1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Vor einigen Jahren wurde „Nachhaltiges Wirtschaften“ als weiterer Bestandteil unserer Unternehmens­philosophie aufgenommen und gegenüber unseren Beschäftigten als eines von fünf wesentlichen Maximen des täglichen Handelns kommuniziert. Unsere Belegschaft war dadurch für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert. In den darauffolgenden Jahren gab es eine Vielzahl von kleineren und größeren Einzelmaßnahmen, in Investitionsentscheidungen wurden Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt oder Nachhaltig­keitsaspekte waren sogar der Auslöser für Investitionen.

Vor ca. 2 Jahren wurde erstmals eine Unternehmensrichtlinie für die Gruppe (bmu & bmm) erarbeitet, schriftlich fixiert und auf unserer Website veröffentlicht. Diese Richtlinie hat im Wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zum Inhalt und stellte den ersten Schritt hin zu einer Nachhaltigkeitsstrategie dar.

Dennoch blieb es bis heute bei einer Sensibilisierung, bei Einzelmaßnahmen, die als solche im Sinne der Nachhaltigkeit geschätzt, gewürdigt und kommuniziert wurden, aber es fehlt bis heute eine strukturierte übergeordnete und insbesondere mit Kennzahlen und Zielen versehene Nachhaltigkeitsstrategie, die die bisherigen Einzelmaßnahmen ordnet, deren Erfolge quantifiziert, erreichte Fortschritte einordnet und noch zu erreichende Ziele definiert, darstellt und kommuniziert.

Im Zuge dieser Berichterstellung wollen wir für das Jahr 2021 eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln, die diese Einzelmaßnahmen unseres Unternehmens zu einem koordinierten, wirksamen und auch nachvollziehbaren Handlungsstrang für mehr Nachhaltigkeit weiterentwickelt.

Bei der Nachhaltigkeitsberichterstellung für das Jahr 2020 nach dem DNK-Standard konnten wir verschiedene nachhaltige Handlungsfelder in unserem Unternehmen identifizieren. Einen starken Beitrag leisten wir bereits in den Bereichen:

Soziales: Stärkung des Mitarbeiterzusammenhalt, Identifikation mit dem Unternehmen und Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz sowie soziales Engagement in der Region.

Ökologie: Produktionsoptimierung hinsichtlich des Energie- und Ressourceneinsatzes.

Ökonomie: Erhaltung einer Branchenunabhängigkeit durch Platzierung unserer vielfältigen Spezialprodukte in verschiedenen Märkten und Marktsegmenten.

Einen Einstieg für diesen identifizierenden Prozess war die Durchführung einer SWOT-Analyse im Unternehmen. Hierbei wurden die Stärken als auch die Schwächen für die Bereiche Soziales, Ökologie und Ökonomie in einem Unternehmensworkshop erarbeitet und diskutiert.

Aus diesem Prozess werden die Zielsetzungen unserer Nachhaltigkeitsstrategie für das Jahr 2021 gemäß etabliertem Standard entwickelt. Als wesentliche nachhaltigkeitsrelevante Standards werden dabei die Grundsätze der Erklärungen der International Labour Organization (ILO), der Forest Stewardship Council (FSC), Programme for the Endorsement of Forest Certification (PEFC) und Teile der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (vgl. Kriterium 4) in die Zielausrichtung mit einbezogen. Des Weiteren haben wir die bisherigen eigenen Grundsätze, die wir durch die genannte Unternehmensrichtlinie im Jahr 2018 definiert haben (letzte Fassung 30.10.2018), einbezogen und aktualisiert. Folgende Leitsätze sind in Anlehnung an diese Unternehmensrichtlinie besonders wichtig für unser tägliches Handeln:

Wir handeln verantwortungsbewusst.

Wir erfüllen die Wünsche und Anforderungen unserer Kunden.

Wir übernehmen soziale Verantwortung.

Wir handeln umweltbewusst und nachhaltig.

Wir handeln kostenbewusst. Wir vermeiden Verschwendung.

Wir verhalten uns fair. Wir arbeiten zusammen.

Wir haben hier bereits einen Leitsatz (Nr. 4) ergänzt, um unserer Absicht, die Unternehmens­richtlinie hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekte im Sinne der etablierten Standards zu kom­plet­tieren, mehr Ausdruck zu verleihen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Das sozioökonomische Umfeld wird zum einen durch unsere starke regionale Verwurzelung 
geprägt, sodass unser Familienunternehmen Arbeitgeber für mittlerweile über 150 
Mitarbeiter in einer eher ländlichen Region ist. Zum anderen sind wir mit unseren 
Industriekunden an einem Prozess beteiligt, bei dem durch Einsatz unserer ummantelten 
Produkte und durch unsere Produktionsoptimierung ein nachhaltiger Ressourceneinsatz mit 
immer hochwertigeren Produkten in verschiedenen Märkten und Marktsegmenten verstärkt 
wird. Dies geschieht in zwei Schwerpunkten:  
Daneben steht unser eigenes Streben nach mehr Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit 
unserer Wertschöpfung durch Optimierung von Material- und Ressourceneinsatz, 
Verwendung von Spezialanlagen und der stetigen Suche nach Verbesserungen. Bei allen 
Maßnahmen wird immer der hohe Anspruch an die Qualität sichergestellt. 

In diesem Kontext schaffen wir sowohl an unserem Produktionsstandort einen nachhaltigen 
Mehrwert für die Region als auch für den Markt die Chance, seine Endkundengruppen 
sowohl national als auch international zu erweitern. Als negative Auswirkung unserer 
Geschäftstätigkeit auf einen Nachhaltigkeitsaspekt kann der Ressourcen- und Energiebedarf 
genannt werden, der mit unserem Wachstum einhergeht. 

Diesen ökologischen Nachhaltigkeitsaspekt sehen wir allerdings als Chance, die wir mit einer 
gezielten Nachhaltigkeitsstrategie adressieren wollen. Bei der Optimierung von Prozessen 
mit jeweils Stückzahlen von teilweise über 1.000 Einheiten pro Tag können Nachhaltigkeits-
maßnahmen große Auswirkungen haben. 

Darüber hinaus haben wir diverse weitere Aspekte im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs 
untersucht und auf Wesentlichkeit/Relevanz für unsere Nachhaltigkeitsstrategie geprüft. 
Dazu wurde ein für unser Unternehmensumfeld zugeschnittener Fragebogen entwickelt und 
für einen Dialog mit unseren verschiedenen Anspruchsgruppen verschickt (vgl. hierzu auch 
Kriterium 9). 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Gegenstand der weiter zu entwickelnden Nachhaltigkeitsstrategie sind Zielvorgaben durch  Kennzahlenentwicklung inkl. eines entsprechenden Benchmarks für nachhaltigkeitsrelevante  Geschäftstätigkeiten unseres Unternehmens.

Als einen ersten beispielhaften zu quantifizierendem Aspekt können wir zu diesem Zeitpunkt  die Reduzierung des Wärmeenergiebedarfs zur Beheizung unserer Werkhallen benennen.  Hierzu wird kurzfristig eine geeignete Kennzahl entwickelt und definiert, aus der monatliche  Zielvorgaben abgeleitet werden. In diesem Kontext halten wir eine Reduktion um mindestens 10% bis 2022 wir realistisch. Als zweiten Aspekt werden wir den Strombedarf auf  ähnliche Weise prüfen. Aufgrund unserer stark wechselnden Produktion ist es hierbei von  großer Bedeutung eine möglichst aussagekräftige Kennzahl zu entwickeln, die es vermag  Nachhaltigkeitserfolge von Produktionsänderungen zu differenzieren. Das dritte Ziel, welches  wir an dieser Stelle benennen können, ist die Reduzierung des Verpackungsmaterials  innerbetrieblich und für die externe Logistik. In ähnlicher Weise werden weitere (z.T. bereits  bestehende) Maßnahmen mit Kennzahlen quantifizierbar gemacht und in die  Nachhaltigkeitsstrategie eingegliedert. In einem übergeordneten Monitoring sollen  Fortschritte durch die Geschäftsführung zumindest jährlich, ggf. quartalsweise oder sogar  monatlich geprüft und bewertet werden. Aufgrund dieses Prozesses, der für unser gesamtes  Unternehmen inkl. aller Einflussbereiche aktuell entwickelt wird, können wir für die  Gesamtheit der Maßnahmen noch keine detailliertere Priorisierung vornehmen.   Folgende Ziele der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sehen  wir aufgrund unserer Geschäftstätigkeit für unsere Nachhaltigkeitsstrategie als besonders  relevant an:  

Ziel 5 Geschlechtergleichstellung: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und  Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen. 

Ziel 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur: Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen,  eine nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. 

Ziel 12 Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster: Nachhaltige Konsum- und  Produktionsmuster sicherstellen. 

Ziel 13 Maßnahmen zum Klimaschutz: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des  Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen. 

Ziel 15 Leben an Land: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige  Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen,  Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein  Ende setzen. 

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere hauptsächlich eingesetzten Rohstoffe sind Holzwerkstoffe. Den Einkauf dieser 
Ausgangsmaterialien beziehen wir über nachvollziehbare Quellen. Lieferanten und 
Subunternehmer bewerten wir im Hinblick auf den Einsatz von Kinder- und Zwangsarbeit. 
Fehlen öffentliche Selbstverpflichtungen oder haben wir Zweifel, dass unsere dies bzgl. 
Standards eingehalten werden, stellen wir Recherchen anhand einer von uns definierten 
„Richtlinie gegen Kinderarbeit“ an. Bestätigen sich Verdachtsmomente, sieht diese Richtlinie 
definierte Folgemaßnahmen vor, die auch eine Beendigung der Geschäftsverbindungen 
beinhalten. 

Bzgl. der ökologischen Nachhaltigkeit nutzen wir die Nachvollziehbarkeit der Herkunft durch 
die FSC und PEFC Zertifizierung des Holzes und die Selbstverpflichtung unserer 
Lieferanten. Weite Teile unserer Türenelementeproduktion wurden bereits auf FSC oder/und 
PEFC zertifiziertes Holz umgestellt. Eine Ausweitung auf weitere Produktreihen soll folgen. 

In unserer Fertigung setzen wir ausschließlich lösemittelfreie Klebstoffe beim Ummanteln 
ein. Durch Einsatz von Grundierfolien reduzieren wir den Einsatz von Ressourcen, falls 
Produkte durch Lackvorgänge oberflächenveredelt werden. Überall dort, wo es technisch 
möglich ist und die Produktanforderungen es zulassen, stellen wir auf Lacksysteme, die 
lösemittelarm und komplett lösemittelfrei sind. Die stetige Vermeidung des Einsatzes von 
Materialien mit negativen Umwelteinflüssen oder Ressourcenbelastung gilt sowohl für unsere 
Verarbeitungsprozesse (Hilfs- und Betriebsstoffe), für unsere gefertigten Produkte (Rohstoffe 
für den Materialeinsatz) als auch für eventuelle Handelswarenanteile unserer Umsätze. 

Unsere Industriekunden setzen unsere Produkte zur Weiterverarbeitung für Innentüren, 
Wohnmöbel, Büromöbel, Küchen und diverse weitere Innenraumausstattungen für die 
Schiffs-, Hotelbranche sowie Ladenausbau ein. In der Regel liefern wir Anbau- oder 
Einbauelemente, die im Laufe der weiteren Wertschöpfungskette im Endkundenprodukt 
untergehen, sodass keine Nachverfolgung des Recyclingweges stattfinden kann. 

Grundsätzlich sind uns durch die Ressourcenbeschaffung, -verarbeitung und die 
Verwendung unserer Produkte keine sozialen oder in hohem Maße umweltschädigenden 
direkten ökologischen Probleme bekannt. Es gibt lediglich den natürlichen ökologischen 
Einfluss durch den Aufwand von Energie und das Nutzen von Rohstoffen, den wir so gering 
wie möglich halten wollen. 

Die DNK-Berichterstattung ist ein Mittel, um Nachhaltigkeitsanstrengungen des 
Unternehmens sowie die Notwendigkeit der Teilnahme der Zulieferunternehmen zu 
quantifizieren und nach außen zu kommunizieren. Unter anderem diente auch die Umfrage 
eines Stakeholder-Dialogs als Anstoß zur Diskussion und Austausch über die Nachhaltig-
keitsthemen. 

Diese Transparenz gewinnt insbesondere im Geschäft mit Großkunden, aber auch mit allen 
anderen Kunden und Geschäftspartnern sowie aufgrund des verstärkten öffentlichen 
Interesses und nicht zuletzt aufgrund unserer eigenen wachsenden Ansprüche und die 
unserer Beschäftigten für alle Unternehmensbereiche zunehmend eine große Bedeutung. 
Diese Anforderungen der Nachweispflichten wird auch an Nachunternehmer weitergegeben.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4