1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeit – ein Thema, dem sich heute niemand mehr entziehen kann. Dies gilt sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen oder Organisationen. Dabei ist der verantwortungsvolle Umgang mit Umwelt und Klima weder Zeitgeist noch vorübergehender Trend, sondern eine Haltung, die eine grundsätzliche Veränderung unserer Arbeitsprozesse und Lebensweisen voraussetzt. Für ein produzierendes Unternehmen wie ASSMANN nimmt das Thema Umwelt- und Ressourcenschutz einen sehr wichtigen Platz in der Unternehmensstrategie ein. Folgerichtig zählt es neben Produkttechnologie und -marketing, Qualität, innovative Technik und Kosteneffizienz sowie Personalpolitik gleichberechtigt zu den strategischen Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens. Wir bei ASSMANN haben die Zeichen der Zeit erkannt – und dies nicht erst heute. Seit der Firmengründung 1939 haben wir unsere Unternehmensstrategie konsequent unter Beachtung des Vorsorgeprinzips auf nachhaltiges Wirtschaften ausgelegt. Diese strategische Ausrichtung haben wir in einem Nachhaltigkeitsleitbild zusammengefasst. Zertifizierte Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme unterstützen uns dabei, diese Strategie erfolgreich umzusetzen. Mit den Zertifizierungen unseres Produktionsstandorts nach Qualitätsmanagement ISO 9001:2015, Umweltmanagement ISO 14001:2015 sowie der Europäischen Verordnung zum Umweltmanagement (Verordnung [EG] Nr. 1221 / 2009 EMAS III mit geänderten Anhängen I-III vom 28.08.2017) wird uns unser hoher Anspruch durch unabhängige Experten regelmäßig bestätigt. Um einen international einheitlichen Handlungsrahmen zu gewährleisten, haben wir die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen mit der strategischen Ausrichtung von ASSMANN abgeglichen und den Handlungsfeldern in unserem Nachhaltigkeitsbericht zugeordnet. Diese weisen wir in der Umwelterklärung direkt im Zusammenhang mit unserem Nachhaltigkeits- und Umweltprogramm aus. Wir sind der Überzeugung, dass ein international einheitlicher Handlungsrahmen einen bedeutenden Beitrag zur Harmonisierung von Nachhaltigkeitsaktivitäten leisten kann.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die regelmäßige Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekte obliegt bei ASSMANN dem Team Nachhaltigkeit. Ihm gehört neben dem Leiter Industrial Engineering / Umweltmanagement, dem Nachhaltigkeitsbeauftragten, dem Leiter Export und Vertriebsmanagement, dem Leiter der Personalabteilung, dem Leiter Marketing sowie dem kaufmännischen Leiter auch der Geschäftsführer Dirk Aßmann an. Es untersucht die für ASSMANN identifizierten internen und externen Herausforderungen systematisch auf ihre Wesentlichkeit. Die Einordnung beruht auf dem identifizierten Handlungsbedarf. Zudem werden die Herausforderungen den internen und externen Stakeholdern zugeordnet und mit ihrer Sichtweise abgeglichen. Die Ergebnisse dieser Analysen stellen wir in unserer Umwelterklärung 2019 auf den Seiten 24-30 ausführlich vor. Die Wesentlichkeitsanalyse ist bei ASSMANN ein strategisches Instrument zur mittel- bis langfristigen Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten. Um Kontinuität in der Ausrichtung zu gewährleisten, wird sie nicht jährlich sondern im Rhythmus von 3 Jahren durchgeführt. Die nächste Aktualisierung wird im Jahr 2019 vorgenommen und findet Eingang in den nächsten GRI-Bericht im Jahr 2020.
Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse bestätigen grundsätzlich den bisherigen Weg von ASSMANN. Zu den Themen, die einen besonderen Einfluss auf die Unternehmensentwicklung haben, zählt unter anderem die Veränderung der Arbeitswelt durch die zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen – Stichwort „Arbeit 4.0“. Für unsere Stakeholder wie auch für uns ist dies ein wesentlicher Aspekt, der in die ökonomische und auch in die gesellschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit ausstrahlt. Unternehmen der Büromöbelbranche können in Zukunft nur erfolgreich wirtschaften, wenn sie Veränderungen der Nutzeranforderungen, die durch die Digitalisierung der Arbeitswelt angestoßen werden, nicht nur antizipieren, sondern gemeinsam mit den Kunden in Angriff nehmen. Diesen Weg verfolgen wir bei ASSMANN konsequent, indem wir unser Selbstverständnis als Hersteller von Büromöbelsystemen hin zu einem Lösungsanbieter für moderne Arbeitswelten entwickeln. Durch die Beteiligung am AOK-Innovationsprojekt „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ stärken wir unsere Kompetenz als starker Partner bei der Gestaltung von Arbeitswelten nach modernen Anforderungen.
Ein wichtiger Faktor bei der Abschätzung wesentlicher Aspekte aus Kundensicht sind Selbstauskünfte, die wir regelmäßig bei unseren Kunden abgeben. Anhand dieser Fragebögen sind die thematischen Schwerpunkte im Nachhaltigkeitsbereich detailliert nachvollziehbar. Folgende Herausforderungen haben wir in den ermittelten Themenbereichen erkannt:

DIGITALISIERUNG FORDERT UMDENKEN
Mit der Digitalisierung von Arbeit und Geschäftsprozessen gewinnen auch die Themen Datenschutz und IT-Sicherheit an Bedeutung. So könnten Stakeholder künftig eine Zertifizierung nach ISO 27001 fordern. Da diesbezügliche Anfragen bislang keinen verpflichtenden Charakter haben, gehen wir zurzeit allerdings nicht davon aus, dass eine Zertifizierung einen relevanten Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktor bei der Generierung von Aufträgen darstellt. Mit steigender gesellschaftlicher Sensibilisierung für das Thema kann sich diese Bewertung jedoch ändern. Daher soll eine Aufwands-/Nutzen-Abschätzung einer Zertifizierung vorgenommen werden. Aus Kapazitäts- und Priorisierungsgründen ist dies in 2018 noch nicht erfolgt. Um die Anforderungen der seit Mai 2018 anzuwendende Datenschutzgrundverordnung wie beispielsweise erweiterte Dokumentations- und Informationspflichten erfolgreich zu bewältigen, wurden neue Abläufe implementiert und alle Mitarbeiter entsprechend ihres Aufgabenfeldes geschult. Dazu wurde ein externer Experte als Datenschutzbeauftragter eingesetzt. Die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden Verstößen schätzen wir daher als gering ein.

LIEFERANTENMANAGEMENT AUF DEM PRÜFSTAND
Wir erteilen unseren Kunden mittels Fragebögen regelmäßig Selbstauskünfte, anhand derer sie die thematischen Schwerpunkte im Nachhaltigkeitsbereich detailliert nachvollziehen können. So wird beispielsweise neben dem Gebrauchswert und der Ergonomie unserer Möbel inzwischen auch der Einsatz von Holzwerkstoffen auf Basis von Holz aus zertifizierter, verantwortungsvoller Holzwirtschaft dokumentiert. Seit 2017 können wir auf eine PEFC-Zertifizierung für unsere melaminharzbeschichteten Standardmöbel verweisen. Unserer Einschätzung nach ist die Marktversorgung mit zertifizierten Holzprodukten kurz- bis mittelfristig ausreichend. Wir können aber nicht ausschließen, dass eine gesteigerte Nachfrage im Zusammenhang mit negativen Klimafolgen, wie aktuell der erhöhte Befall durch Borkenkäfer, möglicherweise zu einer Verknappung dieser Rohstoffe in den nächsten Jahren führt. Da wir aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an Büromöbelsystemen und Einrichtungslösungen nicht mit einem höheren Recyclinganteil arbeiten können und auch die Spielräume bei der Erhöhung der Materialeffizienz begrenzt sind, prüfen wir, ob wir mit längerfristigen Lieferantenverträgen einer möglichen Verknappung begegnen könnten.
Grundsätzlich erwarten wir außerdem mittelfristig steigende Materialeinstandskosten für Holz-, Stahl- und Kunststoffprodukte. Um die Auswirkungen abzufedern, streben wir in der Produktion den besten Stand der Technik an. Die neue Korpuslinie trägt durch eine gesteigerte Produktivität dazu bei, diese Kosten auszugleichen. Weiterer Produktivitätsverbesserungen insbesondere im Bereich der Tischmontage befinden sich aktuell in der Planung und sollen bis Ende 2020 realisiert werden. Auch im Hinblick auf das Lieferantenmanagement prüft ASSMANN den Einsatz einer Mehrlieferanten-Strategie, um für preissensible Produkte und Kunden mehr Möglichkeiten der Individualisierung anbieten zu können. Für diese Bereiche ist eine Internationalisierung der Beschaffungsstrategien möglich. Hier zeichnet sich ein Zielkonflikt zwischen den ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen ab, da diese Strategie zu höherem Energieeinsatz und steigenden Emissionen durch längere Anlieferwege führen kann. Aktuell liegt nur etwa ein Viertel der Lieferanten außerhalb eines Umkreises von 250 Kilometern. Es muss jeweils eine Einzelfallbetrachtung vorgenommen und die entsprechenden Aspekte gegeneinander aufgewogen werden, falls es hier Verschiebungen geben soll.
Der Austausch mit unseren Lieferanten und deren enge Einbindung in unsere Prozesse u. a. durch Just-in-time/Just-in-sequence-Lieferungen ist eine wichtige Säule in unserem Produktionsprozess. Um eine dauerhafte Gewährleistung der Lieferqualität zu gewährleisten, sind wir stets um Lieferantenentwicklung bemüht. In Lieferantenaudits und Lieferantenbeurteilungen decken wir Potenziale auf und erarbeiten gemeinsam mit unseren Partnern Lösungen bei auftretenden Problemen.

TRANSPORT/LOGISTIK
Der Bereich Logistik ist aufgrund der Produktdimensionen und der geografischen Kundenstruktur bei ASSMANN schon seit mehreren Jahren ein zentrales Thema unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Mit steigender Absatzmenge und in Anbetracht der gesellschaftlichen Diskussion um Emissionen im Verkehr nimmt dessen Bedeutung weiter zu. Um diesen Herausforderungen zu bewältigen, haben wir im Jahr 2018 eine detaillierte Analyse der Logistik vorgenommen, um auf dieser Basis passende Konzepte hinsichtlich der Toureffizienz entwickeln zu können. Die Schwerpunkte dieser Arbeiten liegen zum einen in der Kapazitätsnutzung der Tour, zum anderen in der Produktivität der Fuhrpark-Mitarbeiter.

DEMOGRAFISCHER WANDEL
Der demografischen Wandel mit seinen strukturellen gesellschaftlichen Veränderungen stellt uns insbesondere im Personalbereich vor neue Herausforderungen, die wir proaktiv und mit Erfolg in Angriff genommen haben. Dabei ist der Faktor Familienunternehmen für uns sowohl in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse als auch bezogen auf die Themen Mitarbeiterzufriedenheit und -entwicklung von großer Bedeutung. Mit einem gut strukturierten Aus- und Fortbildungskonzept, vielen betrieblichen Maßnahmen zur flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeitgestaltung sowie Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherheit und Gesundheitsfürsorge mit dem unternehmenseigenen Gesundheitsmanagement "ASSPlus" halten wir die Motivation unserer Mitarbeiter hoch und positionieren uns als gefragter Arbeitgeber auf einem umkämpften Fachkräftemarkt. Die Auszeichnung mit dem Top-Job-Qualitätssiegel im Jahr 2017 sowie die Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises durch den Verein Innovative Berufsbildung e. V. bestätigen die Wirksamkeit unserer Anstrengungen und spornen uns an, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Daher haben wir in 2018 auch erneut an dem Top Job Projekt teilgenommen, um weitere Verbesserungen ableiten zu können.

NEUE HERAUSFORDERUNGEN WARTEN
Der bevorstehende Brexit und die nach wie vor unklaren wirtschaftlichen Folgen für den Import von Ware aus dem Vereinigten Königreich (UK) und den Export nach UK bergen für uns weitere Risiken. Bei einem ungeregelten Austritt aus der EU wird es durch Zölle zu einer Verteuerung von Einkaufsartikeln aus dem Vereinigten Königreich sowie zu Aufschlägen im Export nach UK kommen. Hier wird geprüft, welche Artikel in welchem Umfang von Zöllen betroffen sind und sobald ein ungeregelter Brexit absehbar ist, muss ggf. eine Verkaufspreisanpassung erfolgen. Zudem ist zeitweilig mit einer Verlängerung der Lieferzeiten in beide Richtungen durch Zollkontrollen zu rechnen. Sobald ein ungeregelter Brexit klar absehbar ist, wird ASSMANN proaktiv mit einer Verlängerung der Lieferzeit reagieren und anschließend kontinuierlich an die tatsächlichen Verzögerungen anpassen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Das Team Nachhaltigkeit trifft sich mindestens viermal im Jahr, um das Nachhaltigkeits- und Umweltprogramm zu koordinieren und über Zielsetzung und Zielerreichung zu beraten. Dieses umfangreiche Programm ist auf S. 84 – 86 der Umwelterklärung abgebildet. Ursprung diese Programms ist die letzte umfassende Wesentlichkeitsanalyse aus dem Jahr 2016, die für den GRI-Bericht 2017 erstellt wurde. Da es sich bei der Wesentlichkeitsanalyse um ein strategisches Tool zur Unternehmensausrichtung handelt, wird diese in Zyklen von 3-4 Jahren vorgenommen. Die nächste umfassende Neubewertung der wesentlichen Themen für das Unternehmen mit der Ableitung eines entsprechenden Ziel- und Maßnahmenprogramms wird im 1. Quartal 2020 abgeschlossen sein. Daher sind die Ziele des aktuellen Programms bis maximal auf Ende 2020 terminiert.
In den Kategorien Umwelt, Notfallvorsorge, Material und Materialeffizienz, Gesellschaft sowie Mitarbeiter und Arbeitssicherheit sind Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Endzeitpunkte der Maßnahmen sowie der jeweilige stichtagsbezogene Status beschrieben. Mit der jährlich aktualisierten Umwelterklärung veröffentlichen wir jeweils in der zweiten Jahreshälfte den Fortschritt in der Zielerreichung. Darüber hinaus haben wir die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie abgeglichen. Da die Entwicklung des Nachhaltigkeits- und Umweltprogramms in 2016 noch nicht auf den 17 SDGs und den 169 Zielvorgaben basierte, haben wir eine Bewertung vorgenommen, auf welche Ziele und Zielvorgaben sich unser Programm auswirkt.  Die ermittelten Ziele und Zielvorgaben führen wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht und unserer Umwelterklärung auf und weisen den Bezug jeder einzelnen Maßnahme des Nachhaltigkeits- und Umweltprogramms zu den entsprechenden SDGs aus.

Ein besonderer Fokus wird aktuell auf drei Themenfelder gelegt:
Gesunde Arbeit in der Arbeitswelt 4.0:
Da das Thema Automatisierung und Digitalisierung bei ASSMANN sowohl in der Fertigung als auch in administrativen Bereichen eine große Rolle spielt, ist es wichtig, die damit verbundenen Auswirkungen auf die Menschen bei ASSMANN zu ermitteln. Nur so können wir auf Dauer die Beschäftigungsfähigkeit unserer Mitarbeiter erhalten und ihnen ein gesundheitserhaltendes und produktives Arbeitsumfeld bereitstellen.

Überprüfen und Bewerten von Nachhaltigkeitsaspekten in der Beschaffung:
Vor dem Hintergrund des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte erwarten wir, dass die Anforderungen an die Überprüfung und Einhaltung von sozialen und ökologischen Aspekten in der Lieferkette steigen werden. Auch wenn wir z. B. aufgrund unserer Unternehmensgröße noch nicht direkt von möglichen gesetzlichen Regelungen betroffen sein sollten, ist zu erwarten, dass Kunden höhere Ansprüche an unsere Auskunftsfähigkeit und compliancegemäßes Verhalten stellen werden.

Energieeffizienz:
Auch wenn ASSMANN nicht in den energieintensiven Industrien tätig ist, nimmt das Thema Energieeinsatz und der damit verbundene Ausstoß von Treibhausgasen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert ein. Als einer der Vorreiter in der Branche stellen wir einen hohen Anspruch an uns selbst, unsere negativen Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten und verlässlich und kennzahlengetützt über unsere Maßnahmen und Entwicklungen Auskunft geben zu können.

Die Ergebnisse und erreichten Erfolge aus der letzten Betrachtungsperiode werden auf den Seiten 82 und 83 dargestellt.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

ASSMANN bewertet seine Nachhaltigkeitsaspekte entlang des Wertschöpfungskreislaufs bzw. dem Lebenszyklus seiner Produkte. Diesen unterteilen wir in die folgenden Bereiche:

ENTWICKLUNG UND DESIGN
Ganz entscheidend auf nachhaltige Aspekte bei der Produktion und der späteren Nutzung bzw. der Entsorgung der Produkte wirkt sich die Konstruktion der zu produzierenden Teile aus. Werden falsche oder vom Unternehmen nicht gewünschte Ansätze schon beim Designauftrag eines neuen Möbelteils vorgegeben, hat das weitreichende Konsequenzen auf die Einflussfaktoren der Produktionsmethoden. In den Pflichtenheften der Programmneuerungen werden umweltrelevante Anforderungen von Beginn an mit festgelegt. Dazu zählt beispielsweise das Vermeiden von Konfliktmaterial.

LIEFERANTEN
Aufgrund einer relativ geringen Fertigungstiefe kommt den Lieferanten von ASSMANN eine wesentliche Rolle im Wertschöpfungskreislauf zu. Deswegen betreibt das Unternehmen schon seit Langem ein intensives, auf Partnerschaftlichkeit ausgerichtetes Lieferantenmanagement. Alle Lieferanten beantworten in einer Selbstauskunft Fragen zu Qualitäts- und Umweltmanagement, aber auch zu den Themen Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit. Die 20 Hauptlieferanten werden darüber hinaus monatlich durch ein betriebsinternes System bewertet. Nach Ablauf eines Geschäftsjahres beurteilen wir die Prüfkataloge und zeichnen den besten Lieferanten aus. Seit dem Jahr 2016 fordern wir unsere Lieferanten darüber hinaus verpflichtend dazu auf, einen eigens entwickelten ASSMANN Verhaltenskodex zu unterzeichnen. Dieser Kodex beinhaltet Erklärungen zu den Themenfeldern Compliance, Menschenrechte und Gleichberechtigung, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit, Umweltverantwortung und Umweltschutz sowie ethisches Handeln. Über 95 % unserer Lieferanten haben sich zu unserem Kodex bekannt. Hierbei verfolgen wir eine Empowerment-Strategie, mit der wir Lieferanten dabei unterstützen, möglicherweise bestehende Hemmnisse zu eliminieren, um die Anforderungen vollumfänglich einhalten zu können. Lieferanten, die diesen Weg nicht mit uns gehen wollen, werden sukzessive ausgelistet. Von allen Lieferanten werden darüber hinaus Konformitätserklärungen zur sog. REACH-Verordnung und der RoHS-Richtlinie angefordert, um unseren Kunden transparente Informationen zu den Inhaltsstoffen unserer Produkte zur Verfügung stellen zu können. Weitere Informationen zum Lieferantenmanagement finden Sie in der Umwelterklärung 2019 auf S. 09/10, S: 28/29 und ab S. 56/57.

PRODUKTION
Der Einsatz modernster Technologien ermöglicht es uns, umweltfreundlich, schnell, flexibel und kostensparend zu produzieren. Mit einem hohen Automatisierungsgrad, einer Just-in-Time/Just-in-Sequence-Produktion sowie der an dem ständigen Verbesserungsprozess im Sinne der Kaizen-Philosophie ausgerichteten Arbeitsorganisation erzielt ASSMANN laufend Effizienzgewinne in der Fertigung. Mit den Zertifizierungen nach ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 sowie EMAS III wird dies durch unabhängige Experten regelmäßig bestätigt. Den Effizienzsteigerungen begegnet ASSMANN durch stetiges Wachstum und konnte bei allen vergangenen Innovationssprüngen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Dieser Anspruch gilt auch in Zukunft.

LOGISTIK UND NUTZUNG
Den Transport unserer Produkte übernimmt zu knapp 35 % der werkseigene Fuhrpark. Der Verbrauch und die Fahrkilometerleistungen werden durch das Umweltmanagementsystem kontrolliert. Die eigene LKW-Flotte wurde über ein Leasing-Konzept vollständig auf EURO6 Norm umgestellt und wird alle fünf Jahre erneuert. Dadurch wird der Fuhrpark auf dem technisch neuesten Stand gehalten und ein möglichst geringer Anteil an Emissionen insbesondere durch Stickoxide und Feinstaub durch ASSMANN-Fahrzeuge am Gesamtaufkommen angestrebt. Durch die Modernisierung des Fuhrparks und die Ausstattung der LKW mit Fleetboard und Assistenzsystemen konnte der Verbrauch von Diesel in 2018 im Vergleich zu 2017 um 2,7 l/100 km gesenkt werden.
Beim Transport der Waren fällt nur wenig Verpackungsmaterial an, das größtenteils wiederverwendbar ist (vgl. ausführlich Umwelterklärung 2019 S. 54/55). Die Nutzung der ASSMANN Produkte hängt von deren Konstruktion ab. Modular aufgebaute und stabil konstruierte Systeme garantieren oft schon eine lange Lebensdauer. Nachlieferungsgarantien von Einzelteilen geben dem Endverbraucher die Sicherheit, ein Produkt möglichst lange nutzen zu können. Zu den Nachhaltigkeitseigenschaften stellen wir eine umfangreiche Verbraucherinformation auf unserer Homepage zur Verfügung.

REPARATUR, AUFRÜSTUNG UND ENTSORGUNG
Die durchschnittliche Nutzungsdauer von ASSMANN Produkten wird mit etwa 15 Jahren angesetzt. Einzelne Materialien sind für die Festlegung der Nutzungsdauer weniger ausschlaggebend. Im Zeitraum von 15 Jahren ist mit derartigen Entwicklungssprüngen in der Büroumgebung zu rechnen, dass die Möbel unabhängig ihrer Materialdauer ausgetauscht werden.
Durch den modularen Aufbau der Produkte ist ein Austausch von defekten Teilen oder die Aufrüstung von der einfachsten Version bis zum Spitzenmodell ist in der Regel möglich. Der Austausch von Möbelteilen kann einfach und ohne Spezialwerkzeug durch Monteure, Fachhändler oder handwerklich verständige Laien erfolgen. Ersatzteile sind so lange erhältlich, wie das Modell produziert wird. Darüber hinaus stellt ASSMANN sicher, dass im Rahmen der erwarteten Lebensdauer eine Nachlieferung von Ersatzteilen oder Teilen mit gleichwertiger Funktion erfolgen kann, mindestens jedoch für einen Zeitraum bis 10 Jahre nach Ende der Produktion des jeweiligen Programms.
Zum Ende des Lebenszyklus stellt ASSMANN den Kunden Demontageanleitungen mit der Ausweisung der verwendeten Materialien zur Verfügung. Darüber hinaus werden in der Verbraucherinformation zu den Nachhaltigkeitseigenschaften Hinweise zu den aktuell günstigsten Verwertungsoptionen gegeben.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4