1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Seit unserer Übernahme der Confiserie 2005 verfolgen wir stets die Zielsetzung des nachhaltigen Wirtschaftens. Dies betrifft ökonomische, soziale und ökologische Aspekte. Als wesentlich erachten wir eine nachhaltige Wertschöpfungskette, welche die hohe Qualität unserer Produkte sichert und den steigenden Nachhaltigkeitserwartungen unserer Kunden entspricht. Zudem sehen wir ein gutes Arbeitsklima und attraktive Ausbildungsbedingungen im Betrieb als wesentlich an. Dadurch schaffen wir Vertrauen bei unseren internen Anspruchsgruppen und begegnen proaktiv dem Fachkräftemangel.

Im März 2019 haben wir mit einem professionellen Berater einen Workshop zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt. Dabei haben wir den Status Quo in unserem Unternehmen analysiert und die für uns wesentlichen Aspekte erarbeitet. Wir verfügen bislang nicht über eine schriftlich ausgearbeitete Nachhaltigkeitsstrategie. Diese werden wir bis Ende 2020 unter Beteiligung der Mitarbeiter*innen erarbeiten. Die Mitarbeiter*innen werden auch aktiv in das Monitoring für deren Umsetzung eingebunden. 

Unsere handwerklich gefertigten Produkte erfüllen kontinuierlich höchste Qualitätsansprüche im Sinne der Nachhaltigkeit, die wir mit Blick auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie Gesundheit umsetzen. Dabei verbessern wir kontinuierlich die durchgängige Produkttransparenz bezüglich des ökologischen Anbaus und der nachhaltigen Verarbeitung der von uns eingekauften Zutaten, deren Verpackungen und Versand.  

Im eigenen Betrieb arbeiten wir an der Verbesserung unserer Umweltbedingungen z.B. Energie- und Wasserersparnis bei Investitionen in neuen Maschinen und Geräte, Vermeidung und Recycling von Verpackungen, umweltfreundliche Putzmittel etc. Dies schlägt sich sowohl im wirtschaftlichen als auch ökologischen Bereich positiv nieder.  

Unsere Intention ist es, langfristig Bedarfe an Nachhaltigkeit und Qualität im Lebensmittelbereich zu wecken. Unseren Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften vermitteln wir unseren Mitarbeiter*Innen und bereits in Praktika an Schüler*Innen und Ausbildungsinteressenten. Deshalb haben wir bislang keinen Mangel an Auszubildenden im Bereich Konditorei und können Mitarbeiter*innen bei Bedarf langfristig binden.  

Unsere Konditorei erfüllt die strengen gesetzlichen Auflagen, insbesondere die deutschen Verordnungen zur Lebensmittelhygiene - nachgewiesen durch das HACCP-System - und zur Lebensmittelinformation. Außerdem haben wir eine enge Qualitätsüberprüfung unserer Produkte in Produktion und Verkauf eingeführt. Bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und beim Deutschen Konditorenbund haben unsere Produkte sehr gute Auszeichnungen erhalten, und unsere Confiserie wird im renommierten „Guide des Croqueurs de Chocolat“ geführt.  

Um bereits umgesetzte Maßnahmen und unsere weiteren Anstrengungen besser an unsere Kunden und Zulieferer zu kommunizieren, werden wir künftig alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

In der Reflektion unserer bisherigen Arbeit im Rahmen des bereits erwähnten Nachhaltigkeits-Workshops haben wir folgende wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte als unsere Arbeitsschwerpunkte identifiziert:  

Umweltschutz
Die Produktion von Konditoreiwaren ist energieintensiv. Der Wasser- und Stromeinsatz ist in unserem Betrieb der wesentliche Umweltfaktor. Daher zählt die Einsparung von Strom und Wasser zu den wesentlichen Umweltaspekten.

Zulieferkette
Die Auswahl der Lieferanten und der von ihnen bezogenen Produkte soll sich kontinuierlich neben ökonomischen Aspekten auch an Umwelt- und Sozialkriterien orientieren.

Produkte
Wir produzieren nachhaltige und qualitative Produkte in punkto Geschmack, Verträglichkeit und Umweltbewusstsein. Dabei berücksichtigen wir die Umweltaspekte künftig noch stärker.

Mitarbeiter
Unsere Branche leidet bundesweit unter Nachwuchsmangel. Unser Betrieb fördert systematisch die Arbeitsfähigkeit von Nachwuchskräften. Neben der fachlichen Ausbildung ist die Eigenverantwortlichkeit am Arbeitsplatz ein wesentliches Ausbildungsziel.

Die Chancengleichheit unterschiedlicher Nationalitäten und Geschlechter sind wichtige Themen unserer Personalpolitik. Daher geben wir auch benachteiligten Jugendlichen (Flüchtlinge) eine Chance auf Ausbildung.

Unsere Nachhaltigkeitsziele sind im Arbeitsalltag mit allen Mitarbeiter*innen thematisiert und werden gemeinsam umgesetzt. Dabei sehen wir die intrinsische Motivation und Vorbildfunktion der Geschäftsführung maßgeblich als Erfolgsfaktor: „Wir leben unseren Werte“.
 
Ausbildung stellt in unserem Betrieb einen wesentlichen Aspekt dar. Wir vermitteln spezifisches Fachwissen an unsere Auszubildenden, um die Möglichkeit zu haben über unseren eigenen Nachwuchs Stellen wieder besetzen zu können.

Des Weiteren vermitteln wir unseren Auszubildenden nach ihren Abschluss in ein anderes Arbeitsverhältnis und pflegen langfristig den Kontakt. Auf diese Weise haben wir einen flexiblen Pool, aus dem wir bei Bedarf Aushilfen für unsere Veranstaltungen anfragen, oder ggf. auch in Festanstellung wieder für unser Unternehmen gewinnen können. Zudem qualifizieren wir auch bereits ausgebildete Mitarbeiter*innen aus anderen Berufe, um eine Anbindung an den Betrieb zu erreichen.

Kundenbewusstsein für Nachhaltigkeit stärken und erfüllen
Wir richten unsere Kommunikation nach außen daraufhin aus, den Verbraucher über die Einhaltung und Weiterentwicklung der für unser Unternehmen wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte zu informieren und treten darüber in einen Dialog mit unserer Kundschaft ein.

Als kleines Unternehmen stehen wir in der Gefahr mit unseren Nachhaltigkeitsanstrengungen nur unzureichend wahrgenommen zu werden. Die DNK-Erklärung mit ihren Marketing-Kanälen ist deshalb für uns ein geeignetes Instrument für die Kommunikation nach außen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit der lokalen Presse zusammen, um die Sichtbarkeit unseres Unternehmens als nachhaltige Konditorei zu verbessern.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Wir verfolgen vor allem das UN-Nachhaltigkeitsziel "Nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen". Dadurch wollen wir uns im regionalen Wettbewerb als qualitätsbewusstes und nachhaltiges Unternehmen bei unseren Kunden positionieren. Unsere operationalen Nachhaltigkeitsziele haben wir entsprechend priorisiert:

Produkte
Beim Einkauf legen wir Wert auf regionale Produkte und möchten den Anteil biologisch produzierter Lebensmittel bis Ende 2020 um 10% steigern. Dabei müssen wir gesamtkalkulatorisch darauf achten, dass dies nicht zur Preissteigerung führt.

Bei der Kreation unserer Konditoreiwaren legen wir Wert auf den regionalen Bezug, z.B. „Pfälzer Eicheln“, „Pfälzer Sandsteine“, „Original Pfälzer Rotweintorte“. Das schonende Produktionsverfahren ist darauf ausgerichtet den Geschmack basierend auf natürlichen Produktaromen zu erhalten. Ziel ist dabei auch die Verringerung der Zugabe von Industriezucker.

Zulieferkette
In der Zulieferkette verlangen wir Umwelt- und Sozialverträglichkeit. Auf unsere Initiative hin stehen wir mit unseren Lieferanten diesbezüglich bereits im engen Kontakt. Bei der Auswahl unserer Zulieferer bevorzugen wir qualitätsbewusste, nachhaltige und inhabergeführte Unternehmen.

Künftig besuchen wir einmal im Jahr mindestens 3 Lieferanten direkt vor Ort in Italien, Frankreich, Belgien und Deutschland, um gemeinsam an nachhaltigen Anforderungen und Lösungen in unserer Lieferkette zu arbeiten.

Kunden
Wir möchten unsere Kundschaft für nachhaltig produzierte Konditoreiprodukte begeistern und das Bewusstsein entsprechend schärfen. Dafür nehmen wir uns im Verkaufsgespräch Zeit und informieren durch Broschüren und Aushänge im Ladengeschäft und im „Genießermobil“ (Verkaufstrailer). Ziel: Erstellen der Informationsmaterialien bis 2020.

Kommunikation
Über unsere Homepage und Social Media erreichen wir die breite Öffentlichkeit. Die lokale Presse halten wir mit Nachhaltigkeitsmeldungen informiert.

Umweltschutz
Wir sehen in der Rückgewinnung des Wassers bei der Eisherstellung einen wesentlichen Aspekt die Ressource Wasser zu schonen. Hierzu lassen wir uns bis Ende 2020 fachlich beraten. Eine Installation zur Rückgewinnung von Wasser ist das Ziel bis 2021. Ebenso ist es uns wichtig die älteren Kühlgeräte nacheinander durch energiesparende Geräte 2021 zu tauschen (abhängig vom wirtschaftlichen Gewinn).

Bei unseren Verpackungen achten wir auf Müllvermeidung bzw. recyclebares Material. Unseren Verpackungsmüll werden wir im Einkauf bis Ende 2020 um ca. 20% reduzieren.

Umsetzung und Kontrolle der Nachhaltigkeitsziele
Die Geschäftsführung ist zuständig für die Umsetzung und Kontrolle der Nachhaltigkeitsziele unter aktiver Beteiligung allen Mitarbeiter*innen und Auszubildenden. Jährlich führen wir eine Schulung zum Thema „Nachhaltige Produktion“ durch. Ziel ist die Bildung des Bewusstseins und der Motivation für die Umsetzung und das Monitoring unserer Nachhaltigkeitsziele, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anzustoßen.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Im Folgenden beschrieben wir unsere direkten Einflussmöglichkeiten auf die Nachhaltigkeit unserer Wertschöpfungskette:  

Einkauf
In unserem kleinen Handwerksbetrieb werden primär Produkte zum zeitnahen Verzehr hergestellt. Daher ist die Verarbeitung regionaler Produkte aus Zeit- und Umweltgründen besonders wichtig für uns.  

Unsere Wertschöpfungskette ist so tief wie möglich angesetzt und wird von uns immer wieder reflektiert. In der Zwischenkette wollen wir preistreibende Zwischenhändler ausschalten, um Preise zu sichern und zu senken.

Wir kennen die zuliefernden Bauern persönlich, von denen wir z. B. unsere besonderen Mehlsorten, Obst und Haselnüsse beziehen. Wir achten beim Einkauf immer auf hohe Qualitätsstandards, die sich im Endprodukt wiederspiegeln. Produkte aus biologischem Anbau werden nach Möglichkeit bevorzugt.  

Mit unseren wenigen Händlern, deren Zahl kontinuierlich sinkt, reflektieren wir gemeinsam deren Wertschöpfungskette und motivieren sie die Produkte bzw. Anbaubedingungen ihrer Vertragspartner kennenzulernen und nachhaltig zu beeinflussen. Von Zulieferern, welche die Einhaltung von Sozialplänen bei Produktionsverlagerung nicht beachten wollten, haben wir uns in der Vergangenheit proaktiv getrennt.  

Produktion
Der Faktor Zeit spielt in der Produktion eine große Rolle, weil unsere Produkte über Fermentation (von Teigen), Reifung (von Eis-Mix) oder Kristallisation (von Schokolade und oder Nougat) erst die gewünschte Stabilität aufweisen. In unseren geschmackserhaltenden Produktionsverfahren geben wir den natürlichen Prozessen die Zeit, die sie brauchen.  

Verkauf
Unsere Verpackung richtet sich neben der Attraktivität für die Kunden primär danach, die erreichte Produktqualität möglichst lang zu erhalten. Langfristiges Ziel ist, es die Verpackung noch stärker darauf aus zu richten, die Wiederverwertbarkeit und Umweltfreundlichkeit durchgängig zu erreichen.  

Im Eisverkauf werden wir z.B. die Plastiklöffel durch umweltschonende Varianten ersetzen, z.B. als Alternative zu den Bechern nur noch Waffeln anbieten. Becher werden nur noch auf ausdrückliche Nachfrage des Kunden, z.B. bei Gluten-Unverträglichkeit und Allergien ausgegeben.  

Die Steuerung des Verkaufs hat das Ziel Verkaufs Retouren so klein wie möglich zu halten (siehe hierzu Kriterium Nr. 12 - Ressourcenmanagement).  

Onlinebestellungen gehen in der Regel nur aus Deutschland bzw. aus dem deutschsprachigen Raum ein. Eine strategische Internationalisierung des Verkaufs durch einen mehrsprachigen Onlineshop ist aus Gründen der Nachhaltigkeit nicht geplant. Aus demselben Grund kommt unser „Genießermobil“ nur im Radius von bis zu max. 100 km zum Einsatz.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4