1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das ist die erste DNK-Erklärung der ZWH. Deshalb beginnt sie nun mit der Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und stellt sie voraussichtlich Ende 2021 fertig. Sie setzt die in Kriterium 3 formulierten Ziele mithilfe der beschriebenen Maßnahmen in den Jahren 2020 und 2021 um. Dabei umfassen die geplanten Maßnahmen die Handlungsfelder Organisationsführung, Arbeitspraktiken, Einkauf von Produkten und Dienstleistungen, Erhebung des CO2-Ausstoßes, Verwendung von Arbeitsmitteln und natürlichen Ressourcen. Darüber hinaus orientiert sich die ZWH an DIN EN ISO 9001 bei ihrem Qualitätsmanagement, an den Energieeffizienzklassen bei der Anschaffung von neuen Geräten, an Gütesiegeln für den Einkauf von Lebensmitteln (z. B. Fairtrade, Demeter), den vier Grundprinzipien der International Labour Organisation (ILO) für die Einhaltung von Arbeitsrechten und an den Allgemeinen Menschenrechten der UN von 1948.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die ZWH bietet Dienstleistungen an, die einen Beitrag zur verantwortlichen Nutzung von ökologischen Ressourcen leistet und dadurch wird auch die Lebenswelt ihrer Kund*innen nachhaltiger. Zu diesen Dienstleistungen zählt beispielsweise, dass
  • Lehrgangsunterlagen im ZWH-Intranet zur Verfügung gestellt und nur auf Anfrage gebührenpflichtig gedruckt werden.
  • bevor die Zeitschrift handfest gedruckt wird, eine Abfrage bei den Abnehmer*innen erfolgt, um Papier zu sparen und so wenig wie möglich Entsorgungsmüll zu produzieren.
  • Computer-based-Trainings (CBTs) und Web-based-Trainings (WBTs) angeboten werden.
  • digitale Lehr- und Lernmaterialien über die Lernplattform ILIAS zur Verfügung gestellt werden.
  • Online-Prüfungen erstellt und durchgeführt werden.
  • digitale und kostenlose Management-Instrumente im Rahmen des Projekts "HANDWERKN - Nachhaltigkeit in Betrieben stärken!" entwickelt werden, die Handwerksbetriebe dabei unterstützen, eine Bestandsaufnahme ihrer betrieblichen Nachhaltigkeit durchzuführen, sich realistische Nachhaltigkeitsziele zu setzen und eine zukunftsorientierte Unternehmensstrategie zu entwickeln.
  • Projekte dahingehend ausgewählt, konzipiert und umgesetzt werden, dass ihre Ergebnisse eine nachhaltige Wirkung haben, transferierbar sind und verstetigt werden können.
Darüber hinaus wurde das Thema Nachhaltigkeit als eigener Bereich innerhalb der ZWH verankert. Nachhaltigkeit und Internationalisierung ist einer von fünf Bereichen in der ZWH mit 16 Mitarbeitenden, der das Ziel verfolgt, die ZWH, Handwerksbetriebe und Handwerksorganisationen nachhaltiger aufzustellen.

Die Beteiligung an der Kreislaufwirtschaft ist bei der ZWH verbesserungsbedürftig. Es erfolgt keine Mülltrennung am Standort in Berlin. Leider kann die ZWH keinen Einfluss auf die Abfallentsorgung nehmen, da die Büroräume angemietet sind. Zudem wird der Großteil der Elektrogeräte, aufgrund von DSGVO-Vorgaben, über Verbrennungsanlagen entsorgt und nicht recycelt. Demgegenüber steht, dass die ZWH u. a. teilweise bereits recyceltes Papier (Standort Berlin, Bereiche Grafik und Neue Medien), Bambustoilettenpapier und -küchenrollen am Standort in Düsseldorf und energieeffiziente Laptops verwendet.

Als Arbeitgeberin leistet die ZWH mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen einen Beitrag zur lokalen und regionalen Wirtschaft. Sie orientiert sich bei der Entlohnung ihrer Mitarbeitenden an dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst und kümmert sich um das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden, indem sie ihnen Bio-Obst, Bio-Tee, Wasser und Fairtrade-Kaffee u. v. a. m. zur Verfügung stellt. Des Weiteren bildet die ZWH im Rahmen der dualen Berufsbildung aus und übernimmt somit Verantwortung für die Sicherung von Nachwuchskräften in der Region Düsseldorf (s. auch DNK-Kriterium 16). Außerdem setzt sich die ZWH für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Deshalb bietet sie flexible Arbeitszeiten für alle Mitarbeitenden, gibt allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, 50 % der wöchentlichen Arbeitszeit im Mobile Office zu arbeiten und nimmt Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen ihrer Mitarbeitenden, unabhängig von der Form der Lebensgemeinschaft (s. auch DNK-Kriterium 15).

Die ZWH hat als Dienstleistungseinrichtung den größtmöglichen Einfluss, nachhaltig zu wirtschaften, im Hinblick auf
  • die Beschaffung ihrer Arbeitsmittel, wie beispielsweise Büromaterialien und elektronische Geräte.
  • ihre Arbeitsprozesse für die Entwicklung und Bereitstellung ihrer Dienstleistungen.
Ihre Nachhaltigkeitsthemen hat die ZWH durch eine Befragung der Bereichsleitenden, des Personalleiters, des Leiters Buchhaltung und Controlling, der Syndikusrechtsanwältin und des Geschäftsführers bestimmt. Diese Befragung hat gezeigt, dass Aus- und Weiterbildung, Digitalisierung, Wirtschaftlichkeit, Innovation, Gesundheitsschutz und Chancengerechtigkeit für alle Mitarbeitenden die Themen sind, die für die Weiterentwicklung der ZWH im Bereich Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle spielen. Aus dem sozialen und politischen Umfeld der Gesamtgesellschaft hat die ZWH Informationen zu den Zielen und Angeboten zu Nachhaltigkeit von Handwerkskammern, Fachverbänden, Innungen und weiteren handwerksnahen Institutionen im Rahmen des Projekts "HANDWERKN - Nachhaltigkeit in Betrieben stärken!" eingeholt. Ebenfalls im Zusammenhang mit dem genannten Projekt haben ZWH-Mitarbeitende an einem Inhouse-Workshop zum DNK teilgenommen.

Der ZWH ist bewusst, dass sich sowohl Chancen als auch Risiken durch nachhaltiges Wirtschaften entwickeln können. Chancen, die sie in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigen wird, sind: Zufriedenheit der Mitarbeitenden, Imagesteigerung,  ein umfassendes Leitbild entwickeln, Steigerung der eigenen, persönlichen Zufriedenheit der Mitarbeitenden, Bindung von Mitarbeitenden, weniger Entsorgungsmüll, Gewinnung von neuen Mitarbeitenden und das gesellschaftliche Umfeld verbessern. Teurere Dienstleistungen, längere Lieferzeiten, u. a. auch durch umfassendere Vergabeverfahren und höhere Energiekosten im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Arbeitsprozessen hat sie als Risiken für sich identifiziert, die ebenso Berücksichtigung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie finden werden.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die ZWH hat sich drei Nachhaltigkeitsziele gesetzt, Maßnahmen zu deren Umsetzung bestimmt und einen Zeitraum für deren Erfüllung festgelegt. Dabei werden die ersten beiden Nachhaltigkeitsziele priorisiert, da die ZWH durch das Einbeziehen ihrer Mitarbeitenden und den Arbeits- sowie Gesundheitsschutz für ihre Mitarbeitenden im Bereich ihrer Arbeitsprozesse einen großen Einfluss hat, nachhaltiger zu wirtschaften.

1. Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit
Die ZWH hat im Jahr 2020 ein Konzept zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Arbeitssicherheit entwickelt. Sie hat die darin festgelegten Maßnahmen im Jahr 2020 und 2021 umgesetzt.
Maßnahmen, die dem Erreichen dieses ersten Nachhaltigkeitsziels der ZWH dienen, sind u. a.:
  • Die ZWH gewährleistet sicherheitstechnische und medizinische Betreuung.
  • In der ZHW beteiligen sich die Mitarbeitenden an der Ausarbeitung von Regeln für die Einhaltung von Arbeitssicherheit, der Identifizierung und Umsetzung von Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und in der Freizeit sowie an der Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements.
  • Die ZWH passt die Gestaltung jedes Arbeitsplatzes individuell auf die Bedarfe der einzelnen Mitarbeitenden an.
  • Die ZWH qualifiziert Mitarbeitende zu Ersthelfern und Sicherheitsbeauftragten.
  • Die ZWH verbessert ihre Infrastruktur für mobiles Arbeiten, d .h. sie stellt ihren Mitarbeitenden für die Arbeit im Mobile Office u. a. Bürostühle, Bildschirme, Microsoft Teams und Diensthandys zur Verfügung.
  • In der ZWH gibt es einen „Kummerkasten“ in digitaler Form, an den Mitarbeitende schriftlich Vorschläge und Beschwerden schicken können.
Das Ziel 3 Gesundheit und Wohlergehen aus der Liste der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen korrespondiert am stärksten mit diesem Nachhaltigkeitsziel der ZWH. Für die ZWH ergibt sich ein Bezug, da sie ein ganzheitliches Gesundheitsmanagement fördert.

2. Chancengerechtigkeit
Im Jahr 2021 ist die ZWH als familienfreundliches Unternehmen auditiert und fördert Vielfalt durch ein verpflichtendes Leitbild.
Maßnahmen, die dem Erreichen dieses zweiten Nachhaltigkeitsziels der ZWH dienen, sind u. a.:
  • Die ZWH hat ein verpflichtendes Leitbild entwickelt, das zum Ziel hat, die Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden zu verdeutlichen.
  • Die ZWH hat die erste Auditierung des audit berufundfamilie erfolgreich abgeschlossen.
  • Die ZWH gewinnt zusätzliche Mitarbeitende über die Anerkennung als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst und über die Zusammenarbeit mit der Reha & Beruf gGmbH in Köln.
  • Zusätzlich zum Lohn erhalten die Mitarbeitenden einen Jobticket-Zuschuss oder ein geleastes Dienstfahrrad.
  • Die ZWH bietet ihren Mitarbeitenden regelmäßig Zugang zu Informationsmaterialien zu Diversität und Vielfalt an.
  • Die ZWH unterstützt Mitarbeitende, die Kurse und Vorträge zu Vielfalt und Gleichbehandlung belegen möchten, mit Freizeitausgleich.
  • Bei der Bestimmung von Nachhaltigkeitsthemen führt die ZWH in 2021 eine Befragung der Mitarbeitenden, des Lenkungsausschusses und des Fachbeirats Markt und Projekte durch, um deren Ideen, Wünsche und Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit innerhalb der ZWH kennenzulernen.
Das Ziel 10 Weniger Ungleichheiten aus der Liste der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen korrespondiert am stärksten mit diesem Nachhaltigkeitsziel der ZWH. Für die ZWH ergibt sich ein Bezug, da sie für Diversitätsthemen sensibilisiert sowie Gleichbehandlung und Chancengleichheit fördert.

3. Ressourcenmanagement
Im Jahr 2021 hat die ZWH ein Managementkonzept für die Nutzung von Ressourcen entwickelt und setzt die darin festgelegten Maßnahmen um.
Maßnahmen, die dem Erreichen dieses dritten Nachhaltigkeitsziels der ZWH dienen, sind u. a.:
  • Beim Einkauf von Dienstleitungen und Produkten achtet die ZWH auf Nachhaltigkeit, indem sie regionale Produkte und Dienstleistungen nachfragt, Reparaturfähigkeit und Wiederverwendbarkeit bei der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen beachtet.
  • Die Kommunikationssoftware Microsoft Teams und Webex werden so oft wie möglich genutzt, um Dienstreisen zu vermeiden.
  • Die ZWH digitalisiert verstärkt ihre Arbeitsprozesse, wie beispielsweise die Arbeitszeiterfassung, Personalakten und kaufmännische Prozesse.
  • Die ZWH bietet ihren Mitarbeitenden Anreize für die Anreise zum Arbeitsplatz mit dem Rad (z. B. Leasing eines Dienstrades) oder den öffentlichen Verkehrsmitteln (z. B. Jobticket).
  • Die ZWH dokumentiert das Gewicht der erneuerbaren Ressource Papier und ihres gefährlichen Abfalls.
  • Die ZWH erhebt und dokumentiert sukzessiv Daten zu Treibhausgas-Emissionen (scope 1, 2 und 3).
Das Ziel 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden aus der Liste der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen korrespondiert am stärksten mit diesem Nachhaltigkeitsziel der ZWH. Für die ZWH ergibt sich ein Bezug, da sie nachhaltige Mobilitätskonzepte umsetzt, die Kreislaufwirtschaft unterstützt und auf Regionalität beim Einkauf von Produkten sowie Dienstleistungen achtet.

Die Nachhaltigkeitsziele der ZWH werden vom Geschäftsführer, dem Personalleiter, der Leiterin und Stellvertreterin des Bereichs Nachhaltigkeit und Internationalisierung kontrolliert, kontinuierlich weitergeführt und angepasst.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette als Dienstleistungseinrichtung ist sehr überschaubar, da sich die Materialflüsse überwiegend auf den Betrieb der Büroräume in Düsseldorf und Berlin sowie auf Dienstreisetätigkeiten innerhalb und außerhalb Deutschlands beziehen. Deshalb sind in der ZWH Entsorger (z. B. datenschutzgerechte Vernichtung), externe Dienstleister*innen (z. B. Steuerberatung), Fachhändler*innen für Büromaterial und elektronische Geräte, öffentliche Auftraggeber*innen (z. B. Bundesministerien), Kund*innen (z. B. Handwerksorganisationen), Privatkund*innen (z. B. Meisterschüler*innen), Logistikunternehmen, Mitarbeitende und Honorarkräfte an der Wertschöpfungskette der ZWH beteiligt.

Die ZWH achtet bei der Bereitstellung ihrer Dienstleistungen darauf, dass so viele Unterlagen wie möglich im ZWH-Intranet zur Verfügung gestellt und für Dienstreisen die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Beim Großteil der Produkte, d. h. Büromaterial und elektronischen Geräten, die sich die ZWH liefern lässt, berücksichtigt sie deren Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit sowie, dass sie unter guten sozialen Bedingungen für die herstellenden Arbeitenden produziert wurden. Regionalität spielt bei annähernd der Hälfte der Produkte, die sich die ZWH liefern lässt, eine Rolle. Allerdings befindet sich die ZWH mit ihren Mitarbeitenden aktuell im Prozess der gegenseitigen Sensibilisierung für das Thema Nachhaltigkeit sowie in der Planung für die Einführung von Nachhaltigkeit. Aufgrund dessen werden bisher in einem geringen Umfang Nachhaltigkeitsaspekte bei der Auswahl von Lieferant*innen sowie Fachhändler*innen beachtet und Lieferant*innen erst in der Zukunft nach ihren Zuliefer*innen befragt. Um die Mitarbeitenden zum Thema nachhaltige Beschaffung zu sensibilisieren, werden im November 2020 zwei Mitarbeitende an einer Schulung zu dem Thema teilnehmen.

Die ZWH achtet außerdem darauf, ihre Menge an Abfall zu reduzieren und so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Sie verkauft Restposten an Weiterverwender*innen in ihrem Netzwerk und nutzt zertifizierte Entsorger. Im digitalen Bereich nutzt die ZWH eine umweltbewusste Serverfarm für das Lernmanagementsystem ILIAS und die ZWH-Website. Diese wird mit Ökostrom betrieben.

Für die Dokumentation von Aufträgen, die Kundenbetreuung, die Kommunikation innerhalb der ZWH und mit Geschäftspartner*innen nutzt die ZWH bereichsübergreifend überwiegend digitale Kommunikationsformen. Ausnahmen sind u. a. Rechnungen, Vergabevermerke, Urlaubsanträge, Dienstreiseabrechnungen, Verträge (inklusive Anschreiben), Gehaltsschreiben, Entwürfe im Bereich Grafik und Öffentlichkeitsarbeit sowie Geheimhaltungsvereinbarungen für die Entwicklung von Prüfungsaufgaben, die ausgedruckt werden.


Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4