1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Seit 2006 ist Angerstein Elektro | Sanitär | Heiztechnik ein solides familiengeführtes Handwerksunternehmen in der Harzregion, das sich durch effiziente und gut organisierte Arbeitsprozesse auszeichnet und nach den Grundsätzen nachhaltiger Unternehmensführung arbeitet. Als erfahrener Ausbildungsbetrieb fördern wir unsere Auszubildenden und übertragen ihnen abwechslungsreiche und anspruchsvolle Aufgaben.

Unsere Tätigkeit spiegelt sowohl die Richtlinien des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima, als auch die Empfehlung der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) wieder. Unser Betriebstechnischer Leiter gehört bundesweit zu den ersten Absolventen der von der IHK Magdeburg zertifizierten Ausbilder-Weiterbildung (Fachkraft Ausbildung für nachhaltige Entwicklung (IHK)".

Wir erhalten regelmäßig Auszeichnungen der AOK (AOK Qualitätssiegel Gesunder Betrieb) und der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (Gütesiegel "Sicher mit System" in Umsetzung der NLF ILO-OSH 2001). 2018 erhielten wir auch das "Qualitätssiegel Nachhaltiger Ausbildungsbetrieb" der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit.

Handlungsfelder im Kontext von Nachhaltigkeit:

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Elektro
Elektroinstallationen und elektrische Einrichtungen in Alt- und Neubauten betreffen unmittelbar die SDGs 7 (7B Ausbau der Infrastruktur und Modernisierung der Technologie) und 12 (12.2 Nachhaltigere Bewirtschaftung). Hauptmerkmale der Tätigkeit sind die Verringerung eigener Emmissionen durch die Installationsarbeiten, die Nutzung innovativer Technik sowie die effiziente Verwendung von Materialien im Bereich von Elektroinstallation, Antennen-, Netzwerk-, Beleuchtungs- und Gebäudesystemtechnik.

Sanitär
Sanitärinstallationen betreffen unmittelbar die SDGs 3 (3.9. Verschmutzung und Verunreinigung von Wasser) und 6 (6.2. Angemessene und gerechte Sanitärversorgung und Hygiene). Hauptmerkmale dieser Tätigkeit sind die Verringerung eigener Emmissionen (insbes. Feinstäube) durch die Sanitärarbeiten, die die Nutzung innovativer Technik sowie die effiziente Verwendung von gefahr- und schadstofffreien Materialien im Bereich von sanitären Einrichtungen.

Heiztechnik

Alle Fragen der Heiztechnik bereffen unmittelbar SDGs 7 (7B Ausbau der Infrastruktur und Modernisierung der Technologie) und 12 (12.2 Nachhaltigere Bewirtschaftung). Hauptmerkmale der Tätigkeit sind die Verringerung von Emmissionen aus installierter Heiztechnik, der Einsatz und die Nutzung jeweils modernster Technik, sowie bezahlbare Angebote regelmäßiger Wartung.

Energieberatung
Die Beratung wirkt sich in Summe auf die o.g. SDGs aus, sowie zusätzlich auf das SDG 13 (13.3. Aufklärung und Sensibilisierung). Hauptmerkmale dieser Tätigkeit sind Informationen rund um erneuerbare Energien, von Fördermöglichkeiten und zur Energiesicherheit z.B. durch autarke Systeme.

Schulung/Ausbildung/Weiterbildung
Die regelmäßige Schulung unserer Mitarbeitenden hat wesentlichen Einfluss auf den Arbeitsschutz und die Gesunderhaltung, das Wissen über den neuesten Stand der Technik sowie dessen Anwendung bei Ausübung der eigenen Tätigkeit und der Beratungsfähigkeit gegenüber Kunden. Die Ausbildung orientiert sich an den Grundsätzen der der Beruflichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE) und integriert Aspekte der nachhaltigen Entwicklung entlang der 20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

Chancen und Risiken durch die Beschäftigung mit Nachhaltigkeit
Chancen sehen wir vor allem in der Sicherung des Fachkräftebedarfs und in der Unternehensnachfolge. So ist es uns durch Maßnahmen zum Erwerb des "Qualitätssiegel Nachhaltiger Ausbildungsbetrieb" der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit in 2018 erstmals seit Jahren wieder gelungen, einen Auszubildenden an unser Unternehmen zu binden und damit Perspektiven für eine mögliche Unternehmensnachfolge zu eröffnen. Dies ist uns durch das Eingehen auf veränderte Bedürfnisse, Sicht- und Verhaltensweisen bei Jugendlichen im Zuge gesellschaftlicher Veränderungsprozesse gelungen, bei denen Aspekte der Nachhaltigkeit im Fokus stehen.

Nicht zuletzt aufgrund der durch unsere nachhaltige Unternehmensführung sehr guten Auftragslage, sind wir in der Lage, auch zukünftig unsere Dienstleistungen anbieten zu können.

Risiken sehen wir vor allem in der fortschreitenden Bürokratisierung, die mit einem zunehmenden administrativen Aufwand durch künftige Berichtspflichten verbunden sind. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit solcher Berichte wie dem DNK, kommen insbesondere Kleinstunternehmen (die immerhin die Masse der Unternehmen ausmachen) extrem schnell an ihre Belastungsgrenzen. Dies ist aus unserer Sicht ein entscheidender Faktor dafür, dass nur wenige Kleinstunternehmen Nachhaltigkeit mit genügendem Ernst in die Umsetzung bringen, nicht als ihre Chance begreifen und deswegen "business as usual" weiter betreiben.



3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Qualitative Nachhaltigkeitsziele
Als regionales Kleinstunternehmen sind wir uns unserer zentralen Rolle für die Stabilität in der Region und für die Lebensgrundlagen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sehr bewusst. Wir leisten unseren Beitrag zum Erhalt der Lebensperspektive und damit zum Gemeinwohl in einer von Abwanderung und Fachkräftemangel besonders betroffenen Region. Wir sind Teil dieser regionalen Identität, haben mit unserem Wirken erheblichen Einfluss und werden von den Menschen der Region auch bewusst so wahrgenommen.

Der damit verbundenen Verantwortung wollen wir dadurch gerecht werden, dass wir die Transformation zur nachhaltigen Entwicklung der Harzregion durch eigenes Beispiel vorantreiben: unser Betriebstechnischer Leiter wirkt in zahlreichen Ehrenämtern (u.a. Verwaltungsrat Agentur für Arbeit, Verwaltungsrat AOK Sachsen-Anhalt, Verwaltungsrat Mitteldeutsche Rentenversicherung, Prüfungskommission IHK Magdeburg, Richter am Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Richter am Landessozialgericht Sachsen-Anhalt usw. siehe auch unter 18. Gemeinwesen) mit.

Dazu gehört, dass wir als Unternehmen in zahlreichen Initiativen und Projekten mitwirken, die unsere strategische Aufstellung wesentlich beeinflussen. Zuletzt haben wir als Praxispartnerbetrieb bei den Modellversuchen 2015-2019 zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung des Bundesinstituts für Berufsbildung mitgewirkt (Projekt INEBB www.inebb.org).

Dazu gehört auch, dass wir den Begriff "Wirtschaftswachstum" im SDG 8 vor allem mit qualitativem Wachstum verbinden.

Quantitative Nachhaltigkeitsziele
Für uns heißt das konkret, dass wir konsequent darauf achten, mit Qualitätsprodukten Qualität für den Kunden zu liefern und dafür auch in Kauf nehmen, für Produkte und Materialien deswegen höhere Einkaufspreise zu zahlen. Uns kommt es dabei darauf an, nicht um der Gewinnmaximierung willen billigste Materialien und Produkte zu verarbeiten und dennoch dem Kunden bezahl- und leistbare Preise anbieten zu können. Die Erkenntnis hieraus ist seit Jahren, dass wir damit gerade deswegen wettbewerbsfähig sind. Unsere Kundenzufriedenheitsratings zeigen dies kontinuierlich und unsere Auftragslage bemisst sich nicht nach Tagen oder Wochen, sondern nach mehreren Monaten.

Messbarkeit
Zu den messbaren Erfolgen unserer Nachhaltigkeitsstrategie zählt der Umstand, dass wir unseren Fachkräftebedarf decken können, weil wir ein anerkannt nachhaltiger, handlungsorientierter Ausbildungsbetrieb sind. Wir orientieren die Ausbildung an den Grundsätzen der der Beruflichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BBNE) und integrieren Aspekte der nachhaltigen Entwicklung entlang der 20 Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Wir verbinden diese Kriterien auf diese Weise wirksam mit den Berufsbildpositionen des/der Anlagenmechaniker/in für Heizung und Sanitär und der Bürokaufleute, sowie den wachsenden Bedürfnissen unserer Auszubildenden.

Den unternehmerischen Erfolg nutzen wir die Ergebnisse von Managementreviews der Berufsgenossenschaft Holz und Metall und Self-Assessments der Initiative Neue Qualität der Arbeit. Für die Zielkontrolle ist der Betriebstechnische Leiter Dipl. Ing. Ralph Angerstein zuständig.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Angerstein Elektro | Sanitär | Heiztechnik ist ausschließlich durch das Angebot handwerklicher Dienstleistungen in den genannten Feldern tätig.

Aspekte der Nachhaltigkeit haben für unser Unternehmen gravierende Bedeutung im Hinblick auf Materialeinkauf, Materialeinsatz, Abfalltrennung auf Baustellen, energieoptimierter Einsatz der Technik, Umweltaspekte bei der Beschaffung von Fahrzeugen und techn. Geräte. Insbesondere im Hinblick auf die Klimarelevanz des Bereichs Heiztechnik steht auch die zielführende Beratung von Kunden bei der Neuanschaffung bzw. Modernisierung von Heizsystemen und die optimale Wartung dieser Systeme im Vordergrund. Unsere Kunden stammen aus dem privaten Bereich, aus privaten Körperschaften (z.B. Wohnungsunternehmen) sowie teilweise der öffentlichen Hand. Das Unternehmen ist ausschließlich regional in der Harzregion tätig.

Wie bei den quantitativen Nachhaltigkeitzielen bereits erläutert, achten wir konsequent darauf, mit Qualitätsprodukten zu arbeiten. Der Materialeinkauf folgt dem 3-stufige Vertriebsweg aus regionaler Herstellung, regionalem Großhandel und regionalem Fachhandwerker. Dafür nehmen wir in Kauf, für Vorprodukte und Materialien höhere Einkaufspreise zu zahlen.

Das von uns eingesetzte Managementsystem erlaubt uns die Einschätzung/Einstufung von Lieferanten, die Kommunikation über Vertriebswege, den Einsatz von qualifizierten und auf dem neuesten Wissens- und Erfahrungsstand arbeitenden Mitarbeitenden, die Sicherstellung hoher Arbeitssschutzsstandards beim Kunden (Feinstäube auf Baustellen, Einsatz von Materialien und Mitteln möglichst gefahrstoff- und schaddstofffrei), bis hin zur Organisation und dem Recycling von Verpackungen. Eine große Rolle hierbei spielen die Hersteller der von uns empfohlenen bzw. eingebauten Annlagen und ihre regelmäßigen Schulungsprogramme, die von unseren Mitarbeitenden regelmäßig wahrgenommen werden.

Unser Unternehmen hat eine eigene Sicherheitsfachkraft, die arbeitsmedizinische Betreuung erfolgt über eine speziellen Unternehmenspool-Betreuung.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4