1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die Fleischhof RASTING GmbH fußt auf einer über 125-jährigen Tradition und ist seit den 1960er Jahren Teil der EDEKA. Die Qualitätsphilosophie wird von Generation zu Generation weitergetragen. Den Kunden einwandfreie Produkte in höchster Qualität, zu marktfähigen Preisen und in bester Verfügbarkeit bereitzustellen ist das Ziel der Unternehmenstätigkeit. Mitarbeitergewinnung, Energiemanagement, Verpackungen und Tierwohl gewinnen eine immer stärkere Bedeutung im Unternehmen.
Langfristige Beschäftigung und sichere Arbeitsplätze mit zufriedenen Mitarbeitern sind das Ziel. Mit den Geschäftspartnern wird offen und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Vertikale Partnerschaften gewinnen bei der Fleischerzeugung zunehmend an Bedeutung und wurden bei Schweine- und Kalbfleisch umgesetzt. So sollen Herausforderungen der Zukunft an eine transparente, regionale und nachhaltigere Produktion gemeistert werden.  
Das Geschäftsmodell von RASTING ist durch eine zukunftsorientierte und verantwortungsvolle Unternehmensentwicklung gekennzeichnet. Daher ist Nachhaltigkeit integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und in vielen Aspekten der Geschäftstätigkeit sowie in die Qualitätspolitik verankert. Operationalisiert wird die Nachhaltigkeitsstrategie in fünf Handlungsfeldern: Sortiment, Mitarbeiter, Umwelt, Gesellschaft und Regionalität. In diesen Bereichen engagiert sich RASTING besonders. Es werden Ziele und Maßnahmen vereinbart, die als freiwilliges Handeln zu verstehen sind und die gesetzlichen Anforderungen übersteigen.  
Ziel ist es, für den Kunden der unverzichtbare Partner zu sein und erstklassige Waren zu liefern, die im Einklang mit der Umwelt und der Gesellschaft stehen. Wir wollen innovativ sein und Trends erkennen sowie Fortschritte frühzeitig einleiten. Wir wollen nicht ein Lieferant sein, sondern ein Partner, Konzeptgeber und Problemlöser.   Wir bieten unseren Kunden nicht nur Waren und Logistik, sondern auch Schulungskompetenz und Personalkapazitäten für den Verkauf, um Personalmangel vorzubeugen und zu kompensieren.  
RASTING hat das Ziel, den Wandel der Verbraucherbedürfnisse im Hinblick auf Gesundheit und Nachhaltigkeit zu begleiten, zum Beispiel durch die Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit sowie der Umwelteffizienz, also dem sparsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen.  
Wir haben Nachhaltigkeit in unsere Qualitätspolitik eingebettet. Nachhaltigkeit bedeutet für das Unternehmen im Interesse all ihrer Stakeholder zu handeln und weiterzuentwickeln. Für RASTING gehen unternehmerische Erfolge einher mit nachhaltigem Handeln, welches stets zukunftsorientiert ist. Weltweite Trends und Herausforderungen der Nachhaltigkeit (u.a. Klimawandel, Ressourcenverknappung, demographischer Wandel) müssen rechtzeitig erkannt werden und z.B. durch Dialoge und Teilnahme an Initiativen ausgewertet werden, um mögliche Risiken zu begrenzen und Chancen zu nutzen.

Wir berücksichtigen in unserer strategische Ausrichtung die Sustainable Development Goals (SGDs), die Vorgaben der GRI Sustainbility Reporting Standards und des Deutschen Nachhaltigkeitskodex sowie branchenspezifische Standards wie das QS-Prüfsystem für Lebensmittel, die Initiative Tierwohl, Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC) und auch Bio nach EU Öko-VO sowie den Bioland-Standard.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

RASTING produziert und handelt hochwertige Fleisch- und Wurstwaren sowie Fisch. Kern des Unternehmens ist ein über 4.000 Artikel umfassendes Vollsortiment, das den EDEKA-Märkten und Marktkauf in einer täglichen Verfügbarkeit von Montag bis Samstag angeboten wird. Wir leisten so einen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen, für eine ausgewogene Ernährung essentiellen Grundnahrungsmitteln. Der Vermarktungsschwerpunkt liegt im Bereich der Fleisch- und Fischtheken im Einzelhandel.

Es wurden im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse folgende Handlungsfelder identifiziert:
Die wesentlichen Aspekte bzw. Themen innerhalb der Handlungsfelder werden in folgender Grafik farblich unterlegt dargestellt.  


Abbildung 1: Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse

Besonders wesentlich sind folgende Aspekte: Im Rahmen unserer unternehmerischen Tätigkeit stellen wir sicher, dass diese Aspekte von uns gefördert werden, z.B. durch die ausschließliche Beschäftigung eigener Mitarbeiter (keine Werkverträge), Beschaffung aus zertifizierten Quellen, Förderung der Initiative Tierwohl, Vermarktung von Bio Produkten, Herstellung vegetarischer bzw. veganer Produkte und des genossenschaftlichen Förderauftrages der selbständigen Kaufleute unserer Muttergesellschaft.  

Nachhaltigkeitsrisiken lassen sich wie folgt identifizieren:
1) Gewinnung gewerblicher Auszubildender bzw. Mitarbeiter,
2) die Änderung des Konsumverhaltens,
3) der gesellschaftlichen Akzeptanz der tierhaltenden Landwirtschaft in Deutschland,
4) der weltweit steigenden Nachfrage nach Protein und Rohstoffkonkurrenz
5) Rohstoffverknappung durch Verschärfung gesetzlicher Anforderungen im Bereich der Landwirtschaft (Dünge-Verordnung, Stallbau)

Chancen für das Unternehmen ergeben sich durch die stetige Imageverbesserung, Innovationen im Bereich der Produkte, Prozesse und Technologien sowie die steigende Kaufkraft und Zahlungsbereitschaft für Lebensmittel.

Wir wissen, dass insbesondere die Fleischbranche im Fokus kritischer Nicht-Regierungsorganisationen (Tierrechts-NROs, Vegane Verbände) und ökologisch-fokussierter Parteien steht.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Folgende strategische Ziele wurden im Bereich Nachhaltigkeit festgelegt:

(Priorisierung entsprechend der Aufzählung)

Tabelle 1: Unsere Nachhaltigkeitsziele 2025
Nachhaltigere Produkte und Lieferanten (Sortiment und Regionalität) Stand 2018
  • Beschaffung von Schweine-, Rind- und Kalbfleisch aus unserem Absatzgebiet (Erzeugung und Verarbeitung)
Schwein
Kalb
Rind >80 % iB
  • 100% der System-Lieferanten werden im Hinblick auf Nachhaltigkeit bewertet (Punktesystem)
Handelswaren
Fleisch / Fisch iB
  • Fisch aus nachhaltigeren Quellen - Erhöhung des Anteils
  iB
    • MSC-zertifizierter Produkte auf 90% und
83 %
    • ASC-zertifizierter Produkte auf 20%
5 %
  • Ausbau des Fleischangebotes aus Haltungsform-Stufe 2
Hähnchen & Pute
Schwein iB
Rind/Kalb iB
  • Stärkung der Bio-Vermarktung auf >2% Umsatzanteil
0,7 % iB
  • Optimierung von Produkt- und Umverpackungen (100% Recycling-konform)
  iB
  • Mitarbeit in Branchenplattformen
QS
ITW
  • Weiterführung des Erzeugerdialogs
Workshops iB
Attraktiver Arbeitgeber (Mitarbeiter)
  • Die Ausbildungsquote beträgt bis 2025 mindestens 5%
4 % iB
  • Ausbau von Weiterbildungsmöglichkeiten für bestehende/potentielle Führungskräfte,
  iB
    • mindestens 1 Kurs pro Person und Jahr / entsprechende Mittel werden jeweils in die Budgetplanung eingestellt
 
    • Einführung eines Dualen-Studiums (2 Studienplätze)
 
  • Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), durch zusammenführen und verknüpfen bestehender Angebote
  iB
  • Verbesserung der internen und externen Kommunikation
  iB
Emissionen senken (Umwelt)
  • Einführung eines Umweltmanagements
  iB
  • Senkung des CO2-Ausstoßes um 20% im Vergleich zu 2018
0,22 t pro t gelieferte Produkte iB
  • Umstellung der Kälteerzeugung im Bereich der Logistik auf NH3
laufender Prozess,
Werks-Neubau
iB
  • Einsatz von Ozon zur Geruchsminimierung
laufender Prozess,
Werks-Neubau
iB
  • Abfallreduktion um 5%
19 kg pro t gelieferte Produkte iB
Gesellschaftliche Verantwortung
  • Schulungsangebot über das Kochstudio mit dem Ziel 150 Kochkurse und 3.000 Teilnehmer pro Jahr
105 Kurse iB
2.100 Teilnehmer
  • Mitarbeiterseminare/-kurse für den  Einzelhandel mit dem Ziel 20 Seminare und 300 Teilnehmer pro Jahr
18 Kurse iB
243 Teilnehmer
  • Erhöhung des Frauenanteils der Gesamtbelegschaft auf 20%.
ca. 16 % iB
Legende: = Ziel erreicht, iB = in Bearbeitung

Wir berücksichtigen die Globalen Nachhaltigkeits-Ziele der UN (Sustainable Development Goals) und orientieren uns dabei an der Positionierung des Bundesverbands des Lebensmittelhandels (BVLH 2017). Diese Ziele gelten zeitlich unbefristet und werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Sie sind mit messbaren Teilzielen hinterlegt. RASTING verpflichtet sich dazu, globale Nachhaltigkeitsziele in die Qualitätspolitik aufzunehmen.

Die Ziele werden durch die Abteilung Nachhaltigkeit im Unternehmen koordiniert. Die Gesamtverantwortung liegt bei der Geschäftsführung, derer die Abteilung direkt zugeordnet ist.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategien können nur umgesetzt werden, wenn das Unternehmen den Fokus auf die gesamte Wertschöpfungskette legt. So müssen Kunden und Lieferanten stets in die Nachhaltigkeitsprozesse einbezogen werden. Mit vielen Partnern arbeitet RASTING seit Jahren, teilweise Jahrzenten eng zusammen, was die Kommunikation fördert und erleichtert. Wir fungieren als Bündler bzw. Koordinator des Lebensmitteleinzelhandels im Bereich der Zertifizierung von Fleisch- und Fischtheken.  

Die Wertschöpfungskette der Fleischwirtschaft ist in Abbildung 2 dargestellt. RASTINGs Wertschöpfungskette erstreckt sich von der Beschaffung von Rohstoffen für die Produktion sowie Handelswaren bis zur Auslieferung an den Einzelhandel. In diesen Bereichen werden Nachhaltigkeitskriterien dokumentiert und überprüft. Durch die verschiedenen Farben ist der Grad des aktiven Handelns RASTINGs auf den jeweiligen Stufen der Kette zu erkennen. Die wesentlichen Aktivitäten liegen auf der Stufe Zerlegung und Verarbeitung, aber auch auf der Stufe Großhandel ist RASTING aktiv.

Abbildung 2: Wertschöpfungskette des Unternehmens

Folgende Aspekte der Nachhaltigkeit haben besondere Bedeutung für die Wertschöpfung:  

Gesicherte Herkunft

Eine gesicherte Herkunft der Produkte ist ein wichtiges Nachhaltigkeitskriterium für unsere Kunden. Das Frischfleisch bezieht das Unternehmen aus Deutschland. Bei Rind und Kalbfleisch gilt das 4xD Prinzip, d.h. alle Prozessschritte von der Geburt des Tieres bis zur Vermarktung erfolgten in Deutschland. Bei Kalbfleisch arbeitet RASTING zu 100% mit Erzeugerbetrieben der „Kontrollgemeinschaft deutsches Kalbfleisch“ (https://deutsches-kalbfleisch.de) zusammen. Für Schweinefleisch gilt 3xD, da ein Teil der Schweine in den Niederlanden und Dänemark geboren wurde. Ab der Mast gilt deutsche Herkunft. Geflügel beziehen wir aufgrund der Verfügbarkeit aus der EU, jedoch überwiegend aus Deutschland und den Niederlanden. Über zertifizierte Rückverfolgungssysteme, wie ORGAINVENT bei Rindfleisch und das neue System fTRACE bei Fleisch und Fisch wird die Herkunft dokumentiert.  

Vertikale Partnerschaften

Im Rahmen unserer vertikalen Partnerschaft bei Schweine- und Kalbfleisch mit der Westfleisch SCE (www.westfleisch.de) haben wir die Herkunft der Produkte auf das Absatzgebiet der EDEKA Rhein-Ruhr weiter fokussiert und eine vertrauensvolle und transparente genossenschaftliche Partnerschaft vom Einzelhandel bis zum Erzeugerbetrieb aufgebaut. Im Bereich Bio-Fleisch haben wir langfristige Verträge mit Anbauverbänden geschlossen, um die Versorgung mit Biofleisch sicherzustellen. RASTING ist Bioland-Partner (www.bioland.de).
Die Auswahl der Bauern orientiert sich an der Herkunft, der Tiergesundheit bzw. Lebensmittelsicherheit, Qualität der Erzeugnisse, und an die Vorgaben zur Herkunft und Zertifizierung. Unter dem Motto „Wir kennen unsere Bauern“ (https://wir-kennen-unsere-bauern.de) steht RASTING im regelmäßigen Austausch zu seinen Landwirten und bietet den Mitarbeitern aus dem Einzelhandel als auch den Endverbrauchern an, die Erzeugerbetriebe zu besuchen.

Zertifizierte Lieferketten

Bei der Auswahl neuer Lieferanten werden neben den standardmäßigen Beschaffungskriterien auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. RASTING sieht sich die Betriebe an, um sich persönlich von den betrieblichen Bedingungen (Produkt- und Prozessqualität, Arbeitsbedingungen, Tierschutz, Logistik) zu überzeugen. Bei gleichen Rahmenbedingungen werden Lieferanten ausgewählt, deren Prozesse am vorteilhaftesten sind, z.B. hinsichtlich der Transportwege.
Es werden regelmäßig Monitorings des Fortschritts für die Auswahl von Lieferanten durchgeführt. Ein sogenanntes „Tierwohlbarometer“ visualisiert die Umsetzung von Tierwohlkriterien, welche in der Auswahl der Lieferanten berücksichtigt werden.
Im Bereich der Warenversorgung mit Frischfleisch und Frischfisch werden Lieferkettenzertifizierungen umgesetzt, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Standards bei Fleisch sind QS und Bio sowie bei Fisch sind es der MSC und ASC. Darüber hinaus fördern wir die Initiative Tierwohl bei Schwein und Geflügel.
Für die Beschaffung aus Risikoländern gilt die BSCI-Zertifizierung (https://www.amfori.org/content/amfori-bsci) als nationale Vorgabe der EDEKA. Jedoch beschaffen wir, mit Ausnahme von einzelnen Fischartikeln, keine Produkte, die in Risikoländern erzeugt bzw. hergestellt wurden. Bei Fisch ist die Umsetzung von Sozialstandards zurzeit ein Diskussionsgegenstand im MSC-Standard für nachhaltigere Fischerei. Hier arbeiten wir an der Verbesserung des Standards mit.
Handelswaren (Markenartikel) sind ein wichtiger Bestandteil unseres Sortimentes. Hier haben wir nur eine begrenzte Einflussmöglichkeit auf Nachhaltigkeitskriterien, da diese in der Verantwortung der Hersteller liegen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4