1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Grundlegende Zielsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist die positive Unternehmensentwicklung und die Erweiterung des Immobilienbestands durch Neubau und Ankauf unter Berücksichtigung sozialer und
umweltorientierter Aspekte. Auf dieser Basis sind die drei strategischen Hauptziele unseres Unternehmens ausgerichtet. Nachhaltiges Wirtschaften ist hier ein integriertes Kriterium:
 
Erweiterung und Optimierung des Bestandsportfolios
Bau von modularen Unterbringungen für Flüchtlinge
Verbesserung der internen Strukturen und Abläufe
Um diese Unternehmensstrategie in Bezug auf Nachhaltigkeit noch weiter zu durchdringen, haben wir uns mit unseren Stakeholdern und ihren wesentlichen Themen und Erwartungen beschäftigt.
Wir orientieren uns dabei an mehreren Rahmenwerken, die für uns als städtisches Wohnungsbauunternehmen entweder branchenspezifisch oder gesamtgesellschaftlich bedeutsam sind:

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Unsere wesentliche und grundlegende Aufgabe ergibt sich aus der mit dem Land Berlin geschlossenen Kooperationsvereinbarung: „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ (siehe Nachhaltigkeitsbericht 2017). Hierin haben wir uns verpflichtet, unseren Bestand mit Stichtag zum 31. Dezember 2016 (42.720 Wohnungen) um ca. 7.480 Wohnungen auf rund 50.200 Wohnungen im Jahr 2021 zu erhöhen. Bis 2026 wollen wir ebenfalls zum Stichtag 31.12.2016 sogar insgesamt ca. 12.850 zusätzliche Wohnungen in den Bestand bringen. Durch diese Bestandsaufstockung soll sichergestellt werden, dass die für Berlin tyische soziale Durchmischung erhalten bleibt, zuziehende Menschen bezahlbaren Wohnraum finden und sozial schwache Menschen in ihren Quartieren bleiben können.

Die Situation am Berliner Wohnungsmarkt, die Kooperationsvereinbarung und die Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin veranlassten uns zu einer Anpassung unserer Modernisierungs-, Instandsetzungs- und Sanierungsstrategie. Unsere neue Strategie zielt darauf ab, trotz verringerter Erträge wirtschaftlich und energieeffizient modernisieren zu können und dabei innovative Konzepte zur Energieversorgung und umweltschonende Baustoffe zu nutzen. Als Bestandshalter wollen wir den Anforderungen eines sachgerechten Umgangs sowohl mit Mietern als auch mit der Bausubstanz und den Marktanforderungen genügen.   

Wie alle anderen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften werden auch wir mit Risiken konfrontiert: Auf der einen Seite erhöhen ökologische und soziale Forderungen die Baukosten. Auf der anderen Seite sind die Entwicklungserwartungen für die Bestandsmieten und für Mieten im Rahmen von Neubauprojekten begrenzt. Auch Modernisierungsvorhaben sollen wir weitestgehend warmmietenneutral umsetzen. 

Kosten- und Terminrisiken sehen wir aufgrund der aktuellen Baukostenent­wicklung, die gegebenenfalls nicht vollständig durch Kompensationsmaßnahmen aufgefangen werden können, sowie durch den Ausfall von Auftragnehmern oder Probleme im technischen Ablauf. Durch ein effizientes Projektcontrolling sowie frühzeitige Berücksichtigung der Rahmenbedingungen in der Planung soll den genannten Risiken entgegengewirkt werden. 

Große Chancen sehen wir in unserem aktiven Engagement in den Kiezen, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und der Zuwanderung, insbesondere durch geflüchtete Menschen, zu begegnen. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht, dem starken Wachstum der STADT UND LAND in den nächsten 10 Jahren hinsichtlich der Arbeitsprozesse, Hierarchien und Kommunikationsstrukturen gerecht zu werden. Die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens erfordert eine strukturelle und organisatorische Anpassung in vielen internen wie externen Prozessen. Dieser werden wir z. B. mit unserer Digitalisierungsstrategie gerecht.   

Im Mai 2017 haben wir im Rahmen der Vorbereitungen zur Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts und als Reaktion auf die Kooperationsvereinbarung in einem internen Workshop eine Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Die daraus resultierende Wesentlichkeitsmatrix und die 4 Nachhaltigkeitsdimensionen der STADT UND LAND entnehmen Sie bitte dem Nachhaltigkeitsbericht 2017.

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Grundlegende Zielsetzung ist die positive Unternehmensentwicklung auf der Basis nachhaltigen Wirtschaftens. Daraus resultieren die drei strategischen Hauptziele unseres Unternehmens:
Im Rahmen des unter dem Kriterium "2 Wesentlichkeit“ beschriebenen internen Workshops haben wir vier für die STADT UND LAND relevante Nachhaltigkeitsdimensionen definiert und diesen die von uns identifizierten Handlungsfelder aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales zugeordnet:  

  1. Als städtische Wohnungsbaugesellschaft wird die STADT UND LAND in den kommenden Jahren ihren Wohnungsbestand unter Berücksichtigung von CO2- und energieeffizienten Modernisierungsmaßnahmen und unter Beachtung der Produktsicherheit und -qualität fortentwickeln und durch Neubau und Ankauf weiter ausbauen.
    Handlungsfelder: Bestandserhaltung- und Pflege, Produktsicherheit & -qualität, Energie- und CO2-effizientes Modernisieren, Abfall- und Wassermanagement  

  2. Die STADT UND LAND steht für Stabilität und Kontinuität in den Quartieren und in der Unternehmensentwicklung. Unser Handeln ist transparent und von einem intensiven Dialog mit allen wichtigen Interessengruppen geprägt. Unser Unternehmen ist flexibel, was mit einer stetigen Anpassung von Strukturen und Prozessen im Hinblick auf Effizienz und Effektivität einher geht.
    Handlungsfelder: Stabilität der Unternehmensentwicklung, transparentes Handeln und Stakeholderdialog 

  3. Die STADT UND LAND engagiert sich auch in den kommenden Jahren als gesellschaftlicher Akteur für die Stadt- und Quartiersentwicklung. Durch die Unterstützung zahlreicher sozialer Vereine, Projekte und Initiativen werden die Wohnqualität und das nachbarschaftlichen Miteinander gezielt gefördert.
    Handlungsfelder: Stadt- und Quartiersentwicklung, Servicequalität   

  4. Als kommunales Unternehmen mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die STADT UND LAND auch künftig ein verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Die Arbeitnehmerrechte werden geachtet und die Arbeitsbedingungen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstetigt. Durch das Unternehmensleitbild und die Führungsgrundsätze wird die Unternehmenskultur weiter gestärkt.
    Handlungsfelder: Arbeitnehmerzufriedenheit und Unternehmenskultur, Arbeitnehmerrechte und Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildung 
In unserem Nachhaltigkeitsbericht 2017 sind diese Handlungsfelder in der Wesentlichkeitsmatrix auf Seite 20 dargestellt.

Die Kennzahlen zu den Zielen wurden mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht erstmalig erhoben. Die Zielerreichung erfolgt mit der Erhebung der Kennzahlen für den zweiten Bericht.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als kommunales Wohnungsunternehmen und öffentlicher Auftraggeber mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen in zweistelliger Millionenhöhe sind wir der Stadt Berlin und ihren Bürgern zu besonderer Sorgfalt verpflichtet. Abhängig vom jeweiligen Geschäftsfeld variiert die Tiefe unserer Wertschöpfungs- und Lieferkette sehr stark. Das Hauptgeschäftsfeld – die Vermietung und Bewirtschaftung von eigenen Wohn- und Gewerbeimmobilien – geht untrennbar einher mit laufenden – auch energieeffizienten – Modernisierungen, Instandhaltungen/Instandsetzungen und Sanierungen sowie zahlreichen Serviceleistungen für unsere Mieter. Gleichzeitig realisieren wir selbst Neubauprojekte, schlüsselfertige Bauträgerprojekte und kaufen Wohnungsbestände an.
Dem Einkauf aller Waren und Dienstleistungen liegt ein umfangreiches transparentes Regelwerk und formalisiertes (zunehmend elektronisches) Ausschreibungsverfahren mit detaillierten Zuschlagskriterien für Verhandlungen und die spätere Auftragsvergabe zugrunde. Die Bindung an das Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz bedingt bereits eine deutliche Nachhaltigkeitsorientierung unter umfangreicher Berücksichtigung sozialer und umweltbezogener Aspekte. Im Abschnitt „Aufträge und Vergaben“ unseres Organisationshandbuchs finden sich weitere Regelungen und umweltbezogene Vorgaben, wie z. B. konkrete Verpflichtungen von Vertragspartnern im Bereich Abfall und Entsorgung, u. a. die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb für gefährliche Abfälle. Die schriftliche Anerkennung dieser Richtlinien und Bedingungen ist Voraussetzung für die Teilnahme an einem unserer Vergabeverfahren, das im Wesentlichen vorsieht: 
Zur Vermeidung von Schwarzarbeit ist gem. VOB/A die Plausibilisierung von Angebotspreisen zwingend vorgesehen. Zusätzlich erfolgt eine stichprobenweise Prüfung der Einhaltung der Tariftreue/Mindestlohn durch einen externen Dienstleister. Die Einhaltung detaillierter Regelungen zu Verwendungsverboten und Verwendungsbeschränkungen von Baustoffen sind ebenfalls Bestandteil einer jeden Auftragserteilung. Für den Ankauf von bebauten und unbebauten Grundstücken, Bestandsobjekten sowie schlüsselfertigen Bauträgerprojekten hat die STADT UND LAND Beschaffungsprofile und strukturierte Prüfungsprozesse mit nachhaltigkeitsrelevanten Kriterien definiert.

Weitere Details finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4