1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Ramboll Deutschland GmbH ist ein Teil der Ramboll Group mit Hauptsitz in Dänemark. Durch die tiefe Verankerung der Nachhaltigkeit in der Ramboll Group (siehe Jahresbericht auf Corporate Ebene), besteht eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie auf Konzernebene, innerhalb deren Rahmen Ramboll in Deutschland sich derzeit entwickelt. Ramboll Deutschland orientiert sich stark am globalen Rahmen, ist aber gewillt Länderspezifika zu berücksichtigen und auf die lokalen Gegebenheiten einzugehen. Für das kommende Jahr hat sich Ramboll in Deutschland folgende Ziele gesetzt:
Basierend auf der globalen Strategie übernimmt Ramboll in Deutschland die folgenden drei zentralen Handlungsfelder: Neben diesen sehr konkreten Programmebenen der Nachhaltigkeitsstrategie, richtet sich die Tätigkeit von Ramboll zusätzlich nach den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs). Konkret werden Dienstleistungen entwickelt, die sich positiv auf die Erreichung dieser Ziele auswirken. Zusätzlich ist Ramboll Mitglied von UN Global Compact und nutzt die 10 Prinzipien zur Ausrichtung seiner Strategie und Geschäftstätigkeit.   Mit der Erarbeitung dieses DNK Berichtes soll der Fokus verstärkt auf die nationalen Belange gelegt werden.   Seit 2016 erfassen wir unseren Beitrag zu den SDGs, indem wir den Umsatz der Dienstleistungen ermitteln, welche direkt und positiv zu einem oder multiplen SDGs beitragen. Für das Jahr 2020 haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Umsatz aus Dienstleistungen, die direkt und positiv zu den SDGs beitragen, um 40 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert von 2016 zu erhöhen. Der positive Beitrag von Ramboll zu den SDGs im Jahr 2019 belief sich auf 8.409 Millionen DKK, was 59 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Dies bedeutet einen Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert im Jahr 2016, was zeigt, dass wir unser Ziel bereits erreicht haben. In jedem der Marktbereiche von Ramboll werden in Bezug auf die SDGs positive Fortschritte erzielt. Ramboll Deutschland fokussiert sich zunehmend auf solche Dienstleistungen, welche einen Nachhaltigkeitsbezug haben.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als Beratungsgesellschaft deckt Ramboll ein breites Feld an Märkten und Dienstleistungen ab, welche unterschiedliche Auswirkungen auf die Dimensionen der Nachhaltigkeit haben. Das Portfolio von Ramboll umfasst die folgenden Märkte:
Im Jahr 2019 wurde im Zuge der Aktualisierung der Wesentlichkeitsanalyse eine zweidimensionale Bewertung eingeführt. Diese umfasst sowohl die projektbasierten Auswirkungen als auch die Auswirkungen innerhalb der Organisation. Mittels dieser Trennung können das Ausmaß der Auswirkungen sowie auch die Grenzen (Boundaries) eindeutiger abgesteckt werden. Für die Ermittlung der wesentlichen Themen wurde eine unternehmensweite Umfrage erstellt, auf welche ca. 25% der Adressaten geantwortet haben. Zusätzlich wurden externe Stakeholderinterviews (Kunden und NGOs) durchgeführt, um ein umfassendes Bild der wesentlichen Aspekte für Ramboll darzustellen.   Eine initiale Einordnung in die zwei Wesentlichkeitsmatrizen (Projektauswirkungen, interne Auswirkungen) wurde in einem Workshop mit 25 Ramboll-internen Führungskräften diskutiert und finalisiert. Für wesentliche Themen werden messbare Kennzahlen (KPIs) identifiziert, deren Zielerreichungsgrad ermittelt und berichtet wird. Zusätzlich werden Richtlinien entwickelt sowie Chancen und Risiken ermittelt und interpretiert.   Die Wesentlichkeitsanalyse wurde auf Ebene der Ramboll Gruppe durchgeführt und in einem Expertenworkshop auf die Übertragbarkeit auf Ramboll Deutschland validiert. Hierbei kam es zu keinen signifikanten Abweichungen.

Mittels der Wesentlichkeitsmatrix für projektbasierte Auswirkungen wird verdeutlicht, welche Nachhaltigkeitsaspekte Ramboll mit seinem Geschäftsmodell beeinflusst.



Mittels der Wesentlichkeitsmatrix für interne Auswirkungen wird verdeutlicht, welche Nachhaltigkeitsaspekte auf unser Geschäftsmodell einwirken.



Die Ermittlung der Chancen und Risiken, welche in Zusammenhang mit den relevanten Nachhaltigkeitskriterien stehen, beschränkt sich auf die relevantesten Themen. Für jene mit hoher Wichtigkeit (Felder 2, 3 und 6) werden klare KPIs definiert und entsprechend nach dem GRI Standard berichtet. Sie umfassen Beschreibungen von Richtlinien, Risiken und Chancen, Fortschritten, Ergebnissen und Zielsetzungen und werden in den Wesentlichkeitsmatrizen aufgeführt. Themen mit mittlerer Priorität (Felder 1, 5 und 9) werden ebenfalls im Jahresbericht berücksichtigt, jedoch nicht in demselben Umfang wie die Themen mit hoher Priorität. Sie umfassen Beschreibungen von Richtlinien, Risiken und Chancen sowie Fortschritte.
Schlussfolgerungen ergeben sich somit aus den Entscheidungen des Managements und insbesondere aus der Zieldefinition. Die wesentlichen Aspekte werden dort adressiert, unter Berücksichtigung der jeweiligen Chancen und Risiken. 
Zusätzliche Informationen lassen sich im Annual Report 2019 nachlesen unter dem Link: https://ramboll.com/annual-report-2019 .

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Nachhaltigkeitsziele leiten sich aus den Versprechungen ab, welche Ramboll an seine Kunden sowie an die Gesellschaft abgegeben hat. Der Erfolg wird basierend darauf gemessen, wie die identifizierten Stakeholder Wert und Werte schaffen. Als nachhaltige Beratungsgesellschaft definieret Ramboll seinen Auftrag: „Create sustainable societies where people and nature flourish“. Um diesem gerecht zu werden, werden ambitionierte Ziele auf vier Ebenen gesetzt:  
Die Priorisierung der Ziele erfolgt im Zuge der beschriebenen Wesentlichkeitsanalyse. Die Zielsetzung spricht entsprechend die für Ramboll materiellen Themen an, unter Berücksichtigung der Einflussmöglichkeit über das Handeln des Unternehmens. Die gewählte Priorisierung spiegelt das holistische Verständnis von Ramboll und der eigenen Geschäftstätigkeit für das Thema Nachhaltigkeit wider.

Auf Konzernebene ist die Group Sustainability & CR verantwortlich für die Gestaltung und Erreichung der Nachhaltigkeitsziele, die Gewährleistung der Integration mit den Geschäftseinheiten und anderen relevanten Unternehmensfunktionen. Die Leitung obliegt dem Group Business Development Committee und dem Legal, Compliance & CR Committee, welche sich aus Managementvertretern der Geschäftseinheiten und der Konzernleitung von Ramboll zusammensetzen.   Alle Länder und Märkte berichten jährlich an die zuständige Stelle in Dänemark, welche die Informationen bündeln und im Nachhaltigkeitsbericht darstellen. Ein wichtiger Aspekt ist die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit (u.a. bei der Erstellung der Projekte im internen System), wo beispielsweise der Beitrag zur Erreichung der SDGs eine Zielgröße bildet.   In Deutschland gibt es bislang keinen zentralen Ansprechpartner für das Thema Nachhaltigkeit. Die Einrichtung einer entsprechenden Stelle für Ramboll Deutschland ist geplant.

Die Zielentwicklung und Gestaltung respektiver Maßnahmen stützt sich dabei stets auf die SDGs, welche, auch im Zuge unseres Engagements im UN Global Compact, stets einen Rahmen zur Messbarkeit und Einordnung des eigenen Handelns und der gefassten Ziele liefern. 

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Dienstleistungsunternehmen hat Ramboll eine relativ simple Wertschöpfungskette. Vorgelagert sind direkte Lieferanten, wie beispielsweise für Büromaterialien, Energie und Wasser relevant, wobei die diesbezüglichen Auswirkungen relativ gering sind. Der Großteil der Wertschöpfung erfolgt in den nachgelagerten Bereichen über die Geschäftstätigkeit bei unseren Kunden und Partnern bzw. über unsere Subunternehmen. Dementsprechend finden in der nachgelagerten Lieferkette die wesentlichen Auswirkungen statt. Der Anspruch ist dabei, Nachhaltigkeit durch unsere Tätigkeiten zu fördern.

Generell gelten für die Wertschöpfungskette dieselben Nachhaltigkeitskriterien und -ziele wie für die internen Prozesse und Tätigkeiten. Zunächst werden vor allem Kriterien für das Kerngeschäft überprüft. So gibt es bereits bei der Auswahl der Geschäftspartner Vorgaben, die eine Zusammenarbeit mit Unternehmen bestimmter, nicht-nachhaltiger Aktivitäten (Produktion von Waffen, Schlachthöfe etc.) verbieten.
Lieferanten, Subunternehmen und Geschäftspartner müssen sich mit Vertragsunterzeichnung dazu verpflichten, den von Ramboll entwickelten Verhaltenskodex für Geschäftspartner (Business Associate Code of Conduct) zu befolgen. Dies soll ein verantwortungsvolles und proaktives Handeln sicherstellen, um negative soziale, ökologische oder wirtschaftliche Auswirkungen zu mindern. Darüber hinaus fordert Ramboll eine Dokumentation der Leistungen in den Bereichen Soziales, Umwelt und Korruptionsbekämpfung an und bemüht sich um einen konstruktiven Dialog mit Zulieferern und Geschäftspartner. Zusätzlich fördert Ramboll die interne Beschaffung von Produkten mit Umweltzeichen. Ziel ist es, dass der Gesamtanteil der mit Umweltzeichen ausgezeichneten Produkte bis 2021 75 Prozent erreicht.

Ramboll ist sich nicht zuletzt aufgrund seiner Tätigkeit in der Nachhaltigkeitsberatung der relevanten sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit entlang der Wertschöpfungskette bewusst. Wie beschrieben, werden mit der Unterzeichnung des Business Associate Code of Conduct die wichtigsten Problemfelder bereits vor Vertragsunterzeichnung adressiert. Werden über die regelmäßigen Kundenbefragungen oder bestehenden Beschwerdemechanismen dennoch Probleme an Ramboll herangetragen, sowohl von Lieferanten- als auch von Kundenseite, nehmen wir diese ernst und gehen den Ursachen nach. Dies beruht unter anderem auf der Selbstverpflichtung von Ramboll verantwortungsbewusst und transparent zu handeln.

Diese Verpflichtung wird konsequent an Geschäftspartner, Konsortialpartner, Sub-Unternehmer sowie Lieferanten und externe Berater weitergegeben. Um dies in der internationalen und überaus diversen Geschäftstätigkeit umsetzbar zu machen wurde die Business Support Procurement Policy implementiert. Diese enthält Beschaffungsstandards und soll die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien in den Beschaffungsprozessen sicherstellen. Zudem wird die Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen gegenüber Lieferanten darin artikuliert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4