1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeitsstrategie und zentrale Handlungsfelder

Orientierungsrahmen ist die gleichwertige und gleichzeitige Betrachtung der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Jeder Prozess im Unternehmen wird auf Änderungspotenziale im Sinne der Nachhaltigkeit geprüft. Die vorliegende DNK-Erklärung ist Ausgangspunkt für die weitere Etablierung der Nachhaltigkeitsstrategie von Koberg & Tente.

Zentrale Handlungsfelder

•    Energie und Klima
•    Mobilität (z.B. Dienstreisen und Transport)
•    Nachhaltiger Konsum/nachhaltige Produktion
•    Abfallvermeidung/Verpackungen
•    Nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes

•    Gesundheit und Wohlergehen der Mitarbeiter
•    Engagement und Beteiligung der Mitarbeiter
•    Schulung und Beratung der Mitarbeiter
•    Arbeitsbedingungen (international)
•    Kundenorientierung

•    Nachhaltigkeitskommunikation (DNK-Erklärung, Broschüre, Homepage)


Nachhaltigkeitsrelevante Standards

Als nachhaltigkeitsrelevanter Standard ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodes (DNK) zu nennen, der mit dieser DNK-Erklärung die Grundlage für das künftige Nachhaltigkeitsmanagement bildet.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Das Umfeld

Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Stadt Münster, der im Jahr 2018 der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen wurde. Neben einer strukturellen Verankerung der Nachhaltigkeit in der Kommunalverwaltung mit der Etablierung eines entsprechenden Dezernats und des Ansatzes der „Global Nachhaltigen Kommune“ sind die fahrradfreundliche Infrastruktur und das Prädikat als Stadt des Westfälischen Friedens überregional bekannte Besonderheiten im Sinne der nachhaltigen Entwicklung.

Koberg & Tente leistet mit seiner Nachhaltigkeitsorientierung einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in Münster.

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit

In den Kriterien 11 und 12 sind die positiven und negativen Auswirkungen auf ökologische Nachhaltigkeitsaspekte genannt (Kraftstoffverbrauch, Maßnahmen zur CO2-Vermeidung, nachhaltige Gestaltung des Außengeländes etc.). In den Kriterien 14 bis 17 wird über die entsprechenden sozialen Auswirkungen berichtet (Arbeitsbedingungen etc.).
Die Handlungsfelder und Nachhaltigkeitsaspekte wurden vom Nachhaltigkeitsteam im Zuge des DNK-Prozesses ermittelt. Eine Wesentlichkeitsanalyse im engeren Sinne wurde im Berichtsjahr noch nicht vorgenommen.

Chancen und Risiken

Die Chancen der strategischen Nachhaltigkeitsorientierung liegen in der Wahrnehmung als nachhaltig agierendes Unternehmen. Neben persönlichen Überzeugungen der Geschäftsführung spielen dabei auch veränderte Präferenzen bei Geschäftspartnern und Kunden eine große Rolle. Das Unternehmen möchte den Nachhaltigkeitsprozess analog zum gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit proaktiv gestalten. Gleichzeitig wird darin die Chance gesehen, das Unternehmen langfristig erfolgreich am Markt zu positionieren.
Da die Mitarbeiter an dem Prozess umfassend beteiligt sind, wird Risiken wie einer fehlenden Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz in der Belegschaft vorgebeugt.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Mittel- und langfristige Ziele im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie

DNK-Erklärung

Ziel ist die Fortschreibung der DNK-Erklärung im zweijährigen Rhythmus, um die Entwicklung der Nachhaltigkeitsleistungen langfristig sichtbar zu machen.
Konkrete umwelt- und mitarbeiterbezogene Ziele werden in den Kriterien 11 bis 13 und 14 bis 16 genannt.

Nachhaltigkeitsteam

Alle Mitarbeiter werden eingeladen, die Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. Als besonders anschlussfähig und motivierend dürften sich dabei Aktionen wie „Urban Gardening“ erweisen (vgl. Kriterium 12).
Des Weiteren werden auch die Mitarbeiter im Außendienst an den Prozessen beteiligt (vgl. Kriterium 16).

Bei den genannten Zielen handelt es sich gleichzeitig um Ziele mit besonders hoher Priorität im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie. Darüber hinaus werden zahlreiche branchenspezifische Ziele in den Bereichen Umwelt und Gesellschaft genannt. Diese gilt es, künftig immer stärker miteinander in Beziehung zu setzen. Als Beispiel lässt sich der Nutzen der nachhaltigen Gestaltung des Betriebsgeländes anführen (ökologisch und sozial im Sinne der Mitarbeitermotivation).

Kontrolle der Nachhaltigkeitsziele

Die Einhaltung der Ziele wird durch die Geschäftsführung und das Nachhaltigkeitsteam kontrolliert. Der DNK-Prozess ist zudem ein zentrales Instrument, über die Ziele zu berichten und damit transparent zu machen sowie diese nachzuhalten, zu evaluieren und ggf. neu zu formulieren. 

UN-Nachhaltigkeitsziele

Für Koberg & Tente spielen insbesondere folgende UN-Nachhaltigkeitsziele eine Rolle:

Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen (vgl. Kriterien 15 und 16)
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie (u.a. Kriterium 12)
Ziel 12: Nachhaltige(r) Konsum und Produktion (u.a. Kriterien 4 und 12)
Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz 13 (u.a. Kriterien 12 und 13)
Ziel 15: Leben an Land (u.a. Kriterium 12) sowie
Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (u.a. Kriterien 9 und 18)

Im kommenden Berichtszeitraum wird die Orientierung an weiteren UN-Nachhaltigkeitszielen geprüft. Die UN-Nachhaltigkeitsziele werden für die weitere Etablierung der Nachhaltigkeitsstrategie jedoch voraussichtlich nicht so eine entscheidende Rolle spielen wie die dieser DNK-Erklärung zugrunde liegenden Kriterien und Leistungsindikatoren.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Stufen der Wertschöpfungskette

Im Bereich Design/Entwicklung werden u.a. Komponenten, Lacke und Materialien festgelegt. Hervorzuheben ist das weitgehend zeitlose Design der Brillenfassungen von Koberg & Tente, das eine langjährige Nutzung der Brillen ermöglicht. (Nachhaltigkeitsaspekte: Umweltverträglichkeit, Langlebigkeit und Recyclebarkeit)

Produziert wird überwiegend in Fernost, insbesondere in Südkorea und China. Der Transport der Produkte erfolgt in erster Linie per Luftfracht. (Nachhaltigkeitsaspekte: Transportbedingte Emissionen) 

Vertrieb (Nachhaltigkeitsaspekte: Transportbedingte Emissionen, Verpackungen in den Bereichen Produkt und Versand,  klimaneutraler Druck von Werbemitteln, partieller Verzicht auf Printkataloge, Einsatz von langlebigen Aufstellern/Verkaufspräsentern in den Verkaufsräumen und im Messebau)

Verkauf: Einführung eines Mehrwegbrillenbeutels (Nachhaltigkeitsaspekte: z.B. Verpackung) 

Ökologische und soziale Probleme

Die Berücksichtigung ökologischer Materialien und Prozesse kann – zumindest kurzfristig –  negative Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben.

Transport und Vertrieb verursachen Emissionen (vgl. Kriterien 3 und 12). So werden etwa 250 Pakete täglich über einen Paketdienstleister zu unseren Kunden gebracht. Wir nutzen bereits seit vielen Jahren klimaneutrale Produkte und Services des Dienstleisters. Dadurch werden die durch den Transport entstehenden Treibhausgase durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen (Windkraft, alternative Bewässerungsmöglichkeit, Wiederaufforstungen etc.).

Als Alternative zur Luftfracht wird in der Zukunft der Transport mit der Transsibirischen Eisenbahn in Erwägung gezogen. Die logistische Umsetzbarkeit wird im kommenden Berichtszeitraum geprüft.

Menschenrechtliche Risiken werden im Bereich der Produktion bereits berücksichtigt. Durch langfristige und gute Geschäftsbeziehungen und damit einhergehenden Lernprozessen bei den Geschäftspartnern gehen wir von sozial und ökologisch verträglichen Produktionsbedingungen aus. Gemeinsam suchen wir Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit im Hinblick auf sozialgerechte Arbeitsbedingungen und eine verminderte Inanspruchnahme der Umwelt.

Einen systematisierten Austausch gibt es durch regelmäßige persönliche Treffen (zwei- bis dreimal pro Jahr) sowie Telefon- bzw. Skype-Konferenzen. Der Austausch wird im kommenden Berichtszeitraum weiter intensiviert, u.a. durch Besuche vor Ort und die Abfrage relevanter menschenrechtlicher Aspekte (vgl. Kriterium 17).

Teile der Produktion könnten zudem künftig in Deutschland erfolgen, soweit dies wirtschaftlich darstellbar ist. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass dies auch negative Auswirkungen auf die Mitarbeiter bei den internationalen Geschäftspartnern haben kann. Daher gilt es, diese Schritte unter ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten verantwortungsvoll abzuwägen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4