1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Als breit aufgestellter Getränkekonzern, der auf eine Unternehmensgeschichte von über 250 Jahren zurückblicken kann, ist langfristiges Denken fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Wir sehen uns jetzt und in Zukunft als verantwortungsvoller Arbeitgeber und als lebendiger Teil der Gesellschaft.

Als produzierende Unternehmensgruppe tragen wir die Verantwortung für unsere Produkte und ihre Verbraucher und legen deshalb einen zunehmend stärkeren Fokus auf eine nachhaltig operierende Wertschöpfungskette sowie auf Produktangebote, die einen verantwortungsbewussten Genuss fördern und/oder besonders natürlich und gesund sind. In einer Zeit, in der der Schutz der Umwelt zu den wesentlichen globalen Herausforderungen gehört, sehen wir es als Teil unserer unternehmerischen Verantwortung an, die natürliche Lebensgrundlage für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Im Geschäftsjahr 2019 haben wir die Ausrichtung unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten überprüft und eine neue Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Das Ergebnis dieser Analyse sind unsere wesentlichen Themen:
  • Compliance und Transparenz
  • Arbeitgeberverantwortung und -attraktivität
  • Umgang mit Ressourcen 
  • Wasser
  • Verantwortungsbewusste Beschaffung
  • Nachhaltige Produkte und Verpackungen

Um den wesentlichen Themen einen übergeordneten Handlungsrahmen zu geben, wurden die Handlungsfelder People, Planet und Products definiert.

Nachhaltigkeitsstrategie 
Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung leistet einen essenziellen Beitrag, um die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern. Hierfür bildet unsere neue Nachhaltigkeitsstrategie, deren Ziele bis in das Jahr 2025 umgesetzt werden und darüber hinaus fortwirken sollen, den Rahmen. Die Strategie folgt dabei unserem Nachhaltigkeitsverständnis. 

Einen wesentlichen Beitrag zu unseren bisherigen Erfolgen leisteten unsere Nachhaltigkeitsziele 2018-2020. Diese Nachhaltigkeitsziele wurden im Berichtszeitraum obsolet. Sie werden daher von einer neuen Nachhaltigkeits-strategie abgelöst. Ziele und Maßnahmen, welche wir im Geschäftsjahr 2020 noch nicht vollständig erreichen konnten, wurden in unsere neue Nachhaltigkeitsstrategie integriert.

Der Entwicklungsprozess unserer Nachhaltigkeitsstrategie gliederte sich im Berichtsjahr in zwei Phasen. In der ersten Phase haben wir die internen und externen Anforderungen unserer Stakeholder im Bezug auf die Nachhaltigkeitsleistung der Berentzen-Gruppe zusammengetragen sowie aktuelle und zukünftige Entwicklungen, Herausforderungen und Trends im Nachhaltigkeitsmanagement analysiert sowie unterschiedliche Nachhaltigkeitsstandards, wie beispielsweise der UN Global Compact, die Sustainable Development Goals, Global Reporting Initiative herangezogen. In Abstimmung mit den Fachabteilungen haben wir den Status-quo unserer aktuellen Nachhaltigkeitsaktivitäten sowie die Verbesserungspotenziale und den Handlungsbedarf für die Unternehmensgruppe ermittelt. Aus den Ergebnissen dieser Auswertung wurden unterschiedliche Zieldimensionen und -vorschläge abgeleitet. In einem internen Workshop wurden diese Zielvorschläge gemeinsam mit dem Vorstand diskutiert, priorisiert und konkretisiert. Am Ende des Workshops wurden die finalisierten Zielvorschläge gegenübergestellt und jeweils ein übergeordnetes Nachhaltigkeitsziel pro Handlungsfeld People, Planet und Products verabschiedet.

In der zweiten Phase erfolgte die Ausarbeitung der einzelnen Nachhaltigkeitsziele in interdisziplinären Arbeitsgruppen. Es wurden Maßnahmen definiert, Aktionspläne erstellt sowie Fristen und Verantwortlichkeiten festgelegt.
 
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie
Handlungs-feld Ziel SDGs Maßnahmen Frist
People Zero accidents and improved health SDG 3

  • Entwicklung und Implementierung des neuen betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)-Konzepts
  • Einführung eines BGM-Steuerungskreises
  • Überarbeitung der Kennzahlensystematik, Implementierung eines neuen Monitorings und Definition von Leistungsindikatoren
  • Erarbeitung eines internen Kommunikationskonzepts für das neue BGM-Konzept
  • Weitere Implementierung des neuen BGF-Programms „Citrofit“ bei Citrocasa
  • Beitritt und Umsetzung der Arbeitssicherheitskampagne „Vision Zero“
  • Aktualisierung des Verhaltenskodex
2023
Planet Hundred percent resource efficiency




  • Aufbau eines digitalen monatlichen Monitorings der Umweltkennzahlen an den Produktionsstandorten
  • Definition von Leistungsindikatoren und Festlegung von Zielwerten im Handlungsfeld Planet
  • Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001
  • Ableitung von Effizienzpotenzialen und Entwicklung einer Effizienzstrategie zur Optimierung des Ressourcenverbrauchs
  • Fortlaufende Digitalisierung der Fruchtpressen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz
  • Optimierung der Logistikprozesse bei Citrocasa
2024
Products One hundred sustainable products


  • Ausgestaltung eines Kriterienkatalogs für nachhaltige Produkte
  • Projektierung der Roadmap zur Steigerung des Anteils nachhaltigerer Produkte
  • Entwicklung von Leitlinien für umweltfreundlichere Produktverpackungen
  • Überprüfung und Scoring der Produktverpackungen in Bezug auf die neuen Leitlinien für umweltfreundlichere Produktverpackungen
  • Überarbeitung ausgewählter Produktverpackungen
  • Entwicklung eines Business Partner-Screenings
  • Aktualisierung des Marketing- und Lieferantenkodex
2025

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Wesentlichkeitsanalyse

Grundlage für die Festlegung und Identifikation unserer Handlungsfelder im Rahmen der Nachhaltigkeitsaktivitäten ist das Instrument der Wesentlichkeitsanalyse. Im Jahr 2019 führten wir bereits unsere zweite Wesentlichkeitsanalyse durch. Ausgangsbasis dieser Analyse bildete ein umfassender Katalog von rund einhundert relevanten Aspekten aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2018, der Branche, der Peergroup und aus diversen Berichtsstandards (z.B. ISO 26000, Global Reporting Initiative und Deutscher Nachhaltigkeitskodex).

Diese zahlreichen Aspekte wurden um deren inhaltliche Überschneidungen bereinigt und zu insgesamt 23 potenziell wesentlichen Themen komprimiert und gegliedert. Anschließend erfolgte eine interne Bewertung durch acht Fachbereichsverantwortliche der Unternehmensgruppe anhand eines strukturierten schriftlichen Fragebogens. Durch diesen Fragebogen haben wir die Themen ermittelt, die sowohl für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses oder der Lage als auch zum Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die nichtfinanziellen Aspekte des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes erforderlich sind. Sowohl die interne Einschätzung aus der Perspektive der Unternehmensgruppe als auch Annahmen über die Bedeutung für die externen Stakeholdergruppen der Berentzen-Gruppe dienten dabei stellvertretend für die Bewertung der Auswirkungen auf die genannten Nachhaltigkeitsaspekte.

Das Resultat wurde abschließend in einem Workshop mit den beteiligten Fachbereichsverantwortlichen unter Vorstandsbeteiligung evaluiert und auf Vollständigkeit überprüft. Im Ergebnis wurden die Themen Arbeitgeberattraktivität und -verantwortung, Compliance und Transparenz, Wasser, Umgang mit Ressourcen, nachhaltige Produkte und Verpackungen sowie verantwortungsvolle Beschaffung als wesentlich für die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft identifiziert.

Um den wesentlichen Themen einen übergeordneten Rahmen zu geben wurden die drei Handlungsfelder PEOPLE – PLANET – PRODUCTS  ebenfalls im Abschlussworkshop diskutiert und definiert. Die drei Handlungsfelder spiegeln unser Nachhaltigkeitsverständnis wider und konzentrieren unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten auf drei zentrale Bereiche. Dabei ist das wesentliche Thema Compliance und Transparenz eine Grundvoraussetzung jeglicher unternehmerischer Tätigkeit. Infolgedessen ist das Thema nicht einem Handlungsfeld zugeordnet. Es wird von uns vielmehr als ein unerlässliches Fundament aller Nachhaltigkeitsaktivitäten verstanden. Dieses Ergebnis wurde abschließend durch den Gesamtvorstand bestätigt.

Inwiefern die wesentlichen Themen unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen, wird in den folgenden Abschnitten näher beschrieben:

People
Eine kompetente, leistungsfähige und engagierte Belegschaft ist die Basis für unseren Geschäftserfolg und für die Weiterentwicklung unseres Konzerns. Als Arbeitgeber in eher ländlichen Regionen ist der demografische Wandel für uns mitunter herausfordernd. Wir sind der Meinung: Wer auch morgen noch ein attraktiver Arbeitgeber sein will, der muss seine Angebote ständig hinterfragen und auf die Anforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes reagieren. Ein attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein, erreichen wir, indem wir uns um die unterschiedlichen Belange unserer Beschäftigten kümmern. Wir bieten ein attraktives Arbeitsumfeld und legen Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit, auf eine wettbewerbsfähige und geschlechtsunabhängige Vergütung und auf ein gutes Betriebsklima.

Um gemeinsam Erfolg und Motivation sicherzustellen, qualifizieren wir unsere Beschäftigten und fördern ihre Entwicklung. Dazu tragen unter anderem die hochwertige Ausbildung und Investitionen in die Qualifikation unserer Beschäftigten bei. Um die Wertschätzung und gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Unternehmensführung zu fördern, unterstützen wir das Prinzip der Mitbestimmung. Alle Beschäftigten werden regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Interessen der Arbeitnehmer werden durch Betriebsräte, deren einzelne Gremien und durch Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Berentzen-Gruppe AG wahrgenommen. Auf der Leitungsebene der Unternehmensgruppe arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat als oberste Entscheidungsgremien eng zusammen. 

Die größte betriebliche Herausforderung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 war es, jegliches Infektionsgeschehen aus den einzelnen Unternehmensteilen fernzuhalten, da andernfalls die operative Leistungsfähigkeit wichtiger Kernfunktionen des Unternehmens in Gefahr war. Aufgrund der umfangreich ergriffenen Schutz- und Hygienemaßnahmen konnten wir dieses Risiko erfolgreich auf ein Minimum reduzieren.

Weitere potenzielle Risiken im Handlungsfeld People sind ein möglicher Fachkräftemangel sowie eine hohe Fluktuation. Mit unserer Personalstrategie und den dazugehörigen Maßnahmen wirken wir diesen Risiken entgegen und minimieren sie.

Gesellschaftliches Engagement ist fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und unseres Werteverständnisses. Wir wollen damit unseren Beitrag zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Weiterentwicklung leisten.

Planet
Die natürlichen Lebensgrundlagen für nachkommende Generationen zu erhalten, hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir leisten unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, indem wir uns kontinuierlich verbessern und stetig lernen. Wir übernehmen konzernweit die Verantwortung für eine umweltfreundliche Produktion und einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. So ist es für uns selbstverständlich, daran zu arbeiten, die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf Umwelt und Mensch so gering wie möglich zu halten. Als Betreiber von Mineralbrunnen wissen wir, wie kostbar die Ressource Wasser ist. Daher legen wir großen Wert auf eine nachhaltige Nutzung. Auch wenn an unseren Produktionsstandorten keine Wasserknappheit herrscht, minimiert der Ressourcen schonende Umgang mit den konzerneigenen Brunnen und anderen Wasserquellen Umweltauswirkungen und sichert langfristig die Grundlage der Getränkeherstellung. Zugleich fühlen wir uns verpflichtet, die eigenen Prozesse möglichst energieeffizient, umweltverträglich und ressourcenschonend zu gestalten. Im Fokus stehen dabei nicht nur die absoluten, sondern insbesondere auch die relativen Verbräuche – bezogen auf die jeweilige Produktionsmenge. Mit diesen Informationen lässt sich die Effizienz einzelner Prozesse zuverlässiger bewerten als anhand der rein absoluten Werte. 

Eine wesentliche ökologische Auswirkung unserer Geschäftstätigkeit ist der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase, durch die Inanspruchnahme von Energie. Hierzu werden die Primärenergieträger Heizöl, Erdgas und Strom eingesetzt, um die jeweils benötigten Energieformen wie Dampf, Wärme und Druckluft zu erzeugen. Um den Energieverbrauch innerhalb der Unternehmensgruppe zu optimieren und das Aufkommen an Treibhausgasen zu verringern, haben wir ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt.

Products
Wir sind stolz auf unsere Produkte, die Genuss bereiten und mit denen wir für Lebensfreude sorgen. Bei übermäßigem Konsum können gerade alkoholhaltige und zuckerhaltige Getränke aber auch negative Effekte auf die Gesundheit der Verbraucher haben. Aus diesem Grund sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verpflichtung an, für unsere Produkte verantwortungsbewusst zu werben und sie verantwortungsvoll zu vermarkten. Dabei steht Transparenz für uns an oberster Stelle. 

Das wesentliche Thema „nachhaltige Produkte und Verpackungen“ ist auf Grund verschiedener Aspekte eines, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Nachhaltigkeit ist als Idee in der konsumierenden Gesellschaft angekommen und hat sich dadurch auch in dem Bewusstsein unserer Stakeholder manifestiert, was sich an der entsprechend zunehmenden Stakeholderrelevanz zeigt. Darüber hinaus sind wir uns bewusst, dass unsere Produkte positive oder negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft haben können. Dies wollen wir aktiv beeinflussen, indem wir negative Auswirkungen vermeiden und positive Auswirkungen fördern. Zusätzlichen legen wir einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von natürlichen und gesunden Produkten. Denn wir möchten Produkte entwickeln, die einen spürbaren Beitrag leisten, ökonomischen Erfolg und ökologischen Fortschritt miteinander zu verbinden. Dieser ökologische Fortschritt bezieht sich dabei auf den gesamten Wertschöpfungsprozess. 

Den größten Einfluss auf Nachhaltigkeitsthemen in der Wertschöpfungskette haben unsere Lieferanten. Gemeinsam mit Ihnen verfolgen wir das Ziel eine verantwortungsvolle Beschaffung zu gewährleisten. Wir pflegen mit unseren Lieferanten langfristige Geschäftsbeziehungen und einen vertrauensvollen Umgang. Mit wichtigen Lieferanten bestehen darüber hinaus Liefer- und Qualitätssicherungsvereinbarungen, auch in Bezug auf Aspekte der Nachhaltigkeit. Mit unserem Lieferantenkodex haben wir ein gemeinsames Verständnis bezüglich angemessener Lebens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten geschaffen. Der Lieferantenkodex orientiert sich an den jeweils gültigen Fassungen des ETI (Ethical Trading Initiative) Base Code, den Grundsätzen der ILO (International Labour Organisation) sowie den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Er bildet die Grundlage für nachhaltige Geschäftsbeziehungen. Mit seiner Verabschiedung haben wir einen Prozess gestartet, um den Dialog zu Nachhaltigkeitsthemen mit unseren Lieferanten zu intensivieren. Mit unserem Beitritt auf der Lieferantenplattform SEDEX (Supplier Ethical Data Exchange) sind wir einen weiteren wesentlich Schritt gegangen, um kontinuierlich die Transparenz und Sicherheit in der Lieferkette zu erhöhen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung leistet einen essenziellen Beitrag, um die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern. Hierfür bildet unsere neue Nachhaltigkeitsstrategie, deren Ziele bis in das Jahr 2025 umgesetzt werden und darüber hinaus fortwirken sollen, den Rahmen. Die Strategie folgt dabei unserem Nachhaltigkeitsverständnis. 
 
Einen wesentlichen Beitrag zu unseren bisherigen Erfolgen leisteten unsere Nachhaltigkeitsziele 2018-2020. Diese Nachhaltigkeitsziele wurden im Berichtszeitraum obsolet. Sie werden daher von einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie abgelöst. Ziele und Maßnahmen, welche wir im Geschäftsjahr 2020 noch nicht vollständig erreichen konnten, wurden in unsere neue Nachhaltigkeitsstrategie integriert.

Eine Priorisierung der unterschiedlichen Ziele und Maßnahmen hat nicht stattgefunden. 
 
Unsere Nachhaltigkeitsstrategie
Handlungs-feld Ziel SDGs Maßnahmen Frist
People Zero accidents and improved health SDG 3

  • Entwicklung und Implementierung des neuen betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)-Konzepts
  • Einführung eines BGM-Steuerungskreises
  • Überarbeitung der Kennzahlensystematik, Implementierung eines neuen Monitorings und Definition von Leistungsindikatoren
  • Erarbeitung eines internen Kommunikationskonzepts für das neue BGM-Konzept
  • Weitere Implementierung des neuen BGF-Programms „Citrofit“ bei Citrocasa
  • Beitritt und Umsetzung der Arbeitssicherheitskampagne „Vision Zero“
  • Aktualisierung des Verhaltenskodex
2023
Planet Hundred percent resource efficiency




  • Aufbau eines digitalen monatlichen Monitorings der Umweltkennzahlen an den Produktionsstandorten
  • Definition von Leistungsindikatoren und Festlegung von Zielwerten im Handlungsfeld Planet
  • Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001
  • Ableitung von Effizienzpotenzialen und Entwicklung einer Effizienzstrategie zur Optimierung des Ressourcenverbrauchs
  • Fortlaufende Digitalisierung der Fruchtpressen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz
  • Optimierung der Logistikprozesse bei Citrocasa
2024
Products One hundred sustainable products


  • Ausgestaltung eines Kriterienkatalogs für nachhaltige Produkte
  • Projektierung der Roadmap zur Steigerung des Anteils nachhaltigerer Produkte
  • Entwicklung von Leitlinien für umweltfreundlichere Produktverpackungen
  • Überprüfung und Scoring der Produktverpackungen in Bezug auf die neuen Leitlinien für umweltfreundlichere Produktverpackungen
  • Überarbeitung ausgewählter Produktverpackungen
  • Entwicklung eines Business Partner-Screenings
  • Aktualisierung des Marketing- und Lieferantenkodex
2025












 
Das Ressort Corporate Social Responsibility koordiniert als Zentralfunktion die konzernweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten und treibt diese voran. Gleichzeitig berichtet es als Stabsstelle direkt an den Finanzvorstand und fungiert als Impulsgeber. Die relevanten Nachhaltigkeitsthemen innerhalb und außerhalb der Unternehmensgruppe werden mit dem Vorstand und den jeweiligen Ressorts diskutiert und priorisiert. Die oberste Verantwortung für die strategischen Entscheidungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und die Überwachung der Ziele im Konzern liegt beim Vorstand. Die operative Umsetzung erfolgt durch die Verantwortlichen in den Ressorts der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft und in deren verbundenen Tochtergesellschaften.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Unsere Geschäftstätigkeit umfasst sowohl die Herstellung und den Vertrieb von Spirituosen sowie alkoholfreien Getränken als auch die Entwicklung und den Vertrieb von Frischsaftsystemen. Die Systemgrenze im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt hierbei die Werksgrenze des jeweiligen Produktionsstandorts dar. Ebenfalls einbezogen sind die Vertriebsgesellschaften sowie der Logistikstandort in Stadthagen. Einzelne Schritte der Wertschöpfung der Produkte in den Segmenten Spirituosen und Alkoholfreie Getränke finden in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen bei Lieferanten statt. Hier werden die notwendigen Komponenten und Vorprodukte sowie Hilfsstoffe und Verpackungsmaterialien erzeugt. Ebenfalls außerhalb des Konzerns findet ein großer Teil der Energiegewinnung statt. Die folgende Grafik zeigt unsere Wertschöpfungskette.
 
Unsere Wertschöpfungskette

Während der Herstellung der Fertigprodukte innerhalb der Systemgrenze, aber auch in den vorgelagerten Stufen, fallen verschiedene Abfälle sowie Emissionen an. Diese werden entweder verwertet, entsorgt oder an die Umwelt in Form von Abwasser, Abwärme oder Abluft abgegeben. Wasser bildet die Grundlage für die Herstellung von Spirituosen und AFG. Wärme und Energie werden hauptsächlich für den Betrieb der Anlagen und die Umwandlung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Fertigprodukte benötigt. Glasflaschen für die Abfüllung von AFG sowie Kästen und Paletten unterliegen grundsätzlich dem Mehrwegsystem. Sie werden im Kreislaufsystem eingesetzt und nach der Nutzung wieder in den Kreislauf zurückgeführt.

Sowohl innerhalb der eigenen Wertschöpfungsschritte als auch innerhalb vorgelagerter Wertschöpfungsstufen können verschiedene ökologische und soziale Probleme auftreten. Zu den größten potenziellen Problemen zählen Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen die ILO-Kernarbeitsnormen, Umweltverschmutzung und ein hohes Emissionsaufkommen. Hieraus können neben finanziellen Einbußen, Sanktionen oder rechtliche Konsequenzen, Lieferengpässe und die Gefährdung von Handelsbeziehungen sowie ein Reputationsverlust drohen.

Die Berentzen-Gruppe analysiert und erfasst soziale und ökologische Probleme in der eigenen Wertschöpfungskette und leitet entsprechende Maßnahmen ein, um diese zu beseitigen. Durch Vertragsvereinbarungen und den Berentzen-Lieferantenkodex, der Mindeststandards für soziale und ökologische Themen enthält, werden die Lieferanten ebenfalls zur Einhaltung von Standards und der Beseitigung sozialer und ökologischer Probleme angehalten. Mit wichtigen Lieferanten bestehen darüber hinaus Liefer- und Qualitätsvereinbarungen, auch in Bezug auf Aspekte der Nachhaltigkeit.

Um potenzielle soziale und ökologische Problemen innerhalb unserer Systemgrenze verantwortungsbewusst entgegen zu treten, setzen wir eine Vielzahl von Maßnahmen um. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber wollen wir für unsere Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem ein Arbeitsleben ohne Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen möglich ist. Gleichzeitig möchten wir einen gesunden Lebensstil unsere Mitarbeiter fördern. 

Auch den ökologischen Problemen, wie beispielsweise dem Ausstoß von Emissionen widmen wir uns und streben eine kontinuierliche Verbesserung an. Durch die Berechnung unseres Corporate Carbon Footprint und des Product Carbon Footprints von ausgewählten Produkten verschaffen wir uns nicht nur ein detaliertes Wissen über die größten Emissionstreiber, darüber hinaus helfen uns diese Informationen eine Reduzierung des Emissionsausstoßes zu erreichen.

Darüber hinaus streben wir mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie prozessuale Neuerungen an, wie beispielweise der Einführung eines Umweltmanagementsystems sowie eines Business Partner-Screenings.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4