1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Im Berichtszeitraum 2020 besteht bei F&W noch keine explizite Nachhaltigkeitsstrategie. Die Aspekte der Nachhaltigkeit wurden jedoch im Geschäftsjahr 2020 in das Unternehmensleitbild aufgenommen:    

„Wir verpflichten uns zu einer nachhaltigen Leistungserbringung. Unsere Organisationseinheiten werden transparent und ergebnisorientiert unter Berücksichtigung der drei Säulen der Nachhaltigkeit, nämlich Ökonomie, Ökologie und Soziales, gesteuert. Die ökologische Säule füllen wir insbesondere durch ein Klimaschutzmanagement aus. Die Wirtschaftlichkeit und die Qualität unserer Leistungserbringung sind aufeinander abgestimmt. Wir betreiben eine aktive betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention.“    

Die Nachhaltigkeit in ihrer sozialen Ausprägung ist zudem originärer Unternehmenszweck von F&W. Die Unternehmensziele dienen der sozialen Daseinsvorsorge: Den Zielgruppen (Wohnungslosen, Geflüchteten, Menschen mit psychischer Beeinträchtigung oder Behinderung sowie am Wohnungsmarkt benachteiligten Mieterinnen und Mietern) bietet F&W ein Dach über dem Kopf, unterstützt, begleitet und berät sie und ermöglicht so ihre gesellschaftliche Teilhabe.    

Über den originären Unternehmenszweck von F&W hinaus wurde im Jahr 2020 das Klimaschutz- und Energiemanagement als neues Handlungsfeld aufgebaut, in dem unter anderem die Stellen der Klimaschutzmanagerin und die der Energiemanagerin geschaffen wurden. Die Stelle der Klimaschutzmanagerin wird im Zuge des Projekts „Schaffung einer Stelle für Klimaschutzmanagement zur fachlich-inhaltlichen Unterstützung der Umsetzung des Teilkonzeptes eigene Liegenschaften bei F&W“ durch das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Aus diesem Förderprojekt ergeben sich folgende Aufgaben und Ziele für F&W:  
Die Laufzeit des Projekts erstreckt sich auf den Zeitraum vom 01.08.2020 bis 31.07.2022. Merkmale der ökonomischen und der sozialen Säule der Nachhaltigkeit sind außerdem im bereits bestehenden Leitbild für F&W enthalten. F&W plant, das Unternehmenskonzept bei der nächsten Anpassung um die weiteren Aspekte der Nachhaltigkeit zu ergänzen.    

F&W stützt seine zukünftige Nachhaltigkeitsstrategie auf die nachhaltigkeitsrelevanten Standards und Zielsetzungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) des Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE).

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Im Zuge der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts hat F&W einen Workshop zur Analyse der wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit bei F&W durchgeführt. Dabei wurden die vier Felder Soziales, Umwelt, Mitarbeitende und Unternehmensführung hinsichtlich wesentlicher Themen analysiert. Diese Themen wurden vor dem Hintergrund der Outside-In- sowie der Inside-Out Betrachtung bewertet. Der Outside-In-Betrachtung liegen Wettbewerb/Benchmark, Gesetzgebung, Medien, Klientinnen und Klienten sowie Freiwillige als Bewertungskriterien zugrunde. Die Inside-out-Betrachtung basiert auf den Sustainable Development Goals (SDGs) und der Einschätzung der Unternehmensbereiche von F&W.   

In der nachfolgenden Grafik sind die Ergebnisse dieser doppelten Wesentlichkeitsanalyse in einer Matrix dargestellt zu sehen (X-Achse: Outside-in, Y-Achse: Inside-out). Hierbei ist zu beachten, dass je weiter oben und rechts ein Aspekt liegt, desto höher ist seine Wesentlichkeit insgesamt. Liegt ein Aspekt auf der X-Achse weit rechts, auf der Y-Achse jedoch weit unten, ist seine Wesentlichkeit lediglich auf den Bereich Outside-in, also die Wesentlichkeit im Wettbewerb/Benchmark, Gesetzgebung Medien, Klientinnen und Klienten sowie Freiwilligen zu sehen. Entsprechend gilt dies bei einem hohen Wert auf der Y-Achse und einem niedrigen auf der X-Achse für die Wesentlichkeit im Betrachtungsbereich der Inside-Out-Bewertung (Sustainable Development Goals (SDGs) und der Einschätzung der Unternehmensbereiche von F&W):

 
   
Abbildung 1: Wesentlichkeit einzelner Themen bei F&W  

Soziales
F&W ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen der Stadt Hamburg und übernimmt Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Durch den Zuzug vieler geflüchteter Menschen nach Hamburg im Jahr 2015 ist F&W immens gewachsen und hat in sehr kurzer Zeit Kapazitäten für die Unterbringung einer sehr hohen Zahl von Menschen errichten müssen. Bürgerverträge zwischen der Hamburgischen Bürgerschaft und Bürgerinitiativen trugen F&W wiederum auf, die Platzzahl pro Standort auf maximal 300 zu senken. Kritische Erfahrungen, prekäre Lebensumstände und nicht zuletzt kulturelle Besonderheiten der Unterzubringenden stellen an F&W hohe und spezifische Herausforderungen und bilden potentielle Risikofaktoren in der alltäglichen Arbeit mit den Klientinnen und Klienten. Sowohl im Binnenverhältnis wie auch hinsichtlich der Interaktion mit dem gesellschaftlichen Umfeld gibt es somit eine Reihe von sozialen Aspekten, die als Risikofaktoren besondere Berücksichtigung erfordern.   

Demensprechend konnten bei der Wesentlichkeitsanalyse Integration und Inklusion als zentrale Themen im Bereich Soziales identifiziert werden. Wesentlich ist für F&W auch die Quartiersentwicklung, die eine bedeutende Chance darstellt. Die Vielzahl an Klientinnen und Klienten sowie deren Besonderheiten machen lokale Stakeholder-Dialoge zu einem wichtigen Instrument, um Verbindungen zur Nachbarschaft herzustellen und Verständnis, Akzeptanz und wechselseitige Rücksicht zu fördern. Nur so kann der soziale Frieden zwischen dieser Vielzahl an unterschiedlichen Menschen und Lebensumständen erhalten und gestärkt werden.   

Die Einbindung und Unterstützung vieler Freiwilliger trägt entscheidend dazu bei, diese Aufgaben zu erfüllen und stellt somit eine wichtige Chance zur Bewältigung potentieller Risiken dar. Denn Freiwillige haben unmittelbaren Kontakt zu allen Akteuren der unterschiedlichen Ebenen (Klientinnen- und Klientenebene, Nachbarschaftsebene, Mitarbeitendenebene) ebenfalls ein wesentliches Thema für F&W.   

Umwelt
Mit der Verabschiedung des Klimaabkommens von Paris 2015 hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Im Dezember 2020 hat die EU ihren festgelegten Klimaschutzbeitrag auf Basis des Reduktionsziels von 55 % bis 2030 im Vergleich zu 1990 neu bestimmt. Auf dieser Basis hat die Bundesregierung eine Klimaschutzstrategie entwickelt, die für den Immobiliensektor in Deutschland eine klare Zielsetzung beinhaltet. Der Gebäudebestand in Deutschland soll bis 2050 weitgehend klimaneutral sein. Der Umwelt- und Klimaschutz steht auch mit etlichen der 17 globalen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 (Sustainable Development Goals, SDGs) in unmittelbarem Zusammenhang. Deutschland soll, wie alle G20-Staaten, eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 spielen. Von der Bundes- über die Länder- und Gemeindeebene sollen alle privaten und öffentlichen Akteure einen Beitrag leisten. Das gilt somit auch für F&W in seiner Rolle als soziales Dienstleistungsunternehmen der Freien Hansestadt Hamburg.   

Im Bereich Umwelt stellen das Management eines großen Immobilienbestands, die Rolle als Bauherr sowie als Wohn-Dienstleister für eine Vielzahl von Menschen (Bewohnerinnen und Bewohner bzw. Klientinnen und Klienten) zentrale Merkmale von F&W dar, anhand derer sich Handlungsbedarf und -optionen identifizieren lassen.   

Als soziales Dienstleistungsunternehmen und Umweltpartner der Stadt Hamburg kann F&W auf etliche der SDGs einzahlen, indem es im Umweltbereich aktiv Verbesserungen und Effizienzsteigerungen verfolgt.   

Grundsätzlich bietet der Bereich Umwelt für F&W ein hohes Verbesserungspotential, da der Fokus bislang auf der unternehmerischen Tätigkeit aufgrund externer Erfordernisse der letzten Jahre (v. a. Notversorgung von Geflüchteten und entsprechender Kapazitätsaufbau) überwiegend auf betrieblichen Themen lag. Zugleich ist der Umweltbereich zunehmend reguliert, nicht zuletzt sind Verbesserungen gesellschaftlich und politisch gewünscht, was eine große Chance für F&W hinsichtlich des Handlungsspielraums als auch der Ausschöpfung des Verbesserungspotentials birgt.   

Anhand einer Wesentlichkeitsanalyse konnten „Energieeffizienz“, „Regenerative Energien“ sowie „Material- und Ressourceneffizienz“ als wesentliche Themen identifiziert werden, die insbesondere in Bezug auf die Klimaschutzziele eine wichtige Rolle spielen. Wesentlich sind darüber hinaus die Abfalleffizienz und die Kreislaufwirtschaft. Das Thema Biodiversität ist angesichts seiner zunehmenden Bedeutung in der öffentlichen Debatte relevant und für F&W durch den hohen Flächenverbrauch als Risikofaktor im Zusammenhang mit Umweltverantwortlichkeit als wesentlich einzuschätzen.   

F&W hat im Laufe des Berichtsjahres sowohl eine Klimaschutzmanagerin als auch eine Energiemanagerin eingestellt und damit die Basis für eine kontinuierliche Verfolgung und Bearbeitung der Klimaschutzthemen gelegt. Die Schaffung dieser zusätzlichen personellen Ressourcen erhöht die Chance auf zeitnahe Umsetzung relevanter Ziele. So konnte in diesem Zuge im Jahr 2020 auch die erste Klimabilanz von F&W für das Berichtsjahr 2019 als Basisjahr erstellt werden. In dieser jährlichen Klimabilanz werden die Energieverbräuche von F&W ermittelt. Näheres dazu ist unter dem Leistungsindikator GRI SRS-302 sowie Kriterium 12 und 13 zu finden.   

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Klimaschutzmanagements von F&W sind folgende Schritte geplant: Zunächst werden die Mitarbeitenden in der Unternehmenszentrale und dem Unterkunftsmanagement hinsichtlich Ressourceneffizienz geschult und sensibilisiert, dann wird diese Maßnahme auf die Klientinnen und Klienten von F&W ausgeweitet.   

Mitarbeitende
Der Zuzug vieler geflüchteter Menschen nach Hamburg im Jahr 2015 sowie entsprechender Auswirkungen auf die Folgejahre führten zu einem enormen Wachstum von F&W, denn abgesehen von wenigen Erstaufnahme-Einrichtungen in den Jahren 2015 bis 2017 und aktuell zwei Folgeunterkünften ist F&W der alleinige Dienstleister der Stadt Hamburg zur Bewältigung des Unterbringungsbedarfs von über 30.000 Menschen. In Folge dessen stieg die Zahl der Mitarbeitenden um etwa das dreifache gegenüber den Jahren davor. Viele, überwiegend jüngere Mitarbeitende kamen hochmotiviert zu F&W, um insbesondere im Unterkunfts- und Sozialmanagement der Erstaufnahmen und Wohnunterkünfte Beiträge zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderung durch die Zuwanderung zu leisten.    

Durch den dynamischen Anstieg der Zahl der Geflüchteten, die es unterzubringen und zu beraten gilt sowie die hohe Diversität an Kulturen, Religionen und Lebensgewohnheiten, die hier zusammenkommen, sind die Anforderungen an die Mitarbeitenden nach wie vor sehr hoch. Im Jahr 2020 folgte mit der Corona-Pandemie abermals eine schwere Krisensituation, bei der es darum ging, die 32.000 Menschen auf corona-konformes Verhalten umzustellen, die Unterbringungssituation zu entzerren und die Infektionsquote in den standardmäßig eng belegten Unterkünften möglichst gering zu halten. Der Ad-hoc-Aufbau von speziellen Quarantänestandorten und Quarantänemaßnahmen an regulären Standorten kam hinzu. Das Unternehmen kann auf sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bauen, für die die Rahmenbedingungen jedoch angesichts der Herausforderungen in der täglichen Arbeit im Blick behalten werden müssen. Überbelastung, Krankheit oder Unzufriedenheit von Mitarbeitenden stellen mögliche Risiken dar. Demgegenüber steht die Chance, neue qualifizierte und motivierte Mitarbeitende zu gewinnen sowie durch ein gutes Management und gute Führung Mitarbeitende zu stärken und den Zusammenhalt unter diesen zu fördern. Als wesentliche Themen in diesem Kontext konnten in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse somit Mitarbeitendenzufriedenheit, Personalentwicklung, Vielfalt und Chancengleichheit sowie Mitarbeitendenfürsorge festgestellt werden. 

Unternehmensführung

Ein soziales Dienstleistungsunternehmen wie F&W sieht sich in besonderer Weise der Erwartung ausgesetzt, eine nachhaltige Unternehmensführung zu verfolgen. Dabei ist F&W Zielkonflikten ausgesetzt, wodurch Risiken wie Verzögerung von Vorgängen oder negative Presse auftreten können, sich aber auch Chancen wie Synergieeffekte und kreativen Lösungsansätze ergeben können. Als öffentlich finanzierter Dienstleister der Stadt Hamburg ist F&W den Grundsätzen einer wirtschaftlichen und sparsamen Verwendung öffentlicher Mittel verpflichtet. Es geht darum, ein großes Volumen an Unterkunfts- und Wohnplätzen sowie Begleitung und Teilhabe-Angebote zu Kosten bereitzustellen, die auf der Basis der derzeitigen fachlichen und politischen Rahmensetzungen von der Stadt akzeptiert werden. Dabei sind gleichzeitig soziale sowie ökologische Aspekte zu berücksichtigen. In diesem Spannungsfeld wurden folgende Themen der Unternehmensführung als wesentlich identifiziert: Die Bereitstellung bedarfsgerechter Wohnunterkünfte bzw. Wohnungen, Eingliederungshilfe, Transparenz, nachhaltige Beschaffung, faire Geschäftsbeziehungen sowie das Risiko- und Compliancemanagement.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Das oberste im Unternehmensleitbild verankerte Nachhaltigkeitsziel bei F&W stellt die nachhaltige Leistungserbringung dar. In diesem Zusammenhang wurden das Klimaschutz- und Energiemanagement im Geschäftsjahr 2020 bei F&W eingeführt. Ziele, die im Klimaschutz- und Energiemanagement gesetzt werden, werden generell mit Priorität behandelt, da gemäß Kriterium 2 des vorliegenden Nachhaltigkeitsberichts eine große Wesentlichkeit und zusätzlich ein hohes Potential in diesen Themen gesehen werden.   

Ziele im Energiemanagement
Ein quantitatives Energieziel befindet sich zum Berichtsjahr 2020 noch in Planung. Für 2021 ist zunächst die Entwicklung einer spezifischen Kennzahl pro Klientin/Klient angesetzt.

Ziele im Klimaschutzmanagement 
F&W hat erstmalig in 2020 ein spezifisches Klimaziel zur Reduktion der Treibhausgase bis 2030 entwickelt. Weitere Details dazu sind unter dem Abschnitt 13.1.4 (Leistungsindikator GRI SRS-305-5) zu finden.
Aktuell wird an einem Grundsatzpapier „Nachhaltigkeitsziele F&W“ gearbeitet, das bei der angestrebten Überarbeitung des Unternehmenskonzepts einbezogen wird. Dabei werden die Nachhaltigkeitsziele mit den SDGs verknüpft, so dass analog zur Berichterstattung der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele auch zu der der SDGs berichtet wird.
 
Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs) –  Soziales

Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs) –  Umwelt

Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs) –  Mitarbeitende

Bezug zu den Sustainable Development Goals (SDGs) –  Unternehmensführung


Die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei F&W wird auf mehreren Ebenen geprüft und soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Die eine Ebene bildet akuell das Klimaschutz- und Energiemanagement selbst, z.B. über die Klimabilanz und den vorliegenden Nachhaltigkeitsbericht. Die andere Ebene entspricht der Berichterstattung in diversen Gremien wie der regelmäßigen Sitzung der erweiterten Geschäftsführung, den regelhaften Terminen mit der Geschäftsführung, der Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz, der Arbeitsgemeinschaft Energiemanagement sowie regelmäßigem Austausch zwischen Klimaschutz- und Energiemanagement.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette von F&W: Bauen – Betreiben – Begleiten
Die Entfaltung des gewachsenen Potentials von F&W wird im Zuge einer Wertschöpfungskette dargestellt, die genügend Raum für Anpassungen und Weiterentwicklungen lässt, aber zugleich die Kernidentität und das tradierte Selbstverständnis von F&W vermittelt. Dementsprechend wird in der folgenden Abbildung der Wertschöpfungskette ein Format gewählt, das zwei soziale Wertschöpfungsketten für die verschiedenen Zielgruppen von F&W darstellt, die parallel zueinander laufen und sich wechselseitig ergänzen:   


 


Abbildung 2: Wertschöpfungskette von F&W  

F&W schafft Unterkünfte und Sozialwohnungen für ihre Zielgruppen und bieten ihnen bedarfsgerechte Assistenz und Orientierung. F&W betreibt alles ganzheitlich aus einer Hand, so dass Wohngebäude zu den Bewohnerinnen und Bewohnern passen, Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Wohngebäuden gut leben und sich entwickeln können und soziale Assistenzleistungen die gegebene Situation aus Mensch und Wohngebäude ergänzen und unterstützen können.   

Dieses Grundschema ist fest genug, um Klarheit und Identität zu schaffen, es bietet aber auch die Chance, eine große Stärke und Kernkompetenz von F&W nutzbar zu machen: Die Flexibilität. Die Flexibilität, sich kurzfristig auf neue Aufgaben einzustellen, das bewährte Können auf andere Felder zu übertragen oder Lösungen für neue Herausforderungen zu entwickeln. Auf der Basis der angestammten Kernaufgaben, aber mit dem gewachsenen Potential an Ressourcen und Expertisen kann F&W den Anspruch an sich stellen, anlassbezogen neue Felder zu erschließen oder neu entstandene soziale Aufgaben der Stadt reaktionsschnell, „geräuschlos“ und effektiv zu erledigen. F&W versteht sich in sozialen Aufgaben auch als Dienstleister, mit dem die Gesellschaft zügig auf nicht kalkulierbare Entwicklungen reagieren kann. Dabei ist stets darauf zu achten, dass sich eine gewisse Volatilität nicht zu Lasten der Mitarbeitenden auswirkt.   

Nachhaltigkeitskriterien werden insbesondere in der Bauabteilung, den Unterkünften sowie in den unterstützenden Tätigkeiten wie bspw. in der zentralen Verwaltung geprüft. Dabei sind wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte im Zusammenhang mit nachhaltigen Bauweisen und Baumaterialien, Bestellungen für das laufende Geschäft sowie Verbrauchsmaterialien im Zusammenhang mit der Beschaffung (Einkauf) zu identifizieren. Weiter liegt ein Fokus auf dem Nutzerverhalten der Klientinnen und Klienten. Die Beratung der Klientinnen und Klienten im Zusammenhang mit Energieeffizienz, CO2-Fußabdruck sowie Abfalltrennung wird von F&W ebenfalls als wesentlich bewertet.   

Zu Problemen und Maßnahmen in der Wertschöpfungskette im Zusammenhang mit der sozialen und ökologischen Dimension kann zum aktuellen Stand noch keine umfassende Aussage getroffen werden. Generell kann jedoch als Problem angesehen werden, dass Zielsetzungen mit absolutem Ziel einem erhöhten Risiko der Nichterreichung unterworfen sind, da der Aufgabenumfang von F&W stark von äußeren Faktoren beeinflusst wird. So kann beispielsweise eine Ad-Hoc-Situation wie wieder verstärkte Geflüchtetenzahlen aus verschiedenen Ländern dazu führen, dass ein absolutes CO2-Ziel im Bilanzraum von F&W nicht erreicht wird. Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der sozialen und ökologischen Dimension befinden sich zudem zum Zeitpunkt der Berichtserstattung noch in der Entwicklung. Gesetzliche Vorgaben werden erfüllt; Abweichungen davon werden durch das für 2021 geplante Compliance-Management-Systems dokumentiert und bearbeitet.    

Die Kommunikation der Nachhaltigkeitsthemen mit Geschäftspartnern bzw. Lieferanten muss bei F&W noch ausgebaut werden. Gesetzliche Vorgaben nach EU- oder deutschem Recht werden eingehalten, darüber hinaus ist ein Ausbau der Kommunikation der Nachhaltigkeitsthemen geplant. Für Ende 2021 / Anfang 2022 ist beispielsweise geplant, dass ein Austausch zwischen dem Klimaschutzmanagement und dem Beschaffungsmanagement stattfindet, der das Ziel hat, Nachhaltigkeitslabels standardmäßig als Bedingung in die Leistungsbeschreibung von Beschaffungsprozessen aufzunehmen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4