1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeitskonzept  
Die ILB ist das Förderinstitut des Landes Brandenburg. Sie unterstützt das Land und andere Träger der öffentlichen Verwaltung bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben unter Beachtung der Grundsätze und Ziele der staatlichen Förderpolitik. Nachhaltigkeit rückt hierbei immer stärker in den Fokus der Förderpolitik. Um dem Nachhaltigkeitsmanagement der ILB mehr Gewicht zu verleihen, wurde daher in 2020 das Konzept zum Ausbau des ILB-Nachhaltigkeitsmanagements erarbeitet und vom Vorstand beschlossen. Es bezieht sich sowohl auf internationale Zielstellungen, wie das Pariser Klimaschutzabkommen und die Sustainable Developments Goals der Vereinten Nationen, als auch auf die Nachhaltigkeitsziele des Landes Brandenburg. Das Nachhaltigkeitskonzept benennt die vier wesentlichen Handlungsfelder der ILB: Bankgeschäft, Bankbetrieb, Arbeitgeber und Transparenz. Teil des Konzeptes ist ein Ideenspeicher zum Ausbau des ILB-Nachhaltigkeitsmanagements, mit aktuell mehr als 50 Ideen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

In 2021 hat die ILB eine Umfeld- und eine Unternehmensanalyse durchgeführt. Die Ergebnisse sind in die Überarbeitung der Geschäftsstrategie 2022+ eingeflossen.  

Inside-out-Perspektive
Die ILB fördert eine nachhaltige Entwicklung im Land Brandenburg. Mit den Landesförderprogrammen und den ILB-Förderprogrammen trägt die ILB zur Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes bei, fördert Forschung und Innovationen, öffentliche Verkehrs- und Bildungsinfrastrukturen, den sozialen Wohnungsbau und lebenslanges Lernen. Der Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Brandenburgs wird unter Bezugnahme auf die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen transparent dargestellt.

Nachhaltige Förderung transparent machen
Da die ILB ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Brandenburg transparent darstellen möchte, hat sie alle Zusagen des Jahres 2021 den SDGs der Vereinten Nationen zugeordnet. Im Rahmen des SDG-Mappings konnten 99 % der Landes- und ILB-Förderprogramme einem Nachhaltigkeitsziel zugeordnet werden, was einem Zusagevolumen von rund 2.872 Millionen Euro (Vorjahr: 2.275 Millionen Euro) entspricht. Im Jahr 2021 förderte die ILB 12 der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele, und zwar im Wesentlichen die folgenden: In der folgenden Grafik sind alle SDGs dargestellt, die im Jahr 2021 gefördert wurden.




Outside-in-Perspektive
Wichtige externe Treiber für den Ausbau des ILB-Nachhaltigkeitsmanagements sind wissenschaftliche Erkenntnisse und daraus abgeleitete politische und gesellschaftliche Anforderungen. Von einer öffentlichen Förderbank wird erwartet, dass sie die zentrale Herausforderung dieser Zeit angeht: den Klimawandel.   Folgen des Klimawandels abfedern Um die Finanzströme in Europa in eine nachhaltigere Richtung zu lenken, hat die EU in den vergangenen Jahren etliche rechtliche und regulatorische Maßnahmen beschlossen, wie beispielsweise die Verordnung (EU) 2020/852 Taxonomie-Verordnung. Gemäß weiteren Hinweisen bzw. Klarstellungen der EU-Kommission vom 2. Februar 2022 sind Förderbanken nicht Taxonomie-berichtspflichtig, da sie lediglich durch nationales Recht in den Anwendungsbereich der Corporate Social Responsibility-Richtline 2014/95/EU (CSR-Richtline) fallen. Dennoch möchte die ILB die Taxonomie-Verordnung künftig berücksichtigen. Dazu soll ein 2021 geplantes Projekt die Grundlagen für die Erhebung und Verarbeitung der benötigten Daten sowie für eine Berichterstattung schaffen. Die Sustainable Finance-Regulatorik wird von der ILB kontinuierlich beobachtet. Aktuelle Anforderungen flossen in die Roadmap Nachhaltigkeit ein und geben so die Richtung des Nachhaltigkeitsmanagements vor.

Nachhaltigkeitsziele gemeinsam anstreben
Ein weiterer Treiber des ILB-Nachhaltigkeitsmanagements ist die Brandenburger Landesregierung. Sie hat Förderprogramme aufgelegt, die Brandenburg sozial, ökologisch und wirtschaftlich stärken sollen und von der ILB gemanagt werden. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie legt die Landesregierung dar, wie sie die SDGs der Vereinten Nationen unterstützt. Diese Nachhaltigkeitsstrategie floss in die Erarbeitung der SDG-Mappings der ILB ein. Außerdem wurde mit der Erarbeitung des Brandenburger Klimaplans begonnen.

Chancen und Risiken
Die Transformation in eine CO2-neutrale Gesellschaft geht mit Chancen und Risiken einher. Um diesen Übergang zu unterstützen, bietet die ILB zahlreiche Förderprogramme an. Gemäß Zwischenbericht zur Erarbeitung des Brandenburger Klimaplans sollte die Brandenburger Landesregierung umschwenken, um das deutsche Klimaziel zu erreichen. Neben bürokratischen Vereinfachungen werden voraussichtlich auch neue Förder- und Finanzierungsangebote bereitgestellt. Die ILB nutzt die steigende Nachfrage nach Förder- und Finanzierungsangeboten als Chance und arbeitet auch aus diesem Grund kontinuierlich an der Digitalisierung ihrer Prozesse.

Die ILB betrachtet Nachhaltigkeitsrisiken ganzheitlich, d.h. sie prüft auf ESG-Aspekte („Environment, Social, Governance“, dt. Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) in ihren Kreditentscheidungen und Kapitalmarktanlagen des Treasury. Um mögliche negative Folgen der eigenen Geschäftstätigkeit zu begrenzen, hat die ILB eine Ausschlussliste veröffentlicht, derzufolge sozial und ökologisch nicht vertretbare Aktivitäten von einer Finanzierung ausgeschlossen werden, wie beispielsweise die Finanzierung des Kohlebergbaus und der Betrieb von Kohlekraftwerken. Darüber hinaus bewertet die ILB Nachhaltigkeitsrisiken systematisch. Die dazu durchgeführten Stresstests und Szenarioanalysen betrachten Nachhaltigkeitsrisiken als Treiber bestehender Risiken. Nachhaltigkeitsrisiken wirken sich vor allem auf Marktpreis- und Adressausfallrisiken des ILB-Portfolios aus. Die neuen regulatorischen Anforderungen sind sehr umfangreich und führen zu einem erheblichen Mehraufwand.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Um sukzessive nachhaltiger zu werden, hat die ILB strategische und operative Ziele definiert. Die strategischen Ziele sind langfristige Vorhaben, die maßgeblich zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der gesamten Bank beitragen und als solche in der Geschäftsstrategie verankert sind. Die operativen Ziele tragen ebenso zu einer nachhaltigeren Ausrichtung der Bank bei, lassen sich unterjährig bzw. mittelfristig realisieren und sind im Ideenspeicher für eine nachhaltigere ILB aufgeführt.

Geschäftsstrategie und strategische Ziele
Im Rahmen des Strategieprozesses wurden Nachhaltigkeitsziele in der Geschäftsstrategie 2022+ verankert. In der Strategie bezieht sich die ILB beispielsweise auf die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, auf aktuelle Klimagesetze und -ziele sowie auf die Einführung der Taxonomie-Verordnung. In der Geschäftsstrategie ist das strategische Ziel formuliert, das bankweite ILB-Nachhaltigkeitsmanagement auszubauen. Der Fokus liegt dabei auf dem Bankbetrieb. Die ILB hat damit begonnen ihren Ressourcenverbrauch vollständig zu erfassen, mit dem Ziel, diesen sukzessive zu reduzieren. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird weiter optimiert z. B. durch die Einführung des Deutschen Nachhaltigkeitskodexes (DNK), durch die Erweiterung der ILB-Website um das Thema Nachhaltigkeit (www.ilb.de/nachhaltigkeit) und durch die Erstellung und Veröffentlichung des SDG-Mappings der ILB. Die Umsetzung der strategischen Ziele wird in monatlichen Zielgesprächen von den Bereichsleitenden an den Vorstand berichtet.

Ideenspeicher Nachhaltigkeit und operative Ziele
Der Ideenspeicher für den Ausbau des Nachhaltigkeitsmanagements umfasst zahlreiche Maßnahmen für eine nachhaltigere ILB. Im Ideenspeicher wurden die Maßnahmen priorisiert und dem Vorstand sowie den Bereichsleitenden vorgestellt. Priorität hatte im Berichtsjahr die Erweiterung der Strategien um Nachhaltigkeitsaspekte, die Umsetzung regulatorischer Anforderungen, die sich aus dem BaFin-Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken ergeben, und die Einführung einer Ausschlussliste für das ILB-Kredit- und Treasurygeschäft. Diese Maßnahmen wurden priorisiert, weil die ILB hier den größten Handlungsbedarf sah, um das Nachhaltigkeitsmanagement mit konkreten Maßnahmen, vor allem im Bankgeschäft, auszubauen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette der ILB lässt sich in Bankbetrieb und Bankgeschäft unterteilen. Den wesentlichen Teil ihrer Wertschöpfung erzielt die ILB im Bankgeschäft, sprich dem Management von Förderprogrammen und dem Treasurygeschäft. Nachhaltigkeitskriterien werden sowohl im Bankbetrieb als auch im Bankgeschäft berücksichtigt.

Landesförderprogramme
Die ILB managt Landesförderprogramme in den Bereichen Wirtschaft, Infrastruktur, Arbeit und Wohnungsbau. Die Fachressorts der Ministerien entwickeln die Landesförderprogramme. Sie sind für Inhalt und Umfang ihrer Förderprogramme verantwortlich, die ILB für die operative Umsetzung von der digitalen Antragstellung bis zur Prüfung der Zweckbindung. Die ILB ist Dienstleisterin für das Land und übernimmt die Funktion der Bewilligungsstelle. Die Provisionen für die Dienstleistungen werden dem Auftraggeber, dem Land Brandenburg, in Rechnung gestellt.

ILB-Förderprogramme
Entsprechend ihrem gesetzlich definierten Auftrag gewährt die ILB beispielsweise Darlehen zur Förderung: Dieses Geschäftsfeld unterteilt sich in das Direktfinanzierungsgeschäft und das Hausbankengeschäft. Bei den Direktfinanzierungen obliegt der ILB die Kreditentscheidung. Hier prüft die Bank, inwiefern das Vorhaben ihren ESG-Kriterien entspricht bzw. ob das Vorhaben gegen die ILB-Ausschlussliste verstößt. Im Hausbankgeschäft werden Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Landwirtschaftlichen Rentenbank an die Hausbanken weitergeleitet. Der Kreditantrag wird von den Hausbanken entschieden. Für die Bereitstellung der Förderdarlehen erhält die ILB Zinsen und Bearbeitungsentgelte. Die Vergünstigungen in den ILB-Förderprogrammen werden aus dem ILB-Förderfonds finanziert.



Indikator Fördervolumen: Im Jahr 2021 wurden von der ILB insgesamt 2.872 Millionen Euro (Vorjahr: 2.275 Millionen Euro) für 42.500 Projekte von Kommunen, Unternehmen, sozialen Einrichtungen und Initiativen im Land Brandenburg bewilligt. Diese Gelder stammen aus Landesförderprogrammen und ILB-Förderprogrammen.

Nachhaltiges Treasurygeschäft
Das Treasury-Geschäft ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der ILB. Das Anlageportfolio der ILB besteht größtenteils aus Staatsanleihen, Covered Bonds und Bankanleihen. Es dient der Einhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen (u.a. Liquidität, LCR, NSFR), der Anlage der anrechenbaren Eigenmittel, der Zwischenanlage von Fördermitteln und der Erwirtschaftung von Erträgen für das Fördergeschäft. Nachhaltigkeitsaspekte sollen zukünftig noch zielgerichteter in Investitionsentscheidungen integriert und das Portfolio über die Zeit auch unter Nachhaltigkeitsaspekten weiter optimiert werden. Hierzu lässt die ILB ihr Portfolio durch einen externen Anbieter auf Basis von ESG-Kriterien mit einer Punktezahl (Score) bewerten, um auf dieser Grundlage die Nachhaltigkeit ihrer Investitionen zu verbessern. Der ESG-Score des ILB-Portfolios betrug zum 31.12.2021 59,7 Punkte und wies damit im Vergleich zum Vorjahr (56,9 Punkte) einen positiven Trend auf.

Die nachhaltige Entwicklung des Landes Brandenburg unterstützen möchte die ILB auch durch die Emission von Social Bonds. Diese sollen eine Möglichkeit für nachhaltig orientierte Kapitalmarkt-Investoren schaffen, sich an sozialen Investitionsvorhaben zu beteiligen. Sowohl das Social Bond-Framework als auch die Emission von Anleihen mit sozialem Bezug geben der ILB die Möglichkeit, ihr nachhaltiges Geschäftsmodell transparenter und sichtbarer darzustellen. In 2020 hat die ILB ihren ersten Social Bond emittiert. Der Auswahlwahlprozess der sozialen Investitionen wurde von der ESG-Research & Ratingagentur „imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH“ im Rahmen einer Second Party Opinion (SPO, dt. Zweitmeinung) verifiziert. Der 2021 veröffentlichte Social Bond-Report der ILB unterstreicht, dass sie die angestrebten Ziele erreicht hat.

Nachhaltiger Bankbetrieb
Im Bankbetrieb arbeitet die ILB mit zahlreichen Dienstleistern zusammen. Im Rahmen der Beauftragung berücksichtigt sie soziale Standards und ist hierzu mit den Dienstleistern im Austausch (siehe Abschnitt 12: Ressourcenmanagement). Über soziale und ökologische Fragestellungen kommuniziert die ILB mit ihren Kunden bei der Antragstellung oder über das Beschwerdemanagement. Identifizierte Probleme fließen in die Überarbeitung der Prozesse ein, woraus sich z. B. ergibt, dass die Antragbearbeitung sukzessive weiter auf digital umgestellt und das Kundenportal optimiert wird. Das senkt den Papierverbrauch weiter und gewährleistet einen diskriminierungsfreien Zugang.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4

Branchenspezifische Ergänzungen Überschrift 1
Weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der ILB sind unter https://ilb-geschaeftsbericht.de/wirtschaftliche-rahmenbedingungen/ abrufbar.