1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Grundsteinlegung im Sinne der Nachhaltigkeit

Mit der Verabschiedung des Abfallwirtschaftskonzeptes im Jahr 1990 durch den Kreis Wesel wurden die Weichen für nachhaltige Abfallvermeidungs-, Abfallverwertungs- und Abfallentsorgungsmaßnahmen und damit für die thermische Abfallbehandlung sowie die Kompostierung gestellt. Vermeidung, Verwertung und sichere Entsorgung waren die Säulen des ökologischen Abfallwirtschaftskonzeptes.

Die Notwendigkeit der Errichtung eines Abfallentsorgungszentrums wurde auch durch die Schließung der Deponie Rheinberg Winterswick, die nach einer Laufzeitverlängerung in 1996 erfolgte, begründet.

Im Jahr 1994 erhielt die Gesellschaft den Planfeststellungsbeschluss für die Abfallbehandlungsanlagen. Es erfolgte die Grundsteinlegung für das AEZ Asdonkshof, das 1997 in Betrieb genommen wurde.

Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie

Die Chronik zeigt sehr deutlich, dass das AEZ Asdonkshof im Geiste der nachhaltigen Entwicklung geplant wurde. Die Nachhaltigkeitsorientierung im Abfallwirtschaftskonzept zeichnet sich durch die Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte sowie partizipativer Elemente im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens aus. Im Windschatten des Berichts „Unsere gemeinsame Zukunft“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung im Jahr 1987 als einer der Meilensteine der nachhaltigen Entwicklung wurde eines der modernsten Abfallentsorgungszentren Europas errichtet. Eine Besonderheit des AEZ Asdonkshof ist bis heute die Bündelung der Angebote, da die energetische und stoffliche Verwertung, Behandlung und Ablagerung an einem Standort und aus einer Hand erfolgen.

Aufgrund dieser Genese ist Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie anzusehen.

Handlungsfelder und Nachhaltigkeitsaspekte

Rauchgasbehandlung, Fernwärme- und Stromerzeugung, Ausgleichsflächenmanagement und biologische Vielfalt, erneuerbare Energien und Rohstoffgewinnung, Gebührenstabilität und regionale Wertschöpfung, Gesundheitsförderung und Arbeitssicherheit sind ausgewählte nachhaltigkeitsbezogene Handlungsfelder und Aspekte, die in der Planungsphase und mit Inbetriebnahme des AEZ Asdonkshof wesentliche Berücksichtigung fanden.

Nachhaltigkeitsrelevante Standards

Das AEZ Asdonkshof orientiert sich mit der vorliegenden DNK-Erklärung am Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Zudem handelt es sich bei dem Unternehmen um einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Gesellschaftliches Umfeld

Das AEZ Asdonkshof in Kamp-Lintfort liegt im Kreis Wesel am Niederrhein. Zum Kreis Wesel gehören die Kommunen Alpen, Dinslaken, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg, Schermbeck, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten.

Die Städte Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten bilden zusammen die LEADER-Region „Niederrhein: Natürlich lebendig!“. In den Bereichen demografischer Wandel, Inklusion, Integration, Wirtschaft, Tourismus, Natur, Kultur, Umwelt und Klimawandel werden regionale Projekte gefördert.

Die Stadt Kamp-Lintfort hat in Kooperation mit dem AEZ Asdonkshof am Wettbewerb „Modellkommune/ -region Wasserstoffmobilität NRW“ teilgenommen. Ein Bestandteil war die Erzeugung von Wasserstoff mit „grünem Strom“.
Die Innovation City Management GmbH hat im Auftrag der Stadt Kamp-Lintfort zusammen mit der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft und der RAG Montan Immobilien GmbH im Jahr 2017 ein Quartierskonzept für das Stadtquartier Lintfort entwickelt. Die energetische Modernisierung von Gebäuden und die Senkung des Strom- und Wärmebedarfs stehen dabei im Vordergrund. Das AEZ Asdonksohof begleitet dieses Vorhaben und informiert Bürger in diesem Zusammenhang über die Vorzüge der Fernwärme.
Kamp-Linfort ist neben der Stadt Kleve ein Standort der Hochschule Rhein-Waal, die als Faitrade-University ausgezeichnet wurde und in ihrem Leitbild u.a. die Internationalität, die Verantwortung für die Region und die Gestaltung der Zukunft betont.

Nachhaltigkeitsaspekte des AEZ Asdonkshof – Auswirkungen, Chancen und Risiken

Die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte sind in Kriterium 1 genannt. Diese wurden bereits im Planungsprozess weitgehend analysiert und berücksichtigt, sodass eine Wesentlichkeitsanalyse im engeren Sinne nicht erforderlich war.
Die Nachhaltigkeitsaspekte haben in erster Linie positive ökologische und soziale Auswirkungen und stellen Chancen dar, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung als nachhaltig tätiges Unternehmen. Die ökologischen Wirkungen der Geschäftstätigkeit werden u.a. in den Kriterien 4 und 12 dargelegt, die sozialen Wirkungen insbesondere in den Kriterien 14 bis 18.  

Risiken werden in der Komplexität und Vielfalt der Aspekte und der verständlichen internen und externen Nachhaltigkeitskommunikation gesehen. Daher wird es für die weitere Ausgestaltung des Nachhaltigkeitsmanagements wichtig sein, eine nachvollziehbare und einfache Vermittlung der Nachhaltigkeitsleistungen des AEZ Asdonkshof anzustreben. Dies geschieht am Beispiel der Nachhaltigkeitsvisitenkarte, die eine bürgerfreundliche Vermittlung der Aspekte ermöglichen soll.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ziele im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeitskommunikation

Vorgesehen ist die Fortschreibung der DNK-Erklärung im zwei- bis dreijährigen Rhythmus sowie die kontinuierliche und anlassbezogene Anpassung der in Kriterium 1 genannten Nachhaltigkeitsvisitenkarte.

Nachhaltigkeitsteam

Neben dem derzeitigen Nachhaltigkeitsteam sollen weitere Mitarbeiter in den Nachhaltigkeitsprozess integriert werden (vgl. auch Kriterium 5).

Ziele mit hoher Priorität

Die Nachhaltigkeit im Kerngeschäft wird verstärkt öffentlich kommuniziert, damit die Bürger Einblicke in das umweltfreundliche und sozialverträgliche Wirtschaften des AEZ Asdonkshof erhalten (vgl. Kriterium 1 und 2). In diesem Zusammenhang spielt die Nachhaltigkeitskommunikation eine zentrale Rolle.

Es gilt zudem, den Stand der Technik zu erhalten und die Vorgaben proaktiv und über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus umzusetzen. Dazu gehört auch die Durchführung wiederkehrender Audits (R1, Energieaudit, zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb).

Vgl. zudem „Neubau einer Vergärungs- und Kompostierungsanlage“ in Kriterium 10.

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2015 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Unter Berücksichtigung der in Kriterium 1 genannten Handlungsfelder und Aspekte wird im Folgenden ersichtlich, welche der Nachhaltigkeitsziele bereits in der Planungs- und Startphase des AEZ Asdonkshof verfolgt wurden und bis heute umgesetzt werden:

Nachhaltigkeitsziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Nachhaltigkeitsziel 4: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern

Nachhaltigkeitsziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

Nachhaltigkeitsziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern

Nachhaltigkeitsziel 8: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit fördern

Nachhaltigkeitsziel 9: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Nachhaltigkeitsziel 11: Städte und Siedlungen sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

Nachhaltigkeitsziel 13: Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen fördern

Nachhaltigkeitsziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen

Kontrolle der Ziele

Die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung kontrollieren die in diesem Kriterium genannten Ziele. Rückmeldungen von Bürgern und Anspruchsgruppen werden in diesem Zusammenhang ebenfalls berücksichtigt.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Stufen der Wertschöpfungskette und entsprechende Nachhaltigkeitsaspekte

Umweltschonende Verbrennung

Das Kernstück des umweltschonenden Konzeptes wird von der Müllverbrennungsanlage zur thermischen Behandlung von Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbeabfall gebildet. Die Besonderheit der Anlage liegt in der besonders wirksamen Rauchgasreinigung.
Die im Abfall enthaltene Energie wird in einer Kesselanlage in nutzbare elektrische und thermische Energie umgewandelt.

Stoffliche Behandlung und Verwertung

Die thermische Abfallbehandlung wird durch verschiedene Anlagenteile zur stofflichen Behandlung von Abfall ergänzt: Hierzu zählen ein Bio-Kompostwerk, eine Sortier- und Aufbereitungsanlage für Sperrmüll und gewerbliche Abfälle sowie ein Wertstoffhof für Kleinmengen und Problemabfälle speziell für die Bürger des Kreises Wesel.

Sichere Ablagerung

Zusätzlich verfügt das AEZ Asdonkshof über eine Deponie der neuen Generation mit komplexem Abdichtungssystem, auf der ausschließlich inerte (reaktionsarme) Stoffe abgelagert werden (vgl. u.a. Kriterium 12).

Die Überprüfung der Nachhaltigkeit erfolgt auf allen Stufen (vgl. u.a. Kriterium 6 - Emissionsbericht).
 
Soziale und ökologische Probleme

Analog zu dem in Kriterium 1 beschriebenen Planungsprozess des AEZ Asdonkshof wurden die Probleme und Risiken auf den einzelnen Stufen unmittelbar berücksichtigt und durch die in dieser DNK-Erklärung beschriebenen Maßnahmen minimiert (Rauchgasreinigung - im Mittel erhebliche Unterschreitung gesetzlicher Grenzwerte, CO2-Einsparung durch Nutzung der im Abfall enthaltenen Energie, stoffliche Verwertung, Arbeitsschutzmaßnahmen, Schulungen und Unterweisungen, betriebliche Gesundheitsförderung etc.).

Kommunikation mit Geschäftspartnern

Das AEZ Asdonkshof ist für Geschäftspartner und private Entsorger ein zentraler Ansprechpartner für die vielfältigen Aufgaben der Entsorgung und Verwertung.

Die Anspruchsgruppen und Geschäftspartner werden über den DNK-Prozess der Gesellschaft informiert, um die Nachhaltigkeitsbezüge auf den einzelnen Ebenen transparent zu machen und eine weitere Sensibilisierung für Nachhaltigkeitsfragen in der Region zu erzielen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4