagen, seit 2016 auch bei verschiedenen Obst- und Gemüsekulturen. Bis 2025 sollen alle relevanten, regionalen Freilandobst- und -gemüseprodukte auf einen biodiversitätsfördernden Anbau umgestellt sein. Auch bei der Gestaltung nachhaltigerer Sortimente ist der Erhalt der biologischen Vielfalt ein wichtiges Kriterium, das über Standardsysteme wie Bio, Fairtrade oder Forest Stewardship Council (FSC®) berücksichtigt wird. Die REWE Group engagiert sich außerdem für eine umweltgerechte und sozialverträgliche Waldwirtschaft: Bis Ende 2025 sollen Lieferketten in den Bereichen Holz/Papier, Palmöl und Soja-Futtermittel entwaldungsfrei sein (mehr Informationen finden Sie im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food). Und das Unternehmen bezieht zunehmend Holz und Papier für seine Produkte und Verpackungen aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen, die gemäß Nachhaltigkeitsstandards zertifiziert sind (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Nachhaltigen Konsum fördern, Ökologische Aspekte in der Lieferkette und Fokusrohstoffe – Non-Food).  

SDG 14: Leben unter dem Wasser Dieses SDG zielt darauf ab, die Verschmutzung der Ozeane und Meere erheblich zu verringern. Darin inbegriffen sind die Reduktion der Versauerung, die nachhaltige Bewirtschaftung der Küstenökosysteme und der Fischbestände.  

Die REWE Group ist sich der Auswirkungen im Bereich Wasser, die entlang ihrer Lieferketten auftreten, bewusst und arbeitet kontinuierlich an der Auflösung identifizierter Hotspots: Zum Beispiel soll mit einem Detox-Programm für Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien der Eigenmarken die Verunreinigung von Wasser durch Chemikalien gezielt reduziert werden (für mehr Informationen siehe Abschnitt Ökologische Aspekte in der Lieferkette). Auch will das Unternehmen komplett auf schädliches Mikroplastik in den Eigenmarkenprodukten verzichten – und diesen Verzicht auch auf weitere Warengruppen ausweiten (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Wasser). Und in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte macht die REWE Group ihren Lieferanten Vorgaben zur Transparenz – im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Ressource Meer und nachhaltigen Fischerei. Das Ziel hier ist, in den Bereichen Tiefkühlung, Convenience, Frische und Konserve 100 Prozent zertifizierte Eigenmarkenartikel (MSC, GLOBALG.A.P., ASC, Bio-Zertifizierung) zu beziehen (weitere Informationen finden Sie in der Leitlinie für Fisch und Meeresfrüchte und im Abschnitt Fokusrohstoffe – Food).  

SDG 8: Gute Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum
Ziel des SDG 8 sind kontinuierliches, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, eine produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle.

Als international tätiges Unternehmen bekennt sich die REWE Group in ihrer Grundsatzerklärung Menschenrechte sowie in ihrer Leitlinie für Fairness dazu, innerhalb der Lieferketten aller Eigenmarkenprodukte von REWE, PENNY und toom Baumarkt Menschenrechte zu stärken und Arbeitsbedingungen zu verbessern – im Fokus stehen die Themen Kinder- und Zwangsarbeit, existenzsichernde Löhne und Einkommen sowie Frauen in der Lieferkette. Bis 2030 will die REWE Group beispielsweise, dass alle strategischen Lieferanten an Trainingsprogrammen teilnehmen, um negative Auswirkungen entlang der Lieferkette gezielt zu reduzieren. Dazu soll bis 2025 ein Beschwerdemechanismussystem für relevante Lieferketten etabliert werden (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Kinder- und Zwangsarbeit, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Auch lokal setzt sich die REWE Group mit ihrer Vertriebslinie REWE für eine nachhaltige und faire Zusammenarbeit ein: Mit der „REWE Lokal-Partnerschaft“ werden lokale Lieferanten und Erzeuger gefördert und eine verbindliche Zusammenarbeit definiert (mehr Informationen im Abschnitt Regionalität). Als Arbeitgeber bietet die REWE Group ihren Mitarbeiter:innen unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, betriebliches Gesundheitsmanagement und zeigt großes Engagement bei Ausbildung und Entwicklung (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Mitarbeiter:innen, Beruf und Lebensphasen und Aus- und Weiterbildung). Zudem sind in nahezu allen Entscheidungen der REWE Group Vertreter der Belegschaft als gewählte Gremienvertreter:innen der Betriebsräte oder Aufsichtsräte eingebunden (siehe Abschnitt Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis).  

SDG 2: Kein Hunger
Das SDG 2 strebt an, den Hunger auf der Welt zu beenden, eine bessere Ernährung zu erreichen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Um Hunger in den Lieferketten zu bekämpfen, setzt sich die REWE Group unter anderem dafür ein, die Existenzgrundlage von Kleinbäuer:innen zu stabilisieren und ihnen Planungssicherheit zu geben – etwa mit Abnahmegarantien. Zudem sollen in Pilotprojekten bis 2025 Ansätze zur Sicherstellung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen getestet und, falls erfolgreich, skaliert werden. Die REWE Group will außerdem vor allem Frauen entlang der globalen Wertschöpfungsketten stärken – zum Beispiel mit Frauenkomitees in Projekten wie dem der Fairtrade-Kaffeekooperative Valle de Incahuasi in Peru, die sich mit Ernährungssicherung, Fortbildungen und Maßnahmen zur Einkommensbeschaffung speziell für Frauen beschäftigen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette, Existenzsichernde Löhne und Einkommen und Frauen in der Lieferkette). Um eine bessere Ernährung zu erreichen, sensibilisiert die REWE Group ihre Verbraucher:innen zu diesem Thema, etwa durch Kampagnen. Kinder und Jugendliche werden in Kitas und Sportvereinen in verschiedenen Workshops an eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung herangeführt, Schulklassen erhalten gesunde Lebensmittel. Zudem informiert das Unternehmen transparent über die Nährwerte der Produkte – seit 2020 nutzt die REWE Group hierfür auch die Nutri-Score-Kennzeichnung. Darüber hinaus passt das Unternehmen das Produktangebot und die Rezepturen bei den Eigenmarken durch Reduzierung von Zucker, Salz, Fett oder gesättigten Fettsäuren an (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Bio, Ernährung, Nachhaltigen Konsum fördern und Projekte und Förderungen).  

SDG 7: Erneuerbare Energien
Ziel des SDG 7 ist es, dass alle Menschen Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie haben. Zudem soll der Anteil von erneuerbaren Energien im weltweiten Energiemix deutlich erhöht und die Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden.

Die REWE Group hat im Sinne der Ziele des SDG 7 bereits Anfang 2008 den Stromeinkauf für Märkte, Lager und Reisebüros in Deutschland und Österreich auf Grünstrom umgestellt und somit einen Beitrag zum Ausbau regenerativer Energien geleistet. Zudem spart das Unternehmen Energie durch ein wirksames, zertifiziertes Energiemanagementsystem und die Optimierung der Logistik. Und mit seinem Green Building-Konzept verfolgt der Konzern seit 2009 einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz für seine Standorte (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Energie, Logistik und Mobilität und Green Building). Die Nutzung erneuerbarer Energien und die konsequente Einsparung von Energie sind wesentliche Bestandteile, um die Klimaziele des Unternehmens zu erreichen – etwa die absoluten Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 zu reduzieren und in den Lieferketten seiner Eigenmarkenartikel eine absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen von 15 Prozent bis Ende 2030 im Vergleich zu 2019 zu erreichen (weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten Klimaschutz in der Lieferkette und Klimaschutz auf Unternehmensebene).  

Zu diesen sechs Zielen hat die REWE Group insgesamt 27 SDG-Teilziele identifiziert, die für ihre Geschäftstätigkeit von ausgeprägter Relevanz sind.



4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Soziale Aspekte in der Lieferkette
Die REWE Group bezieht eine Vielzahl von Produkten und Produktbestandteilen über Lieferketten, die sich über mehrere Länder erstrecken können. Insbesondere in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung liegt ein erhöhtes Risiko der Missachtung von Arbeits- und Sozialstandards. Sie stehen daher im Fokus der Aktivitäten der REWE Group.  

Für alle Geschäftsbeziehungen greift die Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften der REWE Group. Sie orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem UN Global Compact. Sie umfasst unter anderem das Verbot von Zwangsarbeit und ausbeuterischer Kinderarbeit sowie den fairen Umgang mit Mitarbeiter:innen. Im Falle vorsätzlicher grober Missachtung der in der Leitlinie beschriebenen Werte behält sich die REWE Group Sanktionen vor.  

In ihrer Grundsatzerklärung Menschenrechte verpflichtet sich die REWE Group dazu, die Menschenrechte zu stärken und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Dieses Bekenntnis gilt sowohl für die eigenen Geschäftstätigkeiten als auch für die globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten. In ihrer 2019 veröffentlichten Leitlinie für Fairness bekennt sich die REWE Group dazu, innerhalb der Lieferketten aller Eigenmarkenprodukte von REWE, PENNY und toom Baumarkt Menschenrechte zu stärken, Arbeitsbedingungen zu verbessern sowie einen fairen Handel zu fördern. Die Leitlinie definiert einen verbindlichen Handlungsrahmen für die Geschäftsbeziehungen mit Vertragspartnern und gibt Anforderungen sowie Ziele vor. Auf Basis aktueller Entwicklungen wird sie regelmäßig aktualisiert.

Ökologische Aspekte in der Lieferkette
Die REWE Group bezieht eine Vielzahl von Produkten und Produktbestandteilen aus dem In- und Ausland. Insbesondere im Anbau und in der Produktion entstehen dabei negative Umwelteffekte und es werden natürliche Rohstoffe verbraucht. Gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf an Rohstoffen – aus diesem Grund ist der Schutz der Ressourcen ein bedeutendes Anliegen der REWE Group.  

Um die ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferketten zu verbessern, achtet die REWE Group bei der Auswahl ihrer Lieferanten und Geschäftspartner auf die Einhaltung von Umweltstandards. Gemeinsam mit ihnen arbeitet das Unternehmen daran, Lieferketten transparenter und die Herstellung ökologisch verträglicher zu gestalten. Mit der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften hat die REWE Group die Grundsätze ihrer Geschäftsbeziehungen formuliert. Im Bereich Ökologie gehören dazu: Diese Grundwerte gelten sowohl für die eigenen Geschäftsprozesse als auch für Geschäftspartner und Lieferanten der REWE Group. Im Falle vorsätzlicher grober Missachtung der in der Leitlinie beschriebenen Werte behält sich die REWE Group Sanktionen vor.


Managementansatz  
Den Kern des Aufbaus fairerer Lieferketten für die Eigenmarken der REWE Group bildet ein vierstufiger Prozess. Dieser dient dazu, potenziell nachteilige Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf die Menschenrechte systematisch zu ermitteln, zu minimieren und zu verhindern:  

Schritt 1: Mit ausführlichen Risiko- und Hot-Spot-Analysen werden Auswirkungen identifiziert. Seit dem Jahr 2016 hat die REWE Group ihren Ansatz zur Erfassung von Risiken deutlich ausgeweitet und systematisiert. Für weitere Informationen siehe Abschnitt Produktbezogene Risikoanalysen.

Schritt 2: Aus den im ersten Schritt gewonnenen Erkenntnissen leiten sich Fokusrohstoffe und -themen ab. Es haben sich drei Fokusthemen herauskristallisiert, die sich durch eine Vielzahl der Fokusrohstoffe und Länder ziehen. Diese sind Kinder- und Zwangsarbeit, Existenzsichernde Löhne und Einkommen sowie das Thema Frauen in der Lieferkette.

Schritt 3: Die Fokusrohstoffe und -themen werden mit entsprechenden Maßnahmen bearbeitet, um negativen Effekten entgegenzuwirken. Diese Maßnahmen werden durch einen Managementansatz auf drei verschiedenen Ebenen umgesetzt:
  1. Interne Zusammenarbeit: beispielsweise durch Schulung von Einkäufer:innen
  2. Zusammenarbeit in der Lieferkette: beispielsweise durch Anforderungen an Lieferanten oder den Einkauf zertifizierter Rohstoffe
Die Nachhaltigkeitsrisiken, die mit Blick auf das Handlungsfeld Mensch in der Lieferkette auftreten, geht die REWE Group gezielt durch ein systematisches Lieferkettenmanagement an, welches von einer engen Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie dem Engagement auf Ebene der Produktionsstätten und der Rohstofferzeugung geprägt ist. Durch das Lieferkettenmanagement erhöht die REWE Group zunächst, wo noch nicht vorhanden, die Transparenz entlang der Lieferkette für die Eigenmarkenprodukte.
  1. Zusammenarbeit mit Stakeholdern: beispielsweise durch die Weiterentwicklung von Standardorganisationen
Je nachdem, welche Risiken ermittelt werden, werden unterschiedliche Maßnahmen definiert, beispielsweise eine Einforderung von Standards und Zertifizierungen, die Zusammenarbeit mit Standardorganisationen, der Beitritt zu Brancheninitiativen sowie Projekte mit Lieferanten und Erzeugern vor Ort.

Schritt 4: Die durchgeführten Aktivitäten werden überwacht und evaluiert. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring fließen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen ein.

Mit den Anforderungen des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) beschäftigt sich die REWE Group bereits seit Erscheinen intensiv und hat in diesem Zusammenhang eine Strategie zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Beschwerdemechanismen in ihren Lieferketten entwickelt.

Durch die REWE Group-Einkaufsgesellschaften vor Ort können Anforderungen und Problemstellungen direkt mit den Lieferanten bzw. Produktionsstätten besprochen und Maßnahmen implementiert werden. So ist im asiatischen Raum das Sourcing- und Beschaffungsbüro REWE Far East (RFE) für einen Teil der Beschaffung von Food- und Non-Food- Produkten zuständig und nimmt eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ein. Hierfür steht die Corporate-Responsibility-Abteilung der RFE im direkten Kontakt zu den Lieferanten und betreut den Social-Compliance-Prozess vor Ort.

Weitere Informationen finden sich im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht in den Abschnitten Soziale Aspekte in der Lieferkette und Ökologische Aspekte in der Lieferkette


Ausgewählte Lieferketten der REWE Group
Als Handels- und Touristikunternehmen bezieht die REWE Group ihre Produkte und Dienstleistungen über eine Vielzahl von Lieferanten und aus unterschiedlichsten Lieferketten. Eine Auswahl besonders relevanter Lieferketten wird im Nachhaltigkeitsbericht in Form einer interaktiven Lieferkette dargestellt. Hierbei werden neben den Wertschöpfungsketten der Produkte auch relevante ökologische und soziale Herausforderungen (Hot Spots) und das Engagement der REWE Group zur Verbesserung der Hot Spots aufgezeigt.  

Beispiel: Die Lieferkette von Bananen  
  1. Die Banane wächst hauptsächlich in Mittel- und Südamerika. Nach dem Einpflanzen dauert es 10 bis 13 Monate, bis die noch grünen Bananen geerntet werden können. Anschließend werden sie auf Größe und Schalenreinheit kontrolliert, gewaschen und verpackt (zum Hot Spot).
  2. Bis zum Überseetransport darf nur wenig Zeit vergehen, damit die Früchte nicht vorzeitig zu reifen beginnen. Der Transport in den Kühlschiffen dauert zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit werden die Bananen auf 13 Grad gekühlt, um den Reifeprozess zu stoppen.
  3. Nach dem Transport gelangen die Bananen in die Bananenreiferei. Hier wird die Reifung durch die Anhebung der Lagertemperatur auf 14 bis 18 Grad angestoßen. Nach etwa vier bis sieben Tagen sind die Bananen gelb und aromatisch.
  4. Von der Bananenreiferei werden die Früchte zum Logistikzentrum transportiert und von dort weiter in die Märkte der REWE Group.
Engagement der REWE Group in der Lieferkette von Bananen


 
 

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Anteil der Produktionsstätten in den Stufen des Social-Improvement-Programms der REWE Group
Alle Produktionsstätten der ersten Lieferkettenstufe aus definierten Risikoländern werden in das Social-Improvement-Programm der REWE Group integriert, das dem dreistufigen Ansatz Anforderungen, Kontrolle und Entwicklung folgt. Bei den Risikoländern orientiert sich die REWE Group an der Bewertung von amfori. Diese beruht auf den Governance-Indikatoren der Weltbank sowie weiteren Indizes und wird jährlich aktualisiert.

Sofern noch kein Sozialaudit vorhanden ist, werden neue Lieferanten und Produktionsstätten im Rahmen eines Onboardings (1) über die Anforderungen der REWE Group informiert und bei der Vorbereitung des ersten Audits unterstützt. Im zweiten Schritt werden alle Produktionsstätten in Risikoländern verpflichtet, Audits (2) anerkannter Zertifizierungen oder Überprüfungssysteme vorzuweisen. Diese Audits werden – sowohl angekündigt als auch unangekündigt – von unabhängigen Dritten durchgeführt. Anerkannte Sozialaudits sind unter anderem Audits nach dem Standard der amfori BSCI oder dem SA8000-Standard sowie SMETA-Audits der Supplier Ethical Data Exchange. Textilproduktionsstätten in Bangladesch müssen darüber hinaus eine Überprüfung auf Gebäudesicherheit und Brandschutz im Rahmen des „Bangladesh Accord on Fire and Building Safety“ vornehmen. Um Arbeits- und Sozialstandards kontinuierlich zu verbessern, dokumentiert die REWE Group die Auditergebnisse. Falls die Vorgaben nicht eingehalten werden, werden gemeinsam mit den Lieferanten Verbesserungsmaßnahmen (Remediation (3)) definiert und die Produktionsstätten dazu aufgefordert, an amfori BSCI-Schulungen und weiteren Trainings (4) teilzunehmen. Wenn Produktionsstätten nicht bereit sind, Verbesserungen zu erwirken, behält sich die REWE Group in letzter Konsequenz das Recht vor, die Geschäftsbeziehung zu beenden.


Anteil der Produktionsstätten in den Stufen des Social-Improvement-Programms1
  2018 2019 2020
       
Stufe Onboarding 1 % 0 % 0,3 %
Stufe Audit 99 % 100 % 99,7 %


Anteil der Produktionsstätten gemäß ihren Auditergebnissen
SA8000 3 % 4 % 3,5 %
Naturland 0 % 0 % 0,2 %
amfori BSCI A 3% 5 % 4,4 %
amfori BSCI B 5 % 8 % 6,6 %
amfori BSCI C 71 % 67 % 68,5 %
amfori BSCI D 6 % 2 % 0,9 %
amfori BSCI E 0 % 0 % 0 %
SMETA 4 % 6 % 6,6 %
Abgelaufenes Audit 6 % 8 % 9,4 %
    1 Angabe in gerundeten Werten. Die Berechnung erfolgte auf Basis der Anzahl der Produktionsstätten und erfasst alle Produktionsstätten der REWE Group für Food- und Non-Food-Produkte der ersten Lieferkettenstufe in Risikoländern.


Die Risikoanalysen, Fabrikbesuche und die Arbeit mit den Stakeholdern zeigen, dass es an vielen Stellen der Lieferkette immer noch an Wissen und Managementerfahrungen fehlt, Prozesse und Richtlinien zur Sicherstellung guter Arbeitsbedingungen und Menschenrechte umzusetzen.

Für ihre strategisch wichtigen Produktionsstätten hat die REWE Group ein Trainingsprogramm („Factory Improvement Training“, FIT) zum Aufbau sozialer Kompetenzen aufgesetzt. Es soll ihnen helfen, die Bedeutung der Einhaltung der REWE Group-Standards für nachhaltige Geschäftspraktiken besser zu verstehen und Systeme und Arbeitsweisen zu etablieren, um nachhaltiges Wirtschaften zu stärken. Konkret erhalten die Produktionsstätten eine Unterstützung, um die sozialen Arbeitsbedingungen in ihren Fabriken zu messen und zu verbessern. Zudem sollen sie ihre Eigenverantwortung so weit steigern, dass sie eigene Programme zur Einhaltung sozialer Standards durchführen können. Dafür werden Manager:innen strategischer Produktionsstätten in einem 18-monatigen modularen Trainingsprogramm in den Punkten Gesundheit und Sicherheit, Beschwerdemechanismen, Löhne und Arbeitszeit sowie ethische Personalbeschaffung geschult. Wo es sinnvoll ist, umfasst das Programm Gruppentrainings, in denen gemeinsame Herausforderungen verschiedener Produktionsstätten adressiert werden. Zuvor werden die Betriebe hinsichtlich ihrer Sozialstandards analysiert und basierend auf den Ergebnissen individuelle Aktionspläne erstellt. Um Fortschritte zu dokumentieren, werden Kennzahlen definiert und fortlaufend gemessen sowie Befragungen der Mitarbeiter:innen durchgeführt.

Im Jahr 2020 hat die REWE Group ein Social-Improvement-Coaching für strategisch relevante Lieferanten mit Produktionsstätten in Risikoländern durchgeführt. Damit möchte das Unternehmen die Lieferanten unterstützen, Produktionsstätten bei der Umsetzung sozialer Standards besser zu betreuen. Nach einer Selbsteinschätzung wurde eine virtuelle Workshopreihe durchgeführt. Dabei stand die Entwicklung eines Maßnahmenplans zur Verbesserung der Sozialstandards im Vordergrund. In dem anschließenden Coaching konnten die Lieferanten bei Bedarf Unterstützung von einem Partner der REWE Group bei der Umsetzung des Maßnahmenplans einholen. Mit dem Social-Improvement-Coaching erlernen die Lieferanten neue Tools, um Probleme künftig systematisch angehen zu können. So können die sozialen Standards und Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten kontinuierlich verbessert werden. Außerdem stärkt das Coaching die Kommunikation zwischen Lieferanten und Produktionsstätten.

Weitere Informationen finden sich im REWE Group Nachhaltigkeitsbericht im Abschnitt Soziale Aspekte in der Lieferkette