1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Nachhaltigkeitsstrategie und Handlungsfelder bzw. Kernthemen

Bereits 1998 hatte sich agn entschieden, als einer der ersten großen deutschen Generalplaner ein eigenes Qualitätsmanagement-System zu entwickeln und es nach DIN ISO 9001 zertifizieren zu lassen. Diese Zertifizierung wird seitdem jedes Jahr wiederholt.

Im Berichtsjahr hat sich die agn zum Ziel gesetzt, eines der ersten Planungsbüros in Deutschland zu sein, das für das eigene Unternehmen Nachhaltigkeitsstandards setzt. Ausgangspunkt für dieses Engagement war die zunehmende Nachhaltigkeitsorientierung im Bereich der Bauprojekte. Ein zehnköpfiges agn-Nachhaltigkeitsteam initiiert und koordiniert diesen Prozess seit Anfang 2017.

Die Arbeitsgruppe setzt sich u.a. auf der Basis des DNK mit ihren Kernthemen aus den Bereichen „Ökonomie, Ökologie und Soziales“, auseinander. Zunächst wurden insgesamt 20 Kernthemen mithilfe einer umfassenden SWOT-Analyse definiert. Daraus hat das Team eine Wesentlichkeitsmatrix abgeleitet und der Geschäftsführung die Arbeitsschritte und das Ergebnis präsentiert. Einstimmig hat die Geschäftsführung daraufhin der Einsortierung der Kernthemen in eine Wesentlichkeitsmatrix zugestimmt, die die Handlungsdringlichkeit und Priorität in Bezug auf das Unternehmen und seine Stakeholder definiert. Die wesentlichen Kernthemen sind in Kriterium 2 dargelegt.
Dieser Prozess dient der weiteren Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagements.

Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie

Als wesentliche Bestandteile der Strategie sind das Nachhaltigkeitsteam, die DNK-Erklärung mit der Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements anhand von Kriterien und Leistungsindikatoren sowie die Nachhaltigkeits-Visitenkarte als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit zu nennen.   

Chancen

Die Wahrnehmung als verantwortungsvolles, qualitäts- und zukunftsorientiertes Unternehmen kann bei Stakeholdern durch ein Nachhaltigkeitsmanagement und die entsprechende Kommunikation gestärkt werden.
Das Nachhaltigkeitsmanagement trägt dazu bei, den interdisziplinären Charakter der agn durch die Bündelung von Themen, Kriterien und Indikatoren weiter zu stärken. Damit einhergehen kann ein tieferes Verständnis für die Komplexität einer nachhaltigen Entwicklung – für die Mitarbeiter sowie die Stakeholder.

Maßnahmen

Vgl. Kriterium 3.  

Nachhaltigkeitsrelevante Standards

Die agn orientiert sich mit der vorliegenden Erklärung am Deutschen Nachhaltigkeitskodex.
In Bezug auf Bauprojekte sind das „Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen“ des Bundes und das Zertifizierungssystem der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) zu nennen (vgl. Kriterium 10). Zudem ist das bereits genannte Qualitätsmanagement-System eine wesentliche Grundlage für das Nachhaltigkeitsmanagement.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Gesellschaftliches Umfeld

Die agn plant und realisiert Bauprojekte öffentlicher und privater Institutionen deutschlandweit. In Bezug auf die regionalen Rahmenbedingungen ist die Verbundenheit zum Unternehmenshauptsitz in Ibbenbüren in einer idyllischen Lage mit einem mitarbeiterfreundlichen Ambiente zu nennen.
Im ländlich geprägten Münsterland in der Nähe der attraktiven Städte Münster und Osnabrück spielen Nachhaltigkeitsfragen in der Regionalentwicklung eine erhebliche Rolle.
Die gesellschaftliche Hinwendung zur nachhaltigen Entwicklung sowie die Herausforderungen des Klimawandels prägen zunehmend die Bauprojekte der agn.
Die Tätigkeiten haben zudem eine hohe gesellschaftliche Relevanz, da die agn vorwiegend für öffentliche Auftraggeber, beispielsweise im Schulbau, für die Verwaltung, das Gesundheitswesen, im Sportstättenbau oder für die Justiz arbeitet.

Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte bzw. Kernthemen  

Die Kernthemen decken die Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung Ökonomie, Ökologie und Soziales ab und wurden von dem Nachhaltigkeitsteam mithilfe einer SWOT-Analyse erarbeitet:  

Kernthemen:  
Diese Kernthemen wurden im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse mit der Geschäftsführung besprochen und priorisiert und in einer Wesentlichkeitsmatrix dargestellt, um daraus konkrete Ziele und Maßnahmen abzuleiten.

Auswirkungen der Geschäftstätigkeit

Die Geschäftstätigkeit ist eine Dienstleistung (Planung). Durch die Planung selbst werden direkte negative Auswirkungen auf die Umwelt durch den Bürobetrieb und damit verbundene Mobilität (z.B. Fahrten zu Planungsbesprechungen und Baustellen) verursacht. Diese werden durch die Bearbeitung der Aspekte im Nachhaltigkeitsteam minimiert.
Indirekt verursacht die Planung negative Auswirkungen auf die Umwelt durch die sich anschließende Bautätigkeit. Diese werden durch Forschung und Entwicklung minimiert (siehe Kriterium 10).

Soziale und ökologische Chancen und Risiken

Die Kernthemen verdeutlichen die Komplexität, die mit einer nachhaltigen Entwicklung einhergeht.
Das Nachhaltigkeitsmanagement soll das Unternehmen langfristig stärken, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und die Mitarbeiter an der Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Dafür gilt es, die Kernthemen intern und extern transparent zu kommunizieren sowie daraus Maßnahmen abzuleiten, die der langfristigen Entwicklung dienen.
Die Umsetzung entsprechender Ziele (vgl. Kriterium 3) stellt in den meisten Fällen einen hohen organisatorischen und zeitlichen Aufwand dar. In der Wesentlichkeitsanalyse wird eine große Chance gesehen, die Kernthemen zu bündeln und nach Prioritäten zu fokussieren.
Mit einer gezielten Bearbeitung der genannten ökologischen Aspekte (z.B. Energie und Emissionen, Flächeninanspruchnahme) werden in erster Linie Risiken für die Gesellschaft minimiert. Nach dem Grundsatz „Ohne Umwelt keine Gesellschaft, ohne Gesellschaft keine Wirtschaft“ werden langfristig auch die Risiken für den Erhalt der eigenen Geschäftstätigkeit minimiert. Mithilfe von Wirtschaftlichkeitsvergleichen und Lebenszyklusanalysen, z.B. in Bezug auf effiziente Anlagentechnik wie Photovoltaik, soll das ökonomische Risiko für die agn begrenzt werden.
Kernthemen:

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ziele im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements

• Weiterentwicklung des agn-Nachhaltigkeitsmanagements und Übertragung auf weitere Standorte (Indikatoren etc. – vgl. Kriterium 7)
• Fortschreibung der DNK-Erklärung im zwei- bis dreijährigen Rhythmus
• Fortschreibung der Nachhaltigkeits-Visitenkarte (kontinuierlich und anlassbezogen)  

Nachhaltigkeitsbezogene Ziele und Maßnahmen

Mithilfe der Wesentlichkeitsmatrix (vgl. Kriterium 2) wurden die Kernthemen nach Prioritäten und Handlungsbedarf geordnet. Auf Basis der SWOT-Analyse wurden zunächst Ziele und Maßnahmen für Themen mit hoher Priorität und hohem Handlungsbedarf erarbeitet:

Arbeitnehmer-/Arbeitgeberverhältnis
Weiterentwicklung interne Kommunikation, Steigerung der Mitarbeiterintegration/-bindung, gesundheitsfördernde Maßnahmen/Stressprävention

Personalentwicklung
Ausbau der agn-Akademie als das professionelle Forum für alle Weiterbildungsaktivitäten des Unternehmens, systematisches Aufzeigen von Fördermöglichkeiten und beruflichen Perspektiven für alle agn-Mitarbeiter

Vereinbarkeit Beruf und Familie
Weiterentwicklung der Maßnahmen für Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen, Schaffung von Synergieeffekten mit dem Kernthema Mobilität

Personalressourcen
Fachkräftemangel vorbeugen, Mitarbeiterbindung durch Umsetzung der genannten Nachhaltigkeitsmaßnahmen, vakante Stellen mit den bestmöglichen Bewerbern besetzen, Recruiting-Methoden und -Instrumente zielgruppenorientiert anpassen und weiterentwickeln

Arbeitseffizienz
digitalen Wandel weiter gestalten (Change Management), Überlastung entgegenwirken (digitaler Arbeitsschutz), Stressprävention durch Arbeitsplatzgestaltung (z.B. „Denkerzellen“) und gesundheitsfördernde Maßnahmen

Ressourcen, Energie und Emissionen
Orientierung der Reduktionsziele hinsichtlich Energie und Treibhausgasemissionen am nationalen Ziel gemäß EU-Rahmen

Biodiversität
Nutzung des Firmengrundstücks in Ibbenbüren zum Erhalt und Förderung der Biodiversität

Mobilität
Überprüfung und Optimierung des Fuhrparks hinsichtlich Elektromobilität, Förderung des Radverkehrs für Pendler durch Optimierung der Infrastruktur, Förderung von Fahrgemeinschaften

Der vollständige Maßnahmenkatalog wurde der Geschäftsführung im Dezember 2018 vorgestellt. Im kommenden Berichtsjahr wird die weitere Umsetzung der Maßnahmen abgestimmt. In den einzelnen Kriterien (z.B. 14, 15, 16, 20) sind daher keine weiteren messbaren Ziele für den Berichtszeitraum genannt.
Wesentliches Merkmal des agn-Nachhaltigkeitsmanagements ist es, in erster Linie inhaltliche Zusammenhänge aufzuzeigen. Quantifizierbare Ziele treten dagegen, abgesehen von messbaren Verbrauchsgrößen in den Kriterien 11 bis 13, in den Hintergrund.

Priorisierung und Kontrolle

Die Ziele und Maßnahmen werden anhand von regelmäßigen Reviews überprüft. Zudem priorisiert und überprüft die Geschäftsführung die nachhaltigkeitsbezogenen Ziele und Prozesse gemeinsam mit dem Nachhaltigkeits-Kernteam der agn.

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2015 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Unter Berücksichtigung des Kerngeschäfts und der zuvor genannten Nachhaltigkeitsaspekte bzw. Kernthemen wird im Folgenden deutlich, welche der Nachhaltigkeitsziele bei der agn bereits umgesetzt werden:

3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

4: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern

5. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen

7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern

8: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit fördern

9: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

11: Städte und Siedlungen sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen

13: Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen fördern

15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette der agn bezieht sich in erster Linie auf die Planungsleistungen. Hier ist hervorzuheben, dass die agn Bauvorhaben gesamtverantwortlich plant. Sämtliche planerischen und ingenieurtechnischen Leistungen wie Objektplanung, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Bauphysik, Freianlagenplanung, Zertifizierung und Projektmanagement etc. werden aus einer Hand koordiniert. Dies macht die Wertschöpfungskette überschaubar, reduziert Schnittstellen und schafft Synergieeffekte. Dadurch sind auch die ökologischen und sozialen Probleme, die in den einzelnen Disziplinen auftreten, in der Gesamtheit bekannt (vgl. dazu auch Kriterium 2, insbesondere „Auswirkungen der Geschäftstätigkeit“ und „Soziale und ökologische Chancen und Risiken“, sowie die im folgenden Absatz genannten Aspekte).

Der Austausch mit Lieferanten und Geschäftspartnern ist insbesondere im Hinblick auf die Bauprojekte zu betrachten. Durch Beratungsleistungen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung können die Mitarbeiter wesentliche Impulse für nachhaltiges Bauen mit den entsprechenden ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen geben.  Mit den Geschäftspartnern werden Lösungen durch konkrete Zielsetzungen z.B. im Rahmen der Nachhaltigkeitszertifizierung von Bauprojekten erarbeitet. Hierzu gehören die Erstellung von Energiekonzepten mit alternativen Energieträgern, Ökobilanzierung, Lebenszykluskostenanalysen, Optimierung der Umnutzungsfähigkeit, Konzepte zur Barrierefreiheit, Biodiversität und vieles mehr mit entsprechender quantitativer Bewertung in Form von Zielerreichungsgraden.

agn-intern gilt es, im kommenden Berichtszeitraum die Büroausstattung, die Verpflegung der Mitarbeiter sowie weitere Aspekte hinsichtlich einer nachhaltigen Beschaffung weiter zu untersuchen.

Die agn ist eines der ersten Planungsbüros, das sich mit den Nachhaltigkeitsthemen des DNK auseinandersetzt, und trägt durch die Kommunikation des Themas zu einer Sensibilisierung der Bauherrn und der Öffentlichkeit bei.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4