1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) ist mit rund 2.240 Mitarbeiter*innen und 671 Bussen das zweitgrößte Nahverkehrsunternehmen Norddeutschlands mit Sitz in Hamburg. Das Verkehrsunternehmen wurde 1905 gegründet. Heute befördert die VHH mehr als 61,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr.

Die VHH ist Partnerin im Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Das Verkehrsgebiet der VHH reicht von Wedel im Westen über Quickborn im Norden bis nach Lauenburg im östlichen Hamburger Umland. Die 13 Standorte der VHH bilden einen Gürtel um die Hansestadt. Von hier aus starten die Busse zu ihren Fahrten im Hamburger Stadtgebiet und den Umlandkreisen innerhalb des HVV.

In den kommenden Jahren wird die VHH die weitgehende Umstellung auf Elektromobilität umsetzen. Gemäß einer Vorgabe des Hamburger Senats beschafft die VHH seit dem Jahr 2020 zumindest für das Hamburger Bedienungsgebiet ausschließlich Elektrobusse.

Die Entwicklung hin zu einem e-mobilen Unternehmen bedeutet für die VHH einen programmatischen Wandel, der neben emissionsfreien Fahrzeugen auch die Errichtung einer modernen Ladeinfrastruktur, den Betrieb spezialisierter Werkstätten und eine leistungsstarke IT-Infrastruktur mit einschließt. Eine entscheidende Rolle auf diesem Weg kommt dabei auch den Mitarbeiter*innen zu, die kontinuierlich im Unternehmen gefördert und weitergebildet werden.

Die VHH begreift das wichtige Zukunftsthema Elektromobilität zudem als Chance in der Kund*innen- und Mitarbeiter*innen-Kommunikation. Der Wandel zu einem e-mobilen Unternehmen wird daher auch kommunikativ umfassend begleitet. Weil die Elektromobilität von derart hoher Bedeutung ist, nicht nur für die VHH, sondern auch für die Metropolregion Hamburg, wurde eine eigene Produktmarke entwickelt: „elexityVHH – Hamburg fährt elektrisch“. Dazu gehört auch ein innovatives Busdesign, das unter Einbindung der VHH-Fahrgäste kreiert wurde.

Im Jahr 2020 hat die VHH ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. In Vorbereitung auf die Veröffentlichung wurde im Sommer 2020 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Dabei wurden die relevantesten Nachhaltigkeitsthemen aus Unternehmenssicht sowie aus Sicht der Stakeholder analysiert und im Ergebnis in einer Wesentlichkeitsmatrix miteinander ins Verhältnis gesetzt. Die Wesentlichkeitsanalyse bildet die Basis, um die zentralen Handlungsfelder der VHH zu identifizieren und diese Handlungsfelder in der Folge in die Unternehmensstrategie einfließen zu lassen beziehungsweise stärker zu berücksichtigen. Die VHH plant für die Zukunft, alle zwei bis drei Jahre eine Wesentlichkeitsanalyse durchzuführen. Die nächste Wesentlichkeitsanalyse ist demnach für das Jahr 2022/2023 geplant.

Weitere Informationen zum Wesentlichkeitsprozess sind in Kriterium 2 „Wesentlichkeit“ aufgeführt.



Wesentlichkeitsmatrix basierend auf der Stakeholder-Befragung


Die Handlungsfelder der VHH:

1.) Kund*innen
Als Mobilitätsdienstleister steht die VHH in der gesellschaftlichen Pflicht, die Mobilität aller Bürger*innen zu gewährleisten.

2.) Mitarbeiter*innen
Die VHH ist sich bewusst, dass sie nicht nur eine Verantwortung gegenüber ihren Kund*innen, sondern auch für die eigenen Mitarbeiter*innen hat. Ohne qualifizierte, motivierte Mitarbeiter*innen ist ein nachhaltiger Erfolg nicht denkbar. Aus diesem Grund setzt sich die VHH besonders für die berufliche Entwicklung ihrer Mitarbeiter*innen ein.

3.) Umwelt/Klimaschutz
Die VHH sieht es als ihre Aufgabe an, ihren Beitrag zur Gestaltung eines umweltfreundlichen, ressourcenschonenden und leistungsstarken Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Metropolregion Hamburg zu leisten.

4.) Management
Als öffentliches Unternehmen sieht sich die VHH-Geschäftsführung in der Verantwortung, ihr unternehmerisches Handeln an der Sicherung der Wirtschaftlichkeit unter Einhaltung der Klimaziele der Freien und Hansestadt Hamburg auszurichten.

Ein ausführliches Reporting zum nachhaltigen Wirtschaften der VHH erfolgte erstmals für das Geschäftsjahr 2019. 2021 gibt die VHH ihre zweite DNK-Erklärung für das Jahr 2020 ab. Ab 2021 plant die VHH, die aufgeführten Nachhaltigkeitsaspekte zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie zu machen.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards:
Die Auseinandersetzung der VHH mit den nachhaltigkeitsrelevanten Standards erfolgt erstmalig mit der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts nach dem DNK-Standard für die Jahre 2019 und 2020. Für 2021 ist geplant, den VHH-Nachhaltigkeitsbericht weiterzuentwickeln. So ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen in Form eines Workshops geplant. Es soll identifiziert werden, auf welcher Ebene der SDGs die VHH tatsächlich bereits einen Beitrag leistet oder noch leisten kann. Des Weiteren wurde die Unternehmensstrategie der VHH im Oktober 2020 entsprechend angepasst und das Thema Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie aufgenommen.


Sustainable Development Goals:
Die VHH unterstützt die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, die ein wichtiges Rahmenwerk für Nachhaltigkeit darstellen. 2015 einigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf 17 weltweit gültige Ziele aus den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Im Oktober 2021 hat sich die VHH das erste Mal intensiv mit den SDGs und dem Beitrag, den sie zur Erreichung ausgewählter Ziele leisten kann, auseinandergesetzt. In einem Workshop kamen Beteiligte aus relevanten Abteilungen und die Geschäftsführung zusammen. Gemeinsam besprachen sie zunächst, was die SDGs jeweils im Unternehmenskontext bedeuten. Im Anschluss daran priorisierten die Teilnehmer*innen die SDGs, indem sie festhielten, in welchen Bereichen die VHH die größten positiven und negativen Auswirkungen sowie den größten Hebel für Veränderungen hat.

Das Ergebnis des Workshops sind sechs Fokus-SDGs, zu deren Erreichung die VHH bis 2030 einen Beitrag leisten möchte.
 
SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Das SDG 13 zielt auf Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ab. Als zweitgrößtes Busunternehmen Norddeutschlands ist die VHH in der Lage, auf dieses Ziel einzuzahlen. Besonders Dieselbusse sind mit ihrem hohen Spritverbrauch und einem hohen Stickstoffoxid-Ausstoß schädlich für die Umwelt und das Klima. Daher stellt die VHH ihre Busflotte sukzessiv auf emissionsfreie Elektrobusse um und will bis 2030 klimaneutral unterwegs sein. Darüber hinaus will die VHH ihre Erfahrungen und Expertise zum Thema Elektromobilität weitergeben und damit zusätzlich die Klimaziele der Kommunen, in denen ihre Busse fahren, unterstützen.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 13 sind unter den Kriterien 10, 12 und 13 zu finden.

SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Mit dem SDG 11 sollen Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestaltet werden. Mobilität soll für alle zugänglich sein. Dafür treibt die VHH mit anderen Akteuren die Mobilitätswende voran und weitet ihr Angebot aus. Seit 2018 hat die VHH 21,6 Prozent mehr Leistung auf die Straße gebracht. Das Ziel ist der „Hamburg-Takt“. Das heißt, dass niemand mehr auf Fahrpläne achten muss, sondern überall, spontan, flexibel und ohne zu warten das gewünschte Ziel erreichen soll. Außerdem beteiligt sich die VHH daran, nachhaltige Verkehrskonzepte in Hamburg zu entwickeln, die Mobilität zukunftsfähig machen.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 11 sind unter Kriterium 10 zu finden.

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen
Das SDG 3 will ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Für die VHH ist die Gesundheit ihrer Beschäftigten zentral, die sie mit verschiedenen Maßnahmen fördert. So bietet die VHH beispielsweise eine Sozialberatung und eine Gesundheitsplattform an. Und auch in Bezug auf Schadstoffe und Sicherheit hat die VHH eine Hebelwirkung: Durch die sukzessive Umstellung von Diesel- auf Elektrobusse kann die VHH wesentlich dazu beitragen, die Luftverschmutzung und den Lärm in der Metropolregion Hamburg zu reduzieren. Darüber hinaus gewährleistet sie die Kundensicherheit, etwa mit farblich hervorgehobenen Haltestangen oder Sicherheitsgurten. Durch moderne Fahrzeuge und gut geschulte Beschäftigte, die sich an ihrem Arbeitsplatz sicher und wohlfühlen, kann die VHH außerdem Verkehrsunfälle vermeiden.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 3 sind unter den Kriterien 12, 14, 16 und 18 zu finden.

SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Das SDG 8 zielt darauf ab, dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowie produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle zu fördern. Die VHH ist eine wichtige Arbeitgeberin in Hamburg und der Metropolregion und kann daher in besonderem Maße auf dieses Ziel einzahlen. Sie schützt ihre Beschäftigten, aber auch die ihrer Partnerunternehmen und Subunternehmer vor arbeitsbedingten Sicherheitsrisiken und Gesundheitsgefahren. Darüber hinaus achtet die VHH bei der Auftragsvergabe auf eine soziale und ökologische Auswahl von Produkten, Lieferanten und Dienstleistungen. So wurde 2020 ein Nachhaltigkeitsfragenkatalog für die Elektrobus-Ausschreibungen eingeführt.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 8 sind unter Kriterium 17 zu finden.

SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Das SDG 9 will eine widerstandfähige Infrastruktur aufbauen, eine breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. Die VHH beschäftigt und beteiligt sich an Konzepten rund um die Mobilität der Zukunft: So fungiert sie als Partnerin in einem Projekt zur „Smart City“, ist an einem Projekt rund um Automatisiertes Fahren beteiligt und unterstützt darüber hinaus weitere innovative (Verkehrs-)Projekte in Hamburg zum Beispiel zur Sektorenkopplung. Die VHH befindet sich in einem regelmäßigen Austausch mit relevanten Stakeholdern, um die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und der Metropolregion Hamburg voranzutreiben.

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:

Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 9 sind unter Kriterium 10 zu finden.

SDG 10: Weniger Ungleichheiten
Das SDG 10 will die Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern. Als Arbeitgeberin für viele Menschen in der Metropolregion Hamburg kann die VHH hier einen Beitrag leisten. So unterschrieb sie bereits 2010 die „Charta der Vielfalt“ und beteiligt sich seit 2014 jedes Jahr am „Deutschen Diversity Tag“. Außerdem achtet sie beispielsweise darauf, ihre Ausbildungen und Stellen so zu gestalten, dass sie auf die individuellen Bedürfnisse autistischer Mitarbeiter*innen zugeschnitten sind, und entwickelt Lösungen für Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Mit diesen wesentlichen Themen leistet die VHH einen Beitrag zur Erreichung der SDGs:
 
Mehr Informationen zu konkreten Maßnahmen der VHH zum SDG 10 sind unter Kriterium 15 zu finden.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Umfeld der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH
Über das ökologische, sozioökonomische und politische Umfeld wird in Kriterium 1 „Strategische Analyse und Maßnahmen“ berichtet.

Potenzielle wesentliche Themen

In einem ersten Schritt haben Mitarbeiter*innen der VHH im Rahmen eines internen Auftaktworkshops potenzielle wesentliche Themen in den vier Handlungsfeldern Kund*innen, Umwelt/Klimaschutz, Mitarbeiter*innen und Management gesammelt:
  1. Angebotsausweitung
    Ausweitung des ÖPNV-Angebots in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen durch die Erweiterung des VHH-Netzes sowie die Erhöhung des Taktes. Nachhaltigkeitsaspekt: Je attraktiver das ÖPNV-Angebot gestaltet wird, desto mehr potenzielle Kund*innen werden angesprochen, was in Zukunft weniger Autofahrer*innen entsprechen könnte.
  2. Innovative Lösungen
    Entwicklung und Einführung innovativer Lösungen im Bereich Elektromobilität für einen zukunftsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die sukzessive Umstellung von dieselbetriebenen Bussen auf Elektrobusse. Nachhaltigkeitsaspekt: Eine lokale Reduktion von CO2-Emissionen, da zukünftig nur noch Elektrobusse eingesetzt werden sollen, sowie die Transformation der Betriebshöfe, die mit der Implementierung eines passenden Ladeinfrastruktur-Managementsystems einhergeht und je nach Standort variiert.
  3. Kund*innen-Sicherheit
    Schutz der Fahrgäste vor Sicherheitsrisiken und Gesundheitsgefahren in den Fahrzeugen und Einrichtungen der VHH. Der Schutz der Fahrgäste wird durch Piktogramme, farblich hervorgehobene Haltestangen und Sicherheitsgurte gewährleistet. Bei Bussen mit Bodenerhöhungen werden die Stufen farblich markiert. Zusätzlich erfolgt eine tägliche Innen- und Außenreinigung der Busse. Somit wird eine hygienische Umgebung für die Kund*innen gewährleistet. Auf den Betriebshöfen der VHH herrscht für alle Fahrzeuge Schrittgeschwindigkeit. Bestimmte Arbeitsbereiche sind nur für geschultes Personal zugänglich (Werkstatt, Pflegehalle).
  4. Kund*innen-Zufriedenheit
    Erhaltung einer stetigen Zufriedenheit der Kund*innen mit dem Angebot und dem Service der VHH. Das beinhaltet das Optimieren des Fahrplans durch die Betriebsplanung sowie die Adaptierung auf besondere Ereignisse wie zum Beispiel Umleitungen durch Bauarbeiten. Die VHH arbeitet dafür gemeinsam mit den zuständigen Behörden, um die Kund*innen-Zufriedenheit in jeglicher Lage aufrechtzuerhalten. Je besser die Kund*innen-Erfahrungen mit unserer Dienstleistung sind, desto mehr potenzielle Fahrgäste wird es in Zukunft geben.
  5. Aus- und Weiterbildung
    Angebot für fachliche, persönliche und akademische Weiterentwicklung und Fortbildungsmöglichkeiten der Beschäftigten sowie ein attraktives Ausbildungsprogramm für Menschen jeden Alters. Die IHK-zertifizierten Ausbildungen, welche die VHH anbietet, sind vielfältig, da diese Angebote folgende Bereiche umfassen: Administration, Technik, Informatik und den Fahrbetrieb. Die VHH möchte auch in Zukunft längerfristige Beschäftigungsverhältnisse für alle Angestellten bieten und fördert daher den Nachwuchs. Zudem legt die VHH ihren Fokus auf ein nachhaltiges Personalmanagement, um einen beständigen Personalbestand zu schaffen.
  6. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
    Arbeitsumfeld, das auf persönliche Belange Rücksicht nimmt, sowie Beteiligung der Beschäftigten an neuen, flexiblen Arbeitsmodellen. Die Personalabteilung der VHH arbeitet kontinuierlich an einer Optimierung der Systemgestaltung, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben anbieten zu können.
  7. Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
    Schutz der Beschäftigten der VHH und von Partner*innen-Unternehmen vor arbeitsbedingten Sicherheitsrisiken und Gesundheitsgefahren, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. Der Sicherheitsbeauftragte kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der Vorschriften.
  8. Chancengleichheit und Vielfalt
    Gewährleistung gleicher Voraussetzungen und Bedingungen für alle Beschäftigten und Förderung der Vielfalt. Die VHH hat im Jahr 2010 die „Charta der Vielfalt“ unterschrieben und zelebriert jedes Jahr den „Diversity Day“ mit internen und externen Marketing-Maßnahmen. Der „Diversity Day“ soll auch in Zukunft weiterhin noch stattfinden. Die VHH erhofft sich durch die „Charta der Vielfalt“ eine diverse Zielgruppe zu überzeugen, um die Attraktivität der VHH als Arbeitgeberin bei der Mitarbeiter*innen-Akquise zu steigern.
  9. Werte und Unternehmenskultur
    Identitätsstiftende Unternehmenskultur, sodass die eigene Arbeit als sinnstiftend empfunden wird. Die VHH hat seit Dezember 2018 eine Mitarbeiter*innen-App eingeführt, um alle Mitarbeiter*innen über Neuigkeiten zu informieren. Zudem soll die App die Unternehmenskultur stärken und den gemeinsamen Austausch ermöglichen. Für die nächsten Jahre sollen weitere Maßnahmen zur Stärkung der Unternehmenskultur ausgearbeitet werden.
  10. Attraktives Arbeitsumfeld und Mitarbeiter*innen-Fürsorge
    Angebot eines angenehmen Arbeitsumfeldes und von betrieblichen Zusatzleistungen sowie Wertschätzung der Beschäftigten durch Angebote wie zum Beispiel eine Sozialberatung. Die Mitarbeiter*innen der VHH erhalten viele Vorteile, die das Arbeitsumfeld attraktiver machen. Dazu zählen Aspekte wie ein unbefristeter Arbeitsvertrag nach einer Probezeit von sechs Monaten. Zukünftig sollen noch weitere Vorteile für Mitarbeiter*innen entstehen.
  11. Reduktion Energieverbrauch
    Reduktion des Energieverbrauchs sowie Streben nach größtmöglicher Energieeffizienz.
  12. Reduktion Emissionen
    Reduktion der durch die Geschäftstätigkeit der VHH erzeugten Treibhausgasemissionen. Ab dem Jahr 2020 ist eine hundertprozentige Beschaffung von Elektrobussen geplant. Aktuell plant man, dass in Hamburg die Dieselbusse im Jahr 2033/2034 ausgemustert werden.
  13. Ressourcenschonung
    Reduktion des Materialverbrauchs sowie Ersatz des nicht reduzierbaren Materialeinsatzes durch umweltschonendere Alternativen. Bei der VHH wird das bei der Buswäsche anfallende Brauchwasser nach der Wäsche aufbereitet und erneut verwendet. Der ausgefilterte Schmutz wird gesammelt, in Containern als Feststoff gelagert und schließlich umweltgerecht entsorgt. Außerdem werden Busse bei der VHH auch mit Regenwasser gewaschen.
  14. Naturschutz
    Erhaltung und Schutz der natürlichen Lebensräume auf den Betriebsflächen und Verwaltungsstandorten der VHH sowie Vermeidung von Leckagen und anderen Schadstoffaustritten in die Natur. Bei dem Einkauf und Einsatz von Papier und Verpackungsmaterial wird streng darauf geachtet, dass nur umweltschonende Produkte beschafft werden. Derzeit gibt es keine weiteren Pläne und Ziele zur Umstrukturierung von Papier und Verpackungsmaterial, da die VHH bereits auf umweltfreundliche Materialien zurückgreift.
  15. Lärmreduktion
    Verringerung der Lärmbelastung, die durch die Geschäftstätigkeit der VHH verursacht wird. Durch die Umstellung unserer Busflotte auf Elektromobilität werden sich die Lärmemissionen, die durch unsere Busse verursacht werden, spürbar reduzieren, da Elektrobusse deutlich geräuscharmer unterwegs sind als Dieselbusse.
  16. Wirtschaftlichkeit
    Etablierung von wirtschaftlich tragfähigen Prozessen zum langfristigen Erhalt der Geschäftstätigkeit der VHH. Bewusster Umgang mit den eingesetzten finanziellen Mitteln in allen Bereichen (zum Beispiel Umlaufplanung, Fahrzeiten). Zusätzlich gibt es eine Etat- und Budgetplanung, die mit der jeweiligen Abteilungsleitung und der Geschäftsführung abgestimmt wird. Das Controlling der VHH prüft alle Kennzahlen des Unternehmens und behält diese Daten im Überblick.
  17. Nachhaltige Unternehmensführung
    Integration von Nachhaltigkeit in die Managementprozesse zum Beispiel durch an Nachhaltigkeitskriterien geknüpfte Zielvereinbarungen und Incentivierung des Nachhaltigkeitsengagements von Führungskräften.
  18. Compliance
    Korruptionsprävention, transparentes Management von Compliance-Fällen sowie Förderung von integrem Verhalten. Bei der VHH prüft die Revision alle möglich auftretenden finanziellen Unstimmigkeiten. Für das Jahr 2021 wird geplant, eine neue Stelle eines Compliance Managers zu besetzen, der ein Konzept für die Korruptionsprävention erstellt.
  19. Dialog
    Regelmäßiger Austausch und gemeinsame Initiativen mit relevanten Stakeholdern (zum Beispiel kommunalen Partner*innen) und Einbindung der hervorgebrachten Anliegen in die Entscheidungsfindung. In Zukunft möchte die VHH sich mit anderen kommunalen Verkehrsunternehmen unter „One Face to the Customer“ präsentieren.
  20. Ökologisch und sozial verantwortungsvolle Beschaffung
    Sozial und ökologisch verantwortungsvolle Auswahl von Produkten und Lieferanten beim Einkauf und dem Transport von Betriebsmitteln sowie bei Dienstleistungen. Die VHH fokussiert sich nicht auf einen Lieferanten, sondern entscheidet nach einem bestimmten Auswahlverfahren der Einkaufsabteilung.
  21. Datenschutz und IT-Sicherheit
    Schutz von sensiblen Daten von Beschäftigten und Kund*innen sowie Sicherheit der unternehmensweiten IT-Infrastruktur. In nächster Zeit sollen „IT-Sicherheitsschulungen“ für Mitarbeiter*innen in der Verwaltung stattfinden. Diese Schulung soll zur Sensibilisierung im Umgang mit Unternehmensdaten dienen.

Risiken und Chancen
Als wesentliche Risiken wurden identifiziert: Risiken aus IT- und Internetkriminalität, Diebstahlsrisiken (Entwendung von Bussen und Betriebsmitteln), Vergabekonformität bei Regelbeschaffung und Förderprojekten, Unterschlagungsrisiken (Bargeldeinnahmen im Fahr- und Prüfdienst), Verstoß gegen Lenk- und Ruhezeiten. Als Chance sieht die VHH die jährliche Angebotsausweitung: Durch die kontinuierliche Ausweitung des Angebots wird eine attraktive Alternative zum Individualverkehr geschaffen und es besteht die Chance, dass mehr Menschen auf das eigene Auto verzichten. Als eine weitere Chance begreift die VHH die Umrüstung auf Elektromobilität.

Stakeholder-Befragung
Im Sommer 2020 führte die VHH eine erste Wesentlichkeitsanalyse durch. Als Basis der Auswertung diente eine Stakeholder-Befragung unter Einbeziehung von insgesamt fünfzehn internen und externen Anspruchsgruppen. Die wesentlichen Themen aus Stakeholdersicht wurden in qualitativen Einzelinterviews ermittelt. Als Interviewpartner*innen standen sowohl direkte Stakeholder als auch Vertreter*innen der VHH-Anspruchsgruppen – Aufsichtsrat, Eigentümervertreter*innen, Auftraggeber*innen, verkehrspolitische Sprecher*innen der Hamburger Bürgerschaftsfraktionen, Kund*innen und Arbeitnehmervertreter*innen – zur Verfügung.
Die Interviews waren in zwei Teile untergliedert.
Teil 1 beschäftigte sich mit den Nachhaltigkeitsaktivitäten der VHH im Jahr 2019.
In Teil 2 nahmen die Befragten ein Ranking der potenziellen wesentlichen Themen der VHH (siehe oben) vor, um so zu den als zentrale Herausforderung geltenden Themen zu gelangen.

Ergebnisworkshop
Die Ergebnisse der Interviews wurden in einem unternehmensinternen Workshop mit der VHH-Geschäftsführung, Abteilungsleiter*innen und Consultants aus einer beauftragten Agentur diskutiert und abermals nach Wichtigkeit beziehungsweise Relevanz gerankt. Hinweis: Das vorliegende Ranking der zwanzig wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen der VHH wurde an dieser Stelle nicht, wie sonst üblich, in die Kategorien „wichtig“ und „unwichtig“ unterteilt, da die VHH alle aufgeführten Themen als wichtig erachtet. Die Unterteilung erfolgte aus diesem Grund in die Kategorien „Themen mit Handlungsbedarf/großem Hebel“ und „Themen mit aktuell weniger Handlungsbedarf/geringerem Hebel“.

Validierung
Zusammenfassend lässt sich herausstellen, dass es wesentliche Themen gibt, die sowohl von der VHH selbst als auch von ihren Stakeholdern als wichtig wahrgenommen werden.
Eine besonders hohe Übereinstimmung ist bei den Themen „Angebotsausweitung“ und „Kund*innen-Zufriedenheit“ festzustellen. Aber auch die Themen „Attraktives Arbeitsumfeld und Mitarbeiter*innen-Fürsorge“ sowie „Energieverbrauch und Emissionen“ schätzten beide Seiten als besonders relevant ein.

Fazit: Dem Kerngeschäft wird eine besonders hohe Relevanz ausgestellt.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die VHH ist als öffentliches Unternehmen verpflichtet, den vorgegebenen Zielen ihrer Auftraggeber*innen und maßgeblich denen der Freien und Hansestadt Hamburg zu entsprechen. Dabei sind die VHH und ihre Tochtergesellschaften bestrebt, die an sie gestellten ökologischen Herausforderungen zu bewältigen und mit ihrem täglichen Handeln dazu beizutragen, dass die Hansestadt Hamburg ihre erklärten Klimaschutzziele erreicht. Eine innovative, problemlösungsorientierte Produktpolitik und der Erhalt konstant hoher Fahrgastzahlen sollen vor diesem Hintergrund auch künftig wirkungsvolle Beiträge leisten.

Die Ziele der VHH für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung umfassen vier Handlungsfelder:

1.) Kund*innen
·  Barrierefreiheit im HVV
·  Kund*innen-Zufriedenheit
·  Kund*innen-Sicherheit
·  Angebotsausweitung

2.) Mitarbeiter*innen
·  Attraktive Arbeitgeberin
·  Frauenquote/Gleichstellungsplan
·  Senkung der Krankenquote
·  Soziale Sicherheit
·  Arbeits- und Gesundheitsschutz
·  Vereinbarkeit von Beruf und Familie
·  Diversity
·  Barrierefreiheit

3.) Umwelt
·  Minderung von CO2-Emissionen und des Stickoxid-Eintrags
·  Minderung des Energieverbrauchs (ab 2020)
·  Umstellung auf Elektromobilität
·  Reduzierung von Abfall und Abwasser
·  Ressourcenschonung
·  Minderung des Flächenverbrauchs

4.) Management
·  Jährliche Steigerung der Fahrgastzahlen
·  Zielerreichung: Überarbeitung des Prüfdienstkonzepts für den Fahrkartenprüfdienst der VHH
·  Stabilität wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit („Erreichung der Planzahlen“)
·  Kontinuität umfänglicher Investitionen (Innovationsförderung)
·  Nachhaltige Beschaffung von Waren und Dienstleistungen
·  Compliance/Korruptionsbekämpfung: Durch die Einstellung eines Compliance Officers im Jahr 2020 setzt die VHH die neu eingeführte Verpflichtung aus dem Hamburger Corporate Governance Kodex (HCGK) um. 

Die VHH strebt die Erreichung aller oben genannten Ziele an. Folgende Nachhaltigkeitsziele werden dabei prioritär behandelt:

Die Erreichung der Ziele fällt in die Verantwortung der Geschäftsführung, die diese Umsetzung entsprechend kontrolliert. Die Umsetzung wird entsprechend an Führungskräfte delegiert und in den Zielvereinbarungen verankert. Eine Information des Aufsichtsrates erfolgt künftig im Rahmen des Jahresabschlusses.

Unter Kriterium 1 „Strategische Analyse“ sind Informationen zum Beitrag der VHH zu den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen zu finden.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Das Geschäftsmodell der VHH liegt im Bereich der Planung und Durchführung von Linienverkehrsleistungen mit Bussen in der Metropolregion Hamburg sowie im überländlichen Umfeld. Die VHH generiert daher keine herkömmliche Wertschöpfungskette wie beispielsweise das produzierende Gewerbe.

Der Prozess der Beschaffung wird bei der VHH fortwährend und ständig auf die Nachhaltigkeit der Produkte abgestimmt und erweitert. Die zur Erbringung der Verkehrsleistung benötigten Busse werden nach den Vergaberichtlinien der VHH unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, wie zum Beispiel dem Ausschluss von Kinderarbeit und Achtung der Menschenrechte, rechtskonform beschafft. Das gilt zum Beispiel auch für die Dienstkleidung, die ein Großteil der VHH-Mitarbeiter*innen bei der Ausübung ihres Berufs täglich trägt. Alle Textilien werden nachhaltig produziert und sind schadstoffgeprüft und daher mit den Siegeln „Blauer Engel“ und „OEKO-TEX Standard 100“ ausgezeichnet.

Die Freie und Hansestadt Hamburg hat für ihre Verkehrsunternehmen das Ziel vorgegeben, ab dem Jahr 2020 ausschließlich lokal emissionsfreie Busse zu beschaffen. Die VHH setzt diese Vorgabe des Hamburger Senats gemäß einem im Jahr 2016 erstellten Konzepts um, das in einem lebendigen Entwicklungsprozess laufend überarbeitet wird.

Als ein erstes Ergebnis des neu eingeführten Nachhaltigkeitsmanagements wird die VHH bei zukünftigen Ausschreibungen neuer Elektrobusse weitere Nachhaltigkeitskriterien bereits im Rahmen des Vergabeverfahrens bei den einzelnen Herstellern abfragen. Das Ergebnis der Abfrage fließt in die Bewertung ein und hat Einfluss auf die Auswahl des zu beauftragenden Busherstellers. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, so führt das unweigerlich zum Ausschluss.

Zur Veranschaulichung: Bei der aktuellen Ausschreibung neuer Elektrobusse beispielsweise durchlaufen die Bieter zu dem Thema Batteriezellen einen umfangreichen Prozess. Die Bieter müssen im Rahmen eines Fragenkatalogs Auskunft geben, ob zum Beispiel in ihrem Unternehmen ein quantifiziertes Klimaziel verfolgt wird und ob ein zertifiziertes Umweltmanagement für die Herstellung der Elektrobusse vorgelegt werden kann. Auch werden Informationen zu einem zertifizierten Managementsystem zur Steuerung von Arbeitsbedingungen und Menschenrechten abgefragt. Hierbei hat sich nichts zu den herkömmlichen Ausschreibungen geändert. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, so führt das unweigerlich zum Ausschluss.

Eine konkrete Wertschöpfungskette kann die VHH im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht näher benennen. Da das Nachhaltigkeitsmanagement der VHH sich derzeit gerade erst im Aufbau befindet, können weitere Prozesse zur Beschaffung mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit nicht beschrieben werden.

Derzeit liegen in der Elektrobus-Beschaffung die Themen im Hinblick auf die verwendeten Batterien im Fokus. Hierzu fehlen aber noch konkrete Erfahrungswerte, um auf auftretende Probleme einzugehen.
Zuliefernde Partner*innen und Lieferanten werden zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen sowie möglichen auftretenden Problemen vorab in Ausschreibungen der VHH informiert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4