1. Strategische Analyse und Maßnahmen

Das Unternehmen legt offen, ob es eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Es erläutert, welche konkreten Maßnahmen es ergreift, um im Einklang mit den wesentlichen und anerkannten branchenspezifischen, nationalen und internationalen Standards zu operieren.

Das genossenschaftliche Geschäftsmodell bildet die beständige Basis, sich weiter zu entwickeln, um auf veränderte Gegebenheiten zu reagieren, neue Chancen zu nutzen und ehrgeizige Ziele zu erreichen. Im Interesse der Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter soll die Leistungsfähigkeit der Bank auf Dauer nachhaltig sichern und ausbauen. Wir denken und handeln als moderner Finanzdienstleister, der sich den unternehmerischen Herausforderungen entschlossen stellt und die Stärke des genossenschaftlichen Finanzverbundes nutzt. Wir wollen helfen, Wege zu finden, Chancen in Erfolge zu verwandeln, und selbst Impulse zu geben. Wir sind stolz auf unsere genossenschaftliche Tradition, denn die Idee unseres Geschäftsmodells ist seit mehr als 160 Jahren auf Nachhaltigkeit ausgelegt.
Wir verstehen uns als Förderer und wegweisender Begleiter für den Privatkunden, für den freiberuflichen und gewerblichen Mittelstand sowie die Wirtschaftsregion Hannover,Celle und Hildesheim.

Im Jahr 2020 wurde mit dem Aufbau eines ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagements systematisch begonnen. Die Umsetzung erfolgte durch eine Koordinationsfunktion und mit breiter Einbindung innerhalb der Bank. Um eine zielgerichtete Vorgehensweise sicherzustellen, wurden zahlreiche Informationen rund um Nachhaltigkeit gesichtet und analysiert. Es wurde eine Informationsdatenbank und weiterführende Informationen zu Nachhaltigkeit für die Wissensdatenbank der Bank angelegt. 
Mit der Umsetzung des Nachhaltigkeitsmanagements wurde eine Nachhaltigkeitsleitlinie, eine schriftliche Nachhaltigkeitsstrategie und die konkrete Richtlinie für den Ausbau der Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Hannoverschen Volksbank festgelegt. Die Nachhaltigkeitsleitlinie entstand aus der Zusammenarbeit vom sog. Nachhaltigkeitsteams, bestehend aus 26 Mitarbeitern der gesamten Hannoverschen Volksbank. Im Sommer 2020 wurden Nachhaltigkeitsworkshops durchgeführt und die Ergebnisse sind in die Nachhaltigkeitsleitlinie eingefloßen.

Die Hannoversche Volksbank orientiert sich in ihrer Nachhaltigkeitsaufstellung für die Zukunft an dem Leitbild des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Unterlagen sind inhaltlich konsistent. 

Die Analyse des aktuellen Umsetzungsstandes der Nachhaltigkeitsaktivitäten und die Ableitung der strategischen Ausrichtung erfolgte in 2020 unter zuhilfenahme des sog. Unterstützungsinstrumentes "Steuerungs-Cockpit" des BVR. Dabei wurden relevante Nachhaltigkeitsaspekte analysiert, eingewertet und als strategisches Entscheidungsinstrument eingesetzt. Die relevanten Nachhlatigkeitsaspekte erstreckten sich auf die Bereiche: Strategie, Risikomanagement/Gesamtbanksteuerung, Kerngeschäft, Geschäftsbetrieb, Kommunikation und gesellschaftliches Engagement, Ethik und Kultur. Zu den jeweiligen Oberthemen wurden konkrete Handlungsbedarfe und die jeweiligen Ziele festgehalten. Diese Ziele orientieren sich an den Empfehlung des BVR.   

Dies sicherte zu einen systematische Erfassung der bisherigen Nachhaltigkeitsaktivitäten und zum anderen eine strategische Positionierung im mittelfristigen Umsetzungsbereich und eine konkrete Ableitung für die Handlungsfelder der Bank. 

Ziel dabei ist die die Positionierung im Bereich Nachhaltigkeit, und die damit einhergehende Differenzierungsmöglichkeit vom Wettbewerb unter Nutzbarmachung des genossenschaftlichen Wertemodells. Damit verfolgt die Hannoversche Volksbank anspruchsvolle Entwicklungsziele für die kommenden 3-4 Jahre. 

Daraus wurde die Nachhaltigkeitsstrategie 2020 abgeleitet, vom Vorstand verabschiedet und an die Führungskräfte und Mitarbeiter kommuniziert. Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde in die übergreifenden Unternehmensstrategie übernommen und es wurde dazu das strategische Ziel "Das Handeln der Bank an ESG Kriterien auszurichten" formuliert.  

Da eine Orintierung am BVR erfolgt, wurde keine Festlegung über die Wahl des Nachhaltigkeitsstandards vorgenommen. Die Aspekte aus dem Umsetzungsleitfands des BVR entsprechen weitgehend den Anforderungen maßgeblicher Nachhaltigkeitsratingagenturen.

2. Wesentlichkeit

Das Unternehmen legt offen, welche Aspekte der eigenen Geschäftstätigkeit wesentlich auf Aspekte der Nachhaltigkeit einwirken und welchen wesentlichen Einfluss die Aspekte der Nachhaltigkeit auf die Geschäftstätigkeit haben. Es analysiert die positiven und negativen Wirkungen und gibt an, wie diese Erkenntnisse in die eigenen Prozesse einfließen.

Die Hannoversche Volksbank betreibt die Geschäfte einer Universalbank und hat den gewerblichen und privaten Mittelstand als Kernzielgruppe. Soweit Produkte und Dienstleistungen nicht selbst erstellt werden, werden diese weitestgehend in der genossenschaftlichen Finanzgruppe nachgefragt.

Die wichtigsten Tätigkeitsfelder der Bank sind das Finanzierungsgeschäft, Anlagegeschäft und die Kundenberatung. Relevante Nachhaltigkeitsaspekte wurden aus der Analyse des BVR "Steuerungs-Cockpits" abgeleitet und aus den vorhanden Informationen analysiert. Die Bewertung erfolgte anhand eines gewichteten Punktesystems. Die Gewichtung verdeutlicht die Relevanz in Bezug auf die Nachhaltigkeitsaspekte einer Genossenschaftsbank. 

Da die Hannoversche Volksbank eine regionale Genossenschaftsbank ist, sind regionale Besonderheiten von großer Bedeutung. Die ökologischen, sozioökonomischen und politischen Besonderheiten werden in der Unternehmensstrategie der Bank regelmäßig überprüft, im jährlichen Planungsprozess berücksichtig und laufend überwacht. Aus den Besonderheiten des Umfeldes werden so Strategien abgeleitet, Ziele formuliert und Maßnahmen festgelegt.

Outside-In: Einfluss von Nachhaltigkeit auf das Geschäftsmodell der Hannoverschen Volksbank.  

Nachhaltigkeitsaspekte haben einen starken Einfluß auf das Kreditgeschäft der Hannoverschen Volksbank. Sowohl auf die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzierungsmodellen, als auch auf die Entwicklung der Banksicherheiten und dahingehend auf die Eigenkapitalsituation der Bank.
Risiken auf das Kreditgeschäft ergeben aus den gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen. Die aktuellen noch unklaren Vorgaben z.B. zu Messbarkeit des nachhaltigen Wirtschaftens sind mit Planungsunsicherheiten für die Risikosteuerung im Kreditgeschäft der Bank verbunden. Dies erschwert die Umsetzung der Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft massiv. 
Positiven Einfluß der Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft wird aus die Nachfrage seitens der Kunden nach nachhaltigen Finanzierungsmöglichkeiten z.B im Bau- und Immobilienbereich deutlich. Damit ergeben sich für die Hannoversche Volksbank Marktchancen und die Sicherung des zukünftigen Kreditgeschäftes. Das Thema gewinnt bei zahlreichen Kunden an Bedeutung.    

Nachhaltigkeit wirkt sich ebenfalls auf das Anlagegeschäft der Bank aus. Sowohl auf der Anbieterseite ergeben sich neue Möglichkeiten Anlagealternativen in das Beratungs- und Dienstleistungsportfolio der Bank aufzunehmen. Damit kann Nachhaltigkeit positiv auf die Diversifikation des Vermögens der Privat- und geweblichen Kunden im Geschäftsgebiet der Bank einen Beitrag leisten. Kunden fragen deutlich häufiger nach Nachhaltigkeitsinvestments nach und erkennen die positiven Entwicklungen, welche sich aus der Anlageform ergeben. 
Die fehlenden Standards erschweren jedoch die Vergleichbarkeit und die analytische Einschätzung über die Nachhaltigkeitsaspekte der jeweiligen Produkte und Produktanbieter. Beratung in nachhaltigen Anlageprodukten bedarf einer erweiterten Beratungsinformation und -kommunikation. 

Der Einfluß der Nachhaltigkeit auf die Beratung der Hannoverschen Volksbank ist eher geringer einzuschätzen. Da die Bank eine langfristige Beratungsphilisophie verfolgt werden langfristige Ziele der Kunden analysiert und ganzheitliche Lösungsansätze angeboten. Dazu gehören alle Aspekte der Kundenziele. Sowohl die ökologischen, als ökonomische und soziales Aspekte werden im Rahmen der Genossenschaftlichen Beratung je nach Zielgruppe und Beratungsfeld aufgegriffen.  

Inside-Out: Einfluß des Geschäftsmodells der Hannoverschen Volksbank auf Nachhaltigkeit 

Das Kreditgeschäft der Hannoverschen Volksbank wirkt sich am deutlichsten auf die Nachhaltigkeit in den Bereichen des Baus und Renovierungen von Immobilien aus. Damit leistet die Bank einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizenz im Geschäftsgebiet. 
Im Rahmen der ganzheitlichen Baufinanzierungsberatung werden Aspekte der Fördermittelvermittlung (KfW-Finanzierung) aktiv aufgegriffen und in die Finanzierung von den Spezialisten sinnvoll eingebaut. Somit können energieeffizente Aspekte stärker gefördert werden und okönomische Vorteile (Zinsgünstige Darlehen) für Kunden erzielt werden.    
Im Bereich Finanzierung des Mittelstandes werden im Rahmen des Kreditentscheidungen die dauerhafte Kreditfähigkeit geprüft, sodass Unternehmen finanziert werden, die voraussichtlich einen langfristigen Fortbestand und die Rückzahlung der Kredite anstreben. So kann positiver Einfluss auf die Geschäftstätigkeit in der Region Hannover und Umgebung seitens der Bank genommen werden. 

Dabei stehen die ökonomischen Kriterien bei Kreditentscheidungen im Vordergrund, ökologische und soziale Aspekte fließen nur untergeordnet in diese ein, werden jedoch von den Beratern in persönlichen Gesprächen aufgegriffen.  
Chancen aus Nachhaltigkeitsaspekten sehen wir im fairen Umgang mit regionalen Kunden im Bezug auf Baufinanzierungen und Unternehmensfinanzierungen. Durch das geltende Regionalprinzip unterstützen wir Kunden im Geschäftsgebiet und fördern so bewusst die regionale Wirtschaft. Mit schnellen Kreditentscheidungen aufgrund des regionalen Know-hows können so Unternehmen und Kunden ihre Vorhaben zielgerichtet realsieren und die regionalen Besonderheiten besser berücksichten.  
     
Das Anlagegeschäft wirkt sich positiv auf die Kapitalflüsse zugunsten von nachhaltigen Anlageformen aus. Die ökologische Neuausrichtung der Werte der Gesellschaft und der Politik verändert das Konsumverhalten der Bevölkerung und wirkt sich zunehmend auf das Anlageverhalten der Kunden und auf die Geschäftsmodelle aus. Aus diesem Bewusstsein heraus, wurde 2020 das Produkt- und Leistungsportfolio im Wertpapierbereich um nachhaltige Anlagealternativen erneut erweitert. Die Vertriebsmitarbeiter werden regelmäßig zu nachhaltigen Anlageinvestments geschult und informiert. 

Chancen ergeben sich aus der Orientierung am Kundenbedarf in der Anlageberatung. Dabei findet zuerst die umfassende Analyse des Kundenbedarfes und erst danach das konkrete Produktangebot statt. Dabei steht die langfristige Kundenbeziehung und bewusst nicht die kurzfristige Provisionszahlung im Fokus.
Da die Hannoversche Volksbank aktuell keine eignene Nachhaltigkeitsanlageprodukte herausbringt und auf die Vermittlung von Anlageprodukten im Verbund oder anderen Unternehmen im nachhaltigen Bereich ausgerichtet ist, wird das Risiko einer geringeren Einflußnahme auf die Investmentstrategie gesehen. 

Die Beratungsphilosophie der Hannoverschen Volksbank verfolgt den ganzheitlichen Ansatz. So ist es das erklärte Ziel, den Kunden langfristig, in allen relevanten Bedarfsfeldern und in allen Lebensphasen und -lagen zu beraten und zu begleiten. Damit stehen sowohl für die Bank als auch für unsere Kunden der langfristige Erfolg vor dem kurzfristigen, schnellen Erfolg. Zusätzlich werden seitens der Bank Spezialberatungsangebote zur Verfügung gestellt. Beispielsweise Beratung zu landwirtschaftlicher Finanzierung, Nachfolgeregelung, Auslandsgeschäft, etc. Dieses vollumfängliche Beratungsangebot soll Kunden und Mitgliedern der Bank eine ganzheitliche regionale Betreuung aus einer Hand ermöglichen, ohne auf Spezialanforderungen verzichten zu müssen.

Chance: Über die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte stellen wir eine Verknüpfung zu dem genossenschaftlichen Förderauftrag der Mitglieder. Jedoch sind hier die ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte noch nicht systematisch in allen Beratungsprozessen integriert. Diese Themenfelder werden in persönlichen Beratungsgesprächen im Vertriebsbereich aufgenommen. 
 
Die Hannoversche Volksbank hat sich im Rahmen der Strategieentwicklung ebenfalls mit Chancen und Risiken im Bezug auf den Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen intensiv auseinander gesetzt.

Chancen: 
• Nachhaltigkeit wird komplementär zum Geschäftsmodell der Hannoverschen Volksbank entlang der Wertschöpfungskette verfolgt.
• Chancenorientierte Betrachtung - aktive Zukunftsgestaltung der Bank
• Umsetzung im angemessenen Tempo – sukzessiver Entwicklungs- und Lernprozess - Glaubwürdigkeit in der Region 
• Nachhaltigkeitsaktivitäten entfalten die größte Wirksamkeit in der eigenen Region 
• Ehrlicher Dialog und eine kulturelle Auseinandersetzung auf allen Ebenen (vom Vorstand bis zum Azubi)
• Breite Stakeholder-Beteiligung
• Regelmäßige Kommunikation

Risiken
• Unklare gesetzliche und regulatorische Formulierungen, die aktuell noch eine Umsetzung erschweren 
• Abhängigkeiten von Verbund, Genossenschaftsunternehmen, Region, Vermietern  
• Ressourceninvestments mit langfristigen Auswirkungsmechanismen  
• Komplexität und Vielfalt des Themas, was die Kommunikation und Information erschwert 
• Erwartungsmanagement seitens der Stakeholder  
• Imageschäden 
 

3. Ziele

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und/oder quantitativen sowie zeitlich definierten Nachhaltigkeitsziele gesetzt und operationalisiert werden und wie deren Erreichungsgrad kontrolliert wird.

Die Hannoversche Volksbank verfolgt eine langfristig ausgerichtete, verantwortungs- und risikobewusste Geschäftspolitik mit dem Ziel einer positiven Entwicklung der Wirtschaftsregion Hannover, Celle und Hildesheim. 

Die Bank entwickelt in einem langfristigen Aufbauprozess ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsmanagement, welches sich u.a. an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen orientiert. Dabei wurden 2020 eine Nachhaltigkeitsstrategie, eine -richtlinie und eine -leitlinie erarbeitet, verabschiedet und kommuniziert. Dabei wurden Organisationsstrukturen, Ziele, Orientierungspunkte und "Quick-Wins" formuliert. Die nachfolgenden Informationen beziehen sich auf diese Dokumente.

Analyse als Grundlage für die Zielableitung:

Nach einer internen Analyse unter Einbezug von relevanten Bereichen wurde die Hannoversche Volksbank mithilfe des Steuerungs-Cockpits des BVR mit dem Gesamtergebnis von 1,8 positioniert. (Bewertungsskale 1-5)  Damit liegt die Hannoversche Volksbank zwischen den Stufen 1“ Reagieren“ und Stufe 2 „Systematisieren“. Die einzelnen nachfolgenden Bereiche, die zu Einwertungen standen, weisen unterschiedliche Gewichtungen auf.

Die strategischen Bereiche konnten durch die Formulierung der langfristigen strategischen Ziele zugunsten von Nachhaltigkeit, der Involvierung der Geschäftsleitung und der Organisation und Expertise des Nachhaltigkeitsmanagements hohe Punktzahlen erreichen. Der Bereich Geschäftsbetrieb liegt im Mittelfeld. Dabei wirken sich die Unterkategorien Personal und Mobilität positiv auf das Ergebnis aus. Hier werden die Aktivitäten in den Bereichen Gesundheitsförderung und Aus-/Weiterbildung sowie Talentmanagement mit höheren Punktzahlen deutlich positiv gewertet. Nachholbedarf ergeben die Unterkategorien Betriebsökologie, Lieferanten und Einkauf. Im Kerngeschäft liegt die Hannoversche Volksbank im Mittelfeld, dabei wirken sich die Anwendung von Positivkriterien im Kreditgeschäft und das breite Angebot im Spar- und Anlagenbereich positiv auf das Ergebnis aus. Die Bereiche Kommunikation, Gesellschaft, Ethik und Kultur liegen im Durchschnitt der Bewertung, werden jedoch systemtechnisch geringer gewichtet als die zuvor genannten Aspekte. Das Risikomanagement, die Steuerung und die Eigenanlagen zeigen Nachholbedarfe für die Bank auf. Die vorgenommene Analyse orientiert sich an der Systematik des Steuerungs-Cockpits. Dabei wurden alle zur Verfügung stehenden Informationen vom BVR eingesetzt. 

Zielstufe 3 als strategisches Ziel für die kommenden 3-4 Jahre

Die Hannoversche Volksbank strebt in den kommenden 3-4 Jahren die Zielstufe 3 zu erreichen. (aktuell 1,8). Dies bedeutet Nachhaltigkeit als strategische Chancen zu erkennen und zu nutzen. Dabei soll Nachhaltigkeit sowohl nach innen auch nach außen aktiv positioniert werden. 

Daraus leiten sich folgende mittelfristige Handungsbedarfe ab. Hierbei werden nur die Themen berücksicht, die es aufzubauen gilt. Das bereits Bestehende und Umgesetzte soll weiterhin bestehen bleiben.  

Kategorie Handungsbedarf für die Zielstufe  
Strategie  Nachhaltigkeitsziele, Ziel-Controlling und Reporting ausbauen
Risikomanagement/
Gesamtbanksteuerung
Systematischer Aufbau sowohl im Risikomanagement als auch in der Gesamtbanksteuerung
Kerngeschäft Berücksichtigung im Eigengeschäft und stärkere Berücksichtigung im Kreditgeschäft
Geschäftsbetrieb Stärkere Berücksichtigung in der Bauorganisation, Betriebsökologie und bei Beziehungen mit Lieferanten und im Einkauf
Kommunikation und Gesellschaft Externe Kommunikation und Stakeholder-Dialog ausbauen
Ethik und Kultur Nachhaltigkeit in der Unternehmens- und Führungskultur stärker verankern

Konkret sollen die Handlungsfelder im Rahmen eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements umgesetzt werden. Dieses soll in den kommenden 3-4 Jahren weiter sukzessive ausgebaut werden. In der Zeit sind sowohl weitere gesetzliche und aufsichtsrechtliche Konkretisierungen rund um Sustainable Finance zu erwarten. Diese Zeit wird ebenso benötigt, um tatsächliche Veränderungen glaubwürdig und mit der notwendigen Umsetzungsqualität innerhalb und außerhalb der Hannoverschen Volksbank sicherzustellen.
Die Umsetzung erfolgt in drei Stufen. Die nachfolgende Auflistung entspricht dem aktuellen Stand der Ausarbeitung, diese wird jährlich angepasst und dient einer groben Orientierung.
Die einzelnen Stufen können auch parallel durch z.B. konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. und können je nach externen und internen Anforderungen angepasst werden. Eine Überprüfung erfolgt jährlich. Diese Ziele wurden im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie formuliert, vom Vorstand verabschiedet und an die Mitarbeitenden kommuniziert. 

Stufe 1: Den Anfang machen wir bei uns
• Umsetzung der feststehenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen
• Stärkere Risikosteuerung rund um Nachhaltigkeitsrisiken
• Vernetzung der Informationen – Berichtswesen
• Berücksichtigung in eigenen Entscheidungen
• Konkrete Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Baubetreuung, Gebäudemanagement und Betriebsökologie
• Breite interne Beteiligung
• Regelmäßige Kommunikation

Stufe 2: Nachhaltiges Handeln in Beziehungen anregen
• Berücksichtigung in Beteiligungsaktivitäten
• Nachhaltigkeit in den Lieferanten- und Vertragsbeziehungen, wenn möglich stärker einbinden
• Lenkung eigener Kapitalströme in Richtung Nachhaltigkeit
• Nachhaltige Aspekte im Einkauf berücksichtigen

Stufe 3 – Kundenbeziehungen nachhaltig gestalten
• Integration von Nachhaltigkeitsthemen in die Vertriebsprozesse und Produktpalette
• Beratungskompetenz weiter ausbauen
• Innovative Angebote berücksichtigen
• Berücksichtigung der nachhaltigen Aspekte

Kurzfristige Ziele, die ihre Wirkung und Sichtbarkeit entfalten und so zur weiteren Aktivitäten anregen: 

Daraus ergeben sich konkrete kurzfristig umzusetzenden Ziele, die im Rahmen einer Nachhaltigkeitsrichtlie gemeinsam mit den jeweiligen Fachbereichen formuliert wurden und regelmäßig kommuniziert und nachgehalten werden. Diese decken unterschiedliche Bereiche der Hannoverschen Volksbank ab. 

• deutliche Reduzierung des Papierverbrauchs durch die Digitalisierung der Prozesse und Nutzung von Home-Office
• Umstellung auf Recyclingpapier in Bereichen, wo dies möglich ist
• Einkauf regionaler Dienstleistungen und Produkte (Wegstrecken / Transportkapazitäten)
• Organisatorische Berücksichtigung einer Mülltrennung bei Neuplanung von Objekten bzw. Prüfung, ob bei größeren Standorten schon umsetzbar.
• Umweltfreundlich zur Arbeit und zurück (Sichere Fahrradstellplätze auf dem Unternehmensgelände, sofern möglich, ggf. Lademöglichkeiten e-Bike)
• Einkauf / Beschaffung energieeffizienter Geräte / Haushaltsgeräte
• Nutzung von Ökostromtarife
• Barrierefreiheit bei Umbau von Geschäftsstellen berücksichtigen

Kontrolle der Zielerreichung 
Die Erreichung der Ziele wird an unterschiedlichen Stellen in der Hannoverschen Volksbank kontrolliert. Zum einen werden Informationen und die aktuellen Themen in der zentralen Stelle im Vorstandsstab gebündelt und koordiniert. Die konkrete Umsetzungsverantwortung obliegt jeweils den Fachbereichen im Rahmen ihrer Geschäfts- und Funktionalstrategien. Die jährliche Überprüfung der Erreichung der strategischen Ziele und Vorhaben erfolgt im Rahmen des Startegie- und Planungsprozesses. Eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand und eine breite Kommunikation soll zugleich die Fortschitte bei der Zielerreichung verdeutlichen und weiter motivieren. 

Umgang mit SDGs 
Berücksichtigung der Sustainable Development Goals erfolgt innerhalb der Aktivitäten des 26-köpfigen Nachhaltigkeitsteams in der Hannoverschen Volksbank. Die Teammitglieder bearbeiten eigenständig und bereichsübergreifend Themenfelder, die einen Impact auf die SDGs sowohl intern (innerhalb der Bank) als auch vorbereitenden nach außen haben. Über die Ergebnisse erfolgt ein laufender Austausch sowohl mit der Koordinationsstelle als auch mit den betreffenden Fachbereichen. Dabei gilt es die Themen sinnvoll zu verknüpfen und gute Ideen sichtbar und umsetzbar zu machen um einen wirklichen Beitrag zur Umsetzung der SDGs zu leisten. 



   

4. Tiefe der Wertschöpfungskette

Das Unternehmen gibt an, welche Bedeutung Aspekte der Nachhaltigkeit für die Wertschöpfung haben und bis zu welcher Tiefe seiner Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden.

Als Finanzdienstleister ist unsere wesentliche Wertschöpfungskette die Annahme von Geldeinlagen und Weitergabe in Form von Krediten.
Entlang der gesamten Wertschöpfungskette beachtet die Hannoversche Volksbank eG gesellschaftliche, ökologische sowie soziale Aspekte. Bei der Einführung von neuen Produkten, Prozessen und Angeboten wird ein interner Prüfungsprozess durchlaufen, welcher diese Kriterien berücksichtigt. 
In 2020 wurden für das Aufnehmen neuer Geschäftsverbindungen Nachhaltigkeitsaspekte für die Berücksichtigung im Prüfprozess aufgenommen. So erfolgt eine Punktvergabe für die nachhaltige Aufstellung von möglichen neuen Geschäftspartnern bei Einführungen von neuen Programmen oder Fremdanwendungen. 

Kreditgeschäft: 
Gut 70% unserer Bilanzsumme werden in Form von Krediten an unsere Kunden weitergegeben. Dabei wird ein maßgeblicher Teil der Kredite für den Wohnungsbau und hier u.a. für den Bau von alters- und familiengerechten Wohnräumen sowie energieeffizienten Immobilien bereitgestellt. Als einen wesentlichen Einfluss auf das nachhaltige Verhalten in der Region wird das Baufinanzierungsgeschäft angesehen. Mit dem angestrebten Marktanteil am gesamten privaten Baufinanzierungsvolumen in der Wirtschaftsregion Hannover, Celle, Hildesheim i.H.v. 10% sieht die Hannoversche Volksbank eine Chance mit fairen Finanzierungsangeboten der starken Wohnungsnachfrage gerecht zu werden.  

Die Vermittlung von Fördermitteln und den Einbau der Förderbausteine der Kfw-Bank in die Finanzierungsstrukturen der Kunden ist für die Hannoversche Volksbank von extrem hoher Bedeutung. 

Anlagegeschäft: Das Angebot für Kunden regelmäßig zu sparen und ihr Vermögen in nachhaltige Anlagealternativen anzulegen wurde in 2020 erneut ausgeweitet. Der Anteil der innerhalb der Hausmeinung angebotenen Fonds mit Nachhaltigkeitsaspekten betrug 37 %. 

Beratung: Die Hannoversche Volksbank verfolgt bewusst einen ganzheitlichen Beratungsansatz durchgängig über alle Kundengruppen. Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bezieht die Hannoversche Volksbank Produkte und Leistungen Ihrer Verbundpartner ein. Diese werden an die Kunden im Rahmen eines sinnvollen Finanzkonzeptes oder auf Einzelproduktbasis vermittelt. Die DZ BANK Gruppe (DZ BANK, Bausparkasse Schwäbisch Hall, DG HYP, DZ PRIVATBANK, R+V Versicherung; TeamBank, Union Investment und VR SmartFinanz) ist unter anderem Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen (UN) und hat sich zur Förderung seiner zehn Grundsätze bekannt. Von den intensiven Nachhaltigkeitsbestrebungen innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe partizipiert als Verbundpartner auch die Hannoversche Volksbank. Bei dem Einkauf von Waren und externen Dienstleistungen strebt die Hannoversche Volksbank einen fairen und partnerschaftlichen Umgang an. Sie greift dabei im Schwerpunkt auf Dienstleister der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, wie z.B. dem DG Verlag für Büromaterial etc. oder der FiduciaGAD für IT sowie regionale Anbieter zurück. 
Durch die gemeinsam vom BVR verabschiedete Nachhaltigkeitsleitlinie für den genossenschaftlichen Verbund sind weitere Aktivitäten und Initiativen von den Verbundpartner zu erwarten, von denen die Hannoversche Volksbank in Zukunft noch weiter profitieren wird. 

Den Mitgliedern verpflichtet: In ihrer Geschäftsstrategie hat die Hannoversche Volksbank das genossenschaftliche Prinzip der Mitgliedschaft mit wahrnehmbaren Werten und Leistungen fest verankert. Die Mitgliedschaft drückt nicht nur eine Besonderheit in der Beteiligung an dem Unternehmen aus, sondern steht gleichermaßen symbolisch für das Ziel der langfristigen Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern. Darüber hinaus werden Mitglieder auch derart gefördert, dass sie bei den Verbundpartnern der Bank innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe von vielfältigen Vorteilen profitieren können. Die Verpflichtung gegenüber den Mitgliedern der Bank zeichnet die Besonderheit der genossenschaftlichen Idee aus. Lokal verankert, überregional vernetzt, ihren Mitgliedern verpflichtet und demokratisch organisiert: Diese Merkmale zeichnen Genossenschaftsbanken wie die Hannoversche Volksbank aus. 

Interner Blick:
Viele Lieferanten und Rahmenvertragspartner besitzen bereits ein entsprechendes Nachhaltigkeitszertifikat oder veröffentlichen einen Nachhaltigkeitsbericht. Die Hannoversche Volksbank sucht laufend den Dialog zu ihren Geschäftspartnern, um insbesondere Umweltaspekte zu berücksichtigen. Der Einkauf von Instandhaltungs- und Wartungsdienstleistungen erfolgen weitestgehend dezentral im Geschäftsgebiet der Hannoverschen Volksbank. Um zum einen Wege zu vermeiden und zum anderen bewusst Ressourcen zu schonen. 
Die Hannoversche Volksbank hat keine unmittelbaren Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten, die außerhalb der OECD liegen. Alle Lieferanten sind zur Einhaltung der deutschen und europäischen Gesetze verpflichtet.

Der technologische Wandel und die Einflüsse aus der Digitalisierung führen zu veränderten Kundenwünschen. Insbesondere das geänderte Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten wirkt nachhaltig auf das Geschäftsmodell der Hannoverschen Volksbank. In der Corona-Situation wurde die Notwendigkeit zur weiteren Digitalisierung noch weiter deutlich. Dies wird als Chance verstanden und genutzt, um den Ausbau der digitalen Kanäle z.B. papierlose Kommunikation über das elektronische Postfach weiter auszubauen. Dabei hat die Hannoversche Volksbank das mobile Arbeiten für ihre Mitarbeitenden zügig und lösungsorientiert in 2020 ermöglicht, um so das Infektionsgeschehen in der Region einzudämmen und einen Betrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region beigetragen. 
Die Veränderungsprozesse in Richtung digitale Kanäle sowohl intern, als auch extern wirken sich stark auf nachhaltige Aspekte der Unternehmensentwicklung aus. Zahlreiche Veranstaltungen, Kommunikationsformate, Austauschrunden wurden auf digitale Kanäle umgestellt. In Zukunft wird die Hannoversche Volksbank daran arbeiten, die neu gewonnen und erlernten Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter zu systematisieren und gezielt einzusetzen. 

In 2021 sind Gespräche mit den Tochterunternehmen der Hannoverschen Volksbank zu stärkeren nachhaltigen Ausrichtung geplant.

Über die oben aufgeführten Herausforderungen sind keine weiteren sozialen oder ökologischen Probleme bekannt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 1 bis 4