1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

In den Jahren 2020/2021 hat die GVS-Zentrale einen Nachhaltigkeitsstrategieprozess angestoßen, unter anderem auch dafür, die strategische Rolle der GVS-Zentrale zu Nachhaltigkeitsthemen gegenüber seinen Mitgliedsunternehmen zu definieren. Dieser Strategieentwicklungsprozess wird voraussichtlich Ende 2021 abgeschlossen.
Die GVS-Zentrale versteht sich strategisch als unterstützende Instanz seiner Mitgliedunternehmen und hat sich die Aufgabe gestellt, die Mitgliedsunternehmen der GVS-Group schrittweise bei den Nachhaltigkeitsthemen mit auf den Weg zu nehmen. Das strategisch wichtigste Ziel der GVS-Zentrale ist die Information, Motivierung und Unterstützung der Mitgliedsunternehmen bei dem Verstehen und Anwenden des Nachhaltigkeitsdenkens im täglichen Arbeiten. Die GVS-Zentrale ist nach den Richtlinien der ISO 9001, ISO 14001 zertifiziert und wird regelmäßig durch externe Audits überprüft. Im Geschäftsbetrieb setzt die GVS bereits im Umweltbereich folgende Nachhaltigkeitsmaßnahmen um:
Weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen wurden in den vergangenen Jahren nicht umgesetzt, und wenn, dann eher im Sinne einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. So erreicht z.B. die Optimierung der Logistikplanung einerseits eine Vergünstigung der einzelnen Ladetonne und andererseits können auch CO2-Emissionen reduziert werden. Diese wurden allerdings das erste mal für das Jahr 2019 erfasst und gemessen, sodass ein Monitoring der Entwicklung bisher noch nicht möglich war. Zukünftig wird dies natürlich erfolgen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die GVS-Zentrale hat ihren Standort seit 2017 in Friedewald, Hessen. Friedewald ist eine von der Logistik geprägte Kommune mitten im Landkreises Hersfeld-Rotenburg und mitten in Deutschland. In der Gemeinde Friedewald sind derzeit 34 Gewerbebetriebe angesiedelt. Der Standort wurde aufgrund seiner sehr zentralen Lage und der direkten Anbindung an die Autobahn A4 Kirchheim - Dresden ausgewählt. Dies war besonders im Hinblick auf die Entstehung des Zentrallagers wichtig, welches direkt an die Zentrale angeschlossen ist. Friedewald ist sowohl über dem Nord-Süd- als auch über die West-Ost-Verbindung für alle Partner und Lieferanten gut zu erreichen. Die Logistik für den Transport unserer Waren zu den Partnern wird komplett durch regional ansässige Speditionen und Paketdienste abgewickelt. Der nächste Bahnhof befindet sich in Bad Hersfeld (ca. 12 km entfernt), einer ICE-Station mit direkter Verbindungen zu den ICE-Bahnhöfen Kassel, Fulda und Eisenach. Eine Busverbindung besteht nach Bad Hersfeld und Bad Salzungen.
Mit dem Dreienberg, dem nördlichsten Berg der Kuppenrhön liegt aber auch ein 340 ha großes Naturschutzgebiet im Herzen der Gemeinde Friedewald.
Die GVS-Zentrale hat 2020/2021 eine Analyse zur Ermittlung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen und Herausforderungen durchgeführt. In einer mehrstufigen Wesentlichkeitsanalyse wurden relevante Handlungsfelder identifiziert, die das heutige und zukünftige Handeln der GVS beeinflussen und entsprechende Wirkungen auf den Geschäftserfolg haben. 
Begleitet wurde der Prozess von der imug Beratungsgesellschaft aus Hannover. Imug versteht sich als ausgewiesener Experte zu Fragestellungen im Nachhaltigkeitskontext. So besteht viel Expertise bei der strategischen Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen sowie der Konzeption und Durchführung von Wesentlichkeitsanalysen.

Schwerpunkte der Wesentlichkeitsanalyse:
Die Herausarbeitung der wesentlichen zukünftigen Handlungsfelder der GVS-Zentrale im Bereich Nachhaltigkeit umfasst mehrere Module:
Die Zentrale der GVS Group ist die Leitstelle für Verwaltung, Organisation und Geschäftsentwicklung. Von hier aus werden sämtliche Prozesse der Handelsgruppe in mehreren Abteilungen gesteuert. Dazu gehören neben Verwaltungsaufgaben auch der Ein- und Verkauf von Waren sowie nationales und internationales Warengeschäft. Darüber hinaus ist die Zentrale der GVS Group erster Ansprechpartner für alle überregionalen Bestands- und Neukunden.

Aus diesen Kernaufgaben der GVS-Zentrale ergeben sich die drei folgenden wichtigen Nachhaltigkeitsbereiche mit entsprechenden Unteraspekten:

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Mehrere GVS-Mitgliedsunternehmen haben sich bereits auf den Weg begeben und wollen Nachhaltigkeitsaspekten sowohl in der Beachtung und Umsetzung als auch in der Kommunikation eine größere Bedeutung zukommen lassen.
Auf Basis der Wesentlichkeitsanalyse sowie in Anlehnung an für die Tätigkeiten der GVS relevante SDGs wird die GVS-Zentrale in einem laufenden Prozess wichtige und messbare Nachhaltigkeitsziele formulieren und deren Umsetzungsgrade mit Kennzahlen kontrollieren.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Bei Verhandlungen mit Lieferanten und der Warenbeschaffung soll das Thema Nachhaltigkeit eine deutlich größere Bedeutung bekommen. Ein Verhaltenscodex für Lieferanten wird im Jahr 2021 erstellt und soll unseren Lieferanten in den jährlich stattfindenden Gesprächen vorgestellt werden. Unsere Lieferanten sollen den Verhaltenscodex ab dem Jahr 2021 zeichnen. Der Lieferantenkodex soll Regelungen zu folgenden Aspekten enthalten:
Der Lieferantenkodex betrifft zunächst in erster Linie unsere Lieferanten der ersten Ebene, Lieferanten weiterer Ebenen sind demnach nur Indirekt über die Verpflichtungen der Lieferanten der ersten Ebene betroffen.

Unsere Wertschöpfungskette stellt sich aktuell wie folgt dar:
Stufe 1: Produktion bei einem Hersteller/Lieferanten
Es finden regelmäßige Ausschreibungen für Eigenmarken sowie regelmäßige Lieferantenverhandlungen statt. Die Vergabe der Herstellung der Eigenmarkenprodukte wird wiederkehrend geprüft und neu verhandelt. Hierdurch sind langfristige und gute Geschäftsbeziehungen entstanden.
Gemeinsam mit unseren Lieferanten möchten wir künftig Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit für wesentliche Aspekte im Hinblick auf sozialgerechte Arbeitsbedingungen und eine verminderte Inanspruchnahme der Umwelt suchen. Bei regelmäßigen persönlichen Treffen sowie Telefon- bzw. Videokonferenzen wird der Austausch intensiviert.

Probleme in der sozialen und ökologischen Dimension:
Wir kaufen 87% unserer Waren in Europa ein und greifen nur auf z.B. Asien zurück, wenn keine alternativen Möglichkeiten bestehen. Somit agieren unsere Auftragnehmer größtenteils unter den in Deutschland und Europa geltenden Rechtsvorschriften. Das Risiko kritischer Arbeitsbedingungen oder einer Nichtbeachtung von Umweltschutzrichtlinien entlang der Lieferkette ist somit äußerst gering. Beispielsweise werden unsere Einmalhandschuhe ausschließlich über entsprechende Unternehmen mit Sitz in Deutschland für uns importiert. Ein Direktimport findet hier nicht statt. Die entsprechenden Unternehmen sind in der Lage, vor Ort Audits durchzuführen, um die Nachhaltigkeitskriterien überprüfen zu können. Eine weitere Analyse etwaiger sozialer und ökologischer Probleme findet nicht statt.

Stufe 2: Logistik und Lagerung
Die gebündelte Anlieferung in unser Zentrallager mit anschließender Verteilung an unsere Mitglieder leistet einen großen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen.

Probleme in der sozialen und ökologischen Dimension:
Der größte ökologische Impact der GVS-Zentrale liegt im Bereich Logistik, das heißt den Warentransporten von den Lieferanten zur GVS und von dort zu den Mitgliedsunternehmen. THG- und Verbrauchreduktion, Digitalisierung und Optimierung der Fahrtenplanung, alternative Antriebskonzepte sind die wichtigsten Aspekte der GVS-Zentrale wie für alle Unternehmen der Großhandelsbranche. Das
sind jedoch genau die Bereiche, die von der GVS am wenigsten beeinflusst werden können. Die GVS ist auf die Entwicklung und die Marktdurchdringung von LKW mit alternativen Antrieben angewiesen. Eine weitere Analyse etwaiger sozialer und ökologischer Probleme findet nicht statt.


Stufe 3: Key Account und allgemeine Organisation
Zur effizienten Abwicklung und zur Ressourceneinsparung werden folgende Prozesse zentral gesteuert:


Probleme in der sozialen und ökologischen Dimension:
Wir arbeiten nur national und halten uns damit in Bezug auf Arbeitnehmerrechte an die in Deutschland gültigen Gesetze. Wir sehen daher keine Risiken, die sich durch unsere Geschäftstätigkeiten ergeben und sich negativ auf die Wahrung der Arbeitnehmerrechte auswirken könnten. Eine weitere Analyse etwaiger sozialer und ökologischer Probleme findet nicht statt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Branchenspezifische Ergänzungen Überschrift 1
keine
Branchenspezifische Ergänzungen Überschrift 2
keine