1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Die RETA ist ein Tochterunternehmen der REMONDIS SE & Co. KG. Diese verfügt als einer der weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser mit über 30.000 Mitarbeitern über eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Zur Nachhaltigkeitsstrategie der RETA:

Die RETA weist im Kerngeschäft konkrete Nachhaltigkeitsbezüge auf. Entsprechende Nachhaltigkeitsaspekte werden u.a. in Kriterium 2 genannt. Die vorliegende Entsprechenserklärung, die Schulung von Nachhaltigkeitsbeauftragten und die Erstellung einer Nachhaltigkeitsvisitenkarte sind zentrale Bestandteile und konkrete Maßnahmen der Nachhaltigkeitsstrategie, deren Profil im nächsten Berichtszeitraum weiter geschärft wird. Daraus ergeben sich Chancen für die RETA im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung als nachhaltig tätiges Unternehmen und damit auch als attraktiver Arbeitgeber, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen.  

Bereits bei der Standortauswahl (vgl. "Allgemeines") handelte es sich um eine nachhaltige Grundsteinlegung im Sinne der Kreislaufwirtschaft: Mit der Energie aus Siedlungs- und Gewerbeabfällen versorgt die RETA im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess die Produktion von hochwertigen Grundstoffen ganzjährig mit Dampf und Strom. Die RETA garantiert somit Entsorgungssicherheit und versorgt zugleich das benachbarte Sodawerk. 

Die sichere Entfrachtung des Wirtschaftskreislaufes von Schadstoffen (Schadstoffsenke) sowie das Recycling von Reststoffen sind weitere Aspekte und Bestandteile der Nachhaltigkeitsausrichtung der RETA. Diese entsprechen dem Grundsatz des Unternehmens, in geschlossenen Stoffkreisläufen und ganzheitlichen Produktlebenszyklen zu denken (vgl. Leistungsindikator G4-56 zu Kriterium 7). Darüber hinaus ist die erhebliche Unterschreitung der Grenzwerte 17. BImSchV zu nennen (vgl. Kriterium 12).

Der Beitrag zur regionalen Wertschöpfung kommt des Weiteren durch die Schaffung von über 60 sicheren Arbeitsplätzen zum Ausdruck. Die Mitarbeiter rekrutieren sich aus Staßfurt oder der näheren Umgebung. Das Engagement der RETA für die Region kommt neben den ökologischen und sozialen Aspekten noch durch Sponsoring, Spenden und Kooperationen zum Ausdruck. 

Die RETA ist bestrebt, den Mitarbeitern zukunftsfähige, diskriminierungsfreie und fördernde Rahmenbedingungen zu gewährleisten. So heißt es in den Leitlinien der RETA: "Wir sichern die Kompetenz unserer Mitarbeiter durch Aus- und Weiterbildung."


SE & Co. KG

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Das gesellschaftliche Umfeld der RETA ist geprägt durch die verstärkte Hinwendung zur nachhaltigen Entwicklung. Gesetzliche Grundlagen und Kundenpräferenzen orientieren sich zunehmend an der gleichwertigen und gleichzeitigen Betrachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte und Fragestellungen. Dieses ganzheitliche Denken manifestiert sich in der Branche der thermischen Abfallbehandlung u.a. in der Etablierung innovativer Stoffströme. Dies kommt bei der RETA durch die Versorgung des Sodawerkes mit Prozessdampf zum Ausdruck (vgl. Kriterium 1).

Die Relevanz von Nachhaltigkeitsaspekten:

Die RETA orientiert sich an den Anforderungen und Wünschen der Kunden. Die kontinuierliche Diskussion mit allen Beteiligten aus Kommune, Industrie, Handel, Handwerk, Gewerbe, Wissenschaft, Technik und Politik ist ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens, das Sicherheit und Umweltschutz über kurzfristige Kostenüberlegungen stellt. Die RETA denkt in geschlossenen Stoffkreisläufen und ganzheitlichen Produktlebenszyklen. Die Entwicklung neuer Verwertungstechnologien und Vermarktungswege für Grundstoffe und Produkte hat dabei höchste Priorität.
Die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird durch Aus- und Weiterbildung gewährleistet. Fragen der Arbeitssicherheit spielen eine wesentliche Rolle.

Den ökologischen und sozialen Risiken wurde in der Branche der thermischen Abfallbehandlung in den letzten Jahrzehnten Rechnung getragen. Dies kommt durch die Nachhaltigkeit im Kerngeschäft (vgl. Allgemeines und Kriterium 1), durch Innovationen (vgl. Kriterium 10) sowie die ökologischen und sozialen Instrumente und Prozesse zum Ausdruck. Das Denken in geschlossenen Stoffkreisläufen und ganzheitlichen Produktlebenszyklen, die Entwicklung neuer Verwertungstechnologien sowie die ausgeprägte Mitarbeiterorientierung tragen dazu bei, die Risiken weitgehend zu minimieren. Gleichzeitig lassen sich daraus Chancen im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung als nachhaltig tätiges Unternehmen und demzufolge als attraktiver Arbeitgeber ableiten (vgl. Kriterium 1).  

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Ziele

Die RETA zeichnet im Allgemeinen ein proaktives Handeln aus. Veränderungen im Bereich von Grenzwerten, technischen Normen und Richtlinien werden nicht nur fristgerecht erfüllt, sondern antizipiert und frühzeitig umgesetzt. Dieses proaktive Handeln, das u.a. durch die Teilnahme am DNK-Modellprojekt der ITAD zum Ausdruck kommt, bleibt auch weiterhin ein zentrales Ziel der Unternehmensführung (vgl. auch Leistungsindikator G4-27 zu Kriterium 9).

Allgemeine Ziele:

Verstetigung der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Produktabnehmern der RETA hinsichtlich Verfügbarkeit, Qualität, Leistung und Effizienz.

Optimierung, pflegliche Behandlung und weitgehende Ausnutzung der bestehenden Infrastruktur.

Angestrebt wird im Bereich "Gesellschaft" eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle und sozialen Leistungen für Mitarbeiter der RETA den individuellen Präferenzen entsprechend im Hinblick auf Mitarbeiterzufriedenheit, -bindung und -gewinnung.

Unternehmensziele 2017 (analog zu den Indikatoren in Kriterium 7):

Personalbereich:

Krankenstand < 5 Prozent
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 0
Arbeitsplätze 63

Abfallakquisition:

Mischheizwert 10,2 MJ/kg
Anteil Schienenanlieferung 30 Prozent

Verbrennung/Kraftwerk:

Zeitverfügbarkeit 92 Prozent
R1-Faktor > 60 Prozent
Abfalldurchsatz 320.000 Mg
Stromproduktion 80.000 MWh
Dampfproduktion 320.000 MWh

Ziele mit unmittelbarem Bezug zur Nachhaltigkeitsstrategie:

- Fortschreibung der DNK-Entsprechenserklärung im 3-jährigen Rhythmus
- Fortschreibung der Nachhaltigkeitsvisitenkarte (kontinuierlich)
- Schulungen im Bereich "Nachhaltigkeit" für die Nachhaltigkeitsbeauftragten der RETA (z.B. ITAD-Workshop "Nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes" im Herbst 2018)

Die Bewertung, Priorisierung und Kontrolle der Ziele erfolgt im Austausch mit den beteiligten Anspruchsgruppen bzw. interessierten Parteien. Entsprechende Prozesse für die Kontrolle sind im Qualitätsmanagement der RETA verankert.

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Die Wertschöpfungskette lässt sich vereinfacht wie folgt darstellen:

Abfallanlieferung  Abfalllagerung  Feuerung/Dampferzeuger  Abgasreinigung  energetische Nutzung

Unter "Allgemeines" wird die Bedeutung des Standortes der RETA in unmittelbarer Nähe des Sodawerkes beschrieben. Der Dampf für die Sodaproduktion und deren Folgeprodukte ersetzt Primärenergieträger und limitiert den Ausstoß von Treibhausgasen (vgl. Kriterium 12). Gleichzeitig werden die entstehenden Abfälle der RETA verwertet, um die bei der Sodaproduktion entstehenden Kavernen zu sichern bzw. zu verfüllen. Auf diese Weise ist die RETA in das Nachhaltigkeitskonzept für die Gesamtproduktion des Sodawerkes systemisch eingebunden.

Mit der Einspeisung von elektrischer Energie in das öffentliche Leitungsnetz trägt die RETA als Betreiber durch Reduzierung des Bedarfes an Primärenergie und der damit verbundenen Einsparung von CO2-Äquivalenten aktiv zum Klimaschutz bei.

Ökologische Risiken sind – nicht zuletzt aufgrund der ökologischen Innovationen (vgl. auch Kriterium 1,10,12), der Zusammenarbeit mit zertifizierten Entsorgungsbetrieben und langfristigen Geschäftspartnern aus der Region – nicht bekannt.

Soziale Risiken sind in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht bekannt (vgl. auch Kriterien 15, 16 und 17).

Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Geschäftspartnern ist ein reger Austausch hinsichtlich nachhaltigkeitsrelevanter Erfordernisse der RETA gewährleistet (vgl. auch Kriterium 18). 

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4