1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Unser Auftrag ist es, als öffentlich-rechtliches Unternehmen die Bildung von Wohneigentum zu fördern. Wesentliche Elemente unserer Geschäftsstrategie sind: Vor diesem Hintergrund sind wir fest davon überzeugt, dass der Bausparvertrag einen wichtigen Beitrag bei der Zukunftsaufgabe der energieeffizienten Ausrichtung des privaten Wohnungsbestandes in Deutschland leisten kann. Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist uns wichtig – wir sehen es als Basis unserer Geschäftstätigkeit. Wir haben deshalb das Thema Nachhaltigkeit zentral und ausführlich in der Geschäftsstrategie verankert. Um der Bedeutung Ausdruck zu verleihen, haben wir diese Leitgedanken in einem eigenständigen Kapitel „Nachhaltigkeit“ gebündelt.

Strategische Bedeutung der Nachhaltigkeit:
Als regional verankertes, nachhaltig wirtschaftendes Kreditinstitut übernimmt die LBS Südwest in enger Zusammenarbeit mit der baden-württembergischen und rheinland-pfälzischen Sparkassenorganisation eine wichtige Rolle dabei, die Wohneigentumsbildung und damit den Vermögensaufbau der Bevölkerung sowie die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes zu fördern und zu unterstützen. Deshalb bekennen wir uns zum Prinzip der Nachhaltigkeit als Basis unserer Geschäftstätigkeit.

Prozessmanagement:
Wir messen dem Thema Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung zu und haben es direkt dem Vorstandsvorsitzenden zugeordnet. Zudem wurde der Bereichsleiter Vorstandssekretariat/Unternehmensentwicklung zum Nachhaltigkeitsbeauftragten benannt. Im Rahmen eines strukturierten Entwicklungsprozesses werden wir diese Haltung mit konkreten Einzelzielen für alle als wesentlich identifizierten Nachhaltigkeitsaspekte untermauern.

Umwelt:
Als Finanzdienstleister ist unser Ressourcenverbrauch hauptsächlich durch die Nutzung von Gebäuden und unseren Geschäftsbetrieb induziert. Im Wesentlichen sind dies: Energieverbrauch der Gebäude und der technischen Geräte, Emissionen des Fuhrparks, Wasserverbrauch durch die Gebäudenutzung, Papierverbrauch und Abfall im Rahmen der Geschäftstätigkeit sowie der Dienstreiseverkehr. Durch ressourcenschonendes Verhalten nehmen wir aktiv Einfluss auf die Inanspruchnahme dieser Ressourcen – entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette.

Gesellschaft:
Nachhaltigkeit hat aber auch eine wichtige soziale Komponente. Wesentlicher Bestandteil aus unserer Sicht ist hierbei die Beachtung und Entwicklung der Arbeitnehmerrechte, also wie wir als Unternehmen mit den Themen Chancengerechtigkeit, Gesundheit oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgehen und wie wir es angesichts demografischer Veränderungen ermöglichen, dass die Belegschaft beschäftigungsfähig ist und bleibt. Darüber hinaus übernimmt die LBS Südwest Verantwortung für die gesellschaftliche Entwicklung in ihrem Geschäftsgebiet, wirkt aktiv gegen Bestechung und Korruption und hat sich selbstverständlich der Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet.

Diese strategischen Leitsätze setzen wir bereits mit verschiedenen Maßnahmen um. Im Kundengeschäft zeigt sich dies insbesondere in der Einbindung des Themas Energieeffizienz in den Beratungsprozess und dem Angebot entsprechender Finanzierungslösungen. Im Geschäftsbetrieb achten wir auf ressourcenschonende Arbeitsabläufe. Unsere bisherigen Maßnahmen und Prozesse haben wir in 2018 – wie angekündigt – auf den Prüfstand gestellt. Hierzu haben wir den Nachhaltigkeitscheck des Sparkassenverbands Baden-Württemberg durchgeführt. Er ermöglichte uns eine fundierte Ist-Analyse der bisherigen Nachhaltigkeitsleistungen anhand eines branchenweit anerkannten Vergleichsmaßstabs. Mit der vertieften Verankerung von Nachhaltigkeit in der Geschäftsstrategie konnten wir unmittelbar ein konkretes Handlungsfeld aus dem Check umsetzen. Zusätzlich haben wir 2019 damit begonnen, ein eigenes Umweltmanagement in der LBS Südwest aufzubauen (siehe Kriterium 11). Auf dieser gestärkten Basis werden wir unsere Nachhaltigkeitsleistung ab 2019 weiter ausbauen, durch zusätzliche Maßnahmen ergänzen und entsprechende Prüfprozesse installieren.

Mit diesem in sich konsistenten Strategieprozess sehen wir mit Blick auf die nächsten Jahre und der zunehmenden Bedeutung energieeffizienter Neubauten sowie die Sanierung von Altbauten sehr gute Chancen zur Festigung unseres Geschäftsmodells – denn unser Kerngeschäft ist es, Finanzierungen in diesem Bereich zu ermöglichen.
 
Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung orientieren wir uns am Deutschen Nachhaltigkeitskodex DNK. Der DNK und seine Kriterien basieren auf den wesentlichen internationalen Nachhaltigkeitsstandards. Durch die Orientierung am DNK stellen wir sicher, dass sich unsere Berichterstattung zu den wesentlichen internationalen Standards bekennt (insbesondere Global Reporting Initiative/Sustainability Reporting Standard SRS). Damit stellen wir unser Handeln auf lokaler Ebene in den Kontext der globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Unser gesellschaftliches Umfeld umfasst die Bevölkerung der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit insgesamt etwa 15 Millionen Einwohnern. Urbane Regionen mit Großstädten wechseln sich mit ländlich geprägten Räumen ab. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen an den privaten Wohnungsbau, vom Neubau mit aktuellsten Energiestandards bis hin zur energetischen Modernisierung älteren und ältesten Wohnraums. Aus der Analyse dieser Rahmenbedingungen erachten wir die folgenden Aspekte als wesentlich:


Umsetzung der Energiewende
Demografischer Wandel
Weitere Herausforderungen

Aktuell wird die LBS Südwest von drei großen Aufgaben in Anspruch genommen.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Konkrete Nachhaltigkeitsbezüge in unserer Geschäftsstrategie:

Nachhaltigkeit mit den drei Dimensionen Umwelt, Soziales und Wirtschaft war schon bisher in unserer Geschäftsstrategie als globales Ziel verankert. Da uns dies sehr wichtig ist, haben wir die Verankerung in 2018 in der Tiefe und Breite weiterentwickelt (siehe Kriterium 1). Um diesen Anspruch mit Leben zu füllen, berücksichtigen wir im Rahmen unserer Tätigkeit wichtige Nachhaltigkeitsthemen, etwa im Kerngeschäft bei der Beratung und Ausreichung energetischer Darlehen und im Geschäftsbetrieb mit ressourcenschonenden Einzelmaßnahmen.

 
Nachhaltigkeitsbezüge in unserem Unternehmensleitbild:

Die konsequente Haltung spiegelt sich auch in unserem neuen Unternehmensleitbild wider, das wir im Zuge der Fusion von LBS Baden-Württemberg und LBS Rheinland-Pfalz zur LBS Südwest angepasst haben. Dort sind insbesondere folgende Aspekte mit konkretem Nachhaltigkeitsbezug enthalten:  
Fortführung unseres Zielbildungsprozesses:

In 2018 haben wir dem Thema Nachhaltigkeit ein neues, eigenständiges Kapitel in unserer Geschäftsstrategie gewidmet. Uns war es wichtig, zunächst die Basis für die strategische Weiterentwicklung deutlich zu erweitern und zu festigen. 2019 haben wir eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, um die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsarbeit für die kommenden Jahre festzulegen. Im Ergebnis haben wir festgehalten:

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Kundengeschäft:

Als Finanzdienstleister erbringen wir den Großteil unserer Wertschöpfung selbst. Die Einlagen unserer Bausparer verwenden wir überwiegend für die Ausreichung von Wohnungsbaudarlehen. Neubauten mit strengen Energieeffizienzstandards sind heute die Regel, und auch die Sanierung und Modernisierung erfolgt meist unter energetischen Gesichtspunkten. Die damit einhergehenden Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck können wir zwar nicht direkt quantifizieren. Wir gehen aber von einer erheblichen Reduzierung aus. Mit diesem ausgewogenen Geschäftsmodell sehen wir in unserer eigenen Wertschöpfungskette keine sozialen und ökologischen Probleme.


Eigenanlagen:

Gemäß unserer Geschäftsstrategie werden Geldanlagen innerhalb des Rahmens, den Bausparkassengesetz, Bausparkassenverordnung sowie die Rundschreiben der BaFin vorgeben, getätigt. Wir verfolgen hierbei eine konservative, langfristig orientierte Strategie. Die Eigenanlage erfolgt ausschließlich in Finanztitel sowie Pfandbriefe und Staatsanleihen. Für Investitionen in Unternehmensanleihen nutzen wir Spezialfonds von insgesamt drei Kapitalverwaltungsgesellschaften. Eine Anlage in Unternehmen, die Anti-Personen-Minen oder Cluster-Munition („Streubomben“) herstellen, ist hierbei ausgeschlossen. Damit werden die Vorgaben zur Einhaltung der UN-Konventionen zu Anti-Personen-Minen und Streumunition in allen Spezialfonds vollumfänglich umgesetzt. Darüber hinaus orientieren wir uns am UN Global Compact, welcher mit 10 Prinzipien die Bereiche Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung in den Anlagefokus rückt. Die Spezialfonds erfüllen den UN Global Compact bereits zum weit überwiegenden Teil.


Geschäftsbetrieb:

Im Geschäftsbetrieb beziehen wir beim Bezug von Produkten und Dienstleistungen auch soziale und ökologische Themen mit ein, etwa durch entsprechende Labels beim Einkauf von Papier oder Büromaterialien. Indem wir beispielsweise verbrauchtes Papier dem Recyclingkreislauf zuführen, wird deutlich, dass wir hierbei die gesamte Wertschöpfungskette im Blick haben. Mit unseren Lieferanten, die überwiegend aus der Region stammen, stehen wir in einem regelmäßigen Kontakt, bei dem auch Themen der Nachhaltigkeit erörtert werden. Um in diesem Bereich die Tiefe der Wertschöpfungskette noch transparenter zu gestalten, haben wir im Herbst 2019 unsere 85 Hauptlieferanten bzw. -dienstleister angeschrieben und um die Unterzeichnung einer von uns definierten Lieferantenrichtlinie gebeten. Dieser Prozess wird im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein und im Anschluss um eine zweite Aktion mit weiteren 15 Lieferanten und Dienstleistern ergänzt.


Mit dieser Gesamtkonzeption sehen wir uns für die Zukunft gut aufgestellt und daher keine wesentlichen Risiken.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4