1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als Bio-Pionier - mit langjähriger Tradition seit der Gründung 1979 - ist Nachhaltigkeit in unserer Unternehmensvision „Herstellung von Produkten in Spitzenqualität und im Einklang mit der Natur“ fest verankert und stellt eine tragende Säule in der Unternehmenspolitik dar. Unsere Unternehmenspolitik setzt sich aus den Feldern Produktanforderungen, Kundenorientierung, Ethik und Personalverantwortung sowie Umweltverantwortung und Nachhaltigkeit zusammen. Dabei stellt die nachhaltige Herstellung und der Vertrieb von ökologischen Produkten das Hauptanliegen von Barnhouse dar. Es werden ausschließlich Bio-Rohwaren bezogen und verarbeitet. Darüber hinaus sehen wir unsere Nachhaltigkeitsverantwortung nicht nur im Unternehmen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So kaufen wir nach der Barnhouse Social Policy Rohwaren ein und setzen uns für soziale Gerechtigkeit ein. Darüber hinaus sind wir seit 2020 nach dem Fairtrade Cocoa Program zertifiziert.

Nachhaltigkeit wird bei Barnhouse gemäß Brundtland-Definition als eine Entwicklung, “… die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen" verstanden. 

Eine konkrete Nachhaltigkeitsstrategie lag bisher noch nicht vor. Um einen möglichst großen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu generieren, wurde eine solche Strategie aufgesetzt. Zunächst wurde zur Ausrichtung der Nachhaltigkeitsaktivitäten auf unsere wesentliche Themen eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die Durchführung basierte auf den Vorgaben des deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Die Ergebnisse dieser Analyse stellen unsere 22 wesentlichen Themen, die den Handlungsfeldern Ökonomie (Profit), Ökologie (Planet) und Soziales (People) zugeordnet sind, dar. 
Zu den einzelnen Schwerpunktthemen wurden strategische Ziele sowie Leistungsindikatoren und konkrete Maßnahmen formuliert. Wo es möglich ist, wird sich hierbei an internationalen und nationalen Standards und Rahmenwerken orientiert (z.B. SDGs, GRI SRS, DNK, ISO 26000, Greenhouse Gas Protocol).

Wir streben für 2021 eine Zertifizierung nach dem We Care Standard an. Der Managementsystem-Standard bestätigt die Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien entlang der Lieferkette. Dabei umfasst er die Handlungsfelder Unternehmensführung, Lieferkette, Umweltmanagement und Mitarbeiterverantwortung.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Im täglichen Geschäft begegnen uns eine Vielzahl von ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen. Zur Identifikation der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen führten wir eine Wesentlichkeitsanalyse durch. Die Ergebnisse der Analyse weisen Themen mit einer hohen Relevanz für uns und unsere Stakeholder auf. Die Themen wurden anhand der Geschäftsrelevanz (Inside-Out-Perspektive + Outside-in-Perspektive) und der Stakeholderrelevanz ermittelt. Die einzelnen Themen sind den Handlungsfeldern Ökologie, Soziales und Ökonomie zugeordnet.

Ökologie (Planet)
Als produzierendes Bio-Lebensmittelunternehmen sehen wir eine besondere Aufgabe im Umwelt- und Klimaschutz. Nur eine intakte Umwelt kann die Grundlage unseres langfristigen Erfolgs sowie die Einhaltung unserer Qualitätsversprechen erfüllen. In unserem täglichen Geschäft stellen Hafer und Dinkel unsere wichtigsten Rohstoffe dar. Diese beziehen wir für unsere Krunchys im Rahmen einer Partnerschaft von über 80 regionalen Bio-Bauern. Mit Hilfe dieser Kooperation wollen wir ökologische Landwirtschaft in der Region aktiv fördern und mit gemeinsamen Projekten einen Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität und Verbesserung der Bodenqualität leisten. Auch wird das Thema nachhaltige Verpackung zunehmend von Stakeholdern an das Unternehmen herangetragen. Hierbei prüfen wir stets innovative Lösungen und setzen auf eine hohe Recyclingfähigkeit unserer Verpackung.

Soziales (People)
Beim Rohwarenbezug stellt die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien entlang der gesamten Lieferkette eine hohe Priorität von Barnhouse dar. Verstärkt wird dies durch die aktuelle Debatte über ein Lieferkettengesetz. Des Weiteren beziehen wir Rohware, wenn möglich, bevorzugt regional. So erfolgt aktuell die Umstellung von Rohrzucker auf bayerischen Rübenzucker. Darüber hinaus stellen Mitarbeiter die Grundlage unseres Erfolgs dar. Daher setzen wir uns aktiv für unsere Mitarbeiter und ihre Anliegen ein. Im Hinblick auf den demographischen Wandel und dem Fachkräftemangel wird die Bedeutung der Mitarbeiterbindung ans Unternehmen nochmals verstärkt.

Ökonomie (Profit)
Qualität und Produktsicherheit stellt für uns als IFS-zertifiziertes Unternehmen die Grundlage unseres Erfolgs dar. Dadurch wird die Sicherstellung der finanziellen und operativen Machbarkeit sowie der Kundenzufriedenheit gewährleistet. Darüber hinaus erlangte die Kommunikation über Nachhaltigkeit die letzten Jahre zunehmend an Bedeutung. Auch das Thema Compliance ist uns wichtig. Um als Unternehmen weiterhin erfolgreich zu sein, wollen wir uns dieser Themen aktiv annehmen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ökologie

Im Handlungsfeld Ökologie wollen wir einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Als Bio-Pionier setzen wir uns für ökologischen Landbau ein. Diesen wollen wir gemeinsam mit unseren regionalen Barnhouse Bäuerinnen und Bauern kontinuierlich weiterentwickeln. Hierbei liegt unser Fokus auf der Förderung der Biodiversität, der Bodenqualität, des Humusaufbaus sowie ökologisch verbesserter Anbaumethoden. Der Einsatz und die Unterstützung von Saatgut aus ökologischer Züchtung soll ausgeweitet werden. Durch Erhöhung des regionalen Getreidebezugs wollen wir unsere Anbauflächen erweitern, Landwirte zum Öko-Anbau motivieren, die Wertschöpfung in der Region und den Anteil regionaler Rohstoffe in unseren Produkten stetig erhöhen. Darüber hinaus verpflichten wir uns zur Klimaneutralität und leisten somit einen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen. Bis 2023 wollen wir unsere Energie ausschließlich aus erneuerbaren Energien beziehen. Unser Verpackungsmaterial wird einem permanenten Monitoring unterzogen. Unser Ziel ist es, für die Anforderungen unserer Produkte die aktuell nachhaltigste Verpackungslösung einzusetzen. Hierbei legen wir besonderen Wert auf Recyclingfähigkeit, Entsorgungsprozesse und Produktschutz. Nachwachsende Rohstoffe sollen unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien zum Einsatz kommen. Unser Abfallmanagement wollen wir so optimieren, dass zum einen die Abfallmenge stetig verringert und zum anderen die Getrenntsammelquote erhöht wird.  

Ökonomie

Im Handlungsfeld Ökonomie wollen wir unseren wirtschaftlicheLeistungskraft erhalten sowie nachhaltig und zukunftsfähig weiterentwickeln. Unser Ziel ist es seit jeher, unseren Kunden die bestmögliche Produktqualität zu liefern. Auf dieser Basis wollen wir unsere hohen Qualitätsstandards sowie die Sicherheit unserer Produkte weiter steigern. Wir wollen die Wettbewerbsfähigkeit und Marktfähigkeit unseres Sortiments ausbauen und damit die Kundenzufriedenheit sowie die Marke Barnhouse stärken. Wir wollen, dass unser geschäftliches Risiko weiterhin beherrschbar bleibt und gleichzeitig unsere unternehmerischen Freiheiten erhalten. Die Sicherstellung der Arbeitsplätze hat bei Barnhouse Priorität. Bei all unseren geschäftlichen Aktivitäten verhalten wir uns konform zu bestehenden Gesetzen sowie zu unserer Ethik-Charta. Im Zwei-Jahres-Rhythmus werden wir unsere Nachhaltigkeitsentwicklung und unsere erreichten Ziele öffentlich dokumentieren und kommunizieren.  

Soziales

Im Handlungsfeld Soziales sehen wir unsere Verantwortung als Unternehmen und wollen uns dieser aktiv stellen. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei unseren Mitarbeitern, die wir als Basis unseres langfristigen Erfolges sehen. Stetige Weiterentwicklung des bestehenden Know-hows, Förderung und Einbezug individueller Talente und Entwicklungswünsche wollen wir durch unternehmensinterne Prozesse gewährleisten. Zukünftigen Veränderungen der Arbeitsplatzanforderungen wollen wir gerecht werden. Oberstes Ziel ist es, unsere Mitarbeiter zu motivieren und die Identifikation mit dem Unternehmen zu erhöhen. Als Arbeitgeber achten wir auf die physische und psychische Gesundheit sowie das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter. Im Unternehmen wollen wir Toleranz stärken und die Diversität erhöhen. Dieses Bekenntnis tragen wir auch aktiv nach außen. Mit unseren Geschäftspartnern pflegen wir langfristige & faire Partnerschaften, die auf Verlässlichkeit und Verbindlichkeit beruhen. Hierbei wollen wir die Sozialstandards durch die Lieferkette gewährleisten. Als Unternehmen wollen wir uns gesellschaftlich in Vereinen und Verbänden engagieren, am Diskurs teilnehmen und unser politisches Gewicht erhöhen. Unsere Verbundenheit als Unternehmen und Arbeitgeber am Standort Mühldorf wollen wir stärken. Wir wollen unsere Region aktiv unterstützen und unsere Sichtbarkeit und positive Reputation erhöhen.

Sustainable Development Goals
Bei der Entwicklung der strategischen Nachhaltigkeitsziele dienten die SDGs als Grundlage. 
Barnhouse trägt durch seine Nachhaltigkeitsaktivitäten primär zu folgenden SDGs bei:
Ökologie: SDG7 Bezahlbare und saubere Energie, SDG13 Maßnahmen zum Klimaschutz, SDG15 Leben an Land
Ökonomie: SDG12 Verantwortungvoller Konsum und Produktionsmuster
Soziales: SDG1 Keine Armut, SDG3 Gesundheit und Wohlergehen, SDG17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele 

Prüfung der strategischen Nachhaltigkeitsziele
Im Unternehmen wurde ein Nachhaltigkeitsteam benannt, welches für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele verantwortlich ist. Eine Prüfung erfolgt hierbei in einem jährlichen internen Audit.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere Wertschöpfung beginnt bereits beim Anbau unserer Rohstoffe und lässt sich grob in folgende Abschnitte unterteilen:
  1. Landwirtschaft
  2. Verarbeitung (können auch Lieferanten sein und damit Stufe 3 ersetzen)
  3. Lieferanten (Importeure, Händler) 
  4. Lebensmittelhandel & Onlineshop
  5. Konsumenten

Problemstellung
In Krunchy werden verschiedene Rohstoffe verwendet. Dabei gibt es Rohstoffe, welche mit Umweltrisiken verbunden sind, wie z.B. Palmfett oder Rohrzucker. Daneben gibt es Rohstoffe, die aus sozialen Risikoländern stammen, wie z.B. Kakao oder Kokos. Daher spielt Nachhaltigkeit bei Barnhouse in der gesamten Wertschöpfungskette eine große Rolle.

Maßnahmen
Bio
Bei Barnhouse werden ausschließlich Rohstoffe in Bioqualität bezogen und Produkte in Bioqualität produziert. Dies hat nicht nur positive Effekte auf unsere Umwelt, sondern leistet auch einen Beitrag zur Biodiversität. Ein aktiver Beitrag zur ökologischen Landwirtschaft ist uns wichtig. Dadurch minimieren wir Umweltrisiken.

Regional
Gemäß unserer Strategie beim Einkauf werden Rohstoffe so regional wie möglich, so global wie nötig bezogen. Wir versuchen für jeden Rohstoff eine regionale Alternativen zu finden. So beziehen wir einen Teil unseres Getreides aus unserem regionalen Anbauprojekt. Mit über 80 Partner-Landwirten pflegen wir ein enge Partnerschaft und backen unsere Krunchys mit deren regionalen Hafer- und Dinkelflocken.

Sozial
Der Barnhouse Kodex https://barnhouse.de/wp-content/uploads/2019/01/AGBs_Barnhouse.pdf
stellt die Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten dar.  Ihm zugrunde liegen internationale Standards und Richtlinien wie die Grundsätze der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und die UN-Konventionen über die Rechte von Kindern. Dabei stellt der faire Umgang mit allen Geschäftspartnern die Grundlage unseres Wirtschaftens dar. Auch erwarten wir von unseren Lieferanten einen sorgfältigen und nachhatligen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Um soziale Riskien in der Lieferkette zu minimieren, haben wir das Ziel alle Rohwaren, die aus BSCI-Risikoländer stammen (z.B. Kakao), mit anerkanntem Sozialzertifikat zu beziehen. In der Barnhouse Social Policy sind dabei die anerkannten Standards definiert. Weitere Informationen finden sich unter 17. Menschenrechte.

Umwelt
Barnhouse reagiert bei Rohstoffen, die potentiell umweltschädlich sind, mit Maßnahmen zur Reduzierung oder Substitution. Beispielsweise verzichten wir seit 2020 aufgrund der zunehmenden Zerstörung von Regenwald durch den Anbau und die daraus resultierende Abnahme von Artenreichtum auf Palmöl und haben dieses durch europäisches Sonnenblumenöl ersetzt.

Kommunikation
Bei der Identifikation von ökologischen oder sozialen Risiken in der Wertschöpfungskette werden von Barnhouse Anforderungen definiert. Vor Vertragsabschluss mit Lieferanten werden diese gemeinsam betrachtet und mögliche Lösungen gefunden.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4