1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als traditionsreiches Familienunternehmen in fünfter Generation, das seit jeher Nachhaltigkeit als das eigene Fundament begreift, sind ökologische und soziale Verträglichkeit der Produkte selbstverständlich. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie eine nachhaltige Lebensweise mehrheitsfähig werden kann. Die Überwindung des vermeintlichen Widerspruchs zwischen Ökologie und Leistungsfähigkeit von Reinigungsmitteln ist dabei das Anliegen von Werner & Mertz. Konkret bedeutet dies, mit allen wesentlichen Elementen unseres Produktes, d. h. bei Rezeptur, Verpackung und Produktionsumständen, mindestens eine Entwicklungsgeneration vor der bisherigen ökologischen Benchmark zu liegen. So wollen wir als ein Ökopionier die Marktentwicklung mit kreislauffähigen, d. h. ganzheitlich-nachhaltigen und hochleistungsfähigen Reinigungs- und Hygienelösungen forcieren, die für den Menschen und die Natur unbedenklich sind. Daher fühlen wir uns langfristigen Initiativen verpflichtet, die oftmals über unsere eigenen Marken und Sortimente hinaus neue Maßstäbe der ökologischen Machbarkeit setzen. Insbesondere sind hier unsere Recyclat-Initiative und auch die Initiative Europäische Tenside hervorzuheben. Diese Initiativen gelten nicht nur für unsere Kunden und die Gesellschaft, sondern auch für unsere Mitarbeiter. Die gelebte Nachhaltigkeit ist in unserem inhabergeführten mittelständischen Unternehmen ambitioniert – und so entwickeln unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer neue noch nachhaltigere Lösungen.

Der Nachhaltigkeitsgedanke und der hohe Stellenwert des Umweltmanagements ziehen sich bei Werner & Mertz wie ein roter Faden durch das gesamte Unternehmen. Wir haben dabei den eigenen Anspruch, stets das nachhaltigste Unternehmen unserer Branche zu sein. Wir wollen eine nachhaltige Lebensweise gesellschaftlich mehrheitsfähig machen. Als Lernende Organisation sind wir in der Lage, den sich ständig verändernden Marktanforderungen durch geeignete Anpassungen im Inneren unseres Unternehmens zu begegnen. Dies gilt auch für die Strategieentwicklung im Bereich Nachhaltigkeit. Wir lernen und entwickeln uns ständig weiter, indem wir einerseits auf vorhandenen Stärken aufbauen und andererseits so flexibel sind, dass die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen ständig optimiert werden können.  

Im vergangenen Jahr haben wir in einem Strategieprozess unsere vielen Maßnahmen und Aktivitäten, an denen die nachhaltige Ausrichtung von Werner & Mertz deutlich wird, zusammengetragen, gebündelt und bewertet. Dabei haben wir uns an den Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) und des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) orientiert. In mehreren Meetings des Nachhaltigkeitsteams und unter Einbezug verschiedenster Fachabteilungen  haben wir daraus strategische Handlungsfelder abgeleitet.  

Die wesentlichen Handlungsfelder der Werner & Mertz Gruppe inklusive der wichtigsten Themen in den Handlungsfeldern lauten:

1. Integrität & Verantwortung
Nachhaltigkeitsaspekte leiten uns in unserer Geschäftstätigkeit. Integres Handeln ist dabei  selbstverständlich und unerlässlich. Das gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den hohen Stellenwert von Nachhaltigkeit erwartet Werner & Mertz auch von seinen Partnern. Unseren Nachhaltigkeitsanspruch geben wir über einen umfassenden Lieferantenkodex auch in die Wertschöpfungskette weiter. So wollen wir nachhaltige Wertschöpfung und Lebensweisen durch die Einbindung unserer Partner weiter stärken.   

2. Produkte & Kunden
Unsere größte Marketingleistung gegenüber unseren Kunden ist die „Demokratisierung der Nachhaltigkeit“. Uns ist es gelungen, technisch-komplexe Nachhaltigkeits-Konzepte so positiv und glaubwürdig beim Verbraucher zu platzieren, dass er Freude an der Verwendung dieser Produkte hat. Die sogenannte Entkopplung von der Verzichtswahrnehmung sehen wir dabei als Schlüssel, um nachhaltigen Konsum mehrheitsfähig zu machen.   Um gerade auch die jungen Lebenswelten besonders stark mit einzubeziehen, haben wir langfristige Nachhaltigkeits-Initiativen bei besonders relevanten Umweltherausforderungen so weit vorangetrieben, dass Nachhaltigkeit nicht nur konkret erlebbar wird, sondern auch ein hoher vertrauensspendender Umsetzungsvorsprung im Markt erreicht wurde. Diese Initiativfelder sind: europäische Tenside und maximales Kunststoffrecycling.    

3. Produktion & Umwelt
Zu einer nachhaltigen Lebensweise gehört auch der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen. Daher ist die Maxime in unseren EMAS validierten Produktionsstätten immer „die richtigen Dinge richtig tun“. Durch den ressourcenschonenden Einsatz von Rohstoffen wird das Maximum an Wirkung erzielt, so dass die Umwelt – lokal, aber auch global – durch unsere Geschäftstätigkeit im Gleichgewicht bleiben kann. Wo immer möglich, schließen wir Kreisläufe.  Hochwertiges Qualitätsmanagement und -Sicherung sind für uns unerlässlich, um mögliche negative Auswirkungen zu verhindern und Störfälle zu vermeiden.  

4. Kultur & Mitarbeiter
Nachhaltiges Denken und Handeln steht im Mittelpunkt unserer Unternehmenskultur. Wir messen all unsere Entscheidungen an dem Primat der Nachhaltigkeit und fördern nachhaltige Ideen, ohne Angst vor behebbaren Fehlern zu haben. Diese Haltung prägt nicht nur unsere Beziehungen und unser Miteinander, sie zeigt auch unsere ganzheitliche Sicht auf den einzelnen Menschen. Daher fördern wir jeden Mitarbeiter individuell nach seinen speziellen Bedürfnissen und Fähigkeiten. So werden unsere Mitarbeiter zu Botschaftern für Nachhaltigkeit.

5. Engagement & Gesellschaft
Wir wollen eine nachhaltige Lebensweise mehrheitsfähig machen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Lösung von drängenden Umweltproblemen – wie der Vermüllung unserer Meere – leisten. Das erreichen wir unter anderem durch eine Open Innovation Strategie, bei der wir über die Grenzen unserer Marken und unseres Unternehmens hinaus Umweltinnovationen anderen Marktteilnehmern in der Gesellschaft zugänglich machen. Die Optimierung des positiven Gesamtbeitrags für die Umwelt wird nach unserer Überzeugung vertrauensschaffend erreicht, wenn die von uns präferierten Lösungskonzepte zwei Kriterien erfüllen: 1. Konsequente Ausrichtung an der ‚wissenschaftlichen Mehrheitsmeinung‘ statt an Brancheninteressen. 2. Weitgehende dauerhafte Zumutbarkeit für den/die Durchschnittskonsument/in durch plausible Entkopplung von der Verzichtswahrnehmung.  

Darüber hinaus haben wir in jedem Handlungsfeld wesentliche Themen identifiziert, die für Werner & Mertz von besonders großer Bedeutung sind. Diese Themen beschreiben die Schwerpunkte unserer Bemühungen, auch weiterhin ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Um uns weiter anzutreiben und unsere Fortschritte messen zu können, haben wir hinter jedes Thema ein Ziel gelegt. Außerdem haben wir jeweils eine Messgröße und einen Zeithorizont festgelegt, in dem wir unser Ziel erreichen möchten. Die Themen, Ziele, Maßnahmen und Messgrößen sind in den Kriterien 2, 3 und 7 genauer beschrieben.

Zertifizierungen & Standards  
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie besteht aus dem Erreichen anspruchsvoller Zertifizierungen (ISO 14001, DIN EN ISO 9001:2000, ISO 50001 & AISE, IFS HPC und IFS Broker-Audit) sowie der jährlichen EMAS-Validierung aller Gesellschaften an beiden Standorten. EMAS gilt als das anspruchsvollste und hochwertigste Umweltmanagementsystem, das derzeit auf dem Markt vorhanden ist. EMAS steht für das Eco-Management and Audit Scheme der Europäischen Union und ist eine Kombination von Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Darüber hinaus orientiert sich Werner & Mertz in seiner Nachhaltigkeitsstrategie an der Erfüllung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Eine genaue Ausführung zu unserem Beitrag zur Erreichung dieser Ziele findet sich in Kriterium 3.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Als Unternehmen der Chemiebranche haben Nachhaltigkeitsaspekte eine besondere Geschäftsrelevanz für die Werner & Mertz Gruppe. Auf der einen Seite nimmt der Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte aufgrund des demografischen Wandels stetig zu. Auf der anderen Seite spielen sowohl für Kunden als auch Geschäftspartner Nachhaltigkeitsthemen eine immer größere Rolle.  

Vor diesem Hintergrund wurde im Berichtsjahr eine Wesentlichkeitsanalyse in Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitern und mit Blick auf die Erwartungen der für uns relevantesten Stakeholder-Gruppen eine indirekte Befragung der Schnittstellen im Unternehmen durchgeführt. Im Zuge dessen wurden die wichtigsten Chancen und Risiken in den vorher identifizierten fünf Handlungsfeldern festgehalten und darüber hinaus die wichtigsten Unterthemen identifiziert.  

Für die Chancen- und Risikoanalyse wurde ein iteratives Vorgehen gewählt. Zuerst wurde ein Vorschlag für eine Themenliste auf Grundlage einer Vorrecherche in den fünf Handlungsfeldern erstellt. Diese wurde anhand verschiedener Kriterien auf einer dreistufigen Skala von den verschiedenen Fachabteilungen in einem ganztägigen Workshop bewertet. In diesem Zuge wurden auch die Auswirkungen von Werner & Mertz sowie deren Schwere durch unternehmensinterne Experten bewertet. In einem letzten Schritt wurde die Themenliste durch unsere Nachhaltigkeitsbeauftragte verifiziert.  

Folgende Chancen und Risiken sowie wesentliche Unterthemen spielen eine zentrale Rolle bei der Verfolgung der gruppenweiten, strategischen Unternehmensziele:

Handlungsfeld Mögliche Chancen,
Risiken und Auswirkungen
Wesentliche Unterthemen
von Werner & Mertz
Integrität und Verantwortung
  • Basis eines nachhaltigen Unternehmens ist verantwortungsbewusstes Handeln und die Bewahrung von Integrität in allen Wertschöpfungsstufen.
  • Einhaltung von Gesetzen und Vereinbarungen als oberstes Gebot
  • Integrität und Verantwortung gelten sowohl für unsere Mitarbeiter, aber genauso auch für Lieferanten, Partner und Dienstleister
  • Abhängigkeit von Gewährleistung von Standards bei unseren Partnern, Lieferanten und Dienstleistern
  • Lieferantenverträge mit Umwelt- und Sozialkriterien / Lieferantenkodex
  • Integritätsmanagement mit Verhaltenskodizes
Produkte und Kunden
  • Einsatz von Palmkern- und Kokosöl bei der Herstellung von Tensiden (deswegen Mitgliedschaft in Initiativen zum nachhaltigen Abbau und Forschung an heimischen Rohstoffen zur Tenside-Herstellung)
  • Herausforderung für Endverbraucher: Balance zwischen Qualität und nachhaltiger Lebensführung bzw. beides zusammenzubringen.
  • Aufgabe von Werner & Mertz, diesen vermeintlichen Widerspruch immer wieder zu überwinden, Produkte weiter zu überarbeiten, Nachhaltigkeitsleistung ständig zu steigern und Verbrauchern mit den Produkten echte Alternative zu bieten
  • Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse
  • Einsatz nachwachsender Rohstoffe / Alternative: Einsatz heimischer Pflanzen
Produktion und Umwelt
  • Produktion von Produkten verbraucht Ressourcen und setzt umweltschädliche Stoffe frei (Wasser, Strom, CO2, Abwasser usw.)
  • Kurz: Anspruch an geringe Belastung und Innovation, um Belastung der Umwelt so gering wie irgendwie möglich zu halten. -> ständiger Treiber bei W&M
  • Neben Tensiden auch intensive Befassung mit Verpackungsproblematik
  • Recyclat-Einsatz bei Verpackungen
Kultur und Mitarbeiter
  • Problematik Fachkräftemangel und Möglichkeiten
  • Fehlende Qualifikationen und Herausforderung der Entwicklung von passenden Kompetenzen, auch durch Wechsel und Fluktuation (Tarifverträge, Sicherstellen hoher Arbeitgeberattraktivität, Schulungen zum Kompetenzaufbau usw.)
  • Ausfall von Mitarbeitern, v.a. durch Unfall- und Gesundheitsrisiken
  • Mitarbeiter als „Botschafter der Nachhaltigkeit“ muss gelebt werden, deswegen Maßnahmen zur Stärkung der Kultur
  • Unternehmenskultur
  • Ausbildung und Personalentwicklung
Engagement und Gesellschaft
  • Engagement gegen den Verlust von Biodiversität in den vergangenen Jahrzehnten durch steigende Industrialisierung
  • Steigerung des Bewusstseins in der Gesellschaft zu Nachhaltigkeitsthemen
  • Einsatz für Förderung von Innovationen und Verbreitung von innovativen Ideen, insbesondere zu Nachhaltigkeitsthemen
  • Biodiversität und Artenschutz
  • Brancheninitiative (Recyclat)

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Werner & Mertz Gruppe hat sich innerhalb der eigenen Nachhaltigkeitsroadmap bis zum Jahre 2025 konkrete mittel- und langfristige Ziele in den jeweiligen Handlungsfeldern gesetzt. Die Auswahl der Ziele orientiert sich dabei an den strategischen Handlungsfeldern der Werner & Mertz Gruppe, die diese fünf Handlungsfelder als strategische Prioritäten identifiziert und festgelegt hat. Eine genaue Beschreibung der Handlungsfelder sowie zum Prozess der Identifikation der wesentlichen Themen finden sich in Kriterium 1 und 2.  

Die Ziele werden mit besonderer Priorität behandelt, denn sie sind unseren als wesentlich identifizierten Themen zugeordnet. Sie beschreiben unseren Anspruch und zeigen auf, in welche Richtung wir uns als Unternehmen entwickeln wollen:

Handlungsfeld Unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen Konkrete Zielsetzung   Zeitliche
  Zielvorgabe
 SDG- Zuordnung
Integrität & Verantwortung 1. Lieferantenverträge mit Umwelt- & Sozialkriterien/ Lieferantenkodex
  • Der eigens von Werner & Mertz neu entwickelte, umfassende Lieferantenkodex wird fester Bestandteil für 100 % aller neuen und bestehenden Lieferverträge. Er geht weit über die bislang erwartete Selbstverpflichtung in den Aspekten Umwelt, Soziales, Qualität usw. hinaus.
2025 8, 16
2. Integritätsmanagement mit Verhaltenskodizes
  • Durch die Stärkung der Integritätskultur und die Schärfung des Integritätsanspruchs werden trügerische Handlungen vermieden. Daher sollen 98 %* aller Mitarbeitenden entsprechende Trainings absolvieren.
2020 - 2021
 (12 Monate ab Juli 2020)
8, 16
Produkte & Kunden 3. Nachhaltigkeitsleistung durch Innovationsprozesse
  • Nachhaltigkeitsorientierte Innovationen (SOI) sollen dazu führen, dass jährlich mindestens zwei neue nachhaltige Rohstoffe entwickelt werden.
Jährlich 12, 13
4. Einsatz heimischer Pflanzen
  • Kontinuierliche Erhöhung der Anzahl im Markt eingeführter Artikel mit Tensiden auf Basis von Pflanzen europäischer Herkunft.
Jährlich 12, 13
Produktion & Umwelt 5. Recyclat-Einsatz bei Verpackungen
  • In sämtlichen Emballagen wird 100% Post Consumer Recyclat (PCR) eingesetzt.
Bis 2025 12, 13, 14
Kultur & Mitarbeiter 6. Unternehmenskultur
  • Die Zielkultur von W&M wird von allen Mitarbeitenden im Arbeitsalltags erlebt und gelebt.
laufend 8
7. Ausbildung und Personalentwicklung
  • W&M bietet attraktive Qualifizierungs- und Karrieremöglichkeiten für alle Mitarbeitenden.
  • Dazu wird eine strategische Personalplanung entwickelt und die Instrumente über die gesamte Organisation ausgerollt.
Bis 2025 4
Engagement & Gesellschaft 8. Biodiversität und Artenschutz
  • Erhalt der biologischen Vielfalt im räumlichen Umfeld der Produktionsstätten in Mainz und Hallein durch eine durchgängige Kooperation mit einer Umweltorganisation und gemeinsamer Durchführung von Projekten.
  • Schutz und jährliche CO2-Kompensation durch Förderung der Aufforstung des Torfmoorregenwaldes Mawas Borneo
laufend 15
9. Brancheninitiative (Recyclat)
  • Im europäischen Markt sollen zunehmend Kunststoffabfälle aus Endverbraucher-Sammlungen (PCR) in hochwertigen Verpackungen wiederverwendet werden.
  • W&M setzt sich im politischen Dialog für den rechtlich-regulatorischen Rahmen ein. Unser Ziel ist es, jedes Jahr mindestens zwei Aktivitäten mit Wahrnehmung in der Fachöffentlichkeit durchzuführen.
laufend 12,17
*Aufgrund der natürlichen Personalfluktuation ist es nicht möglich, eine Schulungsquote von 100% zu einem bestimmten Zeitpunkt zu gewährleisten.

Die Zuständigkeiten für die Kontrolle zur Erreichung der Ziele sind in Kriterium 5 genauer ausgeführt.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Nachhaltigkeit ist tief in unserem unternehmerischen Handeln verankert, wobei wir stets die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben. Wir pflegen dabei eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, Kundinnen und Kunden sowie gesellschaftlichen Partnern.  

Die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette bei der Werner & Mertz Gruppe lauten: 
Da die Werner & Mertz Gruppe ausschließlich in Deutschland und Österreich produziert, ergeben sich entlang der Wertschöpfungskette keine weitreichenden sozialen Risiken. Als ökologische Herausforderung innerhalb unserer Wertschöpfungskette haben wir zwei zentrale Herausforderungen für Nachhaltigkeit identifiziert, denen wir mit innovativen Ansätzen begegnen: Der Ansatz des Wertstoffkreislaufes für Plastikverpackungen unserer Produkte und die Herstellung nachhaltiger Tenside.  

Ökologische Nachhaltigkeitsaspekte bei der Verpackung von Produkten  
Sowohl konventioneller Kunststoff als auch unbedacht entsorgter Plastikmüll als auch Bioplastik bringen ernste Umweltprobleme mit sich. Das Bio in Bioplastik kann dabei zweierlei bedeuten: biologisch angebaut (biobasiert) oder biologisch abbaubar. Beide Varianten sind aufgrund zahlreicher Probleme (u. a. Monokulturen, Schwierigkeiten bei der biologischen Abbaubarkeit und Reste an Mikroplastik) nicht nachhaltig.  

Werner & Mertz hat sich stattdessen für den Ansatz des Wertstoffkreislaufes entschieden. Statt dem Trend  Bioplastik zu folgen, setzen wir als Öko-Pionier schon seit Jahren auf hochwertiges Recycling im geschlossenen Wertstoffkreislauf. Indem Plastik in einem stetigen Kreislauf gehalten und immer wieder neu verwendet wird, muss kein neues Plastik aus Erdöl hergestellt werden. Das minimiert die CO2-Bilanz jedes einzelnen Plastikproduktes und hält zugleich Plastik aus der Umwelt fern. Dank hochmoderner Sortier- und Verarbeitungsverfahren stammen seit einigen Jahren bei den transparenten PET-Flaschen unserer Marke Frosch schon 20 Prozent des verwendeten Materials aus dem Gelben Sack. Selbst die Klappdeckelverschlüsse der Froschreiniger-Flaschen kommen aus dem Gelben Sack: Sie bestehen zu hundert Prozent aus recyceltem PP. Die Flaschen der emsal Bodenpflege, der green care Professional Reiniger und die Duschgel-Flaschen von Frosch können sogar komplett mit recyceltem HDPE-Abfall aus dem Gelben Sack hergestellt werden. Von verlustfreiem Recycling, bei dem Plastik ähnlich wie Glas oder Altpapier in einem geschlossenen Wertstoffkreislauf geführt wird, profitiert die Umwelt also gleich doppelt: Zum einen vermeidet es die Vermüllung von Landschaft und Meer, zum anderen schont es die natürlichen Ressourcen, weil nicht permanent neues Plastik aus Rohöl nachproduziert werden muss.   

Ökologische Nachhaltigkeitsaspekte bei Inhaltsstoffen  
Tenside in Reinigungs- und Waschmitteln lösen Schmutz in Wasser auf. Tenside sorgen also für die Waschkraft. Es gibt sie in vielen Variationen: Sie können nachhaltig auf Basis nachwachsender Pflanzen gewonnen werden oder sie werden aus Erdöl oder auch aus tierischen Bestandteilen, Schlachtabfällen (vor allem bei Weichspülern) hergestellt. Auch bei der nachhaltigen Herstellung von Tensiden gibt es einen wichtigen Unterschied: Wenn Tenside auf Basis von Palmkernöl produziert werden, zerstört das die Biodiversität im Regenwald und  ebenso den Regenwald selbst, die grüne Lunge der Erde. Daher tragen nach Meinung von Werner & Mertz Tenside auf pflanzlicher Basis aus Europa zum aktiven Klimaschutz bei.

Werner & Mertz will daher in Zukunft durch intensive Forschung noch mehr auf Tenside auf Basis europäischer Ölpflanzen setzen: Raps, Oliven, Flachs und Sonnenblumen. Das Raps- und Sonnenblumenöl stammt aus Ländern wie Deutschland, Polen oder Frankreich. Das Leinöl stammt aus Flachsanbau in Frankreich und Belgien. Und das Olivenöl kommt aus Südeuropa – Spanien, Italien und Griechenland. Alle verwendeten Öle stehen nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Für die Zeit, in der noch Kokos- oder Palmkernöl in unseren Rezepturen verwendet wird, unterstützen wir den "Roundtable on Sustainable Palm Oil" (RSPO) und den nachhaltigen Anbau von Palmöl. Wir decken 100% der verwendeten Rohstoffe mit RSPO Book & Claim Credits ab.

Tenside aus Pflanzen europäischen Anbaus haben viele Vorteile:   Die Grünfrosch Produkte sind zudem alle mit dem europäischen Umweltzeichen “EU Ecolabel” zertifiziert. Die derzeit hochwertigste Öko-Zertifizierung heißt „Cradle-to-Cradle“-Gold: Die Wirkung sämtlicher Inhaltsstoffe eines Wasch- und Reinigungsmittels auf den Menschen wird bis auf 0,01 Prozent genau bestimmt. Das übertrifft deutlich die Vorgaben der europäischen Detergenzien-Verordnung. Erstmals vergeben wurde das Zertifikat 2013 an die Firma Werner & Mertz für Produkte der Marke Frosch und seitdem haben auch viele unserer Professional Produkte diese Zertifizierung erreicht.  

Um höchste Sozial- und Umweltstandards innerhalb unserer gesamten Lieferkette gewährleisten zu können besitzen wir außerdem einen Lieferantenkodex. Die genauen Inhalte des Kodex werden im Kriterium 14 beschrieben. Darüber hinaus besitzen wir in unseren Werken die Möglichkeit der digitalen Chargenrückverfolgung: Rohstoffe, Halbfabrikate und Primärverpackungen werden digital erfasst und die gesamte Wertschöpfungskette kann somit nachvollzogen werden. Wir stehen mit unseren Lieferanten im regelmäßigen Austausch und stimmen uns zu neuen Technologien, Standards und anderen Innovationen ab, um unsere hohen Ansprüche an eine nachhaltige Lieferkette zu erfüllen. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung neuer nachhaltiger Rohstoffe und Verpackungen, wie z. B. der hochwertig recycelfähige Nachfüllbeutel, der ein Gemeinschaftsprojekt mit der Firma Mondi ist.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4