1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Strategische Nachhaltigkeitsausrichtung des EAD

Durch die Übernahme zahlreicher Dienstleistungen trägt der EAD wesentlich zur Daseinsvorsorge und zum Gemeinwesen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei. Stetiger Wandel und Zuwachs kennzeichnen sowohl die Geschichte als auch die Zukunft des Unternehmens.

Dimensionen und Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung lassen sich auf alle Abteilungen und Dienstleistungen anwenden: Zu nennen ist an dieser Stelle für den EAD insbesondere die gleichzeitige und gleichwertige Betrachtung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsprinzipien Regionalität, Transparenz und Partizipation. Im Leitbild des EAD und den Leitlinien zur Umsetzung ist die nachhaltige Entwicklung bereits seit dem Jahr 2004 verankert: „Wir handeln nachhaltig im Umgang mit Mensch und Umwelt“.

Die wesentlichen aktuellen Bestandteile der Nachhaltigkeitsausrichtung sind neben den in Kriterium 2 genannten Aspekten bzw. Handlungsfeldern die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zukünftig als Nachhaltigkeitsbeauftragte fungieren könnten, die Erstellung der DNK-Erklärung sowie die Nachhaltigkeitsvisitenkarte als online verfügbarer Nachhaltigkeitsbericht.

Die Chancen der strategischen Nachhaltigkeitsausrichtung liegen in der Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EAD sowie der Bürgerinnen und Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt für Nachhaltigkeitsfragen.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards


Zu den nachhaltigkeitsrelevanten Standards gehören u.a. der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), das integrierte Managementsystem (DIN EN ISO 9001), der UN Global Compact (führungsbezogene Compliance; vgl. Kriterium 17) sowie die in Kriterium 6 genannten Zertifizierungen und Auszeichnungen.  

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Gesellschaftliches Umfeld

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt liegt im Süden des Rhein-Main-Gebietes, wird vom Landkreis Darmstadt-Dieburg zum größten Teil umschlossen und weist als einer der im Europa-Vergleich wirtschaftsstärksten Räume eine hohe Bevölkerungsdichte auf.

Nachhaltige Mobilität, Klimaschutz, ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen und ein umfassendes Angebot sozialer Dienstleistungen für alle Altersgruppen kennzeichnen das innovative Umfeld.  

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte und Handlungsfelder

Die Nachhaltigkeitsaspekte und Handlungsfelder orientieren sich an den Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales im Hinblick auf die Dienstleitungen des EAD. Ermittelt wurden die Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der in Kriterium 5 genannten Schulung, die mit dem DNK-Prozess einhergeht. Die drei Nachhaltigkeitsdimensionen sind dabei der zentrale Bezugsrahmen: 

Ökonomie
Ökologie

Die ökologischen Wirkungen und Chancen sind neben der reduzierten Inanspruchnahme der Umwelt in der zunehmenden Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bürgerinnen und Bürger zu sehen. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements wird daher die interne und externe Kommunikation gefördert (vgl. Kriterium 3). Ökologische Wirkungen und Risiken ergeben sich aus den genannten Aspekten nicht, vielmehr werden diese durch entsprechende Maßnahmen minimiert (vgl. u.a. Kriterium 12).
 

Soziales
Die sozialen Wirkungen und Chancen liegen in einer zunehmenden Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kundinnen und Kunden sowie Bürgerinnen und Bürgern der Wissenschaftsstadt Darmstadt aufgrund nachhaltigkeitsbezogener Dienstleistungen und einem entsprechenden Image des EAD als nachhaltiges Unternehmen der Daseinsvorsorge.

Die Vielfalt der Dienstleistungen des EAD stellt eine Herausforderung im Hinblick auf die Ausgestaltung mitarbeiterorientierter Angebote dar, ebenso der sich abzeichnende Fachkräftemangel. Durch die in den Kriterien 14 bis 16 geschilderten Maßnahmen und Angebote trägt der EAD diesen Aspekten Rechnung.  

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Strategische Nachhaltigkeitsausrichtung des EAD – Ziele

Die DNK-Erklärung wird im dreijährigen Rhythmus fortgeschrieben, die Nachhaltigkeitsvisitenkarte dagegen als online verfügbarer Nachhaltigkeitsbericht kontinuierlich angepasst. Zudem wird die interne und externe Nachhaltigkeitskommunikation intensiviert. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in allen Abteilungen zu schulen (vgl. auch Kriterium 5).


Ausgewählte Qualitätsziele

Im Rahmen des Qualitätsmanagements des EAD werden prioritäre Qualitätsziele mit Nachhaltigkeitsbezug definiert. Im Mittelpunkt stehen dabei zudem die Kundenzufriedenheit, die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Anforderungen, die positive wirtschaftliche Entwicklung des EAD und die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Folgende ausgewählte Ziele wurden im Jahr 2018 formuliert:

Zoo Vivarium: Steigerung der Anzahl der EEP-Arten (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) – vgl. auch Kriterium 10

Straßenreinigung: Optimierung des Einsatzes von Kleinkehrmaschinen in der hoheitlichen Straßenreinigung 

- Erhöhung der maschinellen Kehrkilometer im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern gesamt.
- Einheitlich sauberes Stadtbild
- Höhere Präsenz mithilfe von versetzter Arbeitszeit

Personalabteilung:

- Bedarfsgerechte und zeitnahe Personalbeschaffung
- Prozessdauer von Bedarfsmeldung bis Einstellungsentscheidungen
 

Ausgewählte Ziele in der Abfallwirtschaft bis 2023  
Kontrolle

Die strategische Nachhaltigkeitsausrichtung wird von der Betriebsleitung und den entsprechenden Gremien wie der betrieblichen Kommission kontrolliert.

Die Qualitätsziele werden durch Audits auf Erreichung kontrolliert. Der Fortschritt der Zielerreichung wird in regelmäßigen Lenkungsgruppen-Sitzungen dokumentiert. Neue Qualitätsziele werden entwickelt.
Die ausgewählten Ziele in der Abfallwirtschaft gehen auf das beschlossene Abfallwirtschaftskonzept 2018 der Wissenschaftsstadt Darmstadt zurück.  

Agenda 2030

Die Betriebsleitung hat gemeinsam mit den Abteilungsleitungen im Jahr 2018 für den EAD eine Agenda 2030 erarbeitet. Dies geschah in Anlehnung an die im Jahr 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen in New York von allen Mitgliedsstaaten verabschiedete Agenda 2030. Das Kernstück dieser Agenda bilden die entsprechenden 17 Nachhaltigkeitsziele. Diesen 17 Nachhaltigkeitszielen wurden konkrete Maßnahmen für den EAD zugeordnet.
Für die Weiterentwicklung der strategischen
Nachhaltigkeitsausrichtung des EAD sind die Nachhaltigkeitsziele künftig neben den Kriterien und Indikatoren des Deutschen Nachhaltigkeitskodex von Bedeutung.
Im Rahmen der vorliegenden DNK-Erklärung wird auf ausgewählte Nachhaltigkeitsziele in Klammern verwiesen.
 

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Da die Tätigkeiten des EAD ein breites Spektrum aufweisen, wird an dieser Stelle zunächst einmal die Wertschöpfungskette im Bereich der Abfallverwertung auf der Basis des Abfallwirtschaftskonzeptes 2018 dargestellt. Eine systematische Erfassung der weiteren Wertschöpfungsketten erfolgt sukzessive im kommenden Berichtszeitraum.

Zu den Aufgaben des EAD im Bereich Abfallwirtschaft, die in der Betriebssatzung geregelt und im Abfallwirtschaftskonzept 2018 aufgeführt sind, gehören:
Die Einsammlung und der Transport der Abfälle erfolgen durch den EAD über verschiedene Erfassungssysteme (Holsysteme wie z.B. Restabfall, Bio-/Grünabfälle, Altpapier, Sperrmüll, Wertstofftonne etc. und Bringsysteme wie z.B. Altpapier, Altglas, Altholz und kompostierfähige Abfälle).
 

Wege der Abfallentsorgung

Die Getrennthaltung und -sammlung von Abfällen sind integrierter Bestandteil der städtischen Abfallwirtschaft. Die vom EAD gesammelten unterschiedlichen Abfallfraktionen werden, soweit technisch möglich und abfallwirtschaftlich sinnvoll, einer Verwertung zugeführt. Die übrigen Abfälle werden thermisch verwertet.
Unter folgendem Link sind die Entsorgungswege von Abfällen aus dem Bereich der Wissenschaftsstadt Darmstadt einsehbar (S.21).

Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfungskette

Die Abfallvermeidung spielt im Abfallwirtschaftskonzept 2018 analog zur fünfstufigen Abfallhierarchie eine große Rolle (vgl. Kriterium 3).
Im Müllheizkraftwerk Darmstadt des Zweckverbandes Abfallverwertung Südhessen wird der Restabfall thermisch behandelt. Die bei der Verbrennung von Abfall freigesetzte Wärmeenergie wird zur Strom- und Fernwärmeerzeugung genutzt. So werden auch die Gebäude am EAD-Standort über Fernwärme bedient.
Der EAD arbeitet mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben zusammen. Diese wirken laut § 56 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes an der Sicherstellung des Schutzes von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen nach Maßgabe der hierfür geltenden Rechtsvorschriften mit.
Im Bereich der Abfallsammlung wird ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Mobilität gelegt (vgl. Kriterien 10 und 12 – Förderung von Elektromobilität, Sensor-System, Mobilitätsausstellung etc.).

Soziale und ökologische Probleme

Soziale Probleme werden in der Wertschöpfungskette nicht gesehen, da die Zusammenarbeit in der Regel mit zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben aus der Region erfolgt. Die sozialen, risikomindernden Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des EAD werden in den Kriterien 14 bis 16 geschildert.
Ökologische Probleme werden entlang der Wertschöpfungskette ebenfalls nicht gesehen, da die Leistungen des EAD zur Verringerung der Inanspruchnahme der Umwelt beitragen (vgl. auch Kriterium 11).

Austausch mit Lieferanten und Geschäftspartnern

Lieferanten und Geschäftspartner kennen die Standards des EAD sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen (zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe, Erklärung zur Kampagne der Wissenschaftsstadt Darmstadt „Aktiv gegen Kinderarbeit", hessische Vergabe- und Tariftreuegesetz (vgl. Kriterium 17) etc. Im kommenden Berichtszeitraum werden die Lieferanten und Geschäftspartner anhand der DNK-Erklärung über die Nachhaltigkeitsleistungen des EAD informiert, um eine weitere Sensibilisierung entlang der Wertschöpfungskette zu erzielen.  

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4